Die Schlachter Bibel



Die Schlachter Bibel

Schlachter Bibel

Die erste Ausgabe der Schlachter-Bibel erschien 1905 in der Schweiz als Miniaturbibel beim Verlag der Miniaturbibel in Biel und in Deutschland beim Verlag Johannes Schergens in Bonn a. Rh. Das Aussergewöhnliche an dieser Ausgabe war, dass sie nur 1 cm dick war und ein Format von 11,7 cm x 17,7 cm hatte und so in jede Jackentasche passte. Sie hatte einen fortlaufend gesetzten Text, der nur einen Absatz aufwies, wenn ein neuer Sinnabschnitt begann. Die kleine Schrift war gestochen scharf und gut lesbar. Es war die Absicht Schlachters gewesen, eine wirkliche kleine Begleitbibel zu schaffen, was ihm auch hervorragend gelungen ist

Franz Eugen Schlachter war ein Prediger der Evangelischen Gesellschaft in Bern und Biel, bzw. der FEG Bern. Er war geprägt von der Erweckungsbewegung, die durch Elias Schrenk ausgelöst wurde. Schlachter war ein beeindruckender Schriftsteller, der viele geistliche, erbauliche und biographische Schriften, bzw. eine Zeitschrift, herausgab.

Nach Schlachters Tod erfolgte seit 1911 durch die Schweizer Pfarrer Linder aus Oberhelfenswil (St. Gallen) und Kappeler aus Zollikon (Zürich) eine erste Überarbeitung. Ab 1918 wurde diese revidierte Bibel bei der Privilegierten Württembergischen Bibelanstalt in Stuttgart gedruckt und herausgegeben.

Die zweite Revision wurde 1951 durch die Genfer Bibelgesellschaft in Auftrag gegeben und von einem Laien, einem ehemaligen Bankangestellten namens Willi Mauerhofer durchgeführt. Es handelte sich um keine neue Revision, sondern um eine Neubearbeitung der Übersetzung von 1905.

Bekannt war die Schlachter-Bibel vor allem für ihre treffende, volkstümliche und doch wortgewaltige, manchmal sogar derbe, Sprache. Dabei war sie aber gleichzeitig sinngemäß urtextgenau. Einmalig war die Passage in Hiob 8,11-19, die in Gedichtform dargeboten wird. Auch fand sich in der Schlachter-Bibel eine Wortwahl die einzigartig ist: z.B. "Disputiergeist dieser Welt", "Kapital" usw.

Von 1995-2004 wurde die Ausgabe von 1951 erneut überarbeitet.

Die Übersetzung ist sinngemäß urtextgenau, öfters sogar konkordant, aber an vielen Stellen auch dynamisch gleichwertig. Im Sinne Schlachters entstand so eine gut verständliche, sprachlich schöne und doch urtextgenaue Übersetzung. Eine Besonderheit dieser Übersetzung ist die Tatsache, dass sie auf dem alten reformatorischen Grundtext basiert. Damit folgt sie der Tradition der englischen King-James-Bibel, Es gibt ausserdem auch einen reichhaltigen Anhang mit tabellarischen Darstellungen von Zeittafeln, den Wundern, Taten und Reden Jesu bzw. der messianischen Prophetie. Abgerundet wird der Anhang durch bildliche Darstellungen der vier biblischen Tempel, einem ausführlichen Wortverzeichnis, Bibelleseplänen und einem farbigen Kartenteil.

(Information: Karl-Hermann Kauffmann, Albstadt; Mitarbeiter der Schlachter-Revision)


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Stand: 09.03.2016