In dieser Unterkategorie zu "Artikel" beim BibelCenter gibt es eine Reihe verschiedener Studien und Artikel zum Thema "Dreieinigkeit, Dreifaltigkeit (Trinität)", in denen ich von unterschiedlicher Warte her aufzeige, dass die Trinitätslehre eigentlich keine biblische Lehre ist. In Anbetracht des Themas und welche Bedeutung es für viele Christen hat, möchte ich hier zunächst einige einführende Vorbemerkungen machen, damit auch Kritiker (d.h. die Christen, die an einer Trinität als Gottheit festhalten und meine Ausführungen hier nicht billigen) lesen können, worum es mir geht und dass ich mir sehr dessen bewusst bin, dass manch einer meine Anmerkungen nicht wohlwollend annehmen wird.

Eine Erörterung des Themas bzw. der Lehre von der Dreieinigkeit (Dreifaltigkeit) Gottes wird oftmals sehr schnell von hoch wallenden Emotionen geprägt, und rein emotionale und eher irrationale Reaktionen treten an die Stelle einer wachsamen und nüchternen Auswertung dessen, was die Schrift allen Beteiligten verkündet. Um dieses emotionale Element zu besänftigen und eine bessere Ausgangsbasis für eine überlegte Erörterung des Themas aus der Schrift zu schaffen, will ich hier einige allgemeine Punkte kurz darlegen und vorab ansprechen.

Der eigentliche und bedeutsame Unterschied zwischen dem, was Trinitarier und nicht-Trinitarier glauben, liegt in dem Verständnis der Identität Gottes, unseres himmlischen Vater, und seines eingeborenen Sohnes, unseres Herrn Jesus Christus. Dazu ist zunächst anzumerken, dass ein Unterschied im Glauben bezüglich dieses Punktes nicht einmal ursächlich etwas damit zu tun hat, ob jemand Gott liebt oder nicht liebt, oder ob jemand gerettet ist oder nicht gerettet ist, oder ob jemand ein guter Mensch ist oder nicht.

Die Schrift stellt eindeutig fest (und darin stimmen sicherlich Trinitarier wie nicht-Trinitarier überein), dass ein jeder, der den wahren Herrn Jesus anruft und ihn als Herrn bekennt und glaubt, dass Gott ihn von den Toten auferweckt hat, von Gott gerecht gemacht wird, gerettet sein wird und nicht zuschanden kommen wird.

Römer 10,9-11.17
Denn wenn du mit deinem Munde bekennst, dass Jesus der Herr ist, und in deinem Herzen glaubst, dass ihn Gott von den Toten auferweckt hat, so wirst du gerettet.
Denn wenn man von Herzen glaubt, so wird man gerecht; und wenn man mit dem Munde bekennt, so wird man gerettet.
Denn die Schrift spricht: »Wer an ihn glaubt, wird nicht zuschanden werden.«

So kommt der Glaube aus der Predigt, das Predigen aber durch das Wort Christi.

Der gesamte Abschnitt in Römer 10 legt dar, wie Glauben an Christi Auferstehung und das Bekenntnis, dass er Herr ist, entscheidend sind dafür, gerecht und gerettet zu werden. Die rechte Erkenntnis bzgl. des Herrn Christus beruht auf der Grundlage der Schrift, des Wortes Christi. In der Schrift ist uns offenbart, wer Jesus ist und was er als der durch die Auferstehung von den Toten bestätigte und eingesetzte eingeborene Sohn Gottes für uns erreicht hat. Die Verkündigung des wahren Wortes von Christus geht Glauben und Bekenntnis voraus, denn diese gründen sich auf die Predigt des Wortes Christi. Es genügt nicht, einfach "irgend etwas" über Christus zu glauben, sondern es muß schon sein, dass der Mensch Jesus, der eingeborene Sohn Gottes, durch Gott von den Toten auferweckt wurde. Irgendein "anderer Jesus" oder ein "anderes Evangelium" (vgl. etwa 2. Korinther 11,42Kor 11,4
Denn wenn einer zu euch kommt und einen andern Jesus predigt, den wir nicht gepredigt haben, oder ihr einen andern Geist empfangt, den ihr nicht empfangen habt, oder ein anderes Evangelium, das ihr nicht angenommen habt, so ertragt ihr das recht gern!
) führen nicht zu rechtem Glauben.

Auch sollte man zunächst vielleicht definieren, was gemeinhin mit der "Trinität" (Dreieinigkeit, Dreifaltigkeit) überhaupt gemeint ist, denn viele Christen mögen zwar sagen, dass sie "an einen dreieinigen Gott glauben", sie können aber oftmals nicht einmal beschreiben, was denn allgemein als unter "Dreieingkeit" überhaupt verstanden wird. Die Lehre von der Dreieinigkeit behauptet nicht einfach "Jesus ist Gott", auch nicht einfach "Es gibt drei: der Vater, der Sohn und der Heilige Geist". Die Trinitätslehre ist da in ihrer Aussage schon ein wenig komplizierter.

Aus der Brockhaus EnzyklopädieBrockhaus Enzyklopädie, 19. neubearb. Aufl., Bd. 22, S. 373. Mannheim: F.A. Brockhaus, 1993. stammt folgender (auszugsweise wiedergebener) Eintrag:

Trinität [lat. trinitas, trinitatis ›Dreiheit‹] die –,Dreieinigkeit, Dreifaltigkeit, Bez. für die im Christentum geglaubte Dreiheit der Personen in Gott (Vater, Sohn und Hl. Geist). Das Verhältnis der drei Personen wird dabei als Perichorese (gegenseitige Durchdringung) vorgestellt. Gemäß der christl. T.-Lehre hat sich der in strengem Sinne eine Gott (christl. Monotheismus) im Verlauf der Heilsgeschichte auf dreifache Weise geoffenbart (ökonom. oder heilsgeschichtl. T.-Lehre): als ursprungloser Schöpfer der Welt (als ›Vater‹), in Gestalt und Werk Jesu von Nazareth (als ›Sohn‹) und in den Menschen, die in der Nachfolge und aus dem Geist Jesu leben (als ›Geist‹) …
Von diesen Einflüssen {Anmerk.: den teils tritheistischen, teils subordinatianischen Unterteilungen und triad. Strukturen im Hellenismus} ist die Lehrentwicklung in der Alten Kirche geprägt. Zwar kennt das N.T. bereits eine Reihe triad. Formeln (z.B. Mt. 28,19) und Gottesprädikationen Jesu, doch erst die Verbindung von jüd. Monotheismus und hellenist. Gottesvorstellungen trieb die Herausbildung einer christl. T.-Lehre voran. So wurde gegen den Arianismus auf dem Konzil von Nicäa (325) die Wesensgleichheit (homousios) des Sohnes mit dem Vater und, begleitet von heftigen Auseinandersetzungen (® Antiochenisches Schisma), auf dem 1. Konzil von Konstantinopel (381) die Göttlichkeit des Hl. Geistes definiert und als Bekenntnis formuliert.
Die der T.-Vorstellung grundsätzlich zugrundeliegende Aporie, wie eine Dreiheit bei gleichzeitig behaupteter Einheit möglich ist, konnte jedoch nicht völlig aufgelöst werden …

In einfachen Worten ausgedrückt könnte die Trinitätslehre so zusammengefasst werden: Der Vater ist Gott, der Sohn ist Gott, und der Heilige Geist ist Gott; diese drei sind aber nur ein Gott. Vater, Sohn und Heiliger Geist sind dabei gleich in ihrem Wesen, auch gleich-ewig, nicht geschaffen, da sie alle drei eben nur ein Gott sind. Der Sohn wird als vor ewigen Zeiten gezeugt, nicht geschaffen, eines Wesens mit dem Vater, gesehen. Dem Sohn wird attestiert, dass er gleichermaßen und wahrhaftig Gott und ebenso wahrhaftig Mensch war und ist, und das zu jeder Zeit.

Diese Punkte bzgl. Gott und insbesondere bzgl. Jesus Christus sind meiner Meinung nach nicht biblisch begründet; sie sind vielmehr das Ergebnis einer Verbindung von nicht nur jüdischem Monotheismus, sondern auch dem ursprünglichen christlichen Monotheismus und dann erst später von einigen Kirchenvätern eingebrachten hellenistischen Gottesvorstellungen (vgl. obiges Zitat aus der Brockhaus Enzyklopädie). Ich glaube nicht, dass die Bibel an irgendeiner Stelle die trinitarische Lehre von "einem Gott in drei Personen" enthält.

Oftmals wird von Trinitariern auch das Argument vorgebracht, Jesus müsse Gott sein, weil er ansonsten lediglich einfach "nur ein Mensch wie jeder andere" war und dann niemanden hätte erlösen können. Dies ist jedoch gleich in mehrfacher Hinsicht eine falsche Annahme. Die Bibel berichtet eindeutig, dass Jesus als Mensch Gottes eingeborener Sohn ist. Damit hat er eine einzigartige Beziehung zu Gott, die kein anderer Mensch hat. Gott war sein Vater, er hatte keinen menschlichen Vater, sondern war von Gott gezeugt (jungfräuliche Empfängnis in Maria). Er war ohne Sünde und lebte, ohne zu sündigen.

Da durch einen Menschen die Sünde und der Tod gekommen war, musste auch durch einen Menschen (und nicht durch einen Gott) die Erlösung davon kommen.

Römer 5,12.15
Deshalb, wie durch einen Menschen die Sünde in die Welt gekommen ist und der Tod durch die Sünde, so ist der Tod zu allen Menschen durchgedrungen, weil sie alle gesündigt haben.

um wieviel mehr ist Gottes Gnade und Gabe den vielen überreich zuteil geworden durch die Gnade des einen Menschen Jesus Christus.

1. Timotheus 2,5
Denn es ist EIN Gott und EIN Mittler zwischen Gott und den Menschen, nämlich der Mensch Christus Jesus,

Da Jesus von Sünde frei war, konnte er das von Gott auserwählte Sündopfer für unsere Sünden sein. Gott hat ihn am dritten Tag von den Toten auferweckt, Gott hat ihn in den Himmel aufgenommen, und nun sitzet er zur Rechten Gottes. Ihm ist von Gott alle Macht gegeben im Himmel und auf Erden. Jesus ist aber nicht Gott, sondern der Mensch Christus Jesus, der Messias Gottes.

Apostelgeschichte 2,36
So wisse nun das ganze Haus Israel gewiß, dass Gott diesen Jesus, den ihr gekreuzigt habt, zum Herrn und Christus gemacht hat.

Petrus bestätigt zu Pfingsten, dass Jesus von Gott zum Herrn und Christus (Messias) gemacht wurde. Diese Stelle zeigt somit u.a. ebenfalls an, dass Jesus und Gott nicht gleich sind, nicht auf gleicher Stufe stehen, denn Gott hat diesen Jesus ja erst zum Herrn und Christus "gemacht". Bevor Jesus dies von Gott gemacht wurde, war er nicht Herr und Christus.

Ich bete, dass alle Leser kühlen Kopf bewahren mögen und dann nüchtern und sachlich das Zeugnis der Schrift annehmen und die Schrift erarbeiten, wenn sie die hier veröffentlichten Studien lesen. Möge Gott verherrlicht werden für all das, was er uns in seinem eingeborenen Sohn, dem Menschen Christus Jesus, geschenkt hat!

 

 

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