Diese Studie "Zwei Götter?" zum Thema Trinität wurde angeregt durch die Studie Two Gods? von J. Baixeras, und ist Teil einer Serie von Artikeln zu dem größeren Themenkomplex der sogenannten Trinitätslehre, um diese vor dem biblischen Hintergrund auf ihren Wahrheitsgehalt hin zu untersuchen.

Seit Beginn des Judentums und später dann des Christentums ist der vielleicht bekannteste Aspekt und das charakteristische Element beider Religionen die Tatsache, dass sie monotheistisch sind. Das Christentum ist ja in gewisser Weise aus dem Judentum hervorgegangen und stellt eigentlich eine Art Fortsetzung dessen dar. Beide Religionen glauben an einen einzigen ungezeugten Gott, den Schöpfer des Universums. In beider Glauben gibt es keine anderen Götter.

Jesaja 44,6
So spricht der HERR, der König Israels, und sein Erlöser, der HERR Zebaoth: Ich bin der Erste, und ich bin der Letzte, und außer mir ist kein Gott.

Jesaja 45,5.6
5 Ich bin der HERR, und sonst keiner mehr, kein Gott ist außer mir. Ich habe dich gerüstet, obgleich du mich nicht kanntest,
6 damit man erfahre in Ost und West, daß außer mir nichts ist. Ich bin der HERR, und sonst keiner mehr,

Niemand wird gegenüber einem Juden oder Christen bestreiten wollen, dass nur ein wahrer Gott ist, dass es nur einen wahren Gott gibt. Alles andere würde sofort als Polytheismus (Vielgötterei) abgetan. Allerdings ist es dann jedoch sehr ungewöhnlich und bemerkenswert, dass die große Mehrheit der Christen zwar an einen einzigen wahren Gott glaubt, dann aber behauptet, dieser "eine Gott" sei nicht nur eine einzige "Person" sondern eine "Drei-Personen-Gottheit". Somit gibt es in ihrer Vorstellung als DREI, die alle Gott sind, und nicht nur Einen, der allein der wahre Gott ist. Es gibt bei ihnen: Gott, den Vater, Gott, den Sohn, und Gott, den Heiligen Geist. In dieser Studie werde ich besonders auf den Aspekt von "Gott, dem Sohn" in der Lehre dieses "trinitarischen Christentums" eingehen.

Alle wissen, glauben und bekennen, dass "Gott, der Sohn" einen Vater hat, und dieser ist selbstverständlich "Gott, der Vater". Das aber würde bedeuten, dass "Gott, der Sohn" nicht nur einen Vater sondern auch einen Gott hat! Jetzt stellt sich die Frage: Kann "Gott, der Sohn" überhaupt einen Gott haben? Diese Frage wird wohl dann schnell beantwortet mit: "Natürlich nicht!" Gott kann keinen Gott haben! Sicher, der "Sohn" kann und muss sogar einen "Vater" haben, sonst könnte er nicht ein "Sohn" sein. Aber der wahre Gott kann keinen Gott haben ... und so stehen Trinitarier sehr bald vor einem unlösbaren Dilemma bzgl. dieses Punktes.

Die Sache wird wahrlich sehr interessant, weil wir nämlich aus verschiedenen Aussagen in der Bibel sehen werden, dass Jesus tatsächlich einen Gott hatte! Sowohl aus Weissagungen des AT wie auch aus Jesu eigenen Worten geht hervor, dass er einen Gott hatte. Wären die Annahmen der Trinitätslehre von "Gott, der Sohn" und "Gott, der Vater" korrekt, so würde dies bedeuten, dass es eigentlich im Christentum zwei (!) Götter und nicht nur einen Gott gäbe! Das aber kann eigentlich aufgrund der Aussagen in den zuvor aufgeführten Stellen aus Jesaja aber gar nicht sein! Der Fehler liegt also an einer anderen Stelle. Dieser Widerspruch entsteht nur dann, wenn man davon ausgeht, dass die Trinitätslehre bzgl. eines "dreieinigen" bzw. "dreifaltigen" Gottes korrekt ist und es tatsächlich einen "Gott, der Sohn" gibt! Nur dann, wenn es tatsächlich einen "Gott, den Sohn" gäbe, müsste es auch zumindest zwei Götter geben. Könnte es sein, dass diese Lehre von der Dreieinigkeit Gottes mit ihren 3 Personen "Gott, der Vater", "Gott, der Sohn" und "Gott, der Heilige Geist" inkorrekt ist und das Zeugnis der Bibel absolut wahr, wenn es davon spricht, dass Jesus einen Gott hatte?!

Es folgen einige Stellen, in denen eindeutig und quasi buchstäblich erwähnt wird, dass Jesus einen Gott hat. Neben diesen Stellen bezeugen auch noch andere Stellen diese Wahrheit, wie etwa all die vielen Stellen, die einen Unterschied zwischen Gott und Jesus erwähnen, oder die Stellen, die etwa sowohl Gott als den Vater und Jesus als unseren Herrn erwähnen, oder die Stellen, in denen Gott zu Jesus redet oder umgekehrt Jesus zu Gott spricht. Die nachfolgenden Verse erwähnen direkt, dass Jesus einen Gott hat.

Alttestamentliche Weissagungen über den Messias

Psalm 89,27.28
27 Er wird mich nennen: Du bist mein Vater, mein Gott und Hort, der mir hilft.
28 Und ich will ihn zum erstgeborenen Sohn machen, zum Höchsten unter den Königen auf Erden.

Micha 5,3
Er aber wird auftreten und weiden in der Kraft des HERRN und in der Macht des Namens des HERRN, seines Gottes. Und sie werden sicher wohnen; denn er wird zur selben Zeit herrlich werden, so weit die Welt ist.

Psalm 22,11
Auf dich bin ich geworfen von Mutterleib an, du bist mein Gott von meiner Mutter Schoß an.

Aus diesen Stellen wird deutlich, dass der verheißene Messias einen Gott haben würde, denn es ist die Rede von "mein Gott" und "seines Gottes".

Aussagen im Neuen Testament

Hier nun einige Stellen mit Aussagen von Jesus selbst.

Johannes 20,17
... Geh aber hin zu meinen Brüdern und sage ihnen: Ich fahre auf zu meinem Vater und zu eurem Vater, zu meinem Gott und zu eurem Gott.

Matthäus 27,46
Und um die neunte Stunde schrie Jesus laut: Eli, Eli, lama asabtani? Das heißt: Mein Gott, mein Gott, warum hast du mich verlassen?

Offenbarung 3,2
Werde wach und stärke das andre, das sterben will, denn ich habe deine Werke nicht als vollkommen befunden vor meinem Gott.

Offenbarung 3,12
Wer überwindet, den will ich machen zum Pfeiler in dem Tempel meines Gottes, und er soll nicht mehr hinausgehen, und ich will auf ihn schreiben den Namen meines Gottes und den Namen des neuen Jerusalems, der Stadt meines Gottes, die vom Himmel herniederkommt von meinem Gott, und meinen Namen, den neuen.

Hier einige Verse mit Aussagen des Apostels Paulus.

Epheser 1,3
Gelobt sei Gott, der Vater [wörtl. "der Gott und Vater"] unseres Herrn Jesus Christus, der uns gesegnet hat mit allem geistlichen Segen im Himmel durch Christus.

Epheser 1,17
daß der Gott unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Herrlichkeit, euch gebe den Geist der Weisheit und der Offenbarung, ihn zu erkennen.

2. Korinther 1,3
Gelobt sei Gott, der Vater [wörtl. "der Gott und Vater"] unseres Herrn Jesus Christus, der Vater der Barmherzigkeit und Gott allen Trostes,

2. Korinther 11,31
Gott, der Vater [wörtl. "der Gott und Vater"] des Herrn Jesus, der gelobt sei in Ewigkeit, weiß, daß ich nicht lüge.

Römer 15,6 (Elberfelder Bibel 1905)
auf daß ihr einmütig mit einem Munde den Gott und Vater unseres Herrn Jesus Christus verherrlichet.

Hier nun ein Vers aus einem Brief des Apostels Petrus.

1. Petrus 1,3 (Schlachter Bibel)
Gelobt sei der Gott und Vater unsres Herrn Jesus Christus, der uns nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen Hoffnung durch die Auferstehung Jesu Christi von den Toten,

Hier noch ein Vers aus dem Buch der Offenbarung mit einer Aussage des Apostels Johannes.

Offenbarung 1,6 (Schlachter Bibel)
Ihm, der uns liebt und uns durch sein Blut von unsren Sünden gewaschen und uns zu einem Königreich gemacht hat, zu Priestern für seinen Gott und Vater: ihm gehört die Herrlichkeit und die Macht in alle Ewigkeit! Amen.

Aus den vorangehenden Versen geht eine Wahrheit unwiderruflich hervor: Jesus Christus hat einen Gott! Jesus spricht von "mein Gott". Sowohl Petrus, wie auch Paulus und Johannes erwähnen den Gott unseres Herrn Jesus Christus, "seinen Gott und Vater", usw. Sollten die Apostel sich geirrt haben? Oder handelt es sich bei diesen Aussagen um Druckfehler in unseren Bibeln? Wollen wir gewissen Theologen aus späteren Jahrhunderten mehr Vertrauen entgegen bringen als den Aposteln oder gar Jesus selbst? Es gibt keinen Zweifel: Jesus hatte einen Gott!

Aus der Gesamtsicht der biblischen Schriften ergibt sich, dass es immer der gleiche Gott ist, der sich auf vielfältige und unterschiedliche Art und Weise in der Schrift offenbart. Und dieser eine wahre Gott ist der Gott Abrahams, Isaaks und Jakobs, Er ist der Gott des Propheten Mose und der Gott König Davids, und Er ist ebenfalls der Gott Jesu von Nazareth. Weder Abraham, noch Isaak oder Jakob, noch Mose oder David waren Teil der wahren "Gottheit", sondern sie sind Menschen, die den wahren Gott anbeteten und Ihm glaubten und dienten. Und so verhält es sich auch mit Jesus von Nazareth -- auch er ist nicht "Gott, der Sohn", sondern Mensch, der diesem gleichen wahren Gott diente.

Wie man aus den obigen Versen ersehen kann, wussten die Apostel und andere zu Jesu Lebzeiten, dass Jesus einen Gott hatte. Bei all dem fragt man sich, warum wir nie eine Predigt oder einen Vortrag über den Gott unseres Herrn Jesus hören. Der Grund ist offenbar, dass Leute, die an die Trinität glauben, keine gute Erklärung für diese offensichtliche Tatsache haben. Man geht davon aus, dass "Gott, der Sohn" natürlich keinen Gott über sich haben kann, da es dann wirklich zwei Götter geben würde, und man doch an einem Gott festhalten will. In diesen Versen steht aber schwarz auf weiß, klar und eindeutig in der Schrift, dass Jesus einen Gott hatte.

Wenn nun Jesus einen Gott hatte, wie die Schrift dokumentiert, dann gibt es keine Möglichkeit, dass die Trinitätslehre wahr sein kann, ohne dass sie der grundlegendsten Lehre des Christentums widerspricht, nämlich dass es nur einen Einzigen gibt, der wahrer Gott ist! Die einzige logisch solide Schlussfolgerung ist daher: Das Zeugnis der Schrift ist wahr, die Trinitätslehre ist falsch.

Trinitarier sind de facto Polytheisten, glauben an mehrere Götter, auch wenn sie mit ihren Worten das Gegenteil behaupten. Wenn Jesus Gott ist, und sein Vater Gott ist, so ergibt dies ZWEI GöTTER! Dass man nun hergeht und behauptet, diese zwei seien aber dennoch - und eine uns Menschen wohl verborgen bleibende Art und Weise - nur ein Gott, ändert nicht die Tatsachen! Wenn ich einen PKW habe und sage, dies sei ein Auto, und dann einen zweiten PKW nehme und sage, dieser sei auch ein Auto, so habe ich recht, wenn ich nun sage, dies seien zwei Autos! Diese zwei Autos werden aber nicht dadurch ein Auto, weil ich trotzig behaupte, der eine PKW und der andere PKW seien "irgendwie nur ein Auto", nicht wahr?

Zuletzt soll Jesus Christus noch einmal zu Wort kommen, indem ich eine Aussage aus dem uns in Johannes 17 berichteten Gebet hier anführe.

Johannes 17,3
Das ist aber das ewige Leben, daß sie dich, der du allein wahrer Gott bist, und den du gesandt hast, Jesus Christus, erkennen.

Jesus selbst sagt hier, dass allein sein Vater wahrer Gott ist. Warum sich nun erdreisten und behaupten, auch Jesus sei wahrhaftig Gott? Seit wann weiß irgend jemand besser Bescheid über Jesus und wer und was er ist als Jesus selbst? Wir sollten uns lieber Jesu Meinung anschließen und nicht ihn zu einem weiteren Gott machen, sondern es wahrhaftig bei nur einem Einzigen als wahrem Gott belassen und wie Jesus den Vater als den alleinigen wahren Gott anbeten und verehren!

 

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