Es bleibet täglich nach deinem Wort; denn es muß dir alles dienen. (Psalm 119:91)

Es bleibet täglich nach deinem Wort; denn es muß dir alles dienen. (Psalm 119:91)


Der Prophet Hosea


Das 1.Kapitel

1. Dies ist das Wort des HErrn, das geschehen ist zu Hosea, dem Sohn

Beheris, zur Zeit Usias, Jothams, Ahas und Hiskias, der Könige Judas,

und zu der Zeit Jerobeams, des Sohns Joas, des Königs Israels.


2. Und da der HErr anfing zu reden durch Hosea, sprach er zu ihm: Gehe

hin und nimm ein Hurenweib und Hurenkinder; denn das Land läuft vom

HErrn der Hurerei nach.


3. Und er ging hin und nahm Gomer, die Tochter Diblaims, welche ward

schwanger und gebar ihm einen Sohn.


4. Und der HErr sprach zu ihm: Heiße ihn Jesreel; denn es ist noch um

eine kleine Zeit, so will ich die Blutschulden in Jesreel heimsuchen

über das Haus Jehu und will's mit dem Königreich des Hauses Israel ein

Ende machen.


5. Zur selbigen Zeit will ich den Bogen Israels zerbrechen im Tal

Jesreel.


6. Und sie ward abermal schwanger und gebar eine Tochter. Und er

sprach zu ihm: Heiße sie Lo-Ryhamo; denn ich will mich nicht mehr über

das Haus Israel erbarmen, sondern ich will sie wegwerfen.


7. Doch will ich mich erbarmen über das Haus Juda und will ihnen

helfen durch den HErrn, ihren Gott; ich will ihnen aber nicht helfen

durch Bogen, Schwert, Streit, Roß oder Reiter.


8. Und da sie hatte Lo-Ryhamo entwöhnet, ward sie wieder schwanger und

gebar einen Sohn.


9. Und er sprach: Heiße ihn Lo-Ammi; denn ihr seid nicht mein Volk, so

will ich auch nicht der Eure sein.

Das 2. Kapitel


10. Es wird aber die Zahl der Kinder Israel sein wie der Sand am Meer,

den man weder messen noch zählen kann. Und soll geschehen an dem Ort,

da man zu ihnen gesagt hat: Ihr seid nicht mein Volk, wird man zu ihnen

sagen: O ihr Kinder des lebendigen GOttes!


11. Denn es werden die Kinder Juda und die Kinder Israel zuhaufe

kommen und werden sich miteinander an ein Haupt halten und aus dem

Lande heraufziehen; denn der Tag Jesreels wird ein großer Tag sein.


Kap. 2. V.1. Saget euren Brüdern, sie sind mein Volk; und zu eurer

Schwester, sie sei in Gnaden.


2. Sprechet das Urteil über eure Mutter, sie sei nicht mein Weib, und

ich will sie nicht haben. Heißt sie ihre Hurerei von ihrem Angesichte

wegtun und ihre Ehebrecherei von ihren Brüsten,


3. auf daß ich sie nicht nackend ausziehe und darstelle, wie sie war,

da sie geboren ward, und ich sie nicht mache wie eine Wüste und wie ein

dürres Land, daß ich sie nicht Durst sterben lasse,


4. und mich ihrer Kinder nicht erbarme; denn sie sind Hurenkinder,


5. und ihre Mutter ist eine Hure, und die sie getragen hat, hält sich

schändlich und spricht: Ich will meinen Buhlen nachlaufen, die mir

geben Brot, Wasser, Wolle, Flachs, Öl und Trinken.


6. Darum siehe, ich will deinen Weg mit Dornen vermachen und eine Wand

davor ziehen, daß sie ihren Steig nicht finden soll,


7. und wenn sie ihren Buhlen nachläuft, daß sie die nicht ergreifen,

und wenn sie die suchet, nicht finden könne und sagen müsse: Ich will

wiederum zu meinem vorigen Manne gehen, da mir besser war, denn mir

jetzt ist.


8. Denn sie will nicht wissen, daß ich es sei, der ihr gibt Korn,

Most, Öl und ihr viel Silber und Gold gegeben habe, das sie haben Baal

zu Ehren gebraucht.


9. Darum will ich mein Korn und Most wieder nehmen zu seiner Zeit und

meine Wolle und Flachs entwenden, damit sie ihre Scham bedecket.


10. Nun will ich ihre Schande aufdecken vor den Augen ihrer Buhlen,

und niemand soll sie von meiner Hand erretten.


11. Und ich will's ein Ende machen mit allen ihren Freuden, Festen,

Neumonden, Sabbaten und allen ihren Feiertagen.


12. Ich will ihre Weinstöcke und Feigenbäume wüst machen, weil sie

sagt: Das ist mein Lohn, den mir meine Buhlen geben. Ich will einen

Wald daraus machen, daß es die wilden Tiere fressen sollen.


13. Also will ich heimsuchen über sie die Tage Baalim, denen sie

Räuchopfer tut, und schmückt sich mit Stirnspangen und Halsbändern und

läuft ihren Buhlen nach und vergißt mein, spricht der HErr.


14. Darum siehe, ich will sie locken und will sie in eine Wüste führen

und freundlich mit ihr reden.


15. Da will ich ihr geben ihre Weinberge aus demselben Ort und das Tal

Achor, die Hoffnung aufzutun. Und daselbst wird sie singen wie zur Zeit

ihrer Jugend, da sie aus Ägyptenland zog.


16. Alsdann spricht der HErr, wirst du mich heißen mein Mann und mich

nicht mehr mein Baal heißen.


17. Denn ich will die Namen der Baalim von ihrem Munde wegtun, daß man

derselbigen Namen nicht mehr gedenken soll.


18. Und ich will zur selbigen Zeit ihnen einen Bund machen mit den

Tieren auf dem Felde, mit den Vögeln unter dem Himmel und mit dem

Gewürme auf Erden; und will Bogen, Schwert und Krieg vom Lande

zerbrechen und will sie sicher wohnen lassen.


19. Ich will mich mit dir verloben in Ewigkeit; ich will mich mit dir

vertrauen in Gerechtigkeit und Gericht, in Gnade und Barmherzigkeit;


20. ja, im Glauben will ich mich mit dir verloben; und du wirst den

HErrn erkennen.


21. Zur selbigen Zeit, spricht der HErr, will ich erhören; ich will

den Himmel erhören; und der Himmel soll die Erde erhören


22. und die Erde soll Korn; Most und Öl erhören; und dieselbigen

sollen Jesreel erhören.


23. Und ich will mir sie auf Erden zum Samen behalten und mich

erbarmen über die, so in Ungnaden war, und sagen zu dem, das nicht mein

Volk war: Du bist mein Volk; und es wird sagen: Du bist mein GOtt.

Das 3. Kapitel


1. Und der HErr sprach zu mir: Gehe noch eins hin und buhle um das

buhlerische und ehebrecherische Weib, wie denn der HErr um die Kinder

Israel buhlet, und sie doch sich zu fremden Göttern kehren und buhlen

um eine Kanne Weins.


2. Und ich ward mit ihr eins um fünfzehn Silberlinge und anderthalb

Homer Gerste.


3. Und sprach zu ihr: Halte dich mein eine Zeitlang und hure nicht und

laß keinen andern zu dir; denn ich will mich auch dein halten.


4. Denn die Kinder Israel werden lange Zeit ohne König, ohne Fürsten,

ohne Opfer, ohne Altar, ohne Leibrock und ohne Heiligtum bleiben.


5. Danach werden sich die Kinder Israel bekehren und den HErrn, ihren

GOtt, und ihren König David suchen und werden den HErrn und seine Gnade

ehren in der letzten Zeit.

Das 4. Kapitel


1. Höret, ihr Kinder Israel, des HErrn Wort; denn der HErr hat Ursach,

zu schelten, die im Lande wohnen. Denn es ist keine Treue, keine Liebe,

kein Wort GOttes im Lande,


2. sondern Gotteslästern, Lügen, Morden, Stehlen und Ehebrechen hat

überhandgenommen, und kommt eine Blutschuld nach der andern.


3. Darum wird das Land jämmerlich stehen und allen Einwohnern übel

gehen; denn es werden auch die Tiere auf dem Felde und die Vögel unter

dem Himmel und die Fische im Meer weggeraffet werden.


4. Doch man darf nicht schelten, noch jemand strafen; denn mein Volk

ist wie die, so die Priester schelten.


5. Darum sollst du bei Tage fallen, und der Prophet des Nachts neben

dir fallen; also will ich deine Mutter hinrichten.


6. Mein Volk ist dahin, darum daß es nicht lernen will. Denn du

verwirfst GOttes Wort, darum will ich dich auch verwerfen, daß du nicht

mein Priester sein sollst. Du vergissest des Gesetzes deines GOttes,

darum will ich auch deiner Kinder vergessen.


7. Je mehr ihrer wird, je mehr sie wider mich sündigen; darum will ich

ihre Ehre zuschanden machen.


8. Sie fressen die Sündopfer meines Volks und sind begierig nach ihren

Sünden.


9. Darum soll es dem Volk gleichwie dem Priester gehen; denn ich will

ihr Tun heimsuchen und ihnen vergelten, wie sie verdienen,


10. daß sie werden essen und nicht satt werden, Hurerei treiben, und

soll ihnen nicht gelingen, darum daß sie den HErrn verlassen haben und

ihn nicht achten.


11. Hurerei, Wein und Most machen toll.


12. Mein Volk fragt sein Holz, und sein Stab soll ihm predigen; denn

der Hurereigeist verführet sie, daß sie wider ihren GOtt Hurerei treiben.


13. Oben auf den Bergen opfern sie und auf den Hügeln räuchern sie,

unter den Eichen, Linden und Buchen; denn die haben feine Schatten.

Darum werden eure Töchter auch zu Huren und eure Bräute zu

Ehebrecherinnen werden.


14. Und ich will's auch nicht wehren, wenn eure Töchter und Bräute

geschändet und zu Huren werden, weil ihr einen andern Gottesdienst

anrichtet mit den Huren und opfert mit den Bübinnen. Denn das törichte

Volk will geschlagen sein.


15. Willst du, Israel, ja huren, daß sich doch nur Juda nicht auch

verschulde! Gehet nicht hin gen Gilgal und kommet nicht hinauf gen Beth-

Aven und schwöret nicht: So wahr der HErr lebet!


16. Denn Israel läuft wie eine tolle Kuh, so wird sie auch der HErr

weiden lassen wie ein Lamm in der Irre.


17. Denn Ephraim hat sich zu den Götzen gestellet; so laß ihn hinfahren!


18. Sie haben sich in die Schwelgerei und Hurerei gegeben; ihre Herren

haben Lust dazu, daß sie Schande anrichten.


19. Der Wind mit seinen Flügeln wird sie gebunden treiben und müssen

über ihrem Opfer zuschanden werden.

Das 5. Kapitel


1. So höret nun dies, ihr Priester, und merke auf, du Haus Israel, und

nimm zu Ohren, du Haus des Königs; denn es wird eine Strafe über euch

gehen, die ihr ein Strick zu Mizpa und ein ausgespannet Netz zu Thabor

worden seid.


2. Mit Schlachten vertiefen sie sich in ihrem Verlaufen, darum muß ich

sie allesamt strafen.


3. Ich kenne Ephraim wohl, und Israel ist vor mir nicht verborgen, daß

Ephraim nun eine Hure ist, und Israel ist unrein.


4. Sie denken nicht danach, daß sie sich kehreten zu ihrem GOtt; denn

sie haben einen Hurengeist in ihrem Herzen und lehren vom HErrn nicht.


5. Darum soll die Hoffart Israels vor ihrem Angesicht gedemütiget

werden, und sollen beide, Israel und Ephraim, fallen um ihrer Missetat

willen; auch soll Juda samt ihnen fallen.


6. Alsdann werden sie kommen mit ihren Schafen und Rindern, den HErrn

zu suchen, aber nicht finden; denn er hat sich von ihnen gewandt.


7. Sie verachten den HErrn und zeugen fremde Kinder; darum wird sie

auch der Neumond fressen mit ihrem Erbteil.


8. Ja, blaset Posaunen zu Gibea, ja, trommetet zu Rama, ja rufet zu

Beth-Aven: Hinter dir, Benjamin!


9. Denn Ephraim soll zur Wüste werden zur Zeit, wenn ich sie strafen

werde. Davor hab ich die Stämme Israels treulich gewarnet.

Das 6. Kapitel


10. Die Fürsten Judas sind gleich denen, so die Grenze verrücken;

darum will ich meinen Zorn über sie ausschütten wie Wasser.


11. Ephraim leidet Gewalt und wird geplagt; daran geschiehet ihm

recht; denn er hat sich gegeben auf (Menschen-)Gebot.


12. Ich bin dem Ephraim eine Motte und dem Hause Juda eine Made.


13. Und da Ephraim seine Krankheit und Juda seine Wunden fühlete, zog

Ephraim hin zu Assur und schickte zum Könige zu Jareb; aber er konnte

euch nicht helfen noch eure Wunden hellen.


14. Denn ich bin dem Ephraim wie ein Löwe, und dem Hause Juda wie ein

junger Löwe. Ich, ich zerreiße sie und gehe davon und führe sie weg,

und niemand kann sie retten.


15. Ich will wiederum an meinen Ort gehen, bis sie ihre Schuld

erkennen und mein Angesicht suchen; wenn's ihnen übel gehet, so werden

sie mich frühe suchen müssen (und sagen):


Kap. 6. V.1. Kommt, wir wollen wieder zum HErrn! Denn er hat uns

zerrissen, er wird uns auch heilen; er hat uns geschlagen, er wird uns

auch verbinden.


2. Er macht uns lebendig nach zween Tagen, er wird uns am dritten Tage

aufrichten, daß wir vor ihm leben werden.


3. Dann werden wir acht darauf haben und fleißig sein, daß wir den

HErrn erkennen. Denn er wird hervorbrechen wie die schöne Morgenröte

und wird zu uns kommen wie ein Regen, wie ein Spatregen, der das Land

feuchtet.


4. Wie will ich dir sowohl tun, Ephraim! Wie will ich dir so wohl tun,

Juda! Denn die Gnade, so ich euch erzeigen will, wird sein wie eine

Tauwolke des Morgens und wie ein Tau, der frühmorgens sich ausbreitet.


5. Darum schlage ich sie durch die Propheten und töte sie durch meines

Mundes Rede, daß dein Recht ans Licht komme.


6. Denn ich habe Lust an der Liebe und nicht am Opfer und am

Erkenntnis GOttes und nicht am Brandopfer.


7. Aber sie übertreten den Bund, wie Adam; darin verachten sie mich.


8. Denn Gilead ist eine Stadt voll Abgötterei und Blutschulden,


9. Und die Priester samt ihrem Haufen sind wie die Ströter, so da

lauern auf die Leute und würgen auf dem Wege, der gen Sichem gehet;

denn sie tun, was sie wollen.


10. Ich sehe im Hause Israel, da mir vor grauet; denn da huret

Ephraim, so verunreiniget sich Israel.


11. Aber Juda wird noch eine Ernte vor sich haben, wenn ich meines

Volks Gefängnis wenden werde.

Das 7. Kapitel


1. Wenn ich Israel heilen will, so findet sich erst die Sünde Ephraims

und die Bosheit Samaria, wie sie Abgötterei treiben. Denn wiewohl sie

unter sich selbst mit Dieben und auswendig mit Räubern geplagt sind,


2. dennoch Wollen sie nicht merken, daß ich alle ihre Bosheit merke.

Ich sehe aber ihr Wesen wohl, das sie allenthalben treiben.


3. Sie vertrösten den König durch ihre Bosheit und die Fürsten durch

ihre Lügen


4. und sind allesamt Ehebrecher, gleichwie ein Backofen, den der

Bäcker heizet, wenn er hat ausgeknetet, und läßt den Teig durchsäuern

und aufgehen.


5. Heute ist unsers Königs Fest (sprechen sie), da fahen die Fürsten

an vom Wein toll zu werden; so zeucht er die Spötter zu sich.


6. Denn ihr Herz ist in heißer Andacht wie ein Backofen, wenn sie

opfern und die Leute betrügen; aber ihr Bäcker schläft die ganze Nacht,

und des Morgens brennet er lichterlohe.


7. Noch sind sie so heißer Andacht wie ein Backofen. Obgleich ihre

Richter aufgefressen werden und alle ihre Könige fallen, noch ist

keiner unter ihnen, der mich anrufe.


8. Ephraim menget sich unter die Völker; Ephraim ist wie ein Kuchen,

den niemand umwendet,


9. sondern Fremde fressen seine Kraft, noch will er's nicht merken. Er

hat auch graue Haare gekriegt; noch will er's nicht merken.


10. Und die Hoffart Israels wird vor ihren Augen gedemütiget; noch

bekehren sie sich nicht zum HErrn, ihrem GOtt, fragen auch nicht nach

ihm in diesem allem.


11. Denn Ephraim ist wie eine verlockte Taube, die nichts merken will.

Jetzt rufen sie Ägypten an, dann laufen sie zu Assur.


12. Aber indem sie hin und her laufen, will ich mein Netz über sie

werfen und herunterrücken wie die Vögel unter dem Himmel; ich will sie

strafen, wie man prediget in ihrer Sammlung.


13. Wehe ihnen, daß sie von mir weichen! Sie müssen verstöret werden,

denn sie sind abtrünnig von mir worden. Ich wollte sie wohl erlösen,

wenn sie nicht wider mich Lügen lehreten.


14. So rufen sie mich auch nicht an von Herzen, sondern lören auf

ihren Lagern. Sie versammeln sich um Korn und Mosts willen und sind mir

ungehorsam.


15. Ich lehre sie und stärke ihren Arm; aber sie denken Böses von mir.


16. Sie bekehren sich, aber nicht recht, sondern sind wie ein falscher

Bogen; darum werden ihre Fürsten durchs Schwert fallen; ihr Dräuen soll

in Ägyptenland zum Spott werden.

Das 8. Kapitel


1. Rufe laut wie eine Posaune (und sprich): Er kommt schon über das

Haus des HErrn wie ein Adler, darum daß sie meinen Bund übertreten und

von meinem Gesetz abtrünnig werden.


2. Werden sie dann zu mir schreien: Du bist mein Gott; wir kennen

dich, Israel.


3. Israel verwirft das Gute; darum muß sie der Feind verfolgen.


4. Sie machen Könige, aber ohne mich; sie setzen Fürsten, und ich muß

nicht wissen. Aus ihrem Silber und Gold machen sie Götzen, daß sie ja

bald ausgerottet werden.


5. Dein Kalb, Samaria, verstößt er; mein Zorn ist über sie ergrimmet;

es kann nicht lange stehen, sie müssen gestraft werden.


6. Denn das Kalb ist aus Israel herkommen, und ein Werkmann hat's

gemacht, und kann ja kein GOtt sein; darum soll das Kalb Samaria

zerpulvert werden.


7. Denn sie säen Wind und werden Ungewitter einernten; ihre Saat soll

nicht aufkommen und ihr Gewächs kein Mehl geben; und ob es geben würde,

sollen's doch Fremde fressen.


8. Israel wird aufgefressen; die Heiden gehen mit ihnen um wie mit

einem unwerten Gefäß,


9. darum daß sie hinauf zum Assur laufen wie ein Wild in der Irre.

Ephraim schenkt den Buhlern und gibt den Heiden Tribut.


10. Dieselben Heiden will ich nun über sie sammeln; sie sollen der

Last des Königs und der Fürsten bald müde werden.


11. Denn Ephraim hat der Altäre viel gemacht zu sündigen; so sollen

auch die Altäre ihm zur Sünde geraten.


12. Wenn ich ihm gleich viel von meinem Gesetz schreibe, so wird's

geachtet wie eine fremde Lehre.


13. Daß sie nun viel opfern und Fleisch herbringen und essen es, so

hat doch der HErr kein Gefallen daran, sondern er will ihrer Missetat

gedenken und ihre Sünden heimsuchen, die sich zu Ägypten kehren.


14. Israel vergißt seines Schöpfers und bauet Kirchen, so macht Juda

viel fester Städte; aber ich will Feuer in seine Städte schicken,

welches soll seine Häuser verzehren.

Das 9. Kapitel


1. Du darfst dich nicht freuen, Israel, noch rühmen wie die Völker;

denn du hurest wider deinen GOtt, damit du suchest Hurenlohn, daß alle

Tennen voll Getreide werden.


2. Darum so sollen dich die Tennen und Kelter nicht nähren, und der

Most soll dir fehlen.


3. Und sollen nicht bleiben im Lande des HErrn, sondern Ephraim muß

wieder nach Ägypten und muß in Assyrien, das unrein ist, essen,


4. daselbst sie dem HErrn kein Trankopfer vom Wein noch etwas zu

Gefallen tun können. Ihr Opfer soll sein wie der Betrübten Brot, an

welchem unrein werden alle, die davon essen; denn ihr Brot müssen sie

für sich selbst essen, und soll nicht in des HErrn Haus gebracht werden.


5. Was wollt ihr alsdann auf den Jahrzeiten und auf den Feiertagen des

HErrn tun?


6. Siehe, sie müssen weg vor dem Verstörer! Ägypten wird sie sammeln,

und Moph wird sie begraben. Nesseln werden wachsen, da jetzt ihr liebes

Götzensilber stehet, und Dornen in ihren Hütten.


7. Die Zeit der Heimsuchung ist kommen, die Zeit der Vergeltung; des

wird Israel inne werden. Die Propheten sind Narren, und die

Rottengeister sind wahnsinnig um deiner großen Missetat und um der

großen feindseligen Abgötterei willen.


8. Die Wächter in Ephraim hielten sich etwa an meinen Gott; aber nun

sind sie Propheten, die Stricke legen auf allen ihren Wegen durch die

feindselige Abgötterei im Hause ihres GOttes.


9. Sie verderben's zu tief, wie zur Zeit Gibeas; darum wird er ihrer

Missetat gedenken und ihre Sünde heimsuchen.


10. Ich fand Israel in der Wüste wie Trauben und sah eure Väter wie

die ersten Feigen am Feigenbaum; aber hernach gingen sie zu Baal-Peor

und gelobten sich dem schändlichen Abgott und wurden ja so greulich als

ihre Buhlen.


11. Darum muß die Herrlichkeit Ephraims wie ein Vogel wegfliegen, daß

sie weder gebären noch tragen noch schwanger werden sollen.


12. Und ob sie ihre Kinder gleich erzögen, will ich sie doch ohne

Kinder machen, daß sie nicht Leute sein sollen. Auch wehe ihnen, wenn

ich von ihnen bin gewichen!


13. Ephraim, als ich es ansehe, ist gepflanzet und hübsch wie Tyrus,

muß aber nun ihre Kinder herauslassen dem Totschläger.


14. HErr, gib ihnen! Was willst du ihnen aber geben? Gib ihnen

unfruchtbare Leiber und versiegene Brüste!


15. Alle ihre Bosheit geschieht zu Gilgal, daselbst bin ich ihnen

feind; und ich will sie auch um ihres bösen Wesens willen aus meinem

Hause stoßen und nicht mehr Liebe erzeigen; denn alle ihre Fürsten sind

Abtrünnige.


16. Ephraim ist geschlagen; ihre Wurzel ist verdorret, daß sie keine

Frucht mehr bringen können. Und ob sie gebären würden, will ich doch

die liebe Frucht ihres Leibes töten.


17. Mein GOtt wird sie verwerfen, darum, daß sie ihn nicht hören

wollen, und müssen unter den Heiden in der Irre gehen.

Das 10. Kapitel


1. Israel ist ein verwüsteter Weinstock; seine Frucht ist eben auch

also. Soviel Früchte er hatte, soviel Altäre hatte er gemacht. Wo das

Land am besten war, da stifteten sie die schönsten Kirchen.


2. Ihr Herz ist zertrennet; nun wird sie ihre Schuld finden. Ihre

Altäre sollen zerbrochen, und ihre Kirchen sollen verstöret werden.


3. Alsdann müssen sie sagen: Wir haben keinen König; denn wir fürchten

den HErrn nicht, was kann uns der König nun helfen?


4. Sie schwuren vergeblich und machten einen Bund; und solcher Rat

grünete auf allen Furchen im Felde wie Galle.


5. Die Einwohner zu Samaria sorgen für die Kälber zu Beth-Aven; denn

sein Volk trauert um ihn; über welchem doch seine Kamarim sich pflegten

zu freuen seiner Herrlichkeit halben; denn es ist von ihnen weggeführet.


6. Ja, das Kalb ist nach Assyrien gebracht, zum Geschenk dem Könige zu

Jareb. Also muß Ephraim mit Schanden stehen, und Israel schändlich

gehen mit seinem Vornehmen.


7. Denn der König zu Samaria ist dahin wie ein Schaum auf dem Wasser.


8. Die Höhen zu Aven sind vertilget, damit sich Israel versündigte;

Disteln und Dornen wachsen auf ihren Altären. Und sie werden sagen: Ihr

Berge, bedecket uns, und ihr Hügel, fallet über uns!


9. Israel, du hast seit der Zeit Gibeas gesündiget, dabei sind sie

auch geblieben; aber es soll sie nicht des Streits zu Gibea gleichen

ergreifen, so wider die bösen Leute geschah,


10. sondern ich will sie züchtigen nach meinem Wunsch, daß Völker

sollen über sie versammelt kommen, wenn ich sie werde strafen um ihre

zwo Sünden.


11. Ephraim ist wie ein Kalb, gewöhnt, daß es gerne drischet. Ich will

ihm über seinen schönen Hals fahren; ich will Ephraim reiten, Juda soll

pflügen und Jakob eggen.


12. Darum säet euch Gerechtigkeit und erntet Liebe und pflüget anders,

weil es Zeit ist, den HErrn zu suchen, bis daß er komme und regne über

euch Gerechtigkeit.


13. Denn ihr pflüget Böses und erntet Übeltat und esset Lügenfrüchte.


14. Weil du dich denn verlässest auf dein Wesen und auf die Menge

deiner Helden, so soll sich ein Getümmel erheben in deinem Volk, daß

alle deine Festen verstöret werden. Gleichwie Salman verstörete das

Haus Arbeels zur Zeit des Streits, da die Mutter über den Kindern zu

Trümmern ging,


15. ebenso soll's euch zu Bethel auch gehen um euren großen Bosheit

willen, daß der König Israels frühe morgens untergehe.

Das 11. Kapitel


1. Da Israel jung war, hatte ich ihn lieb und rief ihn; meinen Sohn,

aus Ägypten.


2. Aber wenn man sie jetzt ruft, so wenden sie sich davon und opfern

den Baalim und räuchern den Bildern.


3. Ich nahm Ephraim bei seinen Armen und leitete ihn; aber sie

merkten's nicht, wie ich ihnen half.


4. Ich ließ sie ein menschlich Joch ziehen und in Seilen der Liebe

gehen und half ihnen das Joch an ihrem Halse tragen und gab ihnen Futter,


5. daß er sich ja nicht wieder sollte nach Ägyptenland kehren. So ist

nun Assur ihr König worden; denn sie wollen sich nicht bekehren.


6. Darum soll das Schwert über ihre Städte kommen und soll ihre Riegel

aufreiben und fressen um ihres Vornehmens willen.


7. Mein Volk ist müde, sich zu mir zu kehren; und wie man ihnen

prediget, so richtet sich keiner auf.


8. Was soll ich aus dir machen, Ephraim? Soll ich dich schützen,

Israel? Soll ich nicht billig ein Adama aus dir machen und dich wie

Zeboim zurichten? Aber mein Herz ist anderes Sinnes, meine

Barmherzigkeit ist zu brünstig,


9. daß ich nicht tun will nach meinem grimmigen Zorn, noch mich

kehren, Ephraim gar zu verderben; denn ich bin GOtt und nicht ein

Mensch und bin der Heilige unter dir. Ich will aber nicht in die Stadt

kommen.


10. Alsdann wird man dem HErrn nachfolgen; und er wird brüllen wie ein

Löwe; und wenn er wird brüllen, so werden erschrecken die, so gegen

Abend sind.


11. Und die in Ägypten werden auch erschrecken wie ein Vogel, und die

im Lande Assur wie Tauben; und ich will sie in ihre Häuser setzen,

spricht der HErr.

Das 12. Kapitel


1. In Ephraim ist allenthalben Lüge wider mich und im Hause Israel

falscher Gottesdienst. Aber Juda hält noch fest an GOtt und am rechten

heiligen Gottesdienst.


2. Ephraim aber weidet sich vom Winde und läuft dem Ostwinde nach und

macht täglich der Abgötterei und des Schadens mehr; sie machen mit

Assur einen Bund und bringen Balsam nach Ägypten.


3. Darum wird der HErr die Sache Judas führen und Jakob heimsuchen

nach seinem Wesen und ihm vergelten nach seinem Verdienst.


4. Ja (sagen sie), er hat im Mutterleibe seinen Bruder untertreten und

von allen Kräften mit GOtt gekämpfet.


5. Er kämpfte mit dem Engel und siegete, denn er weinete und bat ihn;

daselbst hat er ihn ja zu Bethel funden und daselbst hat er mit uns

geredet.


6. Aber der HErr ist der GOtt Zebaoth; HErr ist sein Name.


7. So bekehre dich nun zu deinem GOtt, halte Barmherzigkeit und Recht

und hoffe stets auf deinen GOtt!


8. Aber der Kaufmann hat eine falsche Waage in seiner Hand und betrügt

gerne.


9. Denn Ephraim spricht: Ich bin reich, ich habe genug; man wird mir

keine Missetat finden in aller meiner Arbeit, das Sünde sei.


10. Ich aber, der HErr, bin dein GOtt aus Ägyptenland her, und der ich

dich noch in den Hütten wohnen lasse, wie man zur Jahrzeit pfleget,


11. und rede zu den Propheten; und ich bin's der so viel Weissagung

gibt und durch die Propheten mich anzeige.


12. In Gilead ist's Abgötterei, und zu Gilgal opfern sie Ochsen

vergeblich; und haben so viel Altäre, als Mandeln auf dem Felde stehen.


13. Jakob mußte fliehen in das Land Syrien, und Israel mußte um ein

Weib dienen, um ein Weib mußte er hüten.


14. Aber hernach führete der HErr Israel aus Ägypten durch einen

Propheten und ließ sein hüten durch einen Propheten.


15. Nun aber erzürnet ihn Ephraim durch ihre Götzen; darum wird, ihr

Blut über sie kommen, und der HErr wird ihnen vergelten ihre Schmach.

Das 13. Kapitel


1. Da Ephraim schrecklich lehrete, ward er in Israel erhoben. Danach

versündigten sie sich durch Baal und wurden darüber getötet.


2. Aber nun machen sie der Sünden viel mehr und aus ihrem Silber

Bilder, wie sie es erdenken können, nämlich Götzen, welche doch eitel

Schmiedewerk sind. Noch predigen sie von denselben: Wer die Kälber

küssen will, der soll Menschen opfern.


3. Dieselbigen werden haben die Morgenwolke und den Tau, der frühe

fällt, ja, wie die Spreu, die von der Tenne verweht wird, und wie der

Rauch von der Feuermauer.


4. Ich bin aber der HErr, dein GOtt, aus Ägyptenland her; und du

solltest ja keinen andern Gott kennen denn mich und keinen Heiland ohne

allein mich.


5. Ich nahm mich ja dein an in der Wüste, im dürren Lande;


6. Aber weil sie geweidet sind, daß sie satt worden sind und genug

haben, erhebt sich ihr Herz; darum vergessen sie mein.


7. So will ich auch werden gegen sie wie ein Löwe, und wie ein Parder

auf dem Wege will ich auf sie lauern.


8. Ich will ihnen begegnen wie ein Bär, dem seine Jungen genommen

sind, und will ihr verstocktes Herz zerreißen und will sie daselbst wie

ein Löwe fressen; die wilden Tiere sollen sie zerreißen.


9. Israel, du bringest dich in Unglück; denn dein Heil stehet allein

bei mir.


10. Wo ist dein König hin, der dir helfen möge in allen deinen

Städten? und deine Richter, davon du sagtest: Gib mir Könige und Fürsten?


11. Wohlan, ich gab dir einen König in meinem Zorn und will dir ihn in

meinem Grimm wegnehmen.


12. Die Missetat Ephraims ist zusammengebunden, und ihre Sünde ist

behalten.


13. Denn es soll ihnen wehe werden wie einer Gebärerin; denn es sind

unvorsichtige Kinder. Es wird die Zeit kommen, daß sie nicht bleiben

werden vor dem Jammer der Kinder.


14. Aber ich will sie erlösen aus der Hölle und vom Tod erretten. Tod,

ich will dir ein Gift sein; Hölle, ich will dir eine Pestilenz sein!

Doch ist der Trost vor meinen Augen verborgen.


15. Denn er wird zwischen Brüdern Frucht bringen. Es wird ein Ostwind

kommen; der HErr wird aus der Wüste herauffahren und ihren Brunn

austrocknen und ihre Quelle versiegen und wird rauben den Schatz alles

köstlichen Gerätes.


Kap. 14. V.1. Samaria wird wüst werden, denn sie sind ihrem GOtt

ungehorsam. Sie sollen durchs Schwert fallen und ihre jungen Kinder

zerschmettert und ihre schwangeren Weiber zerrissen werden.

Das 14. Kapitel


2. Bekehre dich, Israel, zu dem HErrn, deinem Gott; denn du bist

gefallen um deiner Missetat willen.


3. Nehmet diese Worte mit euch und bekehret euch zum HErrn und

sprechet zu ihm: Vergib uns alle Sünde und tue uns wohl, so wollen wir

opfern die Fairen unserer Lippen!


4. Assur soll uns nicht helfen, und wollen nicht mehr auf Rossen

reiten, auch nicht mehr sagen zu den Werken unserer Hände: Ihr seid

unser GOtt; sondern laß die Waisen bei dir Gnade finden,


5. so will ich ihr Abtreten wieder heilen, gerne will ich sie lieben;

dann soll mein Zorn sich von ihnen wenden.


6. Ich will Israel wie ein Tau sein, daß er soll blühen wie eine Rose;

und seine Wurzeln sollen ausschlagen wie Libanon,


7. und seine Zweige sich ausbreiten, daß er sei so schön als ein

Ölbaum; und soll so guten Ruch geben wie Libanon.


8. Und sollen wieder unter seinem Schatten sitzen. Von Korn sollen sie

sich nähren und blühen wie ein Weinstock; sein Gedächtnis soll sein wie

der Wein am Libanon.


9. Ephraim, was sollen mir weiter die Götzen? Ich will ihn erhören und

führen; ich will sein wie eine grünende Tanne; an mir soll man deine

Frucht finden.


10. Wer ist weise, der dies verstehe, und klug, der dies merke? Denn

die Wege des HErrn sind richtig, und die Gerechten wandeln drinnen;

aber die Übertreter fallen drinnen.