1. Im dreißigsten Jahr, am fünften Tage des vierten Monden, da ich war
unter den Gefangenen am Wasser Chebar, tat sich der Himmel auf, und
GOtt zeigte mir Gesichte.
2. Derselbe fünfte Tag des Monden war eben im fünften Jahr, nachdem
Jojachin, der König Judas, war gefangen weggeführet.
3. Da geschah des HErrn Wort zu Hesekiel, dem Sohne Busis, des
Priesters, im Lande der Chaldäer, am Wasser Chebar; daselbst kam die
Hand des HErrn über ihn.
4. Und ich sah, und siehe, es kam ein ungestümer Wind von Mitternacht
her mit einer großen Wolke voll Feuers, das allenthalben umher glänzte;
und mitten in demselben Feuer war es wie lichthell.
5. Und drinnen war es gestaltet wie vier Tiere, und unter ihnen eins
gestaltet wie ein Mensch.
6. Und ein jegliches hatte vier Angesichte und vier Flügel.
7. Und ihre Beine stunden gerade, aber ihre Füße waren gleichwie runde
Füße und glänzten wie ein hell, glatt Erz.
8. Und hatten Menschenhände unter ihren Flügeln an ihren vier Orten;
denn sie hatten alle vier ihre Angesichte und ihre Flügel
9. Und derselbigen Flügel war je einer an dem andern. Und wenn sie
gingen, durften sie sich nicht herumlenken, sondern wo sie hingingen,
gingen sie stracks vor sich.
10. Ihre Angesichte zur rechten Seite der viere waren gleich einem
Menschen und Löwen; aber zur linken Seite der viere waren Ihre
Angesichte gleich einem Ochsen und Adler.
11. Und ihre Angesichte und Flügel waren obenher zerteilet, daß je
zween Flügel zusammenschlugen und mit zween Flügeln ihren Leib bedeckten.
12. Wo sie hingingen, da gingen sie stracks vor sich; sie gingen aber,
wohin der Wind stund; und durften sich nicht herumlenken, wenn sie
gingen.
13. Und die Tiere waren anzusehen wie feurige Kohlen, die da brennen,
und wie Fackeln, die zwischen den Tieren gingen. Das Feuer aber gab
einen Glanz von sich, und aus dem Feuer ging ein Blitz.
14. Die Tiere aber liefen hin und her wie ein Blitz.
15. Als ich die Tiere so sah, siehe, da stund ein Rad auf der Erde bei
den vier Tieren und war anzusehen wie vier Räder.
16. Und dieselbigen Räder waren wie ein Türkis und waren alle vier
eins wie das andere; und sie waren anzusehen, als wäre ein Rad im andern.
17. Wenn sie gehen sollten, konnten sie in alle ihre vier Orte gehen
und durften sich nicht herumlenken, wenn sie gingen.
18. Ihre Feigen und Höhe waren schrecklich; und ihre Felgen waren
voller Augen um und um an allen vier Rädern.
19. Und wenn die Tiere gingen, so gingen die Räder auch neben ihnen;
und wenn die Tiere sich von der Erde emporhuben, so huben sich die
Räder auch empor.
20. Wo der Wind hinging, da gingen sie auch hin; und die Räder huben
sich neben ihnen empor; denn es war ein lebendiger Wind in den Rädern.
21. Wenn sie gingen, so gingen diese auch; wenn sie stunden, so
stunden diese auch; und wenn sie sich emporhuben von der Erde, so huben
sich auch die Räder neben ihnen empor; denn es war ein lebendiger Wind
in den Rädern.
22. Oben aber über den Tieren war es gleich gestaltet wie der Himmel,
als ein Kristall, schrecklich, gerade oben über ihnen ausgebreitet,
23. daß unter dem Himmel ihre Flügel einer stracks gegen den andern
stund, und eines jeglichen Leib bedeckten zween Flügel.
24. Und ich hörete die Flügel rauschen wie große Wasser und wie ein
Getön des Allmächtigen, wenn sie gingen, und wie ein Getümmel in einem
Heer. Wenn sie aber stille stunden, so ließen sie die Flügel nieder.
25. Und wenn sie stille stunden und die Flügel niederließen, so
donnerte es im Himmel oben über ihnen.
26. Und über dem Himmel, so oben über ihnen war, war es gestaltet wie
ein Saphir, gleichwie ein Stuhl; und auf demselbigen Stuhl saß einer,
gleichwie ein Mensch gestaltet.
27. Und ich sah, und es war wie lichthell, und inwendig war es
gestaltet wie ein Feuer um und um. Von seinen Lenden über sich und
unter sich, sah ich's wie Feuer glänzen um und um.
28. Gleichwie der Regenbogen stehet in den Wolken, wenn es geregnet
hat, also glänzte es um und um. Dies war das Ansehen der Herrlichkeit
des HErrn. Und da ich's gesehen hatte, fiel ich auf mein Angesicht und
hörete einen reden.
1. Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, tritt auf deine Füße, so
will ich mit dir reden.
2. Und da er so mit mir redete, ward ich wieder erquickt und trat auf
meine Füße und hörete dem zu, der mit mir redete.
3. Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, ich sende dich zu den
Kindern Israel, zu dem abtrünnigen Volk, so von mir abtrünnig worden
sind. Sie samt ihren Vätern haben bis auf diesen heutigen Tag wider
mich getan.
4. Aber die Kinder, zu welchen ich dich sende, haben harte Köpfe und
verstockte Herzen. Zu denen sollst du sagen: So spricht der HErr HErr!
5. Sie gehorchen oder lassen's. Es ist wohl ein ungehorsam Haus;
dennoch sollen sie wissen, daß ein Prophet unter ihnen ist.
6. Und du, Menschenkind, sollst dich vor ihnen nicht fürchten noch vor
ihren Worten fürchten. Es sind wohl widerspenstige und stachlige Dornen
bei dir, und du wohnest unter den Skorpionen; aber du sollst dich nicht
fürchten vor ihren Worten noch vor ihrem Angesicht dich entsetzen, ob
sie wohl ein ungehorsam Haus sind,
7. sondern du sollst ihnen mein Wort sagen, sie gehorchen oder
lassen's; denn es ist ein ungehorsam Volk.
8. Aber du, Menschenkind, höre du, was ich dir sage, und sei nicht
ungehorsam, wie das ungehorsame Haus ist. Tu deinen Mund auf und iß,
was ich dir geben werde.
9. Und ich sah, und siehe, da war eine Hand gegen mich ausgereckt, die
hatte einen zusammengelegten Brief.
10. Den breitete sie aus vor mir, und er war beschrieben auswendig und
inwendig; und stund drinnen geschrieben: Klage, Ach und Wehe.
Kap. 3. V.1. Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, iß, was vor dir
ist, nämlich diesen Brief, und gehe hin und predige dem Hause Israel!
2. Da tat ich meinen Mund auf, und er gab mir den Brief zu essen
3. und sprach zu mir: Du Menschenkind, du mußt diesen Brief, den ich
dir gebe, in deinen Leib essen und deinen Bauch damit füllen. Da aß ich
ihn, und er war in meinem Mund so süß als Honig.
4. Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, gehe hin zum Hause Israel
und predige ihnen mein Wort!
5. Denn ich sende dich ja nicht zum Volk, das eine fremde Rede und
unbekannte Sprache habe, sondern zum Hause Israel;
6. ja freilich nicht zu großen Völkern, die fremde Rede und unbekannte
Sprache haben, welcher Worte du nicht vernehmen könntest. Und wenn ich
dich gleich zu denselbigen sendete, würden sie dich doch gerne hören.
7. Aber das Haus Israel will dich nicht hören, denn sie wollen mich
selbst nicht hören, denn das ganze Haus Israel hat harte Stirnen und
verstockte Herzen.
8. Aber doch habe ich dein Angesicht hart gemacht gegen ihr Angesicht
und deine Stirn gegen ihre Stirn.
9. Ja, ich habe deine Stirn so hart als einen Demant, der härter ist
denn ein Fels, gemacht. Darum fürchte dich nicht, entsetze dich auch
nicht vor ihnen, daß sie so ein ungehorsam Haus sind.
10. Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, alle meine Worte, die ich
dir sage, die fasse mit Herzen und nimm sie zu Ohren.
11. Und gehe hin zu den Gefangenen deines Volks und predige ihnen und
sprich zu ihnen: So spricht der HErr HErr; sie hören's oder lassen's.
12. Und ein Wind hub mich auf, und ich hörete hinter mir ein Getön wie
eines großen Erdbebens: Gelobet sei die Herrlichkeit des HErrn an ihrem
Ort!
13. Und war ein Rauschen von den Flügeln der Tiere, die sich
aneinander küsseten, und auch das Rasseln der Räder, so hart bei ihnen
waren, und das Getön eines großen Erdbebens.
14. Da hub mich der Wind auf und führete mich weg. Und ich fuhr dahin
und erschrak sehr; aber des HErrn Hand hielt mich fest.
15. Und ich kam zu den Gefangenen, die am Wasser Chebar wohneten, da
die Mandeln stunden, im Monden Abib, und setzte mich zu ihnen, die da
saßen, und blieb daselbst unter ihnen sieben Tage ganz traurig.
16. Und da die sieben Tage um waren, geschah des HErrn Wort zu mir und
sprach:
17. Du Menschenkind, ich habe dich zum Wächter gesetzt über das Haus
Israel; du sollst aus meinem Munde das Wort hören und sie von
meinetwegen warnen.
18. Wenn ich dem Gottlosen sage: Du mußt des Todes sterben, und du
warnest ihn nicht und sagst es ihm nicht, damit sich der Gottlose vor
seinem gottlosen Wesen hüte, auf daß er lebendig bleibe, so wird der
Gottlose um seiner Sünde willen sterben, aber sein Blut will ich von
deiner Hand fordern.
19. Wo du aber den Gottlosen warnest, und er sich nicht bekehret von
seinem gottlosen Wesen und Wege, so wird er um seiner Sünde willen
sterben, aber du hast deine Seele errettet.
20. Und wenn sich ein Gerechter von seiner Gerechtigkeit wendet und
tut Böses, so werde ich ihn lassen anlaufen, daß er muß sterben. Denn
weil du ihn nicht gewarnet hast, wird er um seiner Sünde willen sterben
müssen, und seine Gerechtigkeit, die er getan hat, wird nicht angesehen
werden; aber sein Blut will ich von deiner Hand fordern.
21. Wo du aber den Gerechten warnest, daß er nicht sündigen soll, und
er sündiget auch nicht, so soll er leben, denn er hat sich warnen
lassen; und du hast deine Seele errettet.
22. Und daselbst kam des HErrn Hand über mich und sprach zu mir: Mache
dich auf und gehe hinaus ins Feld; da will ich mit dir reden.
23. Und ich machte mich auf und ging hinaus ins Feld; und siehe, da
stund die Herrlichkeit des HErrn daselbst, gleichwie ich sie am Wasser
Chebar gesehen hatte. Und ich fiel nieder auf mein Angesicht.
24. Und ich ward erquicket und trat auf meine Füße. Und er redete mit
mir und sprach zu mir: Gehe hin und verschleuß dich in deinem Hause.
25. Und du, Menschenkind, siehe, man wird dir Stricke anlegen und dich
damit binden, daß du ihnen nicht entgehen sollst.
26. Und ich will dir die Zunge an deinem Gaumen kleben lassen, daß du
erstummen sollst und nicht mehr sie strafen mögest; denn es ist ein
ungehorsam Haus.
27. Wenn ich aber mit dir reden werde, will ich dir den Mund auftun,
daß du zu ihnen sagen sollst: So spricht der HErr HErr! Wer es höret,
der höre es; wer es läßt, der lasse es; denn es ist ein ungehorsam Haus.
1. Und du, Menschenkind, nimm einen Ziegel, den lege vor dich und
entwirf darauf die Stadt Jerusalem.
2. Und mache eine Belagerung darum und baue ein Bollwerk darum und
grabe einen Schutt darum und mache ein Heer darum und stelle Böcke
rings um sie her.
3. Für dich aber nimm eine eiserne Pfanne, die laß eine eiserne Mauer
sein zwischen dir und der Stadt; und richte dein Angesicht gegen sie
und belagere sie. Das sei ein Zeichen dem Hause Israel.
4. Du sollst dich auch auf deine linke Seite legen und die Missetat
des Hauses Israel auf dieselbige legen; so viel Tage du darauf liegest,
so lange sollst du auch ihre Missetat tragen.
5. Ich will dir aber die Jahre ihrer Missetat zur Anzahl der Tage
machen, nämlich dreihundertundneunzig Tage; so lange sollst du die
Missetat des Hauses Israel tragen.
6. Und wenn du solches ausgerichtet hast, sollst du danach dich auf
deine rechte Seite legen und sollst tragen die Missetat des Hauses Juda
vierzig Tage lang, denn ich gebe dir hie auch je einen Tag für ein Jahr.
7. Und richte dein Angesicht und deinen bloßen Arm wider das belagerte
Jerusalem und weissage wider sie.
8. Und siehe, ich will dir Stricke anlegen, daß du dich nicht wenden
mögest von einer Seite zur andern, bis du die Tage deiner Belagerung
vollendet hast.
9. So nimm nun zu dir Weizen, Gerste, Bohnen, Linsen, Hirse und Spelt
und tu es alles in ein Faß und mache dir so viel Brote daraus, so viele
Tage du auf deiner Seite liegest, daß du dreihundertundneunzig Tage
daran zu essen habest,
10. also daß deine Speise, die du täglich essen mußt, sei zwanzig
Sekel schwer. Solches sollst du von einer Zeit zur andern essen.
11. Das Wasser sollst du auch nach dem Maß trinken, nämlich das
sechste Teil vom Hin; und sollst solches auch von einer Zeit zur andern
trinken.
12. Gerstenkuchen sollst du essen, die du vor ihren Augen mit
Menschenmist backen sollst.
13. Und der HErr sprach: Also müssen die Kinder Israel ihr unrein Brot
essen unter den Heiden, dahin ich sie verstoßen habe.
14. Ich aber sprach: Ach, HErr HErr, siehe, meine Seele ist noch nie
unrein worden; denn ich habe von meiner Jugend auf bis auf diese Zeit
kein Aas noch Zerrissenes gegessen, und ist nie kein unrein Fleisch in
meinen Mund kommen.
15. Er aber sprach zu mir: Siehe, ich will dir Kuhmist für
Menschenmist zulassen, damit du dein Brot machen sollst.
16. Und sprach zu mir: Du Menschenkind, siehe, ich will den Vorrat des
Brots zu Jerusalem wegnehmen, daß sie das Brot essen müssen nach dem
Gewicht und mit Kummer und das Wasser nach dem Maß mit Kummer trinken,
17. darum daß an Brot und Wasser mangeln wird, und einer mit dem
andern trauern und in ihrer Missetat verschmachten sollen.
1. Und du, Menschenkind, nimm ein Schwert, scharf wie ein Schermesser,
und fahre damit über dein Haupt und Bart und nimm eine Waage und teile
sie damit.
2. Das eine dritte Teil sollst du mit Feuer verbrennen mitten in der
Stadt, wenn die Tage der Belagerung um sind; das andere dritte Teil
nimm und schlage es mit dem Schwert ringsumher; das letzte dritte Teil
streue in den Wind, daß ich das Schwert hinter ihnen her ausziehe.
3. Nimm aber ein klein wenig davon und binde es in deinen Mantelzipfel.
4. Und nimm wiederum etliches davon und wirf's in ein Feuer und
verbrenne es mit Feuer; von dem soll ein Feuer auskommen über das ganze
Haus Israel.
5. So spricht der HErr HErr: Das ist Jerusalem, die ich unter die
Heiden gesetzt habe, und rings um sie her Länder.
6. Sie aber hat mein Gesetz verwandelt in gottlose Lehre mehr denn die
Heiden und meine Rechte mehr denn die Länder, so rings um sie her
liegen. Denn sie verwerfen mein Gesetz und wollen nicht nach meinen
Rechten leben.
7. Darum spricht der HErr HErr also: Weil ihr's mehr machet denn die
Heiden, so um euch her sind, und nach meinen Geboten nicht lebet und
nach meinen Rechten nicht tut, sondern nach der Heiden Weise tut, die
um euch her sind,
8. so spricht der HErr HErr also: Siehe, ich will auch an dich und
will Recht über dich gehen lassen, daß die Heiden zusehen sollen.
9. Und will also mit dir umgehen, als ich nie getan und hinfort nicht
tun werde, um aller deiner Greuel willen.
10. daß in dir die Väter ihre Kinder und die Kinder ihre Väter fressen
sollen; und will solch Recht über dich gehen lassen, daß alle deine
Übrigen sollen in alle Winde zerstreuet werden.
11. Darum, so wahr als ich lebe, spricht der HErr HErr, weil du mein
Heiligtum mit deinen allerlei Greueln und Götzen verunreiniget hast,
will ich dich auch zerschlagen, und mein Auge soll dein nicht schonen
und will nicht gnädig sein.
12. Es soll das dritte Teil von dir an der Pestilenz sterben und durch
Hunger alle werden, und das andere dritte Teil durchs Schwert fallen
rings um dich her, und das letzte dritte Teil will ich in alle Winde
zerstreuen und das Schwert hinter ihnen her ausziehen.
13. Also soll mein Zorn vollendet und mein Grimm über ihnen
ausgerichtet werden, daß ich meinen Mut kühle; und sie sollen erfahren,
daß ich, der HErr, in meinem Eifer geredet habe, wenn ich meinen Grimm
an ihnen ausgerichtet habe.
14. Ich will dich zur Wüste und zur Schmach setzen vor den Heiden, so
um dich her sind, vor den Augen aller, die vorübergehen.
15. Und sollst eine Schmach, Hohn, Exempel und Wunder sein allen
Heiden, die um dich her sind, wenn ich über dich das Recht gehen lasse
mit Zorn, Grimm und zornigem Schelten (das sage ich, der HErr),
16. und wenn ich böse Pfeile des Hungers unter sie schießen werde, die
da schädlich sein sollen, und ich sie ausschießen werde, euch zu
verderben, und den Hunger über euch immer größer werden lasse und den
Vorrat des Brots wegnehme.
17. Ja, Hunger und böse wilde Tiere will ich unter euch schicken, die
sollen euch ohne Kinder machen; und soll Pestilenz und Flut unter dir
umgehen, und will das Schwert über dich bringen. Ich, der HErr, habe es
gesagt.
1. Und des HErrn Wort geschah zu mir und sprach:
2. Du Menschenkind, kehre dein Angesicht wider die Berge Israels und
weissage wider sie
3. und sprich: Ihr Berge Israels, höret das Wort des HErrn HErrn! So
spricht der HErr HErr beide, zu den Bergen und Hügeln, beide, zu den
Bächen und Tälern: Siehe, ich will das Schwert über euch bringen und
eure Höhen umbringen,
4. daß eure Altäre verwüstet und eure Götzen zerbrochen sollen werden;
und will eure Leichname vor den Bildern totschlagen lassen.
5. Ja, ich will die Leichname der Kinder Israel vor euren Bildern
fällen und will eure Gebeine um eure Altäre her zerstreuen.
6. Wo ihr wohnet, da sollen die Städte wüste und die Höhen zur Einöde
werden. Denn man wird eure Altäre wüste und zur Einöde machen und eure
Götzen zerbrechen und zunichte machen und eure Bilder zerschlagen und
eure Stifte vertilgen,
7. und sollen Erschlagene unter euch daliegen, daß ihr erfahret, ich
sei der HErr.
8. Ich will aber etliche von euch überbleiben lassen, die dem Schwert
entgehen unter den Heiden, wenn ich euch in die Länder zerstreuet habe.
9. Dieselbigen eure Übrigen werden dann an mich gedenken unter den
Heiden, da sie gefangen sein müssen, wenn ich ihr hurisch Herz, so von
mir gewichen, und ihre hurischen Augen, so nach ihren Götzen gesehen,
zerschlagen habe; und wird sie gereuen die Bosheit, die sie durch
allerlei ihre Greuel begangen haben.
10. Und sollen erfahren, daß ich der HErr sei und nicht umsonst
geredet habe, solches Unglück ihnen zu tun.
11. So spricht der HErr HErr: Schlage deine Hände zusammen und
strampel mit deinen Füßen und sprich: Wehe über alle Greuel der Bosheit
im Hause Israels, darum sie durch Schwert, Hunger und Pestilenz fallen
müssen!
12. Wer ferne ist, wird an der Pestilenz sterben, und wer nahe ist,
wird durchs Schwert fallen; wer aber überbleibet und davor behütet ist,
wird Hungers sterben. Also will ich meinen Grimm unter ihnen vollenden,
13. daß ihr erfahren sollt, ich sei der HErr, wenn ihre Erschlagenen
unter ihren Götzen liegen werden um ihre Altäre her, oben auf allen
Hügeln und oben auf allen Bergen und unter allen grünen Bäumen und
unter allen dicken Eichen, an welchen Orten sie allerlei Götzen süßes
Räuchopfer taten.
14. Ich will meine Hand wider sie ausstrecken und das Land wüste und
öde machen, von der Wüste an bis gen Diblath, wo sie wohnen, und sollen
erfahren, daß ich der HErr sei.
1. Und des HErrn Wort geschah zu mir und sprach:
2. Du Menschenkind, so spricht der HErr HErr vom Lande Israel: Das
Ende kommt, das Ende über alle vier Örter des Landes.
3. Nun kommt das Ende über dich; denn ich will meinen Grimm über dich
senden und will dich richten, wie du verdienet hast, und will dir
geben, was allen deinen Greueln gebührt.
4. Mein Auge soll dein nicht schonen, noch übersehen, sondern ich will
dir geben, wie du verdienet hast und deine Greuel sollen unter dich
kommen, daß ihr erfahren sollt, ich sei der HErr.
5. So spricht der HErr HErr: Siehe, es kommt ein Unglück über das
andere!
6. Das Ende kommt, es kommt das Ende, es ist erwacht über dich; siehe,
es kommt!
7. Es gehet schon auf und bricht daher über dich, du Einwohner des
Landes; die Zeit kommt, der Tag des Jammers ist nahe, da kein Singen
auf den Bergen sein wird.
8. Nun will ich bald meinen Grimm über dich schütten und meinen Zorn
an dir vollenden; und will dich richten, wie du verdienet hast, und dir
geben, was deinen Greueln allen gebührt.
9. Mein Auge soll dein nicht schonen und will nicht gnädig sein,
sondern ich will dir geben, wie du verdienet hast, und deine Greuel
sollen unter dich kommen, daß ihr erfahren sollt, ich sei der HErr, der
euch schlägt.
10. Siehe, der Tag, siehe, er kommt daher, er bricht an! Die Rute
blühet, und der Stolze grünet.
11. Der Tyrann hat sich aufgemacht zur Rute über die Gottlosen, daß
nichts von ihnen, noch von ihrem Volk, noch von ihrem Haufen Trost
haben wird.
12. Darum kommt die Zeit, der Tag nahet herzu. Der Käufer freue sich
nicht, und der Verkäufer traure nicht; denn es kommt der Zorn über all
ihren Haufen.
13. Darum soll der Verkäufer zu seinem verkauften Gut nicht wieder
trachten; denn wer da lebet, der wird's haben. Denn die Weissagung über
all ihren Haufen wird nicht zurücckehren; keiner wird sein Leben
erhalten um seiner Missetat willen.
14. Laßt sie die Posaune nur blasen und alles zurüsten! Es wird doch
niemand in den Krieg ziehen; denn mein Grimm gehet über all ihren Haufen.
15. Auf den Gassen gehet das Schwert, in den Häusern gehet Pestilenz
und Hunger. Wer auf dem Felde ist, der wird vom Schwert sterben; wer
aber in der Stadt ist, den wird die Pestilenz und Hunger fressen.
16. Und welche unter ihnen entrinnen, die müssen auf den Gebirgen sein
und wie die Tauben in Gründen, die alle untereinander girren, ein
jeglicher um seiner Missetat willen.
17. Aller Hände werden dahinsinken und aller Kniee werden so ungewiß
stehen wie Wasser.
18. Und werden Säcke um sich gürten und mit Furcht überschüttet sein,
und aller Angesicht jämmerlich sehen, und aller Häupter werden kahl sein.
19. Sie werden ihr Silber hinauf auf die Gassen werfen und ihr Gold
als einen Unflat achten; denn ihr Silber und Gold wird sie nicht
erretten am Tage des Zorns des HErrn. Und werden doch ihre Seele davon
nicht sättigen noch ihren Bauch davon füllen; denn es ist ihnen gewesen
ein Ärgernis zu ihrer Missetat.
20. Sie haben aus ihren edlen Kleinoden, damit sie Hoffart trieben,
Bilder ihrer Greuel und Scheuel gemacht; darum will ich's ihnen zum
Unflat machen
21. und will's Fremden in die Hände geben, daß sie es rauben, und den
Gottlosen auf Erden zur Ausbeute, daß sie es entheiligen sollen.
22. Ich will mein Angesicht davon kehren, daß sie meinen Schatz jawohl
entheiligen; ja, Räuber sollen darüber kommen und es entheiligen.
23. Mache Ketten; denn das Land ist voll Blutschulden und die Stadt
voll Frevels.
24. So will ich die Ärgsten unter den Heiden kommen lassen, daß sie
sollen ihre Häuser einnehmen, und will der Gewaltigen Hoffart ein Ende
machen und ihre Kirchen entheiligen.
25. Der Ausrotter kommt; da werden sie Frieden suchen, und wird nicht
da sein.
26. Ein Unfall wird über den andern kommen, ein Gerücht über das
andere. So werden sie dann ein Gesicht bei den Propheten suchen; aber
es wird weder Gesetz bei den Priestern noch Rat bei den Alten mehr sein.
27. Der König wird betrübt sein, und die Fürsten werden traurig
gekleidet sein, und die Hände des Volks im Lande werden verzagt sein.
Ich will mit ihnen umgehen, wie sie gelebet haben, und will sie
richten, wie sie es verdienet haben, daß sie erfahren sollen, ich sei
der HErr.
1. Und es begab sich im sechsten Jahr, am fünften Tage des sechsten
Monden, daß ich saß in meinem Hause, und die Alten aus Juda saßen vor
mir; daselbst fiel die Hand des HErrn HErrn auf mich.
2. Und siehe, ich sah, daß von seinen Lenden herunterwärts war gleich
wie Feuer; aber oben über seinen Lenden war es lichthelle.
3. Und reckte aus gleichwie eine Hand und ergriff mich bei dem Haar
meines Haupts. Da führete mich ein Wind zwischen Himmel und Erde und
brachte mich gen Jerusalem in einem göttlichen Gesichte zu dem innern
Tor, das gegen Mitternacht stehet, da denn saß ein Bild zu Verdrieß dem
Hausherrn.
4. Und siehe, da war die Herrlichkeit des GOttes Israels, wie ich sie
zuvor gesehen hatte im Felde.
5. Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, hebe deine Augen auf gegen
Mitternacht! Und da ich meine Augen aufhub gegen Mitternacht, siehe, da
saß gegen Mitternacht das verdrießliche Bild am Tor des Altars, eben da
man hineingehet.
6. Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, siehest du auch, was diese
tun, nämlich große Greuel, die das Haus Israel hie tut, daß sie mich ja
ferne von meinem Heiligtum treiben? Aber du wirst noch mehr größere
Greuel sehen.
7. Und er führete mich zur Tür des Vorhofs; da sah ich, und siehe, da
war ein Loch in der Wand.
8. Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, grabe durch die Wand! Und da
ich durch die Wand grub, siehe, da war eine Tür.
9. Und er sprach zu mir: Gehe hinein und schaue die bösen Greuel, die
sie allhie tun.
10. Und da ich hineinkam und sah, siehe, da waren allerlei Bildnisse
der Würmer und Tiere, eitel Scheuel und allerlei Götzen des Hauses
Israel, allenthalben umher an der Wand gemacht,
11. vor welchen stunden siebenzig Männer aus den Ältesten des Hauses
Israel; und Jasanja, der Sohn Saphans, stund auch unter ihnen; und ein
jeglicher hatte sein Räuchwerk in der Hand. Und ging ein dicker Nebel
auf vom Räuchwerk.
12. Und er sprach zu mir: Menschenkind, siehest du, was die Ältesten
des Hauses Israel tun in der Finsternis, ein jeglicher in seiner
schönsten Kammer? Denn sie sagen: Der HErr siehet uns nicht, sondern
der HErr hat das Land verlassen.
13. Und er sprach zu mir: Du sollst noch mehr größere Greuel sehen,
die sie tun.
14. Und er führete mich hinein zum Tor an des HErrn Hause, das gegen
Mitternacht stehet; und siehe, daselbst saßen Weiber, die weineten über
den Thamus.
15. Und er sprach zu mir: Menschenkind, siehest du das? Aber du sollst
noch größere Greuel sehen, denn diese sind.
16. Und er führete mich in den innern Hof am Hause des HErrn; und
siehe, vor der Tür am Tempel des HErrn, zwischen der Halle und dem
Altar, da waren bei fünfundzwanzig Männer, die ihren Rücken gegen den
Tempel des HErrn und ihr Angesicht gegen den Morgen gekehret hatten,
und beteten gegen der Sonnen Aufgang.
17. Und er sprach zu mir: Menschenkind, siehest du das? Ist's dem
Hause Juda zu wenig, daß sie alle solche Greuel hie tun? so sie doch
sonst im ganzen Lande eitel Gewalt und Unrecht treiben und fahren zu
und reizen mich auch; und siehe, sie halten die Weinreben an die Nasen.
18. Darum will ich auch wider sie mit Grimm handeln, und mein Auge
soll ihrer nicht verschonen, und will nicht gnädig sein. Und wenn sie
gleich mit lauter Stimme vor meinen Ohren schreien, will ich sie doch
nicht hören.
1. Und er rief mit lauter Stimme vor meinen Ohren und sprach: Laßt
herzukommen die Heimsuchung der Stadt, und ein jeglicher habe eine
mördliche Waffe in seiner Hand.
2. Und siehe, es kamen sechs Männer auf dem Wege vom Obertor her, das
gegen Mitternacht stehet, und ein jeglicher hatte eine schädliche Waffe
in seiner Hand. Aber es war einer unter ihnen, der hatte Leinwand an
und ein Schreibzeug an seiner Seite. Und sie gingen hinein und traten
neben den ehernen Altar.
3. Und die Herrlichkeit des GOttes Israels erhub sich von dem Cherub,
über dem sie war, zu der Schwelle am Hause und rief dem, der die
Leinwand anhatte und das Schreibzeug an seiner Seite.
4. Und der HErr sprach zu ihm: Gehe durch die Stadt Jerusalem und
zeichne mit einem Zeichen an die Stirn die Leute, so da seufzen und
jammern über alle Greuel, so drinnen geschehen.
5. Zu jenen aber sprach er, daß ich's hörete: Gehet diesem nach durch
die Stadt und schlaget drein; eure Augen sollen nicht schonen noch
übersehen.
6. Erwürget beide, Alte, Jünglinge, Jungfrauen, Kinder und Weiber,
alles tot; aber die das Zeichen an sich haben, derer sollt ihr keinen
anrühren. Fanget aber an an meinem Heiligtum! Und sie fingen an an den
alten Leuten, so vor dem Hause waren.
7. Und er sprach zu ihnen: Verunreiniget das Haus und machet die
Vorhöfe voll toter Leichname; gehet heraus! Und sie gingen heraus und
schlugen in der Stadt.
8. Und da sie ausgeschlagen hatten, war ich noch übrig. Und ich fiel
auf mein Angesicht, schrie und sprach: Ach, HErr HErr, willst du denn
alle Übrigen in Israel verderben, daß du deinen Zorn so ausschüttest
über Jerusalem?
9. Und er sprach zu mir: Es ist die Missetat des Hauses Israel und
Juda allzusehr groß; es ist eitel Gewalt im Lande und Unrecht in der
Stadt. Denn sie sprechen: Der HErr hat das Land verlassen und der HErr
siehet uns nicht.
10. Darum soll mein Auge auch nicht schonen, will auch nicht gnädig
sein, sondern ich will ihr Tun auf ihren Kopf werfen.
11. Und siehe, der Mann, der die Leinwand anhatte und das Schreibzeug
an seiner Seite, antwortete und sprach: Ich habe getan, wie du mir
geboten hast.
1. Und ich sah, und siehe, am Himmel über dem Haupt der Cherubim war
es gestaltet wie ein Saphir, und über denselbigen war es gleich
anzusehen wie ein Thron.
2. Und er sprach zu dem Manne in Leinwand: Gehe hinein zwischen die
Räder unter den Cherub und fasse die Hände voll glühender Kohlen, so
zwischen den Cherubim sind, und streue sie über die Stadt. Und er ging
hinein, daß ich's sah, da derselbige hineinging.
3. Die Cherubim aber stunden zur Rechten am Hause, und der Vorhof ward
inwendig voll Nebels.
4. Und die Herrlichkeit des HErrn er hub sich von dem Cherub zur
Schwelle am Hause; und das Haus ward voll Nebels und der Vorhof voll
Glanzes von der Herrlichkeit des HErrn.
5. Und man hörete die Flügel der Cherubim rauschen bis heraus vor den
Vorhof, wie eine Stimme des allmächtigen GOttes, wenn er redet.
6. Und da er dem Manne in Leinwand geboten hatte und gesagt: Nimm
Feuer zwischen den Rädern unter den Cherubim, ging derselbige hinein
und trat neben das Rad.
7. Und der Cherub streckte seine Hand heraus zwischen den Cherubim zum
Feuer, das zwischen den Cherubim war, nahm davon und gab's dem Manne in
Leinwand in die Hände; der empfing's und ging hinaus.
8. Und erschien an den Cherubim gleichwie eines Menschen Hand unter
ihren Flügeln.
9. Und ich sah, und siehe, vier Räder stunden bei den Cherubim, bei
einem jeglichen Cherub ein Rad; und die Räder waren anzusehen gleichwie
ein Türkis.
10. Und waren alle vier eins wie das andere, als wäre ein Rad im andern.
11. Wenn sie gehen sollten, so konnten sie in alle ihre vier Örter
gehen und durften sich nicht herumlenken, wenn sie gingen, sondern
wohin das erste ging, da gingen sie hinnach, und durften sich nicht
herumlenken,
12. samt ihrem ganzen Leibe, Rücken, Händen und Flügeln. Und die Räder
waren voll Augen um und um an allen vier Rädern.
13. Und es rief zu den Rädern: Galgal! daß ich's hörete.
14. Ein jegliches hatte vier Angesichte. Das erste Angesicht war ein
Cherub, das andere ein Mensch, das dritte ein Löwe, das vierte ein Adler.
15. Und die Cherubim schwebten empor. Es ist eben das Tier, das ich
sah am Wasser Chebar.
16. Wenn die Cherubim gingen, so gingen die Räder auch neben ihnen;
und wenn die Cherubim ihre Flügel schwangen, daß sie sich von der Erde
erhuben, so lenkten sich die Räder auch nicht von ihnen.
17. Wenn jene stunden, so stunden diese auch; erhuben sie sich, so
erhuben sich diese auch: denn es war ein lebendiger Wind in ihnen.
18. Und die Herrlichkeit des HErrn ging wieder aus von der Schwelle am
Hause und stellete sich über die Cherubim.
19. Da schwangen die Cherubim ihre Flügel und erhuben sich von der
Erde vor meinen Augen; und da sie ausgingen, gingen die Räder neben
ihnen. Und sie traten in das Tor am Hause des HErrn gegen Morgen, und
die Herrlichkeit des GOttes Israels war oben über ihnen.
20. Das ist das Tier, das ich unter dem GOtt Israels sah am Wasser
Chebar, und merkte, daß es Cherubim wären,
21. da ein jegliches vier Angesichte hatte und vier Flügel und unter
den Flügeln gleichwie Menschenhände.
22. Es waren ihre Angesichte gestaltet, wie ich sie am Wasser Chebar
sah, und gingen stracks vor sich.
1. Und mich hub ein Wind auf und brachte mich zum Tor am Hause des
HErrn, das gegen Morgen stehet; und siehe, unter dem Tor waren
fünfundzwanzig Männer. Und ich sah unter ihnen Jasanja, den Sohn
Assurs, und Platja, den Sohn Benajas, die Fürsten im Volk.
2. Und er sprach zu mir: Menschenkind diese Leute haben unselige
Gedanken und schädliche Ratschläge in dieser Stadt.
3. Denn sie sprechen: Es ist nicht so nahe, laßt uns nur Häuser bauen;
sie ist der Topf, so sind wir das Fleisch.
4. Darum sollst du, Menschenkind, wider sie weissagen.
5. Und der Geist des HErrn fiel auf mich und sprach zu mir: Sprich: So
sagt der HErr: Ihr habt also geredet, ihr vom Hause Israel; und eures
Geistes Gedanken kenne ich wohl.
6. Ihr habt viele erschlagen in dieser Stadt, und ihre Gassen liegen
voller Toten.
7. Darum spricht der HErr HErr also: Die ihr drinnen getötet habt, die
sind das Fleisch, und sie ist der Topf; aber ihr müsset hinaus.
8. Das Schwert, das ihr fürchtet, das will ich über euch kommen
lassen, spricht der HErr HErr.
9. Ich will euch von dannen herausstoßen und den Fremden in die Hand
geben und will euch euer Recht tun.
10. Ihr sollt durchs Schwert fallen, in den Grenzen Israels will ich
euch richten; und sollt erfahren, daß ich der HErr bin.
11. Die Stadt aber soll nicht euer Topf sein, noch ihr das Fleisch
drinnen, sondern in den Grenzen Israels will ich euch richten;
12. Und sollt erfahren, daß ich der HErr bin; denn ihr habt nach
meinen Geboten nicht gewandelt und meine Rechte nicht gehalten, sondern
getan nach der Heiden Weise, die um euch her sind.
13. Und da ich so weissagte, starb Platja, der Sohn Benajas. Da fiel
ich auf mein Angesicht und schrie mit lauter Stimme und sprach: Ach,
HErr HErr, du wirst's mit den Übrigen Israels gar ausmachen!
14. Da geschah des HErrn Wort zu mir und sprach:
15. Du Menschenkind, deine Brüder und nahen Freunde und das ganze Haus
Israel, so noch zu Jerusalem wohnen, sprechen wohl untereinander; jene
sind vom HErrn ferne weggeflohen, aber wir haben das Land inne.
16. Darum sprich du: So spricht der HErr HErr: Ja, ich habe sie ferne
weg unter die Heiden lassen treiben und in die Länder zerstreuet; doch
will ich bald ihr Heiland sein in den Ländern, dahin sie kommen sind.
17. Darum sprich: So sagt der HErr HErr: Ich will euch sammeln aus den
Völkern und will euch sammeln aus den Ländern, dahin ihr zerstreuet
seid, und will euch das Land Israel geben.
18. Da sollen sie kommen und alle Scheuel und Greuel daraus wegtun.
19. Ich will euch ein einträchtig Herz geben und einen neuen Geist in
euch geben; und will das steinerne Herz wegnehmen aus eurem Leibe und
ein fleischern Herz geben,
20. auf daß sie in meinen Sitten wandeln und meine Rechte halten und
danach tun. Und sie sollen mein Volk sein, so will ich ihr GOtt sein.
21. Denen aber, so nach ihres Herzens Scheueln und Greueln wandeln,
will ich ihr Tun auf ihren Kopf werfen, spricht der HErr HErr.
22. Da schwangen die Cherubim ihre Flügel, und die Räder gingen neben
ihnen, und die Herrlichkeit des GOttes Israels war oben über ihnen.
23. Und die Herrlichkeit des HErrn erhub sich aus der Stadt und
stellete sich auf den Berg, der gegen Morgen vor der Stadt liegt.
24. Und ein Wind hub mich auf und brachte mich im Gesicht und im Geist
GOttes nach Chaldäa zu den Gefangenen. Und das Gesicht, so ich gesehen
hatte, verschwand vor mir.
25. Und ich sagte den Gefangenen alle Worte des HErrn, die er mir
gezeiget hatte.
1. Und des HErrn Wort geschah zu mir und sprach:
2. Du Menschenkind, du wohnest unter einem ungehorsamen Hause, welches
hat wohl Augen, daß sie sehen könnten, und wollen nicht sehen, Ohren,
daß sie hören könnten, und wollen nicht hören, sondern es ist ein
ungehorsam Haus.
3. Darum, du Menschenkind, nimm dein Wandergerät und zeuch am lichten
Tage davon vor ihren Augen. Von deinem Ort sollst du ziehen an einen
andern Ort vor ihren Augen, ob sie vielleicht merken wollten, daß sie
ein ungehorsam Haus sind.
4. Und sollst dein Gerät heraustun, wie Wandergerät, bei lichtem Tage
vor ihren Augen; und du sollst ausziehen des Abends vor ihren Augen,
gleichwie man auszieht, wenn man wandern will.
5. Und du sollst durch die Wand brechen vor ihren Augen und daselbst
durch ausziehen.
6. Und du sollst es auf deine Schulter nehmen vor ihren Augen und,
wenn es dunkel worden ist, heraustragen; dein Angesicht sollst du
verhüllen, daß du das Land nicht sehest. Denn ich habe dich dem Hause
Israel zum Wunderzeichen gesetzt.
7. Und ich tat, wie mir befohlen war, und trug mein Gerät heraus, wie
Wandergerät, bei lichtem Tage; und am Abend brach ich mit der Hand
durch die Wand; und da es dunkel worden war, nahm ich's auf die
Schulter und trug's heraus vor ihren Augen.
8. Und frühmorgens geschah des HErrn Wort zu mir und sprach:
9. Menschenkind, hat das Haus Israel, das ungehorsame Haus, nicht zu
dir gesagt: Was machst du?
10. So sprich zu ihnen: So spricht der HErr HErr: Diese Last betrifft
den Fürsten zu Jerusalem und das ganze Haus Israel, das drinnen ist.
11. Sprich: Ich bin euer Wunderzeichen; wie ich getan habe, also soll
euch geschehen, daß ihr wandern müsset und gefangen geführet werden.
12. Ihr Fürst wird auf der Schulter tragen im Dunkel und muß ausziehen
durch die Wand, so sie brechen werden, daß sie dadurch ausziehen; sein
Angesicht wird verhüllet werden, daß er mit keinem Auge das Land sehe.
13. Ich will auch mein Netz über ihn werfen, daß er in meiner Jagd
gefangen werde, und will ihn gen Babel bringen, in der Chaldäer Land,
das er doch nicht sehen wird, und soll daselbst sterben.
14. Und alle, die um ihn her sind, seine Gehilfen und all seinen
Anhang will ich unter alle Winde zerstreuen und das Schwert hinter
ihnen her ausziehen.
15. Also sollen sie erfahren, daß ich der HErr sei, wenn ich sie unter
die Heiden verstoße und in die Länder zerstreue.
16. Aber ich will ihrer etliche wenige überbleiben lassen vor dem
Schwert, Hunger und Pestilenz; die sollen jener Greuel erzählen unter
den Heiden, dahin sie kommen werden, und sollen erfahren, daß ich der
HErr sei.
17. Und des HErrn Wort geschah zu mir und sprach:
18. Du Menschenkind, du sollst dein Brot essen mit Beben und dein
Wasser trinken mit Zittern und Sorgen.
19. Und sprich zum Volk im Lande: So spricht der HErr HErr von den
Einwohnern zu Jerusalem im Lande Israel: Sie müssen ihr Brot essen in
Sorgen und ihr Wasser trinken im Elend; denn das Land soll wüst werden
von allem, das drinnen ist, um des Frevels willen aller Einwohner.
20. Und die Städte, so wohl bewohnet sind, sollen verwüstet und das
Land öde werden. Also sollt ihr erfahren, daß ich der HErr sei.
21. Und des HErrn Wort geschah zu mir und sprach:
22. Du Menschenkind, was habt ihr für ein Sprichwort im Lande Israel
und sprechet: Weil sich's so lange verzeucht, so wird nun fort nichts
aus der Weissagung?
23. Darum sprich zu ihnen: So spricht der HErr HErr: Ich will das
Sprichwort aufheben, daß man es nicht mehr führen soll in Israel. Und
rede zu ihnen: Die Zeit ist nahe und alles, was geweissaget ist.
24. Denn ihr sollt nun fort inne werden, daß kein Gesicht fehlen und
keine Weissagung lügen wird wider das Haus Israel.
25. Denn ich bin der HErr; was ich rede, das soll geschehen und nicht
länger verzogen werden, sondern bei eurer Zeit, ihr ungehorsames Haus,
will ich tun, was ich rede, spricht der HErr HErr.
26. Und des HErrn Wort geschah zu mir und sprach:
27. Du Menschenkind, siehe, das Haus Israel spricht: Das Gesicht, das
dieser siehet, da ist noch lange hin, und weissaget auf die Zeit, so
noch ferne ist.
28. Darum sprich zu ihnen: So spricht der HErr HErr: Was ich rede,
soll nicht länger verzögen werden, sondern soll geschehen, spricht der
HErr HErr.
1. Und des HErrn Wort geschah zu mir und sprach:
2. Du Menschenkind, weissage wider die Propheten Israels und sprich zu
denen, so aus ihrem eigenen Herzen weissagen: Höret des HErrn Wort!
3. So spricht der HErr HErr: Wehe den tollen Propheten, die ihrem
eigenen Geist folgen und haben doch nicht Gesichte!
4. O Israel, deine Propheten sind wie die Füchse in den Wüsten!
5. Sie treten nicht vor die Lücken und machen sich nicht zur Hürde um
das Haus Israel und stehen nicht im Streit am Tage des HErrn.
6. Ihr Gesicht ist nichts, und ihr Weissagen ist eitel Lügen. Sie
sprechen: Der HErr hat's gesagt, so sie doch der HErr nicht gesandt
hat, und mühen sich, daß sie ihre Dinge erhalten.
7. Ist's nicht also, daß euer Gesicht ist nichts, und euer Weissagen
ist eitel Lügen? Und sprechet doch: Der HErr hat's geredet, so ich's
doch nicht geredet habe.
8. Darum spricht der HErr HErr also: Weil ihr das prediget, da nichts
aus wird, und Lügen weissaget, so will ich an euch, spricht der HErr
HErr.
9. Und meine Hand soll kommen über die Propheten, so das predigen, da
nichts aus wird, und Lügen weissagen. Sie sollen in der Versammlung
meines Volks nicht sein und in die Zahl des Hauses Israel nicht
geschrieben werden noch ins Land Israel kommen; und ihr sollt erfahren,
daß ich der HErr HErr bin,
10. darum daß sie mein Volk verführen und sagen: Friede! so doch kein
Friede ist. Das Volk bauet die Wand, so tünchen sie dieselbe mit losem
Kalk.
11. Sprich zu den Tünchern, die mit losem Kalk tünchen, daß es
abfallen wird; denn es wird ein Platzregen kommen, und werden große
Hagel fallen, die es fällen, und ein Windwirbel wird es zerreißen.
12. Siehe, so wird die Wand einfallen. Was gilt's, dann wird man zu
euch sagen: Wo ist nun, das Getünchte, das ihr getüncht habt?
13. So spricht der HErr HErr: Ich will einen Windwirbel reißen lassen
in meinem Grimm und einen Platzregen in meinem Zorn und große
Hagelsteine im Grimm, die sollen es alles umstoßen.
14. Also will ich die Wand umwerfen, die ihr mit losem Kalk getüncht
habt, und will sie zu Boden stoßen, daß man ihren Grund sehen soll, daß
sie da liege; und ihr sollt drinnen auch umkommen und er fahren, daß
ich der HErr sei,
15. Also will ich meinen Grimm vollenden an der Wand und an denen, die
sie mit losem Kalk tünchen und zu euch sagen: Hie ist weder Wand noch
Tüncher.
16. Das sind die Propheten Israels, die Jerusalem weissagen und
predigen von Friede, so doch kein Friede ist, spricht der HErr HErr.
17. Und, du Menschenkind, richte dein Angesicht wider die Töchter in
deinem Volk, welche weissagen aus ihrem Herzen, und weissage wider sie
18. und sprich: So spricht der HErr HErr: Wehe euch, die ihr Kissen
machet den Leuten unter die Arme und Pfühle zu den Häupten, beide,
Jungen und Alten, die Seelen zu fahen! Wenn ihr nun die Seelen gefangen
habt unter meinem Volk, verheißet ihr denselbigen das Leben
19. und entheiliget mich in meinem Volk um einer Hand voll Gerste und
Bissen Brots willen, damit daß ihr die Seelen zum Tode verurteilet, die
doch nicht sollten sterben, und urteilet die zum Leben; die doch nicht
leben sollten, durch eure Lügen unter meinem Volk, welches gerne Lügen
höret.
20. Darum spricht der HErr HErr: Siehe, ich will an eure Kissen, damit
ihr die Seelen fahet und vertröstet, und will sie von euren Armen
wegreißen und die Seelen, so ihr fahet und vertröstet, losmachen.
21. Und will eure Pfühle zerreißen und mein Volk aus eurer Hand
erretten, daß ihr sie nicht mehr fahen sollt; und sollt erfahren, daß
ich der HErr sei,
22. darum daß ihr das Herz der Gerechten fälschlich betrübet, die ich
nicht betrübet habe, und habt gestärket die Hände der Gottlosen, daß
sie sich von ihrem bösen Wesen nicht bekehren, damit sie lebendig
möchten bleiben.
23. Darum sollt ihr nicht mehr unnütze Lehre predigen noch weissagen,
sondern ich will mein Volk aus euren Händen erretten, und ihr sollt
erfahren, daß ich der HErr bin.
1. Und es kamen etliche von den Ältesten Israels zu mir und setzten
sich vor nur.
2. Da geschah des HErrn Wort zu mir und sprach:
3. Menschenkind, diese Leute hangen mit ihrem Herzen an ihren Götzen
und halten ob dem Ärgernis ihrer Missetat. Sollt ich denn ihnen
antworten, wenn sie mich fragen?
4. Darum rede mit ihnen und sage zu ihnen: So spricht der HErr HErr:
Welcher Mensch vom Hause Israel mit dem Herzen an seinen Götzen hanget
und hält ob dem Ärgernis seiner Missetat und kommt zum Propheten, so
will ich, der HErr, demselbigen antworten, wie er verdienet hat mit
seiner großen Abgötterei,
5. auf daß das Haus Israel betrogen werde in ihrem Herzen, darum daß
sie alle von mir gewichen sind durch Abgötterei.
6. Darum sollst du zum Hause Israel sagen: So spricht der HErr HErr:
Kehret und wendet euch von eurer Abgötterei und wendet euer Angesicht
von allen euren Greueln!
7. Denn welcher Mensch vom Hause Israel oder Fremdling, so in Israel
wohnet, von mir weichet und mit seinem Herzen an seinen Götzen hanget
und ob dem Ärgernis seiner Abgötterei hält und zum Propheten kommt, daß
er durch ihn mich frage, dem will ich, der HErr, selbst antworten.
8. Und will mein Angesicht wider denselbigen setzen, daß sie sollen
wüst und zum Zeichen und Sprichwort werden; und will sie aus meinem
Volk rotten, daß ihr erfahren sollt, ich sei der HErr.
9. Wo aber ein betrogener Prophet etwas redet, den will ich, der HErr,
wiederum lassen betrogen werden und will meine Hand über ihn
ausstrecken und ihn aus meinem Volk Israel rotten.
10. Also sollen sie beide ihre Missetat tragen; wie die Missetat des
Fragers, also soll auch sein die Missetat des Propheten,
11. auf daß sie nicht mehr das Haus Israel verführen von mir und sich
nicht mehr verunreinigen in allerlei ihrer Übertretung, sondern sie
sollen mein Volk sein, und ich will ihr GOtt sein, spricht der HErr HErr.
12. Und des HErrn Wort geschah zu mir und sprach:
13. Du Menschenkind, wenn ein Land an mir sündiget und dazu mich
verschmähet, so will ich meine Hand über das selbe ausstrecken und den
Vorrat des Brots wegnehmen und will Teurung hineinschicken, daß ich
beide, Menschen und Vieh, drinnen ausrotte.
14. Und wenn dann gleich die drei Männer, Noah, Daniel und Hiob,
drinnen wären, so würden sie allein ihre eigene Seele erretten durch
ihre Gerechtigkeit, spricht der HErr HErr.
15. Und wenn ich böse Tiere in das Land bringen würde, die die Leute
aufräumeten und dasselbige verwüsteten, daß niemand drinnen wandeln
könnte vor den Tieren,
16. und diese drei Männer wären auch drinnen: so wahr ich lebe,
spricht der HErr HErr, sie würden weder Söhne noch Töchter erretten,
sondern allein sich selbst, und das Land müßte öde werden.
17. Oder wo ich das Schwert kommen ließe über das Land und spräche:
Schwert, fahre durchs Land und würde also beide, Menschen und Vieh,
ausrotten,
18. und die drei Männer wären drinnen: so wahr ich lebe, spricht der
HErr HErr, sie würden weder Söhne noch Töchter erretten, sondern sie
allein würden errettet sein.
19. Oder so ich Pestilenz in das Land schicken und meinen Grimm über
dasselbige ausschütten würde und Blut stürzen, also daß ich beide,
Menschen und Vieh, ausrottete,
20. und Noah, Daniel und Hiob wären drinnen: so wahr ich lebe, spricht
der HErr HErr, würden sie weder Söhne noch Töchter, sondern allein ihre
eigene Seele durch ihre Gerechtigkeit erretten.
21. Denn so spricht der HErr HErr: So ich meine vier bösen Strafen,
als Schwert, Hunger, böse Tiere und Pestilenz, über Jerusalem schicken
würde, daß ich drinnen ausrottete beide, Menschen und Vieh,
22. siehe, so sollen etliche Übrige drinnen davonkommen, die Söhne und
Töchter herausbringen werden, und zu euch anherkommen, daß ihr sehen
werdet, wie es ihnen gehet, und euch trösten über dem Unglück, das ich
über Jerusalem habe kommen lassen, samt allem andern, das ich über sie
habe kommen lassen.
23. Sie werden euer Trost sein, wenn ihr sehen werdet, wie es ihnen
gehet, und werdet erfahren; daß ich nicht ohne Ursache getan habe, was
ich drinnen getan habe, spricht der HErr HErr.
1. Und des HErrn Wort geschah zu mir und sprach:
2. Du Menschenkind, was ist das Holz vom Weinstock vor anderm Holz
oder eine Rebe vor anderm Holz im Walde?
3. Nimmt man es auch und macht etwas daraus? Oder macht man auch einen
Nagel daraus, daran man etwas möge hängen?
4. Siehe, man wirft es ins Feuer, daß es verzehret wird, daß seine
beiden Orte das Feuer verzehret und sein Mittelstes verbrennet. Wozu
sollt es nun taugen? Taugt es denn auch zu etwas?
5. Siehe, da es noch ganz war, konnte man nichts daraus machen;
wieviel weniger kann nun fort mehr etwas daraus gemacht werden, so es
das Feuer verzehret und verbrannt hat?
6. Darum spricht der HErr HErr: Gleichwie ich das Holz vom Weinstock
vor anderm Holz im Walde dem Feuer zu verzehren gebe, also will ich mit
den Einwohnern zu Jerusalem auch umgehen
7. und will mein Angesicht wider sie setzen, daß sie dem Feuer nicht
entgehen sollen, sondern das Feuer soll sie fressen. Und ihr sollt es
erfahren, daß ich der HErr bin, wenn ich mein Angesicht wider sie setze
8. und das Land wüste mache, darum daß sie mich verschmähen, spricht
der HErr HErr.
1. Und des HErrn Wort geschah zu mir und sprach:
2. Du Menschenkind, offenbare der Stadt Jerusalem ihre Greuel und
sprich:
3. So spricht der HErr HErr zu Jerusalem: Dein Geschlecht und deine
Geburt ist aus der Kanaaniter Lande, dein Vater aus den Amoritern und
deine Mutter aus den Hethitern.
4. Deine Geburt ist also gewesen: Dein Nabel, da du geboren wurdest,
ist nicht verschnitten; so hat man dich auch mit Wasser nicht gebadet,
daß du sauber würdest, noch mit Salz gerieben, noch in Windeln gewickelt.
5. Denn niemand jammerte dein, daß er sich über dich hätte erbarmet
und der Stücke eins dir erzeiget, sondern du wurdest aufs Feld
geworfen. Also verachtet war deine Seele, da du geboren warest.
6. Ich aber ging vor dir über und sah dich in deinem Blut liegen und
sprach zu dir, da du so in deinem Blut lagest: Du sollst leben! Ja, zu
dir sprach ich, da du so in deinem Blut lagest: Du sollst leben!
7. Und habe dich erzogen und lassen groß werden wie ein Gewächs auf
dem Felde; und warest nun gewachsen und groß und schön worden. Deine
Brüste waren gewachsen und hattest schon lange Haare gekriegt; aber du
warest noch bloß und beschamet.
8. Und ich ging vor dir über und sah dich an; und siehe, es war die
Zeit, um dich zu werben. Da breitete ich meinen Geren über dich und
bedeckte deine Scham. Und ich gelobte dir's und begab mich mit dir in
einen Bund, spricht der HErr HErr, daß du solltest mein sein.
9. Und ich badete dich mit Wasser und wusch dich von deinem Blut und
salbete dich mit Balsam
10. und kleidete dich mit gestickten Kleidern und zog dir sämische
Schuhe an; ich gab dir feine leinene Kleider und seidene Schleier
11. und zierte dich mit Kleinoden und legte Geschmeide an deine Anne
und Kettlein an deinen Hals
12. und gab dir Haarband an deine Stirn und Ohrringe an deine Ohren
und eine schöne Krone auf dein Haupt.
13. Summa, du warest geziert mit eitel Gold und Silber und gekleidet
mit eitel Leinwand, Seiden und Gesticktem. Du aßest auch eitel Semmel,
Honig und Öl und warest überaus schön und bekamest das Königreich.
14. Und dein Ruhm erscholl unter die Heiden deiner Schöne halben,
welche ganz vollkommen war durch den Schmuck, so ich an dich gehänget
hatte, spricht der HErr HErr.
15. Aber du verließest dich auf deine Schöne; und weil du so gerühmet
warest, triebest du Hurerei, also daß du dich einem jeglichen, wer
vorüberging, gemein machtest und tatest seinen Willen.
16. Und nahmest von deinen Kleidern und machtest dir bunte Altäre
daraus und triebest deine Hurerei darauf, als nie geschehen ist noch
geschehen wird
17. Du nahmest auch dein schön Gerät, das ich dir von meinem Gold und
Silber gegeben hatte, und machtest dir Mannsbilder daraus und triebest
deine Hurerei mit denselben.
18. Und nahmest deine gestickten Kleider und bedecktest sie damit; und
mein Öl und Räuchwerk legtest du ihnen vor.
19. Meine Speise, die ich dir zu essen gab, Semmel, Öl, Honig, legtest
du ihnen vor zum süßen Geruch. Ja, es kam dahin, spricht der HErr HErr,
20. daß du nahmest deine Söhne und Töchter, die du mir gezeuget
hattest, und opfertest sie denselben zu fressen. Meinest du denn, daß
ein Geringes sei um deine Hurerei,
21. daß du mir meine Kinder schlachtest und lässest sie denselben
verbrennen?
22. Noch hast du in allen deinen Greueln und Hurerei nie gedacht an
die Zeit deiner Jugend, wie bloß und nackend du warest und in deinem
Blut lagest.
23. Über alle diese deine Bosheit (ach, wehe, wehe dir!), spricht der
HErr HErr,
24. bauetest du dir Bergkirchen und machtest dir Bergaltäre auf allen
Gassen.
25. Und vornean auf allen Straßen bauetest du deine Bergaltäre und
machtest deine Schöne zu eitel Greuel. Du gretetest mit deinen Beinen
gegen alle, so vorübergingen, und triebest große Hurerei.
26. Erstlich triebest du Hurerei mit den Kindern Ägyptens, deinen
Nachbarn, die groß Fleisch hatten, und triebest große Hurerei, mich zu
reizen.
27. Ich aber streckte meine Hand aus wider dich und steuerte solcher
deiner Weise und übergab dich in den Willen deiner Feinde, den Töchtern
der Philister, welche sich schämten vor deinem verruchten Wesen.
28. Danach triebest du Hurerei mit den Kindern Assur und konntest des
nicht satt werden; ja, da du mit ihnen Hurerei getrieben hattest, und
des nicht satt werden konntest,
29. machtest du der Hurerei noch mehr im Lande Kanaan bis, nach
Chaldäa; noch konntest du damit auch nicht satt werden.
30. Wie soll ich dir doch dein Herz beschneiden, spricht der HErr
HErr, weil du solche Werke tust einer großen Erzhure,
31. damit daß du deine Bergkirchen bauetest vornean auf allen Straßen
und deine Altäre machtest auf allen Gassen? Dazu warest du nicht wie
eine andere Hure, die man muß mit Geld kaufen,
32. noch wie die Ehebrecherin, die anstatt ihres Mannes andere zuläßt.
33. Denn allen andern Huren gibt man Geld; du aber gibst allen deinen
Buhlern Geld zu und schenkest ihnen, daß sie zu dir kommen allenthalben
und mit dir Hurerei treiben.
34. Und findet sich an dir das Widerspiel vor andern Weibern mit
deiner Hurerei, weil man dir nicht nachläuft, sondern du Geld zugibst
und man dir nicht Geld zugibt. Also treibest du das Widerspiel.
35. Darum, du Hure, höre des HErrn Wort!
36. So spricht der HErr HErr: Weil du denn so milde Geld zugibst und
deine Scham durch deine Hurerei gegen deine Buhlen entblößest und gegen
alle Götzen deiner Greuel und vergeußest das Blut deiner Kinder, welche
du ihnen opferst,
37. darum, siehe, will ich sammeln alle deine Buhlen, mit welchen du
Wollust getrieben hast, samt allen, die du für Freunde hieltest, zu
deinen Feinden; und will sie beide wider dich sammeln allenthalben und
will ihnen deine Scham blößen, daß sie deine Scham gar sehen sollen.
38. Und will das Recht der Ehebrecherinnen und Blutvergießerinnen über
dich gehen lassen und will dein Blut stürzen mit Grimm und Eifer.
39. Und will dich in ihre Hände geben, daß sie deine Bergkirchen
abbrechen und deine Bergaltäre umreißen und dir deine Kleider ausziehen
und dein schön Gerät dir nehmen und dich nackend und bloß sitzen lassen.
40. Und sollen Haufen Leute über dich bringen, die dich steinigen und
mit ihren Schwertern zerhauen
41. und deine Häuser mit Feuer verbrennen und dir dein Recht tun vor
den Augen vieler Weiber. Also will ich deiner Hurerei ein Ende machen,
daß du nicht mehr sollst Geld noch zugeben.
42. Und will meinen Mut an dir kühlen und meinen Eifer an dir
sättigen, daß ich ruhe und nicht mehr zürnen dürfe.
43. Darum daß du nicht gedacht hast an die Zeit deiner Jugend, sondern
mich mit diesem allem gereizet, darum will ich auch dir all dein Tun
auf den Kopf legen, spricht der HErr HErr; wiewohl ich damit nicht
getan habe nach dem Laster in deinen Greueln.
44. Siehe, alle die, so Sprichwort pflegen zu üben, werden von dir
dies Sprichwort sagen: Die Tochter ist wie die Mutter.
45. Du bist deiner Mutter Tochter, welche ihren Mann und Kinder
verstößt, und bist eine Schwester deiner Schwestern, die ihre Männer
und Kinder verstoßen. Eure Mutter ist eine von den Hethitern und euer
Vater ein Amoriter.
46. Samaria ist deine große Schwester mit ihren Töchtern, die dir zur
Linken wohnet, und Sodom ist deine kleine Schwester mit ihren Töchtern,
die zu deiner Rechten wohnet;
47. wiewohl du dennoch nicht gelebet hast nach ihrem Wesen noch getan
nach ihren Greueln. Es fehlet nicht weit, daß du es ärger gemacht hast
denn sie in all deinem Wesen.
48. So wahr ich lebe, spricht der HErr HErr, Sodom, deine Schwester,
samt ihren Töchtern hat nicht so getan wie du und deine Töchter.
49. Siehe, das war deiner Schwester Sodom Missetat: Hoffart und alles
vollauf und guter Friede, den sie und ihre Töchter hatten; aber dem
Armen und Dürftigen halfen sie nicht,
50. sondern waren stolz und taten Greuel vor mir; darum ich sie auch
weggetan habe, da ich begann dareinzusehen.
51. So hat auch Samaria nicht die Hälfte deiner Sünden getan, sondern
du hast deiner Greuel so viel mehr über sie getan, daß du deine
Schwester gleich fromm gemacht hast gegen alle deine Greuel, die du
getan hast.
52. So trage auch nun deine Schande, die du deine Schwester fromm
machst durch deine Sünden, in welchen du größere Greuel denn sie getan
hast, und machst sie frömmer, denn du bist. So sei nun auch du schamrot
und trage deine Schande, daß du deine Schwester fromm gemacht hast.
53. Ich will aber ihr Gefängnis wenden, nämlich das Gefängnis dieser
Sodom und ihrer Töchter und das Gefängnis dieser Samaria und ihrer
Töchter und die Gefangenen deines jetzigen Gefängnisses samt ihnen,
54. daß du tragen müssest deine Schande und Hohn für alles, das du
getan hast, und dennoch ihr getröstet werdet.
55. Und deine Schwester, diese Sodom und ihre Töchter sollen bekehret
werden, wie sie vor gewesen sind, und Samaria und ihre Töchter sollen
bekehret werden, wie sie vor gewesen sind, dazu du auch und deine
Töchter sollet bekehret werden, wie ihr vor gewesen seid.
56. Und wirst nicht mehr dieselbige Sodom, deine Schwester, rühmen wie
zur Zeit deines Hochmuts,
57. da deine Bosheit noch nicht entdeckt war, als zur Zeit, da dich
die Töchter Syriens und die Töchter der Philister allenthalben
schändeten und verachteten dich um und um,
58. da ihr mußtet eure Laster und Greuel tragen, spricht der HErr HErr.
59. Denn also spricht der HErr HErr: Ich will dir tun, wie du getan
hast, daß du den Eid verachtest und brichst den Bund.
60. Ich will aber gedenken an meinen Bund, den ich mit dir gemacht
habe zur Zeit deiner Jugend, und will mit dir einen ewigen Bund
aufrichten.
61. Da wirst du an deine Wege gedenken und dich schämen, wenn du deine
großen und kleinen Schwestern zu dir nehmen wirst, die ich dir zu
Töchtern geben werde, aber nicht aus deinem Bunde,
62. sondern will meinen Bund mit dir aufrichten, daß du erfahren
sollst, daß ich der HErr sei,
63. auf daß du daran gedenkest und dich schämest und vor Schanden
nicht mehr deinen Mund auftun dürfest, wenn ich dir alles vergeben
werde, was du getan hast, spricht der HErr HErr.
1. Und des HErrn Wort geschah zu mir und sprach:
2. Du Menschenkind, lege dem Hause Israel ein Rätsel vor und ein
Gleichnis
3. und sprich: So spricht der HErr HErr: Ein großer Adler mit großen
Flügeln und langen Fittichen und voll Federn, die bunt waren, kam auf
Libanon und nahm den Wipfel Von der Zeder
4. und brach das oberste Reis ab und führete es ins Krämerland und
setzte es in die Kaufmannsstadt.
5. Er nahm auch Samen aus demselbigen Lande und säete ihn in
dasselbige gute Land, da viel Wassers ist, und setzte es lose hin.
6. Und es wuchs und ward ein ausgebreiteter Weinstock und niedriges
Stammes; denn seine Reben bogen sich zu ihm, und seine Wurzeln waren
unter ihm; und war also ein Weinstock, der Reben kriegte und Zweige.
7. Und da war ein, anderer großer Adler mit großen Flügeln und vielen
Federn; und siehe, der Weinstock hatte Verlangen an seinen Wurzeln zu
diesem Adler und streckte, seine Reben aus gegen ihn, daß er gewässert
würde vom Platz seiner Pflanzen.
8. Und war doch auf einem guten Boden an viel Wasser gepflanzet, daß
er wohl hätte können Zweige bringen, Frucht tragen und ein herrlicher
Weinstock werden.
9. So sprich nun: Also sagt der HErr HErr: Sollte der geraten? Ja, man
wird seine Wurzel ausrotten und seine Frucht abreißen, und wird
verdorren, daß all seines Gewächses Blätter verdorren werden, und wird
nicht geschehen durch großen Arm noch viel Volks, auf daß man ihn von
seinen Wurzeln wegführe.
10. Siehe, er ist zwar gepflanzet, aber sollt er geraten? Ja, sobald
ihn der Ostwind rühren wird, wird er verdorren auf dem Platz seines
Gewächses.
11. Und des HErrn Wort geschah zu mir und sprach:
12. Lieber, sprich zu dem ungehorsamen Hause: Wisset ihr nicht, was
das ist? Und sprich: Siehe, es kam der König zu Babel gen Jerusalem und
nahm ihren König und ihre Fürsten und führete sie weg zu sich gen Babel
13. und nahm von dem königlichen Samen und machte einen Bund mit ihm
und nahm einen Eid von ihm; aber die Gewaltigen im Lande nahm er weg,
14. damit das Königreich demütig bliebe und sich nicht erhübe, auf daß
sein Bund gehalten würde und bestünde.
15. Aber derselbe (Same) fiel von ihm ab und sandte seine Botschaft
nach Ägypten, daß man ihm Rosse und viel Volks schicken sollte. Sollt
es dem geraten? Sollt er davonkommen, der solches tut? Und sollte der,
so den Bund bricht, davonkommen?
16. So wahr ich lebe, spricht der HErr HErr, an dem Ort des Königs,
der ihn zum Könige gesetzt hat, welches Eid er verachtet, und welches
Bund er gebrochen hat, da soll er sterben, nämlich zu Babel.
17. Auch wird ihm Pharao nicht beistehen im Kriege mit großem Heer und
viel Volks, wenn man die Schütte aufwerfen wird und die Bollwerke
bauen, daß viel Leute umgebracht werden.
18. Denn weil er den Eid verachtet und den Bund gebrochen hat, darauf
er seine Hand gegeben hat, und solches alles tut, wird er nicht
davonkommen.
19. Darum spricht der HErr HErr also: So wahr als ich lebe, so will
ich meinen Eid, den er verachtet hat, und meinen Bund, den er gebrochen
hat, auf seinen Kopf bringen.
20. Denn ich will mein Netz über ihn werfen, und muß in meiner Jagd
gefangen werden; und will ihn gen Babel bringen und will daselbst mit
ihm rechten über dem, daß er sich also an mir vergriffen hat.
21. Und alle seine Flüchtigen, die ihm anhingen, sollen durchs Schwert
fallen, und ihre Übrigen sollen in alle Winde zerstreuet werden, und
sollt es erfahren, daß ich's, der HErr, geredet habe.
22. So spricht der HErr HErr: Ich will auch von dem Wipfel des hohen
Zedernbaums nehmen und oben von seinen Zweigen ein zartes Reis brechen
und will's auf einen hohen gehäuften Berg pflanzen,
23. nämlich auf den hohen Berg Israel will ich's pflanzen, daß es
Zweige gewinne und Früchte bringe und ein herrlicher. Zedernbaum werde,
also daß allerlei Vögel unter ihm wohnen und allerlei Fliegendes unter
dem Schatten seiner Zweige bleiben möge.
24. Und sollen alle Feldbäume erfahren, daß ich, der HErr, den hohen
Baum geniedriget und den niedrigen Baum erhöhet habe und den grünen
Baum ausgedorret und den dürren Baum grünend gemacht habe. Ich, der
HErr, rede es und tue es auch.
1. Und des HErrn Wort geschah zu mir und sprach:
2. Was treibet ihr unter euch im Lande Israel dies Sprichwort und
sprechet: Die Väter haben Herlinge gegessen, aber den Kindern sind die
Zähne davon stumpf worden?
3. So wahr als ich lebe, spricht der HErr HErr, solch Sprichwort soll
nicht mehr unter euch gehen in Israel.
4. Denn siehe, alle Seelen sind mein; des Vaters Seele ist sowohl mein
als des Sohnes Seele. Welche Seele sündiget, die soll sterben.
5. Wenn nun einer fromm ist, der recht und wohl tut;
6. der auf den Bergen nicht isset; der seine Augen nicht aufhebet zu
den Götzen des Hauses Israel und seines Nächsten Weib nicht befleckt
und liegt nicht bei der Frau in ihrer Krankheit;
7. der niemand beschädiget; der dem Schuldner sein Pfand wiedergibt;
der niemand etwas mit Gewalt nimmt; der dem Hungrigen sein Brot
mitteilet und den Nackenden kleidet;
8. der nicht wuchert; der niemand übersetzet; der seine Hand vom
Unrechten kehret; der zwischen den Leuten recht urteilet;
9. der nach meinen Rechten wandelt und meine Gebote hält, daß er
ernstlich danach tue: das ist ein frommer Mann; der soll das Leben
haben, spricht der HErr HErr.
10. Wenn er aber einen Sohn zeuget, und derselbige wird ein Mörder,
der Blut vergeußt oder dieser Stücke eins tut
11. und der andern Stücke keins nicht tut, sondern isset auf den
Bergen und beflecket seines Nächsten Weib,
12. beschädiget die Armen und Elenden, mit Gewalt etwas nimmt, das
Pfand nicht wiedergibt, seine Augen zu den Götzen aufhebet, damit er
einen Greuel begehet,
13. gibt auf Wucher, übersetzt: sollte der leben? Er soll nicht leben,
sondern weil er solche Greuel alle getan hat, soll er des Todes
sterben; sein Blut soll auf ihm sein.
14. Wo er aber einen Sohn zeuget, der alle solche Sünde siehet, so
sein Vater tut, und sich fürchtet und nicht also tut:
15. isset nicht auf den Bergen, hebet seine Augen nicht auf zu den
Götzen des Hauses Israel, beflecket nicht seines Nächsten Weib,
16. beschädiget niemand, behält das Pfand nicht, nicht mit Gewalt
etwas nimmt, teilet sein Brot mit dem Hungrigen und kleidet den
Nackenden;
17. der seine Hand vom Unrechten kehret, keinen Wucher noch Übersatz
nimmt, sondern meine Gebote hält und nach meinen Rechten lebet: der
soll nicht sterben um seines Vaters Missetat willen, sondern leben.
18. Aber sein Vater, der Gewalt und Unrecht geübet und unter seinem
Volk getan hat, das nicht taugt, siehe, derselbige soll sterben um
seiner Missetat willen.
19. So sprechet ihr: Warum soll denn ein Sohn nicht tragen seines
Vaters Missetat? Darum, daß er recht und wohl getan und alle meine
Rechte gehalten und getan hat, soll er leben.
20. Denn welche Seele sündiget, die soll sterben. Der Sohn soll nicht
tragen die Missetat des Vaters, und der Vater soll nicht tragen die
Missetat des Sohnes, sondern des Gerechten Gerechtigkeit soll über ihm
sein, und des Ungerechten Ungerechtigkeit soll über ihm sein.
21. Wo sich aber der Gottlose bekehret von allen seinen Sünden, die er
getan hat, und hält alle meine Rechte und tut recht und wohl, so soll
er leben und nicht sterben.
22. Es soll aller seiner Übertretung, so er begangen hat, nicht
gedacht werden, sondern soll leben um der Gerechtigkeit willen, die er
tut.
23. Meinest du, daß ich Gefallen habe am Tode des Gottlosen, spricht
der HErr HErr, und nicht vielmehr, daß er sich bekehre von seinem Wesen
und lebe?
24. Und wo sich der Gerechte kehret von seiner Gerechtigkeit und tut
Böses und lebet nach allen Greueln, die ein Gottloser tut, sollte der
leben? Ja, aller seiner Gerechtigkeit, die er getan hat, soll nicht
gedacht werden, sondern in seiner Übertretung und Sünden, die er getan
hat, soll er sterben.
25. Noch sprechet ihr: Der HErr handelt nicht recht. So höret nun, ihr
vom Hause Israel: Ist's nicht also, daß ich recht habe und ihr unrecht
habt?
26. Denn wenn der Gerechte sich kehret von seiner Gerechtigkeit und
tut Böses, so muß er sterben; er muß aber um seiner Bosheit willen, die
er getan hat, sterben.
27. Wiederum, wenn sich der Gottlose kehret von seiner
Ungerechtigkeit, die er getan hat, und tut nun recht und wohl, der wird
seine Seele lebendig behalten.
28. Denn weil er siehet und bekehret sich von aller seiner Bosheit,
die er getan hat, so soll er leben und nicht sterben.
29. Noch sprechen die vom Hause Israel: Der HErr handelt nicht recht.
Sollt ich unrecht haben? Ihr vom Hause Israel habt unrecht.
30. Darum will ich euch richten, ihr vom Hause Israel, einen jeglichen
nach seinem Wesen, spricht der HErr HErr. Darum so bekehret euch von
aller eurer Übertretung, auf daß ihr nicht fallen müsset um der
Missetat willen.
31. Werfet von euch alle eure Übertretung, damit ihr übertreten habt,
und machet euch ein neu Herz und neuen Geist. Denn warum willst du also
sterben, du Haus Israel?
32. Denn ich habe keinen Gefallen am Tode des Sterbenden, spricht der
HErr HErr. Darum bekehret euch, so werdet ihr leben!
1. Du aber mache eine Wehklage über die Fürsten Israels
2. und sprich: Warum liegt deine Mutter, die Löwin, unter den Löwinnen
und erzeucht ihre Jungen unter den jungen Löwen?
3. Derselbigen eins zog sie auf, und ward ein junger Löwe daraus; der
gewöhnte sich, die Leute zu reißen und fressen.
4. Da das die Heiden von ihm höreten, fingen sie ihn in ihren Gruben
und führeten ihn an Ketten nach Ägyptenland.
5. Da nun die Mutter sah, daß ihre Hoffnung verloren war, da sie lange
gehoffet hatte, nahm sie ein anderes aus ihren Jungen und machte einen
jungen Löwen daraus.
6. Da der unter den Löwinnen wandelte, ward er ein junger Löwe; der
gewohnte auch, die Leute zu reißen und fressen.
7. Er lernte ihre Witwen kennen und verwüstete ihre Städte, daß das
Land, und was drinnen ist, vor der Stimme seines Brüllens sich entsetzte.
8. Da legten sich die Heiden aus allen Ländern ringsumher und warfen
ein Netz über ihn und fingen ihn in ihren Gruben
9. und stießen ihn gebunden in ein Gatter und führeten ihn zum Könige
zu Babel; und man ließ ihn verwahren, daß seine Stimme nicht mehr
gehöret würde auf den Bergen Israels.
10. Deine Mutter war wie ein Weinstock, gleichwie du, am Wasser
gepflanzet, und ihre Frucht und Reben wuchsen von dem großen Wasser,
11. daß seine Reben so stark wurden, daß sie zu Herrenzeptern gut
waren, und ward hoch unter den Reben. Und da man sah, daß er so hoch
und viel Reben hatte,
12. ward er im Grimm zu Boden gerissen und verworfen; der Ostwind
verdorrete seine Frucht, und seine starken Reben wurden zerbrochen, daß
sie verdorreten und verbrannt wurden.
13. Nun aber ist sie gepflanzet in der Wüste, in einem dürren,
durstigen Lande,
14. und ist ein Feuer ausgegangen von ihren starken Reben, das
verzehret ihre Frucht, daß in ihr keine starke Rebe mehr ist zu eines
Herrn Zepter. Das ist ein kläglich und jämmerlich Ding.
1. Und es begab sich im siebenten Jahr, am zehnten Tage des fünften
Monden, kamen etliche aus den Ältesten Israels, den HErrn zu fragen,
und setzten sich vor mir nieder.
2. Da geschah des HErrn Wort zu mir und sprach:
3. Du Menschenkind, sage den Ältesten Israels und sprich zu ihnen: So
spricht der HErr HErr: Seid ihr kommen, mich zu fragen? So wahr ich
lebe, ich will von euch ungefragt sein, spricht der HErr HErr.
4. Aber willst du sie strafen, du Menschenkind, so magst du sie also
strafen. Zeige ihnen an die Greuel ihrer Väter
5. und sprich zu ihnen: So spricht der HErr HErr: Zu der Zeit, da ich
Israel erwählete, erhub ich meine Hand zu dem Samen des Hauses Jakob
und gab mich ihnen zu erkennen in Ägyptenland. Ja, ich erhub meine Hand
zu ihnen und sprach: Ich bin der HErr, euer GOtt.
6. Ich erhub aber zur selbigen Zeit meine Hand, daß ich sie führete
aus Ägyptenland in ein Land, das ich ihnen versehen hatte, das mit
Milch und Honig fleußt, ein edel Land vor allen Ländern,
7. und sprach zu ihnen: Ein jeglicher werfe weg die Greuel vor seinen
Augen und verunreiniget euch nicht an den Götzen Ägyptens; denn ich bin
der HErr, euer GOtt.
8. Sie aber waren mir ungehorsam und wollten mir nicht gehorchen, und
warf ihrer keiner weg die Greuel vor seinen Augen und verließen die
Götzen Ägyptens nicht. Da dachte ich meinen Grimm über sie
auszuschütten und allen meinen Zorn über sie gehen zu lassen noch in
Ägyptenland.
9. Aber ich ließ es um meines Namens willen, daß er nicht entheiliget
würde vor den Heiden, unter denen sie waren, und vor denen ich mich
ihnen hatte zu erkennen gegeben, daß ich sie aus Ägyptenland führen
wollte.
10. Und da ich sie aus Ägyptenland geführet hatte und in die Wüste
gebracht,
11. gab ich ihnen meine Gebote und lehrete sie meine Rechte, durch
welche lebet der Mensch, der sie hält.
12. Ich gab ihnen auch meine Sabbate zum Zeichen zwischen mir und
ihnen damit sie lerneten, daß ich der HErr sei, der sie heiliget.
13. Aber das Haus Israel war mir ungehorsam auch in der Wüste und
lebten nicht nach meinen Geboten und verachteten meine Rechte, durch
welche der Mensch lebet, der sie hält, und entheiligten meine Sabbate
sehr. Da gedachte ich meinen Grimm über sie auszuschütten in der Wüste
und sie gar umzubringen.
14. Aber ich ließ es um meines Namens willen, auf daß er nicht
entheiliget würde vor den Heiden, vor welchen ich sie hatte ausgeführet.
15. Und hub auch meine Hand auf wider sie in der Wüste, daß ich sie
nicht wollte bringen in das Land, so ich ihnen gegeben hatte, das mit
Milch und Honig fleußt, ein edel Land vor allen Ländern,
16. darum daß sie meine Rechte verachtet und nach meinen Geboten nicht
gelebet und meine Sabbate entheiliget hatten; denn sie wandelten nach
den Götzen ihres Herzens.
17. Aber mein Auge verschonete ihrer, daß ich sie nicht verderbete
noch gar umbrächte in der Wüste.
18. Und ich sprach zu ihren Kindern in der Wüste: Ihr sollt nach eurer
Väter Geboten nicht leben und ihre Rechte nicht halten und an ihren
Götzen euch nicht verunreinigen.
19. Denn ich hin der HErr, euer GOtt; nach meinen Geboten sollt ihr
leben und meine Rechte sollt ihr halten und danach tun
20. und meine Sabbate sollt ihr heiligen, daß sie seien ein Zeichen
zwischen mir und euch, damit ihr wisset, daß ich der HErr, euer GOtt,
bin.
21. Aber die Kinder waren mir auch ungehorsam, lebten nach meinen
Geboten nicht, hielten auch meine Rechte nicht, daß sie danach täten,
durch welche der Mensch lebet, der sie hält, und entheiligten meine
Sabbate. Da gedachte ich meinen Grimm über sie auszuschütten und all
meinen Zorn über sie gehen zu lassen in der Wüste.
22. Ich wandte aber meine Hand und ließ es um meines Namens willen,
auf daß er nicht entheiliget würde vor den Heiden, vor welchen ich sie
hatte ausgeführet.
23. Ich hub auch meine Hand auf wider sie in der Wüste, daß ich sie
zerstreuete unter die Heiden und zerstäubete in die Länder,
24. darum daß sie meine Gebote nicht gehalten und meine Rechte
verachtet und meine Sabbate entheiliget hatten und nach den Götzen
ihrer Väter sahen.
25. Darum übergab ich sie in die Lehre, so nicht gut ist, und in
Rechte, darin sie kein Leben konnten haben,
26. und verwarf sie mit ihrem Opfer, da sie alle Erstgeburt durchs
Feuer verbrannten, damit ich sie verstörte und sie lernen mußten, daß
ich der HErr sei.
27. Darum rede, du Menschenkind, mit dem Hause Israel und sprich zu
ihnen: So spricht der HErr HErr: Eure Väter haben mich noch weiter
gelästert und getrotzet.
28. Denn da ich sie in das Land gebracht hatte, über welches ich meine
Hand aufgehoben hatte, daß ich's ihnen gäbe: wo sie einen hohen Hügel
oder dicken Baum ersahen, daselbst opferten sie ihre Opfer und brachten
dahin ihre feindseligen Gaben und räucherten daselbst ihren süßen
Geruch und gossen daselbst ihre Trankopfer.
29. Ich aber sprach zu ihnen: Was soll doch die Höhe, dahin ihr gehet?
Und also heißt sie bis auf diesen Tag die Höhe.
30. Darum sprich zum Hause Israel: So spricht der HErr HErr: Ihr
verunreiniget euch in dem Wesen eurer Väter und treibet Hurerei mit
ihren Greueln
31. und verunreiniget euch an euren Götzen, welchen ihr eure Gaben
opfert und eure Söhne und Töchter durchs Feuer verbrennet, bis auf den
heutigen Tag; und ich sollte mich euch vom. Hause Israel fragen lassen?
So wahr ich lebe, spricht der HErr HErr, ich will von euch ungefragt
sein!
32. Dazu, daß ihr gedenket, wir wollen tun wie die Heiden und, wie
andere Leute in Ländern, Holz und Stein anbeten, das soll euch fehlen!
33. So wahr ich lebe, spricht der HErr HErr, ich will über euch
herrschen mit starker Hand und ausgestrecktem Arm und mit
ausgeschüttetem Grimm;
34. und will euch aus den Völkern führen und aus den Ländern, dahin
ihr verstreuet seid, sammeln mit starker Hand, mit ausgestrecktem Arm
und mit ausgeschüttetem Grimm;
35. und will euch bringen in die Wüste der Völker und daselbst mit
euch rechten von Angesicht zu Angesicht.
36. Wie ich mit euren Vätern in der Wüste bei Ägypten gerechtet habe,
ebenso will ich auch mit euch rechten, spricht der HErr HErr.
37. Ich will euch wohl unter die Rute bringen und euch in die Bande
des Bundes zwingen.
38. Und will die Abtrünnigen, und so wider mich übertreten, unter euch
ausfegen; ja, aus dem Lande, da ihr jetzt wohnet, will ich sie führen
und ins Land Israel nicht kommen lassen, daß ihr lernen sollt, ich sei
der HErr.
39. Darum, ihr vom Hause Israel, so spricht der HErr HErr: Weil ihr
denn mir ja nicht wollt gehorchen, so fahret hin und diene ein
jeglicher seinem Götzen; aber meinen heiligen Namen laßt hinfort
ungeschändet mit euren Opfern und Götzen!
40. Denn so spricht der HErr HErr: Auf meinem heiligen Berge, auf dem
hohen Berge Israel, daselbst wird mir das ganze Haus Israel und alle,
die im Lande sind, dienen; daselbst werden sie mir angenehm sein, und
daselbst will ich eure Hebopfer und Erstlinge eurer Opfer fordern mit
allem, das ihr mir heiliget.
41. Ihr werdet mir angenehm sein mit dem süßen Geruch, wenn ich euch
aus den Völkern bringen und aus den Ländern sammeln werde, dahin ihr
verstreuet seid, und werde in euch geheiliget werden vor den Heiden.
42. Und ihr werdet erfahren, daß ich der HErr bin, wenn ich euch ins
Land Israel gebracht habe, in das Land, darüber ich meine Hand aufhub,
daß ich's euren Vätern gäbe.
43. Daselbst werdet ihr gedenken an euer Wesen und an all euer Tun,
darinnen ihr verunreiniget seid, und werdet Mißfallen haben über alle
eure Bosheit, die ihr getan habt,
44. und werdet erfahren, daß ich der HErr bin, wenn ich mit euch tue
um meines Namens willen und nicht nach eurem bösen Wesen und
schädlichem Tun, du Haus Israel, spricht der HErr HErr.
45. Und des HErrn Wort geschah zu mir und sprach:
46. Du Menschenkind, richte dein Angesicht gegen den Südwind zu und
träufe gegen den Mittag und weissage wider den Wald im Felde gegen
Mittag.
47. Und sprich zum Walde gegen Mittag: Höre des HErrn Wort! So spricht
der HErr HErr: Siehe, ich will in dir ein Feuer anzünden, das soll
beide, grüne und dürre Bäume, verzehren, daß man seine Flamme nicht
wird löschen können, sondern es soll verbrannt werden alles, was vom
Mittage gegen Mitternacht stehet.
48. Und alles Fleisch soll sehen, daß ich, der HErr, es angezündet
habe und niemand löschen möge.
49. Und ich sprach: Ach, HErr HErr, sie sagen von mir: Dieser redet
eitel verdeckte Worte.
Kap. 21. V.1. Und des HErrn Wort geschah zu mir und sprach:
2. Du Menschenkind, richte dein Angesicht wider Jerusalem und träufe
wider die Heiligtümer und weissage wider das Land Israel
3. und sprich zum Lande Israel: So spricht der HErr HErr: Siehe, ich
will an dich; ich will mein Schwert aus der Scheide ziehen und will in
dir ausrotten beide, Gerechte und Ungerechte.
4. Weil ich denn in dir beide, Gerechte und Ungerechte, ausrotte, so
wird mein Schwert aus der Scheide fahren über alles Fleisch vom Mittage
her bis gen Mitternacht.
5. Und soll alles Fleisch erfahrern, daß ich, der HErr, mein Schwert
hab aus seiner Scheide gezogen; und soll nicht wieder eingesteckt werden.
6. Und du, Menschenkind, sollst seufzen, bis dir die Lenden weh tun;
ja, bitterlich sollst du seufzen, daß sie es sehen.
7. Und wenn sie zu dir sagen werden: Warum seufzest du? sollst du
sagen: Um des Geschreies willen, das da kommt, vor welchem alle Herzen
verzagen und alle Hände sinken, aller Mut fallen, und alle Kniee wie
Wasser gehen werden. Siehe, es kommt und wird geschehen, spricht der
HErr HErr.
8. Und des HErrn Wort geschah zu mir und sprach:
9. Du Menschenkind, weissage und sprich: So spricht der HErr: Sprich:
Das Schwert, ja, das Schwert ist geschärft und gefegt.
10. Es ist geschärft, daß es schlachten soll; es ist gefegt, daß es
blinken soll. O wie froh wollten wir sein, wenn er gleich alle Bäume zu
Ruten machte über die bösen Kinder!
11. Aber er hat ein Schwert zu fegen gegeben, daß man es fassen soll;
es ist geschärft und gefegt, daß man's dem Totschläger in die Hand gebe.
12. Schreie und heule, du Menschenkind; denn es gehet über mein Volk
und über alle Regenten in Israel, die zum Schwert samt meinem Volk
versammelt sind. Darum schlage auf deine Lenden:
13. Denn er hat sie oft gezüchtiget; was hat's geholfen? Es will der
bösen Kinder Rute nicht helfen, spricht der HErr HErr.
14. Und du, Menschenkind, weissage und schlage deine Hände zusammen.
Denn das Schwert wird zwiefach, ja dreifach kommen, ein Würgeschwert,
ein Schwert großer Schlacht, das sie auch treffen wird in den Kammern,
da sie hinfliehen.
15. Ich will das Schwert lassen klingen, daß die Herzen verzagen und
viele fallen sollen an allen ihren Toren. Ach, wie glänzet es und hauet
daher zur Schlacht!
16. Und sprechen: Haue drein, beide, zur Rechten und Linken, was vor
dir ist!
17. Da will ich dann mit meinen Händen darob frohlocken und meinen
Zorn gehen lassen. Ich, der HErr, hab es gesagt.
18. Und des HErrn Wort geschah zu mir und sprach:
19. Du Menschenkind, mache zween Wege, durch welche kommen soll das
Schwert des Königs zu Babel; sie sollen aber alle beide aus einem Lande
gehen.
20. Und stelle ein Zeichen vorne an den Weg zur Stadt, dahin es weisen
soll; und mache den Weg, daß das Schwert komme gen Rabbath der Kinder
Ammon und nach Juda, zu der festen Stadt Jerusalem.
21. Denn der König zu Babel wird sich an die Wegscheide stellen, vorne
an den zween Wegen, daß er ihm wahrsagen lasse, mit den Pfeilen um das
Los schieße, seinen Abgott frage und schaue die Leber an.
22. Und die Wahrsagung wird auf die rechte Seite gen Jerusalem deuten,
daß er solle Böcke hinanführen lassen und Löcher machen und mit großem
Geschrei sie überfalle und morde, und daß er Böcke führen solle wider
die Tore und da Wall schütte und Bollwerk baue.
23. Aber es wird sie solch Wahrsagen falsch dünken, er schwöre, wie
teuer er will. Er aber wird denken an die Missetat, daß er sie gewinne.
24. Darum spricht der HErr HErr also: Darum daß euer gedacht wird um
eurer Missetat und euer Ungehorsam offenbart ist, daß man eure Sünde
siehet in all eurem Tun, ja darum daß euer gedacht wird, werdet ihr mit
Gewalt gefangen werden.
25. Und du, Fürst in Israel, der du verdammt und verurteilet bist, des
Tag daherkommen wird, wenn die Missetat zum Ende kommen ist,
26. so spricht der HErr HErr: Tu weg den Hut und heb ab die Krone!
Denn es wird weder der Hut noch die Krone bleiben, sondern der sich
erhöhet hat, soll geniedriget werden, und der sich niedriget, soll
erhöhet werden.
27. Ich will die Krone zunichte, zunichte, zunichte machen, bis der
komme, der sie haben soll; dem will ich sie geben.
28. Und du, Menschenkind, weissage und sprich: So spricht der HErr
HErr von den Kindern Ammon und von ihrer Schmach und sprich: Das
Schwert, das Schwert ist gezückt, daß es schlachten soll; es ist
gefegt, daß es würgen soll, und soll blinken,
29. darum daß du falsche Gesichte dir sagen lässest und Lügen
weissagen, damit du auch übergeben werdest unter den erschlagenen
Gottlosen, welchen ihr Tag kam, da die Missetat zum Ende kommen war.
30. Und ob es schon wieder in die Scheide gesteckt würde, so will ich
dich doch richten an dem Ort, da du geschaffen, und im Lande, da du
geboren bist.
31. Und will meinen Zorn über dich schütten, ich will das Feuer meines
Grimms über dich aufblasen und will dich Leuten, die brennen und
verderben können, überantworten.
32. Du mußt dem Feuer zur Speise werden, und dein Blut muß im Lande
vergossen werden; und man wird dein nicht mehr gedenken. Denn ich, der
HErr, hab es geredet.
1. Und des HErrn Wort geschah zu mir und sprach:
2. Du Menschenkind, willst du nicht strafen die mörderische Stadt und
ihr anzeigen alle ihre Greuel?
3. Sprich: So spricht der HErr HErr: O Stadt, die du der Deinen Blut
vergeußest, auf daß deine Zeit komme, und die du Götzen bei dir machst,
damit du dich verunreinigest!
4. Du verschuldest dich an dem Blut, das Du vergeußest, und
verunreinigest dich an den Götzen, die du machst; damit bringest du
deine Tage herzu und machst, daß deine Jahre kommen müssen. Darum will
ich dich zum Spott unter den Heiden und zum Hohn in allen Ländern machen.
5. Beide, in der Nähe und in der Ferne, sollen sie dein spotten, daß
du ein schändlich Gerücht haben und großen Jammer leiden müssest.
6. Siehe die Fürsten in Israel! Ein jeglicher ist mächtig bei dir,
Blut zu vergießen.
7. Vater und Mutter verachten sie; den Fremdlingen tun sie Gewalt und
Unrecht; die Witwen und Waisen schinden sie.
8. Du verachtest meine Heiligtümer und entheiligest meine Sabbate.
9. Verräter sind in dir, auf daß sie Blut vergießen. Sie essen auf den
Bergen und handeln mutwilliglich in dir;
10. sie blößen die Scham der Väter und nötigen die Weiber in ihrer
Krankheit
11. und treiben untereinander, Freund mit Freundes Weibe, Greuel; sie
schänden ihre eigene Schnur mit allem Mutwillen; sie notzüchtigen ihre
eigenen Schwestern, ihres Vaters Töchter;
12. sie nehmen Geschenke, auf daß sie Blut vergießen; sie wuchern und
übersetzen einander und treiben ihren Geiz wider ihren Nächsten und tun
einander Gewalt und vergessen mein also, spricht der HErr HErr.
13. Siehe, ich schlage meine Hände zusammen über den Geiz, den du
treibest, und über das Blut, so in dir vergossen ist.
14. Meinest du aber, dein Herz möge es erleiden oder deine Hände
ertragen zu der Zeit, wenn ich's mit dir machen werde? Ich, der HErr,
hab es geredet und will's auch tun
15. und will dich zerstreuen unter die Heiden und dich verstoßen in
die Länder und will deines Unflats ein Ende machen,
16. daß du bei den Heiden mußt verflucht geachtet werden und erfahren,
daß ich der HErr sei.
17. Und des HErrn Wort geschah zu mir und sprach:
18. Du Menschenkind, das Haus Israel ist mir zu Schaum worden; all ihr
Erz, Zinn, Eisen und Blei ist im Ofen zu Silberschaum worden.
19. Darum spricht der HErr HErr also: Weil ihr denn alle Schaum worden
seid, siehe, so will ich euch alle gen Jerusalem zusammentun.
20. Wie man Silber, Erz, Eisen, Blei und Zinn zusammentut im Ofen, daß
man ein Feuer darunter aufblase und zerschmelze es, also will ich euch
auch in meinem Zorn und Grimm zusammentun, einlegen und schmelzen.
21. Ja, ich will euch sammeln und das Feuer meines Zorns unter euch
aufblasen, daß ihr drinnen zerschmelzen müsset.
22. Wie das Silber zerschmilzet im Ofen, so sollt ihr auch drinnen
zerschmelzen und erfahren, daß ich, der HErr, meinen Grimm über euch
ausgeschüttet habe.
23. Und des HErrn Wort geschah zu mir und sprach:
24. Du Menschenkind, sprich zu ihnen: Du bist ein Land, das nicht zu
reinigen ist, wie eins, das nicht beregnet wird zur Zeit des Zorns.
25. Die Propheten, so drinnen sind, haben sich gerottet, die Seelen zu
fressen, wie ein brüllender Löwe, wenn er raubet; sie reißen Gut und
Geld zu sich und machen der Witwen viel drinnen.
26. Ihre Priester verkehren mein Gesetz freventlich und entheiligen
mein Heiligtum; sie halten unter dem Heiligen und Unheiligen keinen
Unterschied und lehren nicht, was rein oder unrein sei, und warten
meiner Sabbate nicht; und ich werde unter ihnen entheiliget.
27. Ihre Fürsten sind drinnen wie die reißenden Wölfe, Blut zu
vergießen und Seelen umzubringen, um ihres Geizes willen.
28. Und ihre Propheten tünchen sie mit losem Kalk, predigen lose
Teidinge und weissagen ihnen Lügen und sagen: So spricht der HErr HErr!
so es doch der HErr nicht geredet hat.
29. Das Volk im Lande übet Gewalt und rauben getrost und schinden die
Armen und Elenden und tun den Fremdlingen Gewalt und Unrecht.
30. Ich suchte unter ihnen, ob jemand sich eine Mauer machte und wider
den Riß stünde vor mir für das Land, daß ich's nicht verderbete; aber
ich fand keinen.
31. Darum schüttete ich meinen Zorn über sie und mit dem Feuer meines
Grimms machte ich ihrer ein Ende und gab ihnen also ihren Verdienst auf
ihren Kopf, spricht der HErr HErr.
1. Und des HErrn Wort geschah zu mir und sprach:
2. Du Menschenkind, es waren zwei Weiber, einer Mutter Töchter.
3. Die trieben Hurerei in Ägypten in ihrer Jugend; daselbst ließen sie
ihre Brüste begreifen und die Zitzen ihrer Jungfrauschaft betasten.
4. Die große heißt Ahala und ihre Schwester Ahaliba. Und ich nahm sie
zur Ehe, und sie zeugeten mir Söhne und Töchter. Und Ahala heißt
Samaria und Ahaliba Jerusalem.
5. Ahala trieb Hurerei, da ich sie genommen hatte, und brannte gegen
ihre Buhlen, nämlich gegen die Assyrier, die zu ihr kamen,
6. gegen die Fürsten und Herren, die mit Seide gekleidet waren, und
alle junge liebliche Gesellen, nämlich gegen die Reiter und Wagen.
7. Und buhlete mit allen schönen Gesellen in Assyrien und
verunreinigte sich mit allen ihren Götzen, wo sie auf einen entbrannte.
8. Dazu verließ sie auch nicht ihre Hurerei mit Ägypten, die bei ihr
gelegen waren von ihrer Jugend auf und die Brüste ihrer Jungfrauschaft
betastet und große Hurerei mit ihr getrieben hatten.
9. Da übergab ich sie in die Hand ihrer Buhlen, den Kindern Assur,
gegen welche sie brannte vor Lust.
10. Die deckten ihre Scham auf und nahmen ihre Söhne und Töchter weg;
sie aber töteten sie mit dem Schwert. Und es kam aus, daß diese Weiber
gestraft wären.
11. Da es aber ihre Schwester Ahaliba sah, entbrannte sie noch viel
ärger denn jene und trieb der Hurerei mehr denn ihre Schwester
12. und entbrannte gegen die Kinder Assur, nämlich die Fürsten und
Herren, die zu ihr kamen wohl gekleidet, Reiter und Wagen, und alle
junge liebliche Gesellen.
13. Da sah ich, daß sie alle beide gleicherweise verunreiniget waren.
14. Aber diese trieb ihre Hurerei mehr. Denn da sie sah gemalte Männer
an der Wand in roter Farbe, die Bilder der Chaldäer,
15. um ihre Lenden gegürtet und bunte Kogel auf ihren Köpfen, und alle
gleich anzusehen wie gewaltige Leute, wie denn die Kinder Babel und die
Chaldäer tragen in ihrem Vaterlande,
16. entbrannte sie gegen sie, sobald sie ihrer gewahr ward, und
schickte Botschaft zu ihnen nach Chaldäa.
17. Als nun die Kinder Babel zu ihr kamen, bei ihr zu schlafen nach
der Liebe, verunreinigten sie dieselbe mit ihrer Hurerei, und sie
verunreinigte sich mit ihnen, daß sie ihrer müde ward.
18. Und da beide ihre Hurerei und Scham so gar offenbar war, ward ich
ihrer auch überdrüssig, wie ich ihrer Schwester auch war müde worden.
19. Sie aber trieb ihre Hurerei immer mehr und gedachte an die Zeit
ihrer Jugend, da sie in Ägyptenland Hurerei getrieben hatte,
20. und entbrannte gegen ihre Buhlen, welcher Brunst war wie der Esel
und der Hengste Brunst.
21. Und bestelletest deine Unzucht wie in deiner Jugend, da die in
Ägypten deine Brüste begriffen und deine Zitzen betastet wurden.
22. Darum, Ahaliba, so spricht der HErr HErr: Siehe, ich will deine
Buhlen, deren du müde bist worden, wider dich erwecken und will sie
ringsumher wider dich bringen,
23. nämlich die Kinder Babel und alle Chaldäer mit Hauptleuten,
Fürsten und Herren, und alle Assyrier mit ihnen, die schöne junge
Mannschaft, alle Fürsten und Herren, Ritter und Edle und allerlei Reiter.
24. Und werden über dich kommen, gerüstet mit Wagen und Rädern und mit
großem Haufen Volks, und werden dich belagern mit Tartschen, Schilden
und Helmen um und um. Denen will ich das Recht befehlen, daß sie dich
richten sollen nach ihrem Recht.
25. Ich will meinen Eifer über dich gehen lassen, daß sie unbarmherzig
mit dir handeln sollen. Sie sollen dir Nasen und Ohren abschneiden; und
was übrig bleibt, soll durchs Schwert fallen. Sie sollen deine Söhne
und Töchter wegnehmen und das Übrige mit Feuer verbrennen.
26. Sie sollen dir deine Kleider ausziehen und deinen Schmuck wegnehmen.
27. Also will ich deiner Unzucht und deiner Hurerei mit Ägyptenland
ein Ende machen, daß du deine Augen nicht mehr nach ihnen aufheben und
Ägyptens nicht mehr gedenken sollst.
28. Denn so spricht der HErr HErr: Siehe, ich will dich überantworten,
denen du feind worden und deren du müde bist.
29. Die sollen als Feinde mit dir umgehen und alles nehmen, was du
erworben hast, und dich nackend und bloß lassen, daß deine Scham
aufgedeckt werde samt deiner Unzucht und Hurerei.
30. Solches wird dir geschehen um deiner Hurerei willen, so du mit den
Heiden getrieben, an welcher Götzen du dich verunreiniget hast.
31. Du bist auf dem Wege deiner Schwester gegangen; darum gebe ich dir
auch derselbigen Kelch in deine Hand.
32. So spricht der HErr HErr: Du mußt den Kelch deiner Schwester
trinken, so tief und weit er ist; du sollst so zu großem Spott und Hohn
werden, daß es unerträglich sein wird.
33. Du mußt dich des starken Tranks und Jammers voll saufen; denn der
Kelch deiner Schwester Samaria ist ein Kelch des Jammers und Trauerns.
34. Denselben mußt du rein austrinken, danach die Scherben zerwerfen
und deine Brüste zerreißen; denn ich hab es geredet, spricht der HErr
HErr.
35. Darum so spricht der HErr HErr: Darum daß du mein vergessen und
mich hinter deinen Rücken geworfen hast, so trage auch nun deine
Unzucht und deine Hurerei.
36. Und der Herr sprach zu mir: Du Menschenkind, willst du Ahala und
Ahaliba strafen, so zeige ihnen an ihre Greuel,
37. wie sie Ehebrecherei getrieben und Blut Vergossen und die Ehe
gebrochen haben mit den Götzen; dazu ihre Kinder, die sie mir gezeuget
hatten, verbrannten sie denselben zum Opfer.
38. Über das haben sie mir das getan: sie haben meine Heiligtümer
verunreiniget dazumal und meine Sabbate entheiliget.
39. Denn da sie ihre Kinder den Götzen geschlachtet hatten, gingen sie
desselbigen Tages in mein Heiligtum, dasselbige zu entheiligen. Siehe,
solches haben sie in meinem Hause begangen.
40. Sie haben auch Boten geschickt nach Leuten, die aus fernen Landen
kommen sollten; und siehe, da sie kamen, badetest du dich und
schminktest dich und schmücktest dich mit Geschmeide, ihnen zu Ehren,
41. und saßest auf einem herrlichen Bette, vor welchem stund ein Tisch
zugerichtet; darauf räuchertest du und opfertest mein Öl darauf.
42. Daselbst hub sich ein groß Freudengeschrei; und sie gaben den
Leuten, so allenthalben aus großem Volk und aus der Wüste kommen waren,
Geschmeide an ihre Arme und schöne Kronen auf ihre Häupter.
43. Ich aber gedachte: Sie ist der Ehebrecherei gewohnt von alters
her, sie kann von der Hurerei nicht lassen.
44. Denn man geht zu ihr ein, wie man zu einer Hure eingeht; ebenso
geht man zu Ahala und Ahaliba, den unzüchtigen Weibern.
45. Darum werden sie die Männer strafen, die das Recht vollbringen,
wie man die Ehebrecherinnen und Blutvergießerinnen strafen soll; denn
sie sind Ehebrecherinnen, und ihre Hände sind voll Blut.
46. Also spricht der HErr HErr: Führe einen großen Haufen über sie
herauf und gib sie in die Rapuse und Raub,
47. die sie steinigen und mit ihren Schwertern erstechen und ihre
Söhne und Töchter erwürgen und ihre Häuser mit Feuer verbrennen.
48. Also will ich der Unzucht im Lande ein Ende machen, daß sich alle
Weiber daran stoßen sollen und nicht nach solcher Unzucht tun.
49. Und man soll eure Unzucht auf euch legen, Und sollt eurer Götzen
Sünde tragen, auf daß ihr erfahret, daß ich der HErr HErr bin.
1. Und es geschah das Wort des HErrn zu mir im neunten Jahr, am
zehnten Tage des zehnten Monden, und sprach:
2. Du Menschenkind, schreibe diesen Tag an, ja eben diesen Tag; denn
der König zu Babel hat sich eben an diesem Tage wider Jerusalem gerüstet.
3. Und gib dem ungehorsamen Volk ein Gleichnis und sprich zu ihnen: So
spricht der HErr HErr: Setze einen Topf zu; setze zu und gieß Wasser
darein!
4. Tue die Stücke zusammen darein, die hinein sollen, und die besten
Stücke, die Lenden und Schultern, und fülle ihn mit den besten
Markstücken.
5. Nimm das Beste von der Herde und mache ein Feuer darunter,
Markstücke zu kochen, und laß es getrost sieden und die Markstücke
drinnen wohl kochen.
6. Darum spricht der HErr HErr: O der mörderischen Stadt, die ein
solcher Topf ist, da das Angebrannte drinnen klebet, und nicht abgehen
will! Tue ein Stück nach dem andern heraus, und darfst nicht darum
losen, welches erst heraus solle.
7. Denn ihr Blut ist drinnen, das sie auf einen bloßen Felsen und
nicht auf die Erde verschüttet hat, da man's doch hätte mit Erde>
können zuscharren.
8. Und ich hab auch darum sie lassen dasselbige Blut auf einen bloßen
Felsen schütten, daß es nicht zugescharret würde, auf daß der Grimm
über sie käme und gerochen würde.
9. Darum spricht der HErr HErr also: O du mörderische Stadt, welche
ich will zu einem großen Feuer machen!
10. Trage nur viel Holz her, zünde das Feuer an, daß das Fleisch gar
werde, und würze es wohl, daß die Markstücke anbrennen!
11. Lege auch den Topf leer auf die Glut, auf daß er heiß werde und
sein Erz entbrenne, ob seine Unreinigkeit zerschmelzen und sein
Angebranntes abgehen wollte.
12. Aber das Angebrannte, wie fast es brennet, will nicht abgehen,
denn es ist zu sehr angebrannt; es muß im Feuer verschmelzen.
13. Deine Unreinigkeit ist so verhärtet, daß, ob ich dich gleich gerne
reinigen wollte, dennoch du nicht willst dich reinigen lassen von
deiner Unreinigkeit. Darum kannst du fort nicht wieder rein werden, bis
mein Grimm sich an dir gekühlet habe.
14. Ich, der HErr, hab es geredet; es soll kommen. Ich will's tun und
nicht säumen; ich will nicht schonen noch mich's reuen lassen, sondern
sie sollen dich richten, wie du gelebt und getan hast, spricht der HErr
HErr.
15. Und des HErrn Wort geschah zu mir und sprach:
16. Du Menschenkind, siehe, ich will dir deiner Augen Lust nehmen
durch eine Plage. Aber du sollst nicht klagen noch weinen, noch eine
Träne lassen.
17. Heimlich magst du seufzen, aber keine Totenklage führen, sondern
du sollst deinen Schmuck anlegen und deine Schuhe anziehen. Du sollst
deinen Mund nicht verhüllen und nicht das Trauerbrot essen.
18. Und da ich des Morgens früh zum Volk redete, starb mir zu Abend
mein Weib. Und ich tat des andern Morgens, wie mir befohlen war.
19. Und das Volk sprach zu mir: Willst du uns denn nicht anzeigen, was
uns das bedeute, das du tust?
20. Und ich sprach zu ihnen: Der HErr hat mit mir geredet und gesagt:
21. Sage dem Hause Israel, daß der HErr HErr spricht also: Siehe, ich
will mein Heiligtum, euren höchsten Trost, die Lust eurer Augen und
eures Herzens Wunsch, entheiligen; und eure Söhne und Töchter, die ihr
verlassen müsset, werden durchs Schwert fallen;
22. und müsset tun, wie ich getan habe: euren Mund müsset ihr nicht
verhüllen und das Trauerbrot nicht essen,
23. sondern müsset euren Schmuck auf euer Haupt setzen und eure Schuhe
anziehen. Ihr werdet nicht klagen noch weinen, sondern über euren
Sünden verschmachten und untereinander seufzen.
24. Und soll also Hesekiel euch ein Wunder sein, daß ihr tun müsset,
wie er getan hat, wenn es nun kommen wird, damit ihr erfahret, daß ich
der HErr HErr bin.
25. Und du, Menschenkind, zu der Zeit, wenn ich wegnehmen werde von
ihnen ihre Macht und Trost, die Lust ihrer Augen und ihres Herzens
Wunsch, ihre Söhne und Töchter,
26. ja, zur selbigen Zeit wird einer, so entronnen ist, zu dir kommen
und dir's kundtun.
27. Zur selbigen Zeit wird dein Mund aufgetan werden samt dem, der
entronnen ist, daß du reden sollst und nicht mehr schweigen; denn du
mußt ihr Wunder sein, daß sie erfahren, ich sei der HErr.
1. Und des HErrn Wort geschah zu mir und sprach:
2. Du Menschenkind, richte dein Angesicht gegen die Kinder Ammon und
weissage wider sie.
3. Und sprich zu den Kindern Ammon: Höret des HErrn HErrn Wort! So
spricht der HErr HErr: Darum daß ihr über mein Heiligtum sprechet: Heh,
es ist entheiliget! und über das Land Israel: Es ist verwüstet! und
über das Haus Juda: Es ist gefangen weggeführt!
4. darum siehe, ich will dich den Kindern gegen Morgen übergeben, daß
sie ihre Schlösser drinnen bauen und ihre Wohnung drinnen machen
sollen; sie sollen deine Früchte essen und deine Milch trinken.
5. Und will Rabbath zum Kamelstall machen und die Kinder Ammon zur
Schafhürde machen; und sollet erfahren, daß ich der HErr bin.
6. Denn so spricht der HErr HErr: Darum daß du mit deinen Händen
geklatschet und mit den Füßen gescharret und über das Land Israel von
ganzem Herzen so höhnisch dich gefreuet hast,
7. darum siehe, ich will meine Hand über dich ausstrecken und dich den
Heiden zur Beute geben und dich aus den Völkern ausrotten und aus den
Ländern umbringen und dich vertilgen; und sollst erfahren, daß ich der
HErr bin.
8. So spricht der HErr HErr: Darum daß Moab und Seir sprechen: Siehe,
das Haus Juda ist eben wie alle andern Heiden,
9. siehe, so will ich Moab zur Seite öffnen in seinen Städten und in
seinen Grenzen des edlen Landes, nämlich Beth-Jesimoth, Baal-Meon und
Kiriathaim,
10. den Kindern gegen Morgen samt den Kindern Ammon, und will sie
ihnen zum Erbe geben, daß man der Kinder Ammon nicht mehr gedenken soll
unter den Heiden.
11. Und will das Recht gehen lassen über Moab, und sollen erfahren,
daß ich der HErr bin.
12. So spricht der HErr HErr: Darum daß sich Edom am Hause Juda
gerächt hat und damit sich verschuldet mit ihrem Rächen,
13. darum spricht der HErr HErr also: Ich will meine Hand ausstrecken
über Edom und will ausrotten von ihm beide, Menschen und Vieh; und will
sie wüste machen von Theman bis gen Dedan und durchs Schwert fällen.
14. Und will mich an Edom rächen durch mein Volk Israel, und sollen
mit Edom umgehen nach meinem Zorn und Grimm, daß sie meine Rache
erfahren sollen, spricht der HErr HErr.
15. So spricht der HErr HErr: darum daß die Philister sich gerächt
haben und den alten Haß gebüßet nach all ihrem Willen am Schaden
(meines Volks),
16. darum spricht der HErr HErr also: Siehe, ich will meine Hand
ausstrecken über die Philister und die Krieger ausrotten und will die
Übrigen am Hafen des Meers umbringen
17. und will große Rache an ihnen üben und mit Grimm sie strafen, daß
sie erfahren sollen, ich sei der HErr, wenn ich meine Rache an ihnen
geübet habe.
1. Und es begab sich im elften Jahr, am ersten Tage des ersten Monden,
geschah des HErrn Wort zu mir und sprach:
2. Du Menschenkind, darum daß Tyrus spricht über Jerusalem: Heh, die
Pforten der Völker sind zerbrochen, es ist zu mir gewandt; ich werde
nun voll werden, weil sie wüste ist:
3. darum spricht der HErr HErr also: Siehe, ich will an dich, Tyrus,
und will viel Heiden über dich heraufbringen, gleichwie sich ein Meer
erhebt mit seinen Wellen.
4. Die sollen die Mauern zu Tyrus verderben und ihre Türme abbrechen;
ja, ich will auch den Staub vor ihr wegfegen und will einen bloßen Fels
aus ihr machen
5. und zu einem Wert im Meer, darauf man die Fischgarne ausspannet;
denn ich hab es geredet, spricht der HErr HErr: und sie soll den Heiden
zum Raub werden.
6. Und ihre Töchter, so auf dem Felde liegen, sollen durchs Schwert
erwürget werden; und sollen erfahren, daß ich der HErr bin.
7. Denn so spricht der HErr HErr: Siehe, ich will über Tyrus kommen
lassen Nebukadnezar, den König zu Babel, von Mitternacht her, der ein
König aller Könige ist, mit Rossen, Wagen, Reitern und mit großem
Haufen Volks.
8. Der soll deine Töchter, auf dem Felde liegen, mit dem Schwert
erwürgen; aber wider dich wird er Bollwerk aufschlagen und einen Schutt
machen und Schilde wider dich rüsten.
9. Er wird mit Böcken deine Mauern zerstoßen und deine Türme mit
seinen Waffen umreißen.
10. Der Staub von der Menge seiner Pferde wird dich bedecken, so
werden auch deine Mauern erbeben vor dem Getümmel seiner Rosse, Räder
und Reiter, wenn er zu deinen Toren einziehen wird, wie man pflegt in
eine zerrissene Stadt einzuziehen.
11. Er wird mit den Füßen seiner Rosse alle deine Gassen zertreten.
Dein Volk wird er mit dem Schwert erwürgen und deine starken Säulen zu
Boden reißen.
12. Sie werden dein Gut rauben und deinen Handel plündern. Deine
Mauern werden sie abbrechen und deine feinen Häuser umreißen und werden
deine Steine, Holz und Staub ins Wasser werfen.
13. Also will ich mit dem Getöne deines Gesangs ein Ende machen, daß
man den Klang deiner Harfen nicht mehr hören soll.
14. Und ich will einen bloßen Fels aus dir machen und einen Wert,
darauf man die Fischgarne ausspannet, daß du nicht mehr gebauet
werdest; denn ich bin der HErr, der solches redet, spricht der HErr HErr.
15. So spricht der HErr HErr wider Tyrus: Was gilt's, die Inseln
werden erbeben, wenn du so scheußlich zerfallen wirst und deine
Verwundeten seufzen werden, so in dir sollen ermordet werden.
16. Alle Fürsten am Meer werden herab von ihren Stühlen sitzen und
ihre Röcke von sich tun und ihre gestickten Kleider ausziehen und
werden in Trauerkleidern gehen und auf der Erde sitzen und werden
erschrecken und sich entsetzen deines plötzlichen Falls.
17. Sie werden dich wehklagen und von dir sagen: Ach, wie bist du so
gar wüste worden, du berühmte Stadt, die du am Meer lagest und so
mächtig warest auf dem Meer samt deinen Einwohnern, daß sich das ganze
Land vor dir fürchten mußte!
18. Ach, wie entsetzen sich die Inseln über deinen Fall! Ja, die
Inseln im Meer erschrecken über deinen Untergang.
19. So spricht der HErr HErr: Ich will dich zu einer wüsten Stadt
machen, wie andere Städte, da niemand innen wohnet, und eine große Flut
über dich kommen lassen, daß dich große Wasser bedecken.
20. Und will dich hinunterstoßen zu denen, die in die Grube fahren,
nämlich zu den Toten. Ich will dich unter die Erde hinabstoßen und wie
eine ewige Wüste machen mit denen, die in die Grube fahren, auf daß
niemand in dir wohne. Ich will dich, du Zarte, im Lande der Lebendigen
machen,
21. ja, zum Schrecken will ich dich machen, daß du nichts mehr seiest,
und wenn man nach dir fraget, daß man dich ewiglich nimmer finden
könne, spricht der HErr HErr.
1. Und des HErrn Wort geschah zu mir und sprach:
2. Du Menschenkind, mache eine Wehklage über Tyrus
3. und sprich zu Tyrus, die da liegt vorne am Meer und mit vielen
Inseln der Völker handelt: So spricht der HErr HErr: O Tyrus, du
sprichst: Ich bin die allerschönste.
4. Deine Grenzen sind mitten im Meer, und deine Bauleute haben dich
aufs allerschönste zugerichtet.
5. Sie haben all dein Tafelwerk aus Zypressenholz vom Sanir gemacht
und die Zedern von dem Libanon führen lassen und deine Mastbäume daraus
gemacht
6. und, deine Ruder von Eichen aus Basan und deine Bänke von Elfenbein
und die köstlichen Gestühle aus den Inseln Chittim.
7. Dein Segel war von gestickter Seide aus Ägypten, daß es dein Panier
wäre, und deine Decken von gelber Seide und Purpur aus den Inseln Elisa.
8. Die von Zidon und Arvad waren deine Ruderknechte, und hattest
geschickte Leute zu Tyrus zu schiffen.
9. Die Ältesten und Klugen von Gebal mußten deine Schiffe zimmern.
Alle Schiffe im Meer und Schiffsleute fand man bei dir, die hatten
ihren Handel in dir.
10. Die aus Persien, Lydien und Libyen waren dein Kriegsvolk, die
ihren Schild und Helm in dir aufhingen, und haben dich so schön gemacht.
11. Die von Arvad waren unter deinem Heer rings um deine Mauern und
Wächter auf deinen Türmen; die haben ihre Schilde allenthalben von
deinen Mauern herabgehänget und dich so schön gemacht.
12. Du hast deinen Handel auf dem Meer, gehabt und allerlei Ware,
Silber, Eisen, Zinn und Blei, auf deine Märkte gebracht.
13. Javan, Thubal und Mesech haben mit dir gehandelt und haben dir
leibeigene Leute und Erz auf deine Märkte gebracht.
14. Die von Thogarma haben dir Pferde und Wagen und Maulesel auf deine
Märkte gebracht.
15. Die von Dedan sind deine Kaufleute gewesen, und hast allenthalben
in den Inseln gehandelt; die haben dir Elfenbein und Ebenholz verkauft.
16. Die Syrer haben bei dir geholet deine Arbeit, was du gemacht hast;
und Rubin, Purpur, Tapet, Seide und Sammet und Kristalle auf deine
Märkte gebracht.
17. Juda und das Land Israel haben auch mit dir gehandelt und haben
dir Weizen von Minnith und Balsam und Honig und Öl und Mastix auf deine
Märkte gebracht;
18. Dazu hat auch Damaskus bei dir geholet deine Arbeit und allerlei
Ware um starken Wein und köstliche Wolle.
19. Dan und Javan und Mehusal haben auch auf deine Märkte gebracht
Eisenwerk, Kasia und Kalmus, daß du damit handeltest.
20. Dedan hat mit dir gehandelt mit Decken, darauf man sitzet.
21. Arabien und alle Fürsten von Kedar haben mit dir gehandelt mit
Schafen Widdern und Böcken.
22. Die Kaufleute aus Saba und Raema haben mit dir gehandelt und
allerlei köstliche Spezerei und Edelstein und Gold auf deine Märkte
gebracht.
23. Haran und Kanne und Eden samt den Kaufleuten aus Seba, Assur und
Kilmad sind auch deine Kaufleute gewesen.
24. Die haben alle mit dir gehandelt mit köstlichem Gewand, mit
seidenen und gestickten Tüchern, welche sie in köstlichen Kasten, von
Zedern gemacht und wohlverwahrt, auf deine Märkte geführet haben.
25. Aber die Meerschiffe sind die vornehmsten auf deinen Märkten
gewesen. Also bist du sehr reich und prächtig worden mitten im Meer.
26. Und deine Schiffsleute haben dir auf großen Wassern zugeführet.
Aber ein Ostwind wird dich mitten auf dem Meer zerbrechen,
27. also daß deine Ware, Kaufleute, Händler, Fergen, Schiffsherren und
die, so die Schiffe machen, und deine Hantierer und alle deine
Kriegsleute und alles Volk in dir mitten auf dem Meer umkommen werden
zur Zeit, wenn du untergehest,
28. daß auch die Anfurten erbeben werden vor dem Geschrei deiner
Schiffsherren.
29. Und alle, die an den Rudern ziehen, samt den Schiffsknechten und
Meistern, werden aus den Schiffen ans Land treten
30. und laut über dich schreien, bitterlich klagen und werden Staub
auf ihre Häupter werfen, und sich in der Asche wälzen.
31. Sie werden sich kahl bescheren über dir und Säcke um sich gürten
und von Herzen bitterlich um dich weinen und trauern.
32. Es werden auch ihre Kinder über dich klagen: Ach, wer ist jemals
auf dem Meere so stille worden wie du, Tyrus?
33. Da du deinen Handel auf dem Meer triebest, da machtest du viel
Länder reich; ja, mit der Menge deiner Ware und deiner Kaufmannschaft
machtest du reich die Könige auf Erden.
34. Nun aber bist du vom Meer in die recht tiefen Wasser gestürzt, daß
dein Handel und all dein Volk in dir umkommen ist.
35. Alle, die in Inseln wohnen, erschrecken über dir, und ihre Könige
entsetzen sich und sehen jämmerlich.
36. Die Kaufleute in Ländern pfeifen dich an, daß du so plötzlich
untergegangen bist und nicht mehr aufkommen kannst.
1. Und des HErrn Wort geschah zu mir und sprach:
2. Du Menschenkind, sage dem Fürsten zu Tyrus: So spricht der HErr
HErr: Darum daß sich dein Herz erhebt und spricht: Ich bin GOtt, ich
sitze im Thron GOttes, mitten auf dem Meer, so du doch ein Mensch und
nicht GOtt bist; noch erhebt sich dein Herz als ein Herz GOttes;
3. siehe, du hältst dich für klüger denn Daniel, daß dir nichts
verborgen sei,
4. und habest durch deine Klugheit und Verstand solche Macht
zuwegegebracht und Schätze von Gold und Silber gesammelt
5. und habest durch deine große Weisheit und Hantierung so große Macht
überkommen, davon bist du so stolz worden, daß du so mächtig bist:
6. darum spricht der HErr HErr also: Weil sich denn dein Herz erhebt
als ein Herz GOttes,
7. darum siehe, ich will Fremde über dich schicken, nämlich die
Tyrannen der Heiden; die sollen ihr Schwert zücken über deine schöne
Weisheit und deine große Ehre zuschanden machen.
8. Sie sollen dich hinunter in die Grube stoßen, daß du mitten auf dem
Meer sterbest, wie die Erschlagenen.
9. Was gilt's, ob du dann vor deinem Totschläger werdest sagen: Ich
bin GOtt, so du doch nicht GOtt, sondern ein Mensch und in deiner
Totschläger Hand bist?
10. Du sollst sterben wie die Unbeschnittenen, von der Hand der
Fremden; denn ich hab es geredet, spricht der HErr HErr.
11. Und des HErrn Wort geschah zu mir und sprach:
12. Du Menschenkind, mache eine Wehklage über den König zu Tyrus und
sprich von ihm: So spricht der HErr HErr: Du bist ein reinlich Siegel
voller Weisheit und aus der Maßen schön.
13. Du bist im Lustgarten GOttes und mit allerlei Edelsteinen
geschmückt, nämlich mit Sarder, Topaser, Demanten, Türkis, Onyxen,
Jaspis, Saphir, Amethyst, Smaragden und Gold. Am Tage, da du geschaffen
wurdest, mußten da bereit sein bei dir dein Paukenwerk und Pfeifen.
14. Du bist wie ein Cherub, der sich weit ausbreitet und decket; und
ich habe dich auf den heiligen Berg GOttes gesetzt, daß du unter den
feurigen Steinen wandelst,
15. und warest ohne Wandel in deinem Tun des Tages, da du geschaffen
warest, so lange, bis sich deine Missetat funden hat.
16. Denn du bist inwendig voll Frevels worden vor deiner großen
Hantierung und hast dich versündiget. Darum will ich dich entheiligen
von dem Berge GOttes und will dich ausgebreiteten Cherub aus den
feurigen Steinen verstoßen.
17. Und weil sich dein Herz erhebt, daß du so schön bist, und hast
dich deine Klugheit lassen betrügen in deiner Pracht, darum will ich
dich zu Boden stürzen und ein Schauspiel aus dir machen vor den Königen.
18. Denn du hast dein Heiligtum verderbet mit deiner großen Missetat
und unrechtem Handel. Darum will ich ein Feuer aus dir angehen lassen,
das dich soll verzehren, und will dich zu Asche machen auf der Erde,
daß alle Welt zusehen soll.
19. Alle, die dich kennen unter den Heiden, werden sich über dir
entsetzen, daß du so plötzlich bist untergegangen und nimmermehr
aufkommen kannst.
20. Und des HErrn Wort geschah zu mir und sprach:
21. Du Menschenkind, richte dein Angesicht wider Zidon und weissage
wider sie
22. und sprich: So spricht der HErr HErr: Siehe, ich will an dich,
Zidon, und will an dir Ehre einlegen, daß man erfahren soll, daß ich
der HErr bin, wenn ich das Recht über sie gehen lasse und an ihr
erzeige, daß ich heilig sei.
23. Und ich will Pestilenz und Blutvergießen unter sie schicken auf
ihren Gassen, und sollen tödlich verwundet drinnen fallen durchs
Schwert, welches allenthalben über sie gehen wird; und sollen erfahren,
daß ich der HErr bin.
24. Und soll forthin allenthalben um das Haus Israel, da ihre Feinde
sind, kein Dorn, der da sticht, noch Stachel, der da weh tut, bleiben,
daß sie erfahren sollen, daß ich der HErr HErr bin.
25. So spricht der HErr HErr: Wenn ich das Haus Israel wieder
versammeln werde von den Völkern, dahin sie zerstreuet sind, so will
ich vor den Heiden an ihnen erzeigen, daß ich heilig bin. Und sie
sollen wohnen in ihrem Lande, das ich meinem Knechte Jakob gegeben habe;
26. und sollen sicher darin wohnen und Häuser bauen und Weinberge
pflanzen; ja, sicher sollen sie wohnen, wenn ich das Recht gehen lasse
über alle ihre Feinde um und um; und sollen erfahren, daß ich der HErr,
ihr GOtt, bin.
1. Im zehnten Jahr, am zehnten Tage des zwölften Monden, geschah des
HErrn Wort zu mir und sprach:
2. Du Menschenkind, richte dein Angesicht wider Pharao, den König in
Ägypten, und weissage wider ihn und wider ganz Ägyptenland.
3. Predige und sprich: So spricht der HErr HErr: Siehe, ich will an
dich, Pharao, du König in Ägypten, du großer Drache, der du in deinem
Wasser liegst und sprichst: Der Strom ist mein, und ich habe ihn mir
gemacht.
4. Aber ich will dir ein Gebiß ins Maul legen und die Fische in deinen
Wassern an deine Schuppen hängen und will dich aus deinem Strom
herausziehen samt allen Fischen in deinen Wassern, die an deinen
Schuppen hangen.
5. Ich will dich mit den Fischen aus deinen Wassern in die Wüste
wegwerfen: du wirst aufs Land fallen und nicht wieder aufgelesen noch
gesammelt werden, sondern den Tieren auf dem Lande und den Vögeln des
Himmels zum Aas werden.
6. Und alle, die in Ägypten wohnen, sollen erfahren, daß ich der HErr
bin, darum daß sie dem Hause Israel ein Rohrstab gewesen sind,
7. welcher, wenn sie ihn in die Hand faßeten, so brach er und stach
sie durch die Seiten, wenn sie sich aber darauf lehneten, so zerbrach
er und stach sie in die Lenden.
8. Darum spricht der HErr HErr also: Siehe, ich will das Schwert über
dich kommen lassen und beide, Leute und Vieh, in dir ausrotten.
9. Und Ägyptenland soll zur Wüste und öde werden, und sollen erfahren,
daß ich der HErr sei, darum daß er spricht: Der Wasserstrom ist mein,
und ich bin's, der es tut.
10. Darum siehe, ich will an dich und an deine Wasserströme und will
Ägyptenland wüst und öde machen von dem Turm zu Syene an bis an die
Grenze des Mohrenlandes,
11. daß weder Vieh noch Leute darin gehen oder da wohnen sollen
vierzig Jahre lang.
12. Denn ich will Ägyptenland wüst machen, will ihre wüste Grenze und
ihre Städte wüst liegen lassen, wie andere wüste Städte, vierzig Jahre
lang; und will die Ägypter zerstreuen unter die Heiden und in die
Länder will ich sie verjagen.
13. Doch, so spricht der HErr HErr: Wenn die vierzig Jahre aus sein
werden, will ich die Ägypter wieder sammeln aus den Völkern, darunter
sie zerstreuet sollen werden,
14. und will das Gefängnis Ägyptens wenden und sie wiederum ins Land
Pathros bringen, welches ihr Vaterland ist, und sollen daselbst ein
klein Königreich sein.
15. Denn sie sollen klein sein gegen andere Königreiche und nicht mehr
herrschen über die Heiden; und ich will sie gering machen, daß sie
nicht mehr über die Heiden herrschen sollen,
16. daß sich das Haus Israel nicht mehr auf sie verlasse und sich
damit versündige, wenn sie sich an sie hängen; und sollen erfahren, daß
ich der HErr HErr hin.
17. Und es begab sich im siebenundzwanzigsten Jahr, am ersten Tage des
ersten Monden, geschah des HErrn Wort zu mir und sprach:
18. Du Menschenkind, Nebukadnezar, der König zu Babel, hat sein Heer
mit großer Mühe vor Tyrus geführet, daß alle Häupter kahl und alle
Seiten wund gerieben waren, und ist doch weder ihm noch seinem Heer
seine Arbeit vor Tyrus belohnet worden.
19. Darum spricht der HErr HErr also: Siehe, ich will Nebukadnezar,
dem Könige zu Babel, Ägyptenland geben, daß er all ihr Gut wegnehmen
und sie berauben und plündern soll, daß er seinem Heer den Sold gebe.
20. Aber das Land Ägypten will ich ihm geben für seine Arbeit, die er
daran getan hat; denn sie haben mir gedienet, spricht der HErr HErr.
21. Zur selbigen Zeit will ich das Horn des Hauses Israel wachsen
lassen und will deinen Mund unter ihnen auftun, daß sie erfahren, daß
ich der HErr bin.
1. Und des HErrn Wort geschah zu mir und sprach:
2. Du Menschenkind, weissage und sprich: So spricht der HErr HErr:
Heulet (und sprechet): O weh des Tages!
3. Denn der Tag ist nahe, ja, des HErrn Tag ist nahe, ein finsterer
Tag; die Zeit ist da, daß die Heiden kommen sollen.
4. Und das Schwert soll über Ägypten kommen, und Mohrenland muß
erschrecken, wenn die Erschlagenen in Ägypten fallen werden, und ihr
Volk weggeführet und ihre Grundfesten umgerissen werden.
5. Mohrenland und Libyen und Lydien mit allerlei Pöbel und Chub und
die aus dem Lande des Bundes sind, sollen samt ihnen durchs Schwert
fallen.
6. So spricht der HErr: Die Schutzherren Ägyptens müssen fallen, und
die Hoffart ihrer Macht muß herunter; von dem Turm zu Syene an sollen
sie durchs Schwert fallen, spricht der HErr HErr,
7. und sollen, wie ihre wüste Grenze, wüst werden, und ihre Städte
unter andern wüsten Städten wüst liegen,
8. daß sie erfahren, daß ich der HErr sei, wenn ich ein Feuer in
Ägypten mache, daß alle, die ihnen helfen, zerstöret werden.
9. Zur selben Zeit werden Boten von mir ausziehen in Schiffen,
Mohrenland zu schrecken, das jetzt so sicher ist, und wird ein
Schrecken unter ihnen sein, gleichwie es Ägypten ging, da ihre Zeit
kam; denn siehe, es kommt gewißlich.
10. So spricht der HErr HErr: Ich will die Menge in Ägypten wegräumen
durch Nebukadnezar, den König zu Babel.
11. Denn er und sein Volk mit ihm, samt den Tyrannen der Heiden, sind
herzugebracht, das Land zu verderben, und werden ihre Schwerter
ausziehen wider Ägypten, daß das Land allenthalben voll Erschlagener
liege.
12. Und ich will die Wasserströme trocken machen und das Land bösen
Leuten verkaufen und will das Land, und was drinnen ist, durch Fremde
verwüsten. Ich, der HErr, hab es geredet.
13. So spricht der HErr HErr: Ich will die Götzen zu Noph ausrotten
und die Abgötter vertilgen, und Ägypten soll keinen Fürsten mehr haben;
und will ein Schrecken in Ägyptenland schicken.
14. Ich will Pathros wüst machen und ein Feuer zu Zoan anzünden und
das Recht über No gehen lassen.
15. Ich will meinen Grimm ausschütten über Sin, welche ist eine
Festung Ägyptens, und will die Menge zu No ausrotten.
16. Ich will ein Feuer in Ägypten anzünden, und Sin soll angst und
bange werden; und No soll zerrissen und Noph täglich geängstet werden.
17. Die junge Mannschaft zu On und Bubasto sollen durchs Schwert
fallen, und die Weiber gefangen weggeführet werden.
18. Tachpanhes wird einen finstern Tag haben, wenn ich das Joch
Ägyptens schlagen werde, daß die Hoffart ihrer Macht darinnen ein Ende
habe; sie wird mit Wolken bedeckt werden, und ihre Töchter werden
gefangen weggeführet werden.
19. Und ich will das Recht über Ägypten gehen lassen, daß sie
erfahren, daß ich der HErr sei.
20. Und es begab sich im elften Jahr, am siebenten Tage des ersten
Monden, geschah des HErrn Wort zu mir und sprach:
21. Du Menschenkind, ich will den Arm Pharaos, des Königs in Ägypten,
zerbrechen; und siehe, er soll nicht verbunden werden, daß er heilen
möge, noch mit Binden zugebunden werden, daß er stark werde und ein
Schwert fassen könne.
22. Darum spricht der HErr HErr also: Siehe, ich will an Pharao, den
König in Ägypten, und will seine Arme zerbrechen, beide, den starken
und den schwachen, daß ihm das Schwert aus seiner Hand entfallen muß.
23. Und will die Ägypter unter die Heiden zerstreuen und in die Länder
verjagen.
24. Aber die Arme des Königs zu Babel will ich stärken und ihm mein
Schwert in seine Hand geben; und will die Arme Pharaos zerbrechen, daß
er vor ihm winseln soll wie ein tödlich Verwundeter.
25. Ja, ich will die Arme des Königs zu Babel stärken, daß die Arme
Pharaos dahinfallen, auf daß sie erfahren, daß ich der HErr sei, wenn
ich mein Schwert dem Könige zu Babel in die Hand gebe, daß er's über
Ägyptenland zücke,
26. und ich die Ägypter unter die Heiden zerstreue und in die Länder
verjage, daß sie erfahren, daß ich der HErr bin.
1. Und es begab sich im elften Jahr, am ersten Tage des dritten
Monden, geschah des HErrn Wort zu mir und sprach:
2. Du Menschenkind, sage zu Pharao, dem Könige zu Ägypten, und zu all
seinem Volk: Wem meinest du denn, daß du gleich seiest in deiner
Herrlichkeit?
3. Siehe, Assur war wie ein Zedernbaum auf dem Libanon, von schönen
Ästen und dick von Laub und sehr hoch, daß sein Wipfel hoch stund unter
großen, dicken Zweigen.
4. Die Wasser machten, daß er groß ward, und die Tiefe, daß er hoch
wuchs. Seine Ströme gingen rings um seinen Stamm her und seine Bäche zu
allen Bäumen im Felde:
5. Darum ist er höher worden denn alle Bäume im Felde und kriegte viel
Aste und lange Zweige; denn er hatte Wassers genug, sich auszubreiten.
6. Alle Vögel des Himmels nisteten auf seinen Ästen, und alle Tiere im
Felde hatten Junge unter seinen Zweigen; und unter seinem Schatten
wohneten alle großen Völker.
7. Er hatte schöne große und lange Äste; denn seine Wurzeln hatten
viel Wassers;
8. und war ihm kein Zedernbaum gleich in GOttes Garten, und die
Tannenbäume waren seinen Asten nicht zu gleichen, und die
Kastanienbäume waren nichts gegen seine Zweige. Ja, er war so schön als
kein Baum im Garten GOttes.
9. Ich hab ihn so schön gemacht, daß er so viel Äste kriegte, daß ihn
alle lustigen Bäume im Garten GOttes neideten.
10. Darum spricht der HErr HErr also: Weil er so hoch worden ist, daß
sein Wipfel stund unter großen, hohen, dicken Zweigen, und sein Herz
sich erhub, daß er so hoch war,
11. darum gab ich ihn dem Mächtigsten unter den Heiden in die Hände,
der mit ihm umginge und ihn vertriebe, wie er verdienet hat mit seinem
gottlosen Wesen,
12. daß Fremde ihn ausrotten sollten, nämlich die Tyrannen der Heiden,
und ihn zerstreuen, und seine Äste auf den Bergen und in allen Tälern
liegen mußten, und seine Zweige zerbrachen an allen Bächen im Lande,
daß alle Völker auf Erden von seinem Schatten wegziehen mußten und ihn
verlassen;
13. und alle Vögel des Himmels auf seinem umgefallenen Stamm saßen,
und alle Tiere im Felde legten sich auf seine Äste,
14. auf daß sich forthin kein Baum am Wasser seiner Höhe erhebe, daß
sein Wipfel unter großen, dicken Zweigen stehe, und kein Baum am Wasser
sich er hebe über die andern; denn sie müssen alle unter die Erde und
dem Tode übergeben werden, wie andere Menschen, die in die Grube fahren.
15. So spricht der HErr HErr: Zu der Zeit, da er hinunter in die Hölle
fuhr, da machte ich ein Trauern, daß ihn die Tiefe bedeckte, und seine
Ströme stillstehen mußten; und die großen Wasser nicht laufen konnten,
und machte, daß der Libanon um ihn trauerte und alle Feldbäume
verdorreten über ihm.
16. Ich erschreckte die Heiden, da sie ihn höreten fallen, da ich ihn
hinunterstieß zur Hölle mit denen, so in die Grube fahren. Und alle
lustigen Bäume unter der Erde, die edelsten und besten auf dem Libanon,
und alle, die am Wasser gestanden waren, gönneten es ihm wohl.
17. Denn sie mußten auch mit ihm hinunter zur Hölle, zu den
Erschlagenen mit dem Schwert, weil sie unter dem Schatten seines Arms
gewohnet hatten unter den Heiden.
18. Wie groß meinest du denn, daß du (Pharao) seiest mit deiner Pracht
und Herrlichkeit unter den lustigen Bäumen? Denn du mußt mit den
lustigen Bäumen unter die Erde hinabfahren und unter den
Unbeschnittenen liegen, so mit dem Schwert erschlagen sind. Also soll
es Pharao gehen samt all seinem Volk, spricht der HErr HErr.
1. Und es begab sich im zwölften Jahr, am ersten Tage des zwölften
Monden, geschah des HErrn Wort zu mir und sprach:
2. Du Menschenkind, mache eine Wehklage über Pharao, den König zu
Ägypten, und sprich zu ihm: Du bist gleichwie ein Löwe unter den Heiden
und wie ein Meerdrache und springest in deinen Strömen und trübest das
Wasser mit deinen Füßen und machst seine Ströme trübe.
3. So spricht der HErr HErr: Ich will mein Netz über dich auswerfen
durch einen großen Haufen Volks, die dich sollen in mein Garn jagen.
4. Und will dich aufs Land ziehen und aufs Feld werfen, daß alle Vögel
des Himmels auf dir sitzen sollen, und alle Tiere auf Erden von dir
satt werden.
5. Und will dein Aas auf die Berge werfen und mit deiner Höhe die
Täler ausfüllen.
6. Das Land, darin du schwimmest, will ich von deinem Blut rot machen
bis an die Berge hinan, daß die Bäche von dir voll werden.
7. Und wenn du nun gar dahin bist, so will ich den Himmel verhüllen
und seine Sterne verfinstern und die Sonne mit Wolken überziehen, und
der Mond soll nicht scheinen.
8. Alle Lichter am Himmel will ich über dir lassen dunkel werden und
will eine Finsternis in deinem Lande machen, spricht der HErr HErr.
9. Dazu will ich vieler Völker Herz erschreckt machen, wenn ich die
Heiden deine Plage erfahren lasse und viel Länder, die du nicht kennest.
10. Viel Völker sollen sich über dir entsetzen, und ihren Königen soll
vor dir grauen, wenn ich mein Schwert wider sie blinken lasse, und
sollen plötzlich erschrecken, daß ihnen das Herz entfallen wird über
deinem Fall.
11. Denn so spricht der HErr HErr: Das Schwert des Königs zu Babel
soll dich treffen.
12. Und ich will dein Volk fällen durch das Schwert der Helden und
durch allerlei Tyrannen der Heiden; die sollen die Herrlichkeit
Ägyptens verheeren, daß all ihr Volk vertilget werde.
13. Und ich will alle ihre Tiere umbringen an den großen Wassern, daß
sie keines Menschen Fuß und keines Tieres Klauen trübe machen soll.
14. Alsdann will ich ihre Wasser lauter machen, daß ihre Ströme
fließen wie Öl spricht der HErr HErr,
15. wenn ich das Land Ägypten verwüstet und alles, was im Lande ist,
öde gemacht und alle, so drinnen wohnen, erschlagen habe, daß sie
erfahren, daß ich der HErr sei.
16. Das wird der Jammer sein, den man wohl mag klagen; ja, viel
Töchter der Heiden werden solche Klage führen über Ägypten und all ihr
Volk wird man klagen, spricht der HErr HErr.
17. Und im zwölften Jahr, am fünfzehnten Tage desselbigen Monden,
geschah des HErrn Wort zu mir und sprach:
18. Du Menschenkind, beweine das Volk in Ägypten und stoße es mit den
Töchtern der starken Heiden hinab unter die Erde zu denen, die in die
Grube fahren.
19. Wo ist nun deine Wollust? Hinunter, und lege dich zu den
Unbeschnittenen!
20. Sie werden fallen unter den Erschlagenen mit dem Schwert. Das
Schwert ist schon gefaßt und gezückt über ihr ganzes Volk.
21. Davon werden sagen in der Hölle die starken Helden mit ihren
Gehilfen, die alle hinuntergefahren sind und liegen da unter den
Unbeschnittenen und Erschlagenen vom Schwert.
22. Daselbst liegt Assur mit all seinem Volk umher begraben, die alle
erschlagen und durchs Schwert gefallen sind.
23. Ihre Gräber sind tief in der Grube, und sein Volk liegt
allenthalben umher begraben, die alle erschlagen und durchs Schwert
gefallen sind, da sich die ganze Welt vor fürchtete.
24. Da liegt auch Elam mit all seinem Haufen umher begraben, die alle
erschlagen und durchs Schwert gefallen sind und hinuntergefahren als
die Unbeschnittenen unter die Erde, davor sich auch alle Welt
fürchtete; und müssen ihre Schande tragen mit denen, die in die Grube
fahren.
25. Man hat sie unter die Erschlagenen gelegt samt all ihrem Haufen,
und liegen umher begraben; und sind alle wie die Unbeschnittenen und
die Erschlagenen vom Schwert, vor denen sich auch alle Welt fürchten
mußte; und müssen ihre Schande tragen mit denen, die in die Grube
fahren, und unter den Erschlagenen bleiben.
26. Da liegt Mesech und Thubal mit all ihrem Haufen umher begraben,
die alle unbeschnitten und mit dem Schwert erschlagen sind, vor denen
sich auch die ganze Welt fürchten mußte,
27. und alle andern Helden, die unter den Unbeschnittenen gefallen
sind und mit ihrer Kriegswehre zur Hölle gefahren und ihre Schwerter
unter ihre Häupter haben müssen legen, und ihre Missetat über ihre
Gebeine kommen ist, die doch auch gefürchtete Helden waren in der
ganzen Welt; also müssen sie liegen.
28. So mußt du freilich auch unter den Unbeschnittenen zerschmettert
werden und unter denen, die mit dem Schwert erschlagen sind, liegen.
29. Da liegt Edom mit seinen Königen und all seinen Fürsten unter den
Erschlagenen mit dem Schwert und unter den Unbeschnittenen, samt
andern, so in die Grube fahren, die doch mächtig gewesen sind.
30. Ja, es müssen alle Fürsten von Mitternacht dahin und alle
Zidonier, die mit den Erschlagenen hinabgefahren sind, und ihre
schreckliche Gewalt ist zuschanden worden, und müssen liegen unter den
Unbeschnittenen und denen, so mit dem Schwert erschlagen sind, und ihre
Schande tragen samt denen, so in die Grube fahren.
31. Diese wird Pharao sehen und sich trösten mit all seinem Volk, die
unter ihm mit dem Schwert erschlagen sind, und mit seinem ganzen Heer,
spricht der HErr HErr.
32. Denn es soll sich auch einmal alle Welt vor mir fürchten, daß
Pharao und alle seine Menge soll liegen unter den Unbeschnittenen und
mit dem Schwert Erschlagenen, spricht der HErr HErr.
1. Und des HErrn Wort geschah zu mir und sprach:
2. Du Menschenkind, predige wider dein Volk und sprich zu ihnen: Wenn
ich ein Schwert über das Land führen würde, und das Volk im Lande nähme
einen Mann unter ihnen und machten ihn zu ihrem Wächter,
3. und er sähe das Schwert kommen über das Land und bliese die
Trommete und warnete das Volk:
4. wer nun der Trommeten Hall hörete und wollte sich nicht warnen
lassen, und das Schwert käme und nähme ihn weg, desselben Blut sei auf
seinem Kopf;
5. denn er hat der Trommeten Hall gehöret und hat sich dennoch nicht
warnen lassen; darum sei sein Blut auf ihm. Wer sich aber warnen läßt,
der wird sein Leben davonbringen.
6. Wo aber der Wächter sähe das Schwert kommen und die Trommete nicht
bliese noch sein Volk warnete, und das Schwert käme und nähme etliche
weg: dieselben würden wohl um ihrer Sünde willen weggenommen, aber ihr
Blut will ich von des Wächters Hand fordern.
7. Und nun, du Menschenkind, ich habe dich zu einem Wächter gesetzt
über das Haus Israel, wenn du etwas aus meinem Munde hörest, daß du sie
von meinetwegen warnen sollst.
8. Wenn ich nun zu dem Gottlosen sage: Du Gottloser mußt des Todes
sterben, und du sagst ihm solches nicht, daß sich der Gottlose warnen
lasse vor seinem Wesen, so wird wohl der Gottlose um seines gottlosen
Wesens willen sterben, aber sein Blut will ich von deiner Hand fordern.
9. Warnest du aber den Gottlosen vor seinem Wesen, daß er sich davon
bekehre, und er sich nicht will von seinem Wesen bekehren, so wird er
um seiner Sünde willen sterben, und du hast deine Seele errettet.
10. Darum, du Menschenkind, sage dem Hause Israel: Ihr sprechet also:
Unsere Sünden und Missetaten liegen auf uns, daß wir darunter vergehen;
wie können wir denn leben?
11. So sprich zu ihnen: So wahr als ich lebe; spricht der HErr HErr,
ich habe keinen Gefallen am Tode des Gottlosen, sondern daß sich der
Gottlose bekehre von seinem Wesen und lebe. So bekehret euch doch nun
von eurem bösen Wesen! Warum wollt ihr sterben, ihr vom Hause Israel?
12. Und du, Menschenkind, sprich zu deinem Volk: Wenn ein Gerechter
Böses tut, so wird's ihm nicht helfen, daß er fromm gewesen ist; und
wenn ein Gottloser fromm wird, so soll's ihm nicht schaden, daß er
gottlos gewesen ist. So kann auch der Gerechte nicht leben, wenn er
sündiget.
13. Denn wo ich zu dem Gerechten spreche, er soll leben, und er
verläßt sich auf seine Gerechtigkeit und tut Böses, so soll all seiner
Frömmigkeit nicht gedacht werden, sondern er soll sterben in seiner
Bosheit, die er tut.
14. Und wenn ich zum Gottlosen spreche, er soll sterben, und er
bekehret sich von seiner Sünde und tut, was recht und gut ist,
15. also daß der Gottlose das Pfand wiedergibt und bezahlet, was er
geraubet hat, und nach dem Wort des Lebens wandelt, daß er kein Böses
tut, so soll er leben und nicht sterben,
16. und aller seiner Sünden; die er getan hat, soll nicht gedacht
werden; denn er tut nun, was recht und gut ist; darum soll er leben.
17. Noch spricht dein Volk: Der HErr urteilet nicht recht, so sie doch
unrecht haben.
18. Denn wo der Gerechte sich kehret von seiner Gerechtigkeit und tut
Böses, so stirbt er ja billig darum;
19. und wo sich der Gottlose bekehret von seinem gottlosen Wesen und
tut, was recht und gut ist, so soll er ja billig leben.
20. Noch sprechet ihr: Der HErr urteilet nicht recht, so ich doch euch
vom Hause Israel einen jeglichen nach seinem Wesen urteile.
21. Und es begab sich im zwölften Jahr unsers Gefängnisses, am fünften
Tage des zehnten Monden, kam zu mir ein Entronnener von Jerusalem und
sprach: Die Stadt ist geschlagen.
22. Und die Hand des HErrn war über mir des Abends, ehe der Entronnene
kam, und tat mir meinen Mund auf, bis er zu mir kam des Morgens, und
tat mir meinen Mund auf, also daß ich nicht mehr schweigen konnte.
23. Und des HErrn Wort geschah zu mir und sprach:
24. Du Menschenkind, die Einwohner dieser Wüste im Lande Israel
sprechen also: Abraham war ein einiger Mann und erbte dies Land; unser
aber ist viel, so haben wir ja das Land billiger.
25. Darum sprich zu ihnen: So spricht der HErr HErr: Ihr habt Blut
gefressen und eure Augen zu den Götzen aufgehoben und Blut vergossen;
und ihr meinet, ihr wollet das Land besitzen?
26. Ja, ihr fahret immer fort mit Morden und übet Greuel, und einer
schändet dem andern sein Weib, und meinet, ihr wollet das Land besitzen?
27. So sprich zu ihnen: So spricht der HErr HErr: So wahr ich lebe,
sollen alle, so in den Wüsten wohnen, durchs Schwert fallen, und was
auf dem Felde ist, will ich den Tieren zu fressen geben; und die in
Festungen und Höhlen sind, sollen an der Pestilenz sterben.
28. Denn ich will das Land gar verwüsten und seiner Hoffart und Macht
ein Ende machen, daß das Gebirge Israel so wüst werde, daß niemand
dadurchgehe.
29. Und sollen erfahren, daß ich der HErr bin, wenn ich das Land gar
verwüstet habe um aller ihrer Greuel willen, die sie üben.
30. Und du, Menschenkind, dein Volk redet wider dich an den Wänden und
unter den Haustüren und spricht je einer zum andern: Lieber, kommt und
laßt uns hören, was der HErr sage!
31. Und sie werden zu dir kommen in die Versammlung und vor dir sitzen
als mein Volk und werden deine Worte hören, aber nichts danach tun,
sondern werden dich anpfeifen und gleichwohl fortleben nach ihrem Geiz.
32. Und siehe, du mußt ihr Liedlein sein, das sie gerne singen und
spielen werden. Also werden sie deine Worte hören und nichts danach tun.
33. Wenn es aber kommt, was kommen soll, siehe, so werden sie
erfahren, daß ein Prophet unter ihnen gewesen sei.
1. Und des HErrn Wort geschah zu mir und sprach:
2. Du Menschenkind, weissage wider die Hirten Israels, weissage und
sprich zu ihnen: So spricht der HErr HErr: Wehe den Hirten Israels, die
sich selbst weiden! Sollen nicht die Hirten die Herde weiden?
3. Aber ihr fresset das Fette und kleidet euch mit der Wolle und
schlachtet das Gemästete; aber die Schafe wollet ihr nicht weiden.
4. Der Schwachen wartet ihr nicht und die Kranken heilet ihr nicht,
das Verwundete verbindet ihr nicht, das Verirrete holet ihr nicht und
das Verlorene suchet ihr nicht, sondern streng und hart herrschet ihr
über sie.
5. Und meine Schafe sind zerstreuet, als die keinen Hirten haben, und
allen wilden Tieren zur Speise worden und gar zerstreuet
6. und gehen irre hin und wieder auf den Bergen und auf den hohen
Hügeln und sind auf dem ganzen Lande zerstreuet, und ist niemand, der
nach ihnen frage, oder ihrer achte.
7. Darum höret, ihr Hirten, des HErrn Wort!
8. So wahr ich lebe, spricht der HErr HErr, weil ihr meine Schafe
lasset zum Raube und meine Herde allen wilden Tieren zur Speise werden,
weil sie keinen Hirten haben, und meine Hirten nach meiner Herde nicht
fragen, sondern sind solche Hirten, die sich selbst weiden, aber meine
Schafe wollen sie nicht weiden,
9. darum, ihr Hirten, höret des HErrn Wort!
10. So spricht der HErr HErr: Siehe, ich will an die Hirten und will
meine Herde von ihren Händen fordern; und will's mit ihnen ein Ende
machen, daß sie nicht mehr sollen Hirten sein und sollen sich nicht
mehr selbst weiden. Ich will meine Schafe erretten aus ihrem Maul, daß
sie sie forthin nicht mehr fressen sollen.
11. Denn so spricht der HErr HErr: Siehe, ich will mich meiner Herde
selbst annehmen und sie suchen.
12. Wie ein Hirte seine Schafe suchet, wenn sie von seiner Herde
verirret sind, also will ich meine Schafe suchen und will sie erretten
von allen Örtern, dahin sie zerstreuet waren, zur Zeit, da es trübe und
finster war.
13. Ich will sie von allen Völkern ausführen und aus allen Ländern
versammeln und will sie in ihr Land führen; und will sie weiden auf den
Bergen Israels und in allen Auen und auf allen Angern des Landes.
14. Ich will sie auf die beste Weide führen, und ihre Hürden werden
auf den hohen Bergen in Israel stehen; daselbst werden sie in sanften
Hürden liegen und fette Weide haben auf den Bergen Israels.
15. Ich will selbst meine Schafe weiden und ich will sie lagern,
spricht der HErr HErr.
16. Ich will das Verlorne wieder suchen und das Verirrete
wiederbringen und das Verwundete verbinden und des Schwachen warten;
und was fett und stark ist, will ich behüten, und will ihrer pflegen,
wie es recht ist.
17. Aber zu euch, meine Herde, spricht der HErr HErr also: Siehe, ich
will richten zwischen Schaf und Schaf und zwischen Widdern und Böcken.
18. Ist's nicht genug, daß ihr so gute Weide habt und so überflüssig,
daß ihr's mit Füßen tretet, und so schöne Borne zu trinken, so
überflüssig, daß ihr dareintretet und sie trübe machet,
19. daß meine Schafe essen müssen, was ihr mit euren Füßen zertreten
habt, und trinken, was ihr mit euren Füßen trübe gemacht habt?
20. Darum so spricht der HErr HErr zu ihnen: Siehe, ich will richten
zwischen den fetten und magern Schafen,
21. darum daß ihr lecket mit den Füßen und die Schwachen von euch
stoßet mit euren Hörnern, bis ihr sie alle von euch zerstreuet.
22. Und ich will meiner Herde helfen, daß sie nicht mehr sollen zum
Raube werden, und will richten zwischen Schaf und Schaf.
23. Und ich will ihnen einen einigen Hirten erwecken, der sie weiden
soll, nämlich meinen Knecht David. Der wird sie weiden und soll ihr
Hirte sein.
24. Und ich, der HErr, will ihr GOtt sein; aber mein Knecht David soll
der Fürst unter ihnen sein. Das sage ich, der HErr.
25. Und ich will einen Bund des Friedens mit ihnen machen und alle
bösen Tiere aus, dem Lande ausrotten, daß sie sicher wohnen sollen in
der Wüste und in den Wäldern schlafen.
26. Ich will sie und alle meine Hügel umher segnen und auf sie regnen
lassen zu rechter Zeit. Das sollen gnädige Regen sein,
27. daß die Bäume auf dem Felde ihre Früchte bringen, und das Land
sein Gewächs geben wird; und sie sollen sicher auf dem Lande wohnen und
sollen erfahren, daß ich der HErr bin, wenn ich ihr Joch zerbrochen und
sie errettet habe von der Hand derer, denen sie dienen mußten.
28. Und sie sollen nicht mehr den Heiden zum Raube werden, und kein
Tier auf Erden soll sie mehr fressen, sondern sollen sicher wohnen ohne
alle Furcht.
29. Und ich will ihnen eine berühmte Pflanze erwecken, daß sie nicht
mehr sollen Hunger leiden im Lande und ihre Schmach unter den Heiden
nicht mehr tragen sollen.
30. Und sollen erfahren, daß ich, der HErr, ihr GOtt, bei ihnen bin,
und daß sie vom Hause Israel mein Volk seien, spricht der HErr HErr.
31. Ja, ihr Menschen sollt die Herde meiner Weide sein, und ich will
euer GOtt sein, spricht der HErr HErr.
1. Und des HErrn Wort geschah zu mir und sprach:
2. Du Menschenkind, richte dein Angesicht wider das Gebirge Seir und
weissage dawider
3. und sprich zum selbigen: So spricht der HErr HErr: Siehe, ich will
an dich, du Berg Seir, und meine Hand wider dich ausstrecken und will
dich gar wüst machen.
4. Ich will deine Städte öde machen, daß du sollst zur Wüste werden
und erfahren, daß ich der HErr bin,
5. darum daß ihr ewige Feindschaft traget wider die Kinder Israel und
triebet sie ins Schwert, da es ihnen übel ging und ihre Sünde ein Ende
hatte.
6. Darum, so wahr ich lebe, spricht der HErr HErr, will ich dich auch
blutend machen, und sollst dem Blute nicht entrinnen; weil du Lust zu
Blut hast, sollst du dem Blute nicht entrinnen.
7. Und ich will den Berg Seir wüst und öde machen, daß niemand darauf
wandeln noch gehen soll.
8. Und will sein Gebirge und alle Hügel, Täler und alle Gründe voll
Toter machen, die durchs Schwert sollen erschlagen daliegen.
9. Ja, zu einer ewigen Wüste will ich dich machen, daß niemand in
deinen Städten wohnen soll, und sollt erfahren daß ich der HErr bin.
10. Und darum daß du sprichst: Diese beiden Völker mit beiden Ländern
müssen mein werden und wir wollen sie einnehmen, obgleich der HErr da
wohnet,
11. darum, so wahr ich lebe, spricht der HErr HErr, will ich nach
deinem Zorn und Haß mit dir umgehen, wie du mit ihnen umgegangen bist
aus lauterm Haß und will bei ihnen bekannt werden, wenn ich dich
gestraft habe,
12. und sollst erfahren, daß ich, der HErr, aIl dein Lästern gehöret
habe; so du geredet hast wider das Gebirge Israel und gesagt: Sie. sind
verwüstet und uns zu verderben gegeben.
13. Und habt euch wider mich gerühmet und heftig wider mich geredet;
das hab‘ ich gehöret.
14. So spricht nun der HErr HErr: Ich will dich zur Wüste machen, daß
sich alles Land freuen soll.
15. Und wie du dich gefreuet hast über dem Erbe des Hauses Israel,
darum daß es war wüst worden, ebenso will ich mit dir tun, daß der Berg
Seir wüst sein muß samt dem ganzen Edom; und sollen erfahren, daß ich
der HErr bin.
1. Und du, Menschenkind, weissage den Bergen Israels und sprich: Höret
des HErrn Wort, ihr Berge Israels!
2. So spricht der HErr HErr: Darum daß der Feind über euch rühmet:
Heh, die ewigen Höhen sind nun unser Erbe worden!
3. darum weissage und sprich: So spricht der HErr HErr: Weil man euch
allenthalben verwüstet und vertilget, und seid den übrigen Heiden
zuteil worden und seid den Leuten ins Maul kommen und ein böses
Geschrei worden,
4. darum höret, ihr Berge Israels, das Wort des HErrn HErrn! So
spricht der HErr HErr beide, zu den Bergen und Hügeln; zu den Bächen
und Tälern, zu den öden Wüsten und verlassenen Städten, welche den
übrigen Heiden ringsumher zum Raub und Spott worden sind;
5. ja, so spricht der HErr HErr: Ich hab‘ ich meinem feurigen Eifer
geredet wider die übrigen Heiden und wider das ganze Edom, welche mein
Land eingenommen haben mit Freuden von ganzem Herzen und mit
Hohnlachen, dasselbige zu verheeren und plündern.
6. Darum weissage von dem Lande Israel und sprich zu den Bergen und
Hügeln, zu den Bächen und Tälern: So spricht der HErr HErr: Siehe, ich
hab‘ in meinem Eifer und Grimm geredet, weil ihr (solche) Schmach von
den Heiden tragen müsset.
7. Darum spricht der HErr HErr also: Ich hebe meine Hand auf, daß eure
Nachbarn, die Heiden umher, ihre Schande wieder tragen sollen.
8. Aber ihr Berge Israels sollt wieder grünen und eure Frucht bringen
meinem Volk Israel; und soll in kurzem geschehen.
9. Denn siehe, ich will mich wieder zu euch wenden und euch ansehen,
daß ihr gebauet und besäet werdet,
10. und will bei euch der Leute viel machen, das ganze Israel
allzumal; und die Städte sollen wieder bewohnet und die Wüsten erbauet
werden.
11. Ja, ich will bei euch der Leute und des Viehes viel machen, daß
ihr euch .mehren und wachsen sollet. Und ich will euch wieder
einsetzen, da ihr vorhin wohnetet; und will euch mehr Gutes tun denn
zuvor je; und sollet erfahren, daß ich der HErr sei.
12. Ich will euch Leute herzubringen, die mein Volk Israel sollen
sein, die werden dich besitzen; und sollst ihr Erbteil sein und sollst
nicht mehr ohne Erben sein.
13. So spricht der HErr HErr: Weil man das von euch sagt: Du hast
Leute gefressen und hast dein Volk ohne Erben gemacht,
14. darum sollst du (nun) nicht mehr Leute fressen, noch dein Volk
ohne Erben machen, spricht der HErr HErr.
15. Und ich will dich nicht mehr lassen hören die Schmach der Heiden;
und sollst den Spott der Heiden nicht mehr tragen und sollst dein Volk
nicht mehr ohne. Erben machen, spricht der HErr HErr.
16. Und des HErrn Wort geschah weiter zu mir:
17. Du Menschenkind, da das Haus Israel in ihrem Lande wohneten und
dasselbige verunreinigten mit ihrem Wesen und Tun, daß ihr Wesen vor
mir war wie die Unreinigkeit eines Weibes in ihrer Krankheit,
18. da schüttete ich meinen Grimm über sie aus um des Bluts willen,
das sie im Lande vergossen und dasselbe verunreiniget hatten durch ihre
Götzen.
19. Und ich zerstreuete sie unter die Heiden und zerstäubte sie in die
Länder und richtete sie nach ihrem Wesen und Tun. .
20. Und hielten sich wie die Heiden, dahin sie kamen, und entheiligten
meinen heiligen Namen, daß man von ihnen sagte: Ist das des HErrn Volk,
das aus seinem Lande hat müssen ziehen?
21. Aber ich verschonete um meines heiligen Namens willen, welchen das
Haus Israel entheiligte unter den Heiden, dahin sie kamen.
22. Darum sollst du zum Hause Israel sagen: So spricht der HErr HErr:
Ich tue es nicht um euretwillen, ihr vom Hause Israel, sondern um
meines heiligen Namens willen, welchen ihr entheiliget habt unter den
Heiden, zu welchen ihr kommen seid.
23. Denn ich will meinen großen Namen, der durch euch vor den Heiden
entheiliget ist, den ihr unter denselbigen entheiliget habt, heilig
machen. Und die Heiden sollen erfahren, daß ich der HErr sei, spricht
der HErr HErr, wenn ich mich vor ihnen an euch erzeige, daß ich heilig
sei.
24. Denn ich will euch aus den Heiden holen und euch aus allen Landen
versammeln und wieder in euer Land führen.
25. Und will rein Wasser über euch sprengen, daß ihr rein werdet von
aller eurer Unreinigkeit, und von allen euren Götzen will ich euch
reinigen.
26. Und ich will euch ein neu Herz und einen neuen Geist in euch
geben; und will das steinerne Herz aus eurem Fleisch wegnehmen und euch
ein fleischern Herz geben.
27. Ich will meinen Geist in euch geben und will solche Leute aus euch
machen, die in meinen Geboten wandeln und meine Rechte halten und
danach tun.
28. Und ihr sollet wohnen im Lande, das ich euren Vätern gegeben habe,
und sollet mein Volk sein, und ich will euer GOtt sein.
29. Ich will euch von aller eurer Unreinigkeit losmachen und will dem
Korn rufen und will es mehren und will euch keine Teurung kommen lassen:
30. Ich will die Früchte auf den Bäumen und das Gewächs auf dem Felde
mehren, daß euch die Heiden nicht mehr spotten mit der Teurung.
31. Alsdann werdet ihr an euer böses Wesen gedenken und eures Tuns,
das nicht gut war, und wird euch eure Sünde und Abgötterei gereuen.
32. Solches will ich tun, nicht um euretwillen, spricht der HErr HErr,
daß ihr es wisset, sondern ihr werdet euch müssen schämen und schamrot
werden, ihr vom Hause Israel, über eurem Wesen.
33. So spricht der HErr HErr: Zu der Zeit, wenn ich euch reinigen
werde von allen euren Sünden, so will ich die Städte wieder besetzen,
und die Wüsten sollen wieder gebauet werden.
34. Das verwüstete Land soll wieder gepflüget werden, dafür, daß es
verheeret war, daß es sehen sollen alle, die dadurch gehen,
35. und sagen: Dies Land war verheeret, und jetzt ist‘s wie ein
Lustgarten, und diese Städte waren zerstöret, öde und zerrissen und
stehen nun fest gebauet.
36. Und die übrigen Heiden um euch her sollen erfahren, daß ich der
HErr bin, der da bauet, was zerrissen ist, und pflanzet, was verheeret
war. Ich, der HErr, sage es und tue es auch.
37. So spricht der HErr HErr: Ich will mich wieder fragen lassen vom
Hause Israel, daß ich mich an ihnen erzeige; und ich will sie mehren
wie eine Menschenherde.
38. Wie eine heilige Herde, wie eine Herde zu Jerusalem auf ihren
Festen; so sollen die verheerten Städte voll Menschenherden werden; und
sollen erfahren, daß ich der HErr bin.
1. Und des HErrn Hand kam über mich und führete mich hinaus im Geist
des HErrn und stellete mich auf ein weit Feld, das voller Beine lag.
2. Und er führete mich allenthalben dadurch. Und siehe, (des Gebeins)
lag sehr viel auf dem Felde; und siehe, sie waren sehr verdorret.
3. Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, meinest du auch, daß diese
Beine wieder lebendig werden? Und ich sprach: HErr HErr, das weißt du
wohl.
4. Und er sprach zu mir: Weissage von diesen Beinen und sprich zu
ihnen: Ihr verdorreten Beine, höret des HErrn Wort!
5. So spricht der HErr HErr von diesen Gebeinen: Siehe, ich will einen
Odem in euch bringen, daß ihr sollt lebendig werden.
6. Ich will euch Adern geben und Fleisch lassen über euch wachsen und
mit Haut überziehen; und will euch Odem geben, daß ihr wieder lebendig
werdet; und sollt erfahren, daß ich der HErr bin.
7. Und ich weissagte, wie mir befohlen war; und siehe, da rauschte es,
als ich weissagte; und siehe, es regte sich! Und die Gebeine kamen
wieder zusammen, ein jegliches zu seinem Gebein.
8. Und ich sah, und siehe, es wuchsen Adern und Fleisch darauf, und er
überzog sie mit Haut; es war aber noch kein Odem in ihnen.
9. Und er sprach zu mir: Weissage zum Winde; weissage, du
Menschenkind, und sprich zum Winde: So spricht der HErr HErr: Wind,
komm herzu aus den vier Winden und blase diese Getöteten an, daß sie
wieder lebendig werden!
10. Und ich weissagte, wie er mir befohlen hatte. Da kam Odem in sie,
und sie wurden wieder lebendig und richteten sich auf ihre Füße. Und
ihrer war ein sehr groß Heer.
11. Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, diese Beine sind das ganze
Haus Israel. Siehe, jetzt sprechen sie: Unsere Beine sind verdorret,
und unsere Hoffnung ist verloren, und ist aus mit uns.
12. Darum weissage und sprich zu ihnen: So spricht der HErr HErr:
Siehe, ich will eure Gräber auftun und will euch, mein Volk, aus
denselben herausholen und euch ins Land Israel bringen;
13. und sollt erfahren, daß ich der HErr bin, wenn ich eure Gräber
geöffnet und euch, mein Volk, aus denselben, gebracht habe.
14. Und ich will meinen Geist in euch geben, daß ihr wieder leben
sollt; und will euch in euer Land setzen, und sollt erfahren, daß ich
der HErr bin. Ich rede es und tue es auch, spricht der HErr.
15. Und des HErrn Wort geschah zu mir und sprach:
16. Du Menschenkind, nimm dir ein Holz und schreibe darauf: Des Juda
und der Kinder Israel samt ihren Zugetanen. Und nimm noch ein Holz und
schreibe darauf: Des Joseph, nämlich das Holz Ephraim, und des ganzen
Hauses Israel samt ihren Zugetanen,
17. und tue eins zum andern zusammen, daß ein Holz werde in deiner Hand.
18. So nun dein Volk zu dir wird sagen und sprechen: Willst du uns
nicht zeigen, was du damit meinest?
19. so sprich zu ihnen: So spricht der HErr HErr: Siehe, ich will das
Holz Josephs, welches ist in Ephraims Hand, nehmen, samt ihren
Zugetanen, den Stämmen Israels, und will sie zu dem Holz Judas tun und
ein Holz daraus machen, und sollen eins in meiner Hand sein.
20. Und sollst also die Hölzer, darauf du geschrieben hast, in deiner
Hand halten; daß sie zusehen.
21. Und sollst zu ihnen sagen: So spricht der HErr HErr: Siehe, ich
will die Kinder Israel holen aus den Heiden,; dahin sie gezogen sind,
und will sie allenthalben sammeln und will sie wieder in ihr Land
bringen.
22. Und will ein einig Volk aus ihnen machen im Lande auf dem Gebirge
Israel, und sie sollen allesamt einen einigen König haben; und sollen
nicht mehr zwei Völker noch in zwei Königreiche zerteilet sein,
23. sollen sich auch nicht mehr verunreinigen mit ihren Götzen und
Greueln und allerlei Sünden. Ich will ihnen heraushelfen aus allen
Orten, da sie gesündiget haben, und will sie reinigen, und sollen mein
Volk sein, und ich will ihr GOtt sein.
24. Und mein Knecht David soll ihr König und ihrer aller einiger Hirte
sein. Und sollen wandeln in meinen Rechten und meine Gebote halten und
danach tun.
25. Und sie sollen wieder im Lande wohnen, das ich meinem Knechte
Jakob gegeben habe, darinnen eure Väter gewohnet haben. Sie und ihre
Kinder und Kindeskinder sollen darin wohnen ewiglich; und mein Knecht
David soll ewiglich ihr Fürst sein.
26. Und ich will mit ihnen einen Bund des Friedens machen, das soll
ein ewiger Bund sein mit ihnen; und will sie erhalten und mehren, und
mein Heiligtum soll unter ihnen sein ewiglich.
27. Und ich will unter ihnen wohnen und will ihr GOtt sein, und sie
sollen mein Volk sein,
28. daß auch die Heiden sollen erfahren, daß ich der HErr bin, der
Israel heilig macht, wenn mein Heiligtum ewiglich unter ihnen sein wird.
1. Und des HErrn Wort geschah zu mir und sprach:
2. Du Menschenkind, wende dich gegen Gog, der im Lande Magog ist und
der oberste Fürst ist in Mesech und Thubal, und weissage von ihm
3. und sprich: So spricht der HErr HErr: Siehe, ich will an dich, Gag,
der du der oberste Fürst bist aus den Herren in Mesech und Thubal.
4. Siehe, ich will dich herumlenken und will dir einen Zaum ins Maul
legen und will dich herausführen mit all deinem Heer, Roß und Mann, die
alle wohlgekleidet sind, und ist ihrer ein großer Haufe, die alle
Tartschen und Schild und Schwert führen.
5. Du führest mit dir Perser, Mohren und Libyer, die alle Schild und
Helme führen,
6. dazu Gomer und all sein Heer samt dem Hause Thogarma, so gegen
Mitternacht liegt, mit all seinem Heer; ja, du führest ein groß Volk
mit dir.
7. Wohlan, rüste dich wohl, du und alle deine Haufen, so bei dir sind;
und sei du ihr Hauptmann!
8. Nach langer Zeit sollst du heimgesucht werden. Zur letzten Zeit
wirst du kommen in das Land, das vom Schwert wiedergebracht und aus
vielen Völkern zusammenkommen ist, nämlich auf die Berge Israels,
welche lange Zeit wüst gewesen sind und nun ausgeführet aus vielen
Völkern und alle sicher wohnen.
9. Du wirst heraufziehen und daherkommen mit großem Ungestüm und wirst
sein wie eine Wolke, das Land zu bedecken, du und all dein Heer und das
große Volk mit dir.
10. So spricht der HErr HErr: Zu der Zeit wirst du dir solches
vornehmen und wirst's böse im Sinn haben
11. und gedenken: Ich will das Land ohne Mauern überfallen und: über
die kommen, so still und sicher wohnen, als die alle ohne Mauern
dasitzen und haben weder Riegel noch Tor,
12. auf daß du rauben und plündern mögest und deine Hand lassen gehen
über die Verstörten, so wieder bewohnet sind, und über das Volk, so aus
den Heiden zusammengerafft ist und sich in die Nahrung und Güter
geschickt hat und mitten im Lande wohnet.
13. Das Reicharabien, Dedan und die Kaufleute auf dem Meer und alle
Gewaltigen, die daselbst sind, werden zu dir sagen: Ich meine ja, du
seiest recht kommen zu rauben, und hast deine Haufen versammelt zu
plündern, auf daß du wegnehmest Silber und Gold und sammelst Vieh und
Güter und großen Raub treibest.
14. Darum so weissage, du Menschenkind, und sprich zu Gog: So spricht
der HErr HErr: Ist's nicht also, daß du wirst merken, wenn mein Volk
Israel sicher wohnen wird?
15. So wirst du kommen aus deinem Ort, nämlich von den Enden gegen
Mitternacht, du und ein groß Volk mit dir, alle zu Roß, ein großer
Haufe und ein mächtiges Heer.
16. Und wirst heraufziehen über mein Volk Israel wie eine Wolke, das
Land zu bedecken. Solches wird zur letzten Zeit geschehen. Ich will
dich aber darum in mein Land kommen lassen, auf daß die Heiden mich
erkennen, wie ich an dir, o Gog, geheiliget werde vor ihren Augen;
17. So spricht der HErr HErr: Du bist's, von dem ich vorzeiten gesagt
habe durch meine Diener, die Propheten in Israel, die zur selbigen Zeit
weissagten, daß ich dich über sie kommen lassen wollte.
18. Und es wird geschehen zur Zeit, wenn Gog kommen wird über das Land
Israel, spricht der HErr HErr, wird heraufziehen mein Zorn in meinem
Grimm.
19. Und ich rede solches in meinem Eifer und im Feuer meines Zorns.
Denn zur selbigen Zeit wird groß Zittern sein im Lande Israel,
20. daß vor meinem Angesicht zittern sollen die Fische im Meer, die
Vögel unter dem Himmel, das Vieh auf dem Felde und alles, was sich regt
und wegt auf dem Lande, und alle Menschen, so auf der Erde sind; und
sollen die Berge umgekehret werden, und die Wände und alle Mauern zu
Boden fallen.
21. Ich will aber über ihn rufen das Schwert auf allen meinen Bergen,
spricht der HErr HErr, daß eines jeglichen Schwert soll wider den
andern sein.
22. Und ich will ihn richten mit Pestilenz und Blut und will regnen
lassen Platzregen mit Schloßen, Feuer und Schwefel über ihn und sein
Heer und über das große Volk, das mit ihm ist.
23. Also will ich denn herrlich, heilig und bekannt werden vor vielen
Heiden, daß sie erfahren sollen, daß ich der HErr bin.
1. Und du, Menschenkind, weissage wider Gog und sprich: Also spricht
der HErr HErr: Siehe, ich will an dich, Gog, der du der oberste Fürst
bist in Mesech und Thubal.
2. Siehe, ich will dich herumlenken und locken und aus den Enden von
Mitternacht bringen und auf die Beige Israels kommen lassen.
3. Und will dir den Bogen aus deiner linken Hand schlagen und deine
Pfeile aus deiner rechten Hand werfen.
4. Auf den Bergen Israels sollst du niedergelegt werden, du mit all
deinem Heer und mit dem Volk, das bei dir ist. Ich will dich den
Vögeln, woher sie fliegen, und den Tieren auf dem Felde zu fressen geben.
5. Du sollst auf dem Felde daniederliegen; denn ich, der HErr HErr,
hab es gesagt.
6. Und ich will Feuer werfen über Magog und über die, so in den Inseln
sicher wohnen; und sollen's erfahren, daß ich der HErr bin.
7. Denn ich will meinen heiligen Namen kundmachen unter meinem Volk
Israel und will meinen heiligen Namen nicht länger schänden lassen,
sondern die Heiden sollen erfahren, daß ich der HErr bin, der Heilige
in Israel.
8. Siehe, es ist schon kommen und geschehen, spricht der HErr HErr;
das ist der Tag, davon ich geredet habe.
9. Und die Bürger in den Städten Israels werden herausgehen und Feuer
machen und verbrennen die Waffen, Schilde, Tartschen, Bogen, Pfeile,
Fauststangen und langen Spieße und werden sieben Jahre lang Feuerwerk
damit halten,
10. daß sie nicht dürfen Holz auf dem Felde holen noch im Walde hauen,
sondern von den Waffen werden sie Feuer halten; und sollen rauben; von
denen sie beraubt sind, und plündern, von denen sie geplündert sind,
spricht der HErr HErr.
11. Und soll zu der Zeit geschehen, da will ich Gog einen Ort geben
zum Begräbnis in Israel, nämlich das Tal, da man gehet am Meer gegen
Morgen, also daß die, so vorübergehen, sich davor scheuen werden, weil
man daselbst Gog mit seiner Menge begraben hat; und soll heißen Gogs
Haufental.
12. Es wird sie aber das Haus Israel begraben sieben Monden lang,
damit das Land gereiniget werde.
13. Ja, alles Volk im Lande wird an ihnen zu begraben haben, und
werden Ruhm davon haben, daß ich des Tages meine Herrlichkeit erzeiget
habe, spricht der HErr HErr.
14. Und sie werden Leute aussondern, die stets im Lande umhergehen und
mit denselbigen die Totengräber, zu begraben die Übrigen auf dem Lande,
auf daß es gereiniget werde; nach sieben Monden werden sie forschen.
15. Und die, so im Lande umhergehen und etwa eines Menschen Bein
sehen, werden dabei ein Mal aufrichten, bis es die Totengräber auch in
Gogs Haufental begraben.
16. So soll auch die Stadt heißen Hamona. Also werden sie das Land
reinigen.
17. Nun, du Menschenkind, so spricht der HErr HErr: Sage allen Vögeln,
woher sie fliegen, und allen Tieren auf dem Felde: Sammelt euch und
kommt her! Findet euch allenthalben her zuhauf zu meinem Schlachtopfer,
das ich euch schlachte, ein groß Schlachtopfer auf den Bergen Israels,
und fresset Fleisch und saufet Blut!
18. Fleisch der Starken sollt ihr fressen und Blut der Fürsten auf
Erden sollt ihr saufen, der Widder, der Hammel, der Böcke, der Ochsen,
die allzumal feist und wohlgemästet sind.
19. Und sollt das Fette fressen, daß ihr voll werdet, und das Blut
saufen, daß ihr trunken werdet von dem Schlachtopfer, das ich euch
schlachte.
20. Sättiget euch nun über meinem Tisch von Rossen und Reitern, von
Starken und allerlei Kriegsleuten, spricht der HErr HErr.
21. Und ich will meine Herrlichkeit unter die Heiden bringen, daß alle
Heiden sehen sollen mein Urteil, das ich habe ergehen lassen, und meine
Hand, die ich an sie gelegt habe,
22. und also das Haus Israel erfahre, daß ich, der HErr, ihr GOtt bin,
von dem Tage und hinfürder,
23. und die Heiden erfahren, wie das Haus Israel um seiner Missetat
willen sei weggeführet, und daß sie sich an mir versündiget hatten.
Darum habe ich mein Angesicht vor ihnen verborgen und habe sie
übergeben in die Hände ihrer Widersacher, daß sie allzumal durchs
Schwert fallen mußten.
24. Ich habe ihnen getan, wie ihre Sünde und Übertreten verdienet
haben, und also mein Angesicht vor ihnen verborgen.
25. Darum so spricht der HErr HErr: Nun will ich das Gefängnis Jakobs
wenden und mich des ganzen Hauses Israel erbarmen und um meinen
heiligen Namen eifern.
26. Sie aber werden ihre Schmach und alle ihre Sünde, damit sie sich
an mir versündiget haben, tragen, wenn sie nun sicher in ihrem Lande
wohnen, daß sie niemand schrecke,
27. und ich sie wieder aus den Völkern gebracht und aus den Landen
ihrer Feinde versammelt habe und ich in ihnen geheiliget worden bin vor
den Augen vieler Heiden.
28. Also werden sie erfahren, daß ich, der HErr, ihr GOtt bin, der ich
sie habe lassen unter die Heiden wegführen und wiederum in ihr Land
versammeln und nicht einen von ihnen dort gelassen habe.
29. Und will mein Angesicht nicht mehr vor ihnen verbergen; denn ich
habe meinen Geist über das Haus Israel ausgegossen, spricht der HErr
HErr.
1. Im fünfundzwanzigsten Jahr unsers Gefängnisses, im Anfang des
Jahres, am zehnten Tage des Monden, das ist das vierzehnte Jahr,
nachdem die Stadt geschlagen war, eben am selbigen Tage kam des HErrn
Hand über mich und führete mich daselbst hin
2. durch göttliche Gesichte, nämlich ins Land Israel, und stellete
mich auf einen sehr hohen Berg, darauf war es wie eine gebauete Stadt
vom Mittag herwärts.
3. Und da er mich daselbst hingebracht hatte, siehe, da war ein Mann,
des Gestalt war wie Erz; der hatte eine leinene Schnur und eine Meßrute
in seiner Hand und stund unter dem Tor.
4. Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, siehe und höre fleißig zu
und merke eben darauf, was ich dir zeigen will! Denn darum bist du
hergebracht, daß ich dir solches zeige, auf daß du solches alles, was
du hie siehest, verkündigest dem Hause Israel.
5. Und siehe, es ging eine Mauer auswendig am Hause ringsumher. Und
der Mann hatte die Meßrute in der Hand, die war sechs Ellen lang; eine
jegliche Eile war eine Handbreit länger denn eine gemeine Elle. Und er
maß das Gebäude in die Breite eine Rute und in die Höhe auch eine Rute.
6. Und er kam zum Tor, das gegen Morgen lag, und ging hinauf auf
seinen Stufen und maß die Schwellen am Tor, eine jegliche Schwelle eine
Rute breit.
7. Und die Gemächer, so beiderseits neben dem Tor waren, maß er auch,
nach der Länge eine Rute und nach der Breite eine Rute; und der Raum
zwischen den Gemächern war fünf Ellen weit. Und er maß auch die
Schwellen am Tor neben der Halle von inwendig eine Rute.
8. Und er maß die Halle am Tor von inwendig eine Rute.
9. Und maß die Halle am Tor acht Ellen und seine Erker zwo Ellen und
die Halle von inwendig des Tors.
10. Und der Gemächer waren auf jeglicher Seite drei am Tor gegen
Morgen, je eins so weit als das andere; und stunden auf beiden Seiten
Erker, die waren gleich groß.
11. Danach maß er die Weite der Tür im Tor, nämlich zehn Ellen, und
die Länge des Tors dreizehn Ellen.
12. Und vorne an den Gemächern war Raum auf beiden Seiten, je einer
Elle; aber die Gemächer waren je sechs Ellen auf beiden Seiten.
13. Dazu maß er das Tor vom Dache des Gemachs bis zu des Tors Dach,
fünfundzwanzig Ellen breit; und eine Tür stund gegen der andern.
14. Er machte auch Erker sechzig Ellen und vor jeglichem Erker einen
Vorhof am Tor ringsherum.
15. Und bis an die Halle am innern Tor, da man hineingehet, waren
fünfzig Ellen.
16. Und es waren enge Fensterlein an den Gemächern und Erkern
hineinwärts, am Tor ringsumher. Also waren auch Fenster inwendig an den
Hallen herum, und an den Erkern umher war Palmlaubwerk.
17. Und er führete mich weiter zum äußern Vorhof; und siehe, da waren
Kammern und ein Pflaster gemacht im Vorhof herum und dreißig Kammern
auf dem Pflaster.
18. Und es war das höhere Pflaster an den Toren, so lang die Tore
waren, am niedrigen Pflaster.
19. Und er maß die Breite des untern Tors vor dem innern Hofe,
auswendig hundert Ellen, beide, gegen Morgen und Mitternacht.
20. Also maß er auch das Tor, so gegen Mitternacht lag, am äußern
Vorhofe, nach der Länge und Breite.
21. Das hatte auch auf jeder Seite drei Gemächer und hatte auch seine
Erker und Hallen, gleich so groß wie am vorigen Tor, fünfzig Ellen die
Länge und fünfundzwanzig Ellen die Breite.
22. Und hatte auch seine Fenster und seine Hallen und sein
Palmlaubwerk, gleichwie das Tor gegen Morgen; und hatte sieben Stufen,
da man hinaufging, und hatte seine Halle davor.
23. Und es war das Tor am innern Vorhof gegen das Tor, so gegen
Mitternacht und Morgen stund; und maß hundert Ellen von einem Tor zum
andern.
24. Danach führete er mich gegen Mittag, und siehe, da war auch ein
Tor gegen Mittag; und er maß seine Erker und Hallen, gleich als die
andern.
25. Die hatten auch Fenster und Hallen umher, gleichwie jene Fenster,
fünfzig Ellen lang und fünfundzwanzig Ellen breit.
26. Und waren auch sieben Stufen hinauf und eine Halle davor und
Palmlaubwerk an seinen Erkern auf jeglicher Seite.
27. Und er maß auch das Tor am innern Vorhof gegen Mittag, nämlich
hundert Ellen von dem einen Mittagstor zum andern.
28. Und er führete mich weiter durch das Mittagstor in den innern
Vorhof; und maß dasselbe Tor gegen Mittag, gleich so groß wie die andern,
29. mit seinen Gemächern, Erkern und Hallen und mit Fenstern und
Hallen daran, ebenso groß wie jene umher, fünfzig Ellen lang und
fünfundzwanzig Ellen breit.
30. Und es ging eine Halle herum, fünfundzwanzig Ellen lang und fünf
Ellen breit.
31. Dieselbige stund vorne gegen den äußern Vorhof und hatte auch
Palmlaubwerk an den Erkern; es waren aber acht Stufen hinaufzugehen.
32. Danach führete er mich zum innern Tor gegen Morgen und maß
dasselbige, gleich so groß wie die andern,
33. mit seinen Gemächern, Erkern und Hallen und ihren Fenstern und
Hallen umher, gleich so groß wie die andern, fünfzig Ellen lang und
fünfundzwanzig Ellen breit.
34. Und hatte auch eine Halle gegen den äußern Vorhof und Palmlaubwerk
an den Erkern zu beiden Seiten und acht Stufen hinauf.
35. Danach führete er mich zum Tor gegen Mitternacht; das maß er,
gleich so groß wie die andern,
36. mit seinen Gemächern, Erkern und Hallen und ihren Fenstern und
Hallen umher, fünfzig Ellen lang und fünfundzwanzig Ellen breit.
37. Und hatte auch eine Halle gegen den äußern Vorhof und Palmlaubwerk
an den Erkern zu beiden Seiten und acht Stufen hinauf.
38. Und unten an den Erkern an jedem Tor war eine Kammer mit einer
Tür, darin man das Brandopfer wusch.
39. Aber in der Halle vor dem Tor stunden auf jeglicher Seite zween
Tische, darauf man die Brandopfer, Sündopfer und Schuldopfer schlachten
sollte.
40. Und herauswärts zur Seite, da man hinaufgehet zum Tor, gegen
Mitternacht, stunden auch zween Tische und an der andern Seite unter
der Halle des Tors auch zween Tische.
41. Also stunden auf jeder Seite vor dem Tor vier Tische; das sind
acht Tische zuhauf, darauf man schlachtete.
42. Und die vier Tische, zum Brandopfer gemacht, waren aus gehauenen
Steinen, je anderthalb Ellen lang und breit und einer Eile hoch, darauf
man legte allerlei Geräte, damit man Brandopfer und andere Opfer
schlachtete.
43. Und es gingen Leisten herum, hineinwärts gebogen, einer Querhand
hoch. Und auf die Tische sollte man das Opferfleisch legen.
44. Und außen vor dem innern Tor waren Kammern für die Sänger im
innern Vorhofe: eine an der Seite, neben dem Tor zur Mitternacht, die
sah gegen Mittag; die andere zur Seite gegen Morgen, die sah gegen
Mitternacht.
45. Und er sprach zu mir: Die Kammer gegen Mittag gehört den
Priestern, die im Hause dienen sollen;
46. aber die Kammer gegen Mitternacht gehört den Priestern, so auf dem
Altar dienen. Dies sind die Kinder Zadoks, welche allein unter den
Kindern Levi vor den HErrn treten sollen, ihm zu dienen.
47. Und er maß den Platz im Hause, nämlich hundert Ellen lang und
hundert Ellen breit ins Gevierte; und der Altar stund eben vorne vor
dem Tempel.
48. Und er führete mich hinein zur Halle des Tempels und maß die
Halle, fünf Ellen auf jeder Seite, und das Tor drei Ellen weit auf
jeder Seite.
49. Aber die Halle war zwanzig Ellen lang und elf Ellen weit und hatte
Stufen, da man hinaufging; und Pfeiler stunden unten an den Erkern, auf
jeder Seite eine.
1. Und er führete mich hinein in den Tempel und maß die Erker an den
Wänden; die waren zu jeder Seite sechs Ellen weit, so weit das Haus war.
2. Und die Tür war zehn Ellen weit, aber die Wände zu beiden Seiten an
der Tür waren jede fünf Ellen breit. Und er maß den Raum im Tempel; der
hatte vierzig Ellen in die Länge und zwanzig Ellen in die Breite.
3. Und er ging inwendig hinein und maß die Tür, zwo Ellen; und die Tür
hatte sechs Ellen und die Weite der Tür sieben Ellen.
4. Und er maß zwanzig Ellen in die Länge und zwanzig Ellen in die
Breite am Tempel. Und er sprach zu mir: Dies ist das Allerheiligste.
5. Und er maß die Wand des Hauses, sechs Ellen hoch; darauf waren
Gänge allenthalben herum, geteilt in Gemächer, die waren allenthalben
vier Ellen weit.
6. Und derselben Gemächer waren auf jeder Seite dreiunddreißig, je
eins an dem andern; und stunden Pfeiler unten bei den Wänden am Hause
allenthalben herum, die sie trugen.
7. Und über diesen waren noch mehr Gänge umher, und oben waren die
Gänge weiter, daß man aus den untern in die mittlern und aus den
mittlern in die obersten ging.
8. Und stund je einer sechs Ellen über dem andern.
9. Und die Weite der obern Gänge war fünf Ellen, und die Pfeiler
trugen die Gänge am Hause.
10. Und es war je von einer Wand am Hause zu der andern zwanzig Ellen.
11. Und es waren zwo Türen an der Schnecke hinauf, eine gegen
Mitternacht, die andere gegen Mittag; und die Schnecke war fünf Ellen
weit.
12. Und die Mauer gegen Abend war fünfundsiebenzig Ellen breit und
neunzig Ellen lang.
13. Und er maß die Länge des Hauses, die hatte durchaus hundert Ellen,
die Mauer und was daran war.
14. Und die Weite vorne am Hause gegen Morgen mit dem, was daran hing,
war auch hundert Ellen.
15. Und er maß die Länge des Gebäudes mit allem, was daran hing, von
einer Ecke bis zur andern; das war auf jeder Seite hundert Ellen mit
dem innern Tempel und Hallen im Vorhofe
16. samt den Türen, Fenstern, Ecken und den dreien Gängen und
Tafelwerk allenthalben herum.
17. Er maß auch, wie hoch von der Erde bis zu den Fenstern war, und
wie breit die Fenster sein sollten; und maß vom Tor bis zum
Allerheiligsten, auswendig und in wendig herum.
18. Und am ganzen Hause herum, von unten an bis oben hinauf an der Tür
und an den Wänden, waren Cherubim und Palmlaubwerk unter die Cherubim
gemacht.
19. Und ein jeder Cherub hatte zween Köpfe, auf einer Seite wie ein
Menschenkopf, auf der andern Seite wie ein Löwenkopf.
20. Vom Boden an bis hinauf über die Tür waren die Cherubim und die
Palmen geschnitzet, desgleichen an der Wand des Tempels.
21. Und die Tür im Tempel war viereckig, und war alles artig
ineinandergefüget.
22. Und der hölzerne Altar war drei Ellen hoch und zwo Ellen lang und
breit; und seine Ecken und alle seine Seiten waren hölzern. Und er
sprach zu mir: Das ist der Tisch, der vor dem HErrn stehen soll.
23. Und die Tür, beide, am Tempel und am Allerheiligsten,
24. hatte zwei Blätter, die man auf und zu tat.
25. Und waren auch Cherubim und Palmlaubwerk daran, wie an den Wänden.
Und davor waren starke Riegel, gegen der Halle.
26. Und waren enge Fenster und viel Palmlaubwerks herum an der Halle
und an den Wänden.
1. Und er führete mich hinaus zum äußern Vorhof gegen Mitternacht
unter die Kammern, so gegen dem Gebäude, das am Tempel hing, und gegen
dem Tempel zu Mitternacht lagen,
2. welcher Platz hundert Ellen lang war von dem Tor an gegen
Mitternacht und fünfzig Ellen breit.
3. Zwanzig Ellen waren gegen dem innern Vorhof und gegen dem Pflaster
im äußern Vorhof und dreißig Ellen von einer Ecke zur andern.
4. Und inwendig vor den Kammern war ein Platz zehn Ellen breit vor den
Türen der Kammern, das lag alles gegen Mitternacht.
5. Und über diesen Kammern waren andere, engere Kammern; denn der Raum
auf den untern und mittlern Kammern war nicht groß.
6. Denn es war drei Gemächer hoch, und hatten doch keine Pfeiler, wie
die Vorhöfe Pfeiler hatten, sondern sie waren schlecht
aufeinandergesetzt.
7. Und der äußere Vorhof war umfangen mit einer Mauer, daran die
Kammern stunden; die war fünfzig Ellen lang.
8. Und die Kammern stunden nacheinander, auch fünfzig Ellen lang, am
äußern Vorhofe; aber der Raum vor dem Tempel war hundert Ellen lang;
9. Und unten vor den Kammern war ein Platz gegen Morgen, da man aus
dem äußern Vorhof ging:
10. Und an der Mauer von Morgen an waren auch Kammern.
11. Und war auch ein Platz davor, wie vor jenen Kammern, gegen
Mitternacht; und war alles gleich mit der Länge, Breite und allem, was
daran war, wie droben an jenen.
12. Und gegen Mittag waren auch eben solche Kammern mit ihren Türen;
und vor dem Platz war die Tür gegen Mittag, dazu man kommt von der
Mauer, die gegen Morgen liegt.
13. Und er sprach zu mir: Die Kammern gegen Mitternacht und die
Kammern gegen Mittag gegen dem Tempel, die gehören zum Heiligtum, darin
die Priester essen, wenn sie dem HErrn opfern das allerheiligste Opfer.
Und sollen die allerheiligsten Opfer, nämlich Speisopfer, Sündopfer und
Schuldopfer, daselbst hineinlegen; denn es ist eine heilige Stätte.
14. Und wenn die Priester hineingehen, sollen sie nicht wieder aus dem
Heiligtum gehen in den äußern Vorhof, sondern sollen zuvor ihre
Kleider, darin sie gedienet haben, in denselbigen Kammern weglegen,
denn sie sind heilig; und sollen ihre andern Kleider anlegen und
alsdann heraus unter das Volk gehen.
15. Und da er das Haus inwendig gar gemessen hatte, führete er mich
heraus zum Tor gegen Morgen und maß von demselbigen allenthalben herum.
16. Gegen Morgen maß er fünfhundert Ruten lang
17. und gegen Mitternacht maß er auch fünfhundert Ruten lang,
18. desgleichen gegen Mittag auch fünfhundert Ruten.
19. Und da er kam gegen Abend, maß er auch fünfhundert Ruten lang.
20. Also hatte die Mauer, die er gemessen, ins Gevierte auf jeder
Seite herum fünfhundert Ruten, damit das Heilige von dem Unheiligen
unterschieden wäre.
1. Und er führete mich wieder zum Tor gegen Morgen.
2. Und siehe, die Herrlichkeit des GOttes Israels kam von Morgen und
brausete, wie ein groß Wasser brauset; und es ward sehr licht auf der
Erde von seiner Herrlichkeit.
3. Und war eben wie das Gesicht, das ich gesehen hatte am Wasser
Chebar, da ich kam, daß die Stadt sollte zerstöret werden. Da fiel ich
nieder auf mein Angesicht.
4. Und die Herrlichkeit des HErrn kam hinein zum Hause durchs Tor
gegen Morgen.
5. Da hub mich ein Wind auf und brachte mich in den innern Vorhof; und
siehe, die Herrlichkeit des HErrn erfüllete das Haus.
6. Und ich hörete einen mit mir reden vom Hause heraus. Und ein Mann
stund neben mir,
7. der sprach zu mir: Du Menschenkind, das ist der Ort meines Throns
und die Stätte meiner Fußsohlen, darin ich ewiglich will wohnen unter
den Kindern Israel. Und das Haus Israel soll nicht mehr meinen heiligen
Namen verunreinigen, weder sie noch ihre Könige, durch ihre Hurerei und
durch die Leichen ihrer Könige in ihren Höhen,
8. welche ihre Schwelle an meine Schwelle und ihre Pfosten an meine
Pfosten gesetzt haben, daß nur eine Wand zwischen mir und ihnen war,
und haben also meinen heiligen Namen verunreiniget durch ihre Greuel,
die sie taten, darum ich sie auch in meinem Zorn verzehret habe.
9. Nun aber sollen sie ihre Hurerei und die Leichen ihrer Könige ferne
von mir wegtun; und ich will ewiglich unter ihnen wohnen.
10. Und du, Menschenkind, zeige dem Hause Israel den Tempel an, daß
sie sich schämen ihrer Missetat, und laß sie ein reinlich Muster davon
nehmen.
11. Und wenn sie sich nun alles ihres Tuns schämen, so zeige ihnen die
Weise und Muster des Hauses und seinen Ausgang und Eingang und alle
seine Weise und alle seine Sitten und alle seine Weise und alle seine
Gesetze und schreibe es ihnen vor, daß sie alle seine Weise und alle
seine Sitten halten und danach tun.
12. Das soll aber das Gesetz des Hauses sein: Auf der Höhe des Berges,
soweit es umfangen hat, soll es das Allerheiligste sein; das ist das
Gesetz des Hauses.
13. Dies ist aber das Maß des Altars nach der Elle, welche einer Hand
breit länger ist denn eine gemeine Elle: Sein Fuß ist eine Elle hoch
und eine Elle breit; und der Altar reicht hinauf bis an den Rand, der
ist eine Spanne breit umher; und das ist seine Höhe.
14. Und von dem Fuß auf der Erde bis an den untern Absatz sind zwo
Ellen hoch und eine Eile breit; aber von demselben kleinem Absatz bis
an den größern Absatz sind's vier Ellen hoch und eine Eile breit.
15. Und der Harel vier Ellen hoch und vom Ariel überwärts vier Hörner.
16. Der Ariel war aber zwölf Ellen lang und zwölf Ellen breit ins
Gevierte.
17. Und der oberste Absatz war vierzehn Ellen lang und vierzehn Ellen
breit ins Gevierte; und ein Rand ging allenthalben umher, einer halben
Elle breit; und sein Fuß war eine Elle hoch, und seine Stufen waren
gegen Morgen.
18. Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, so spricht der HErr HErr:
Dies sollen die Sitten des Altars sein des Tages, da er gemacht ist,
daß man Brandopfer darauf lege und das Blut darauf sprenge.
19. Und den Priestern von Levi aus dem Samen Zadok, die da vor mich
treten, daß sie mir dienen, spricht der HErr HErr, sollst du geben
einen jungen Farren zum Sündopfer.
20. Und von desselben Blut sollst du nehmen und seine vier Hörner
damit besprengen und die vier Ecken an dem obersten Absatz und um die
Leisten herum; damit sollst du ihn entsündigen und versöhnen.
21. Und sollst den Farren des Sündopfers nehmen und ihn verbrennen an
einem Ort im Hause, das dazu verordnet ist, außerdem Heiligtum.
22. Aber am andern Tage sollst du einen Ziegenbock opfern, der ohne
Wandel sei, zu einem Sündopfer und den Altar damit entsündigen, wie er
mit dem Farren entsündiget ist.
23. Und wenn das Entsündigen vollendet ist, sollst du einen jungen
Farren opfern, der ohne Wandel sei, und einen Widder von der Herde ohne
Wandel.
24. Und sollst sie beide vor dem HErrn opfern; und die Priester sollen
Salz darauf streuen und sollen sie also opfern dem HErrn zum Brandopfer.
25. Also sollst du sieben Tage nacheinander täglich einen Bock zum
Sündopfer opfern; und sie sollen einen jungen Farren und einen Widder
von der Herde, die beide ohne Wandel sind, opfern.
26. Und sollen also sieben Tage lang den Altar versöhnen und ihn
reinigen und seine Hände füllen.
27. Und nach denselben Tagen sollen die Priester am achten Tage und
hernach für und für auf dem Altar opfern eure Brandopfer und eure
Dankopfer, so will ich euch gnädig sein, spricht der HErr HErr.
1. Und er führete mich wiederum zu dem Tor des äußern Heiligtums gegen
Morgen; es war aber zugeschlossen.
2. Und der HErr sprach zu mir: Dies Tor soll zugeschlossen bleiben und
nicht aufgetan werden; und soll niemand dadurchgehen, ohne allein der
HErr, der GOtt Israels, soll dadurchgehen; und soll zugeschlossen
bleiben.
3. Doch den Fürsten ausgenommen; denn der Fürst soll darunter sitzen,
das Brot zu essen vor dem HErrn; durch die Halle soll er hineingehen
und durch dieselbige wieder herausgehen.
4. Danach führete er mich zum Tor gegen Mitternacht vor das Haus; und
ich sah, und siehe, des HErrn Haus ward voll der Herrlichkeit des
HErrn; und ich fiel auf mein Angesicht.
5. Und der HErr sprach zu mir: Du Menschenkind, merke eben darauf und
siehe und höre fleißig auf alles, was ich dir sagen will von allen
Sitten und Gesetzen im Hause des HErrn; und merke eben, wie man
hineingehen soll, und auf alle Ausgänge des Heiligtums.
6. Und sage dem ungehorsamen Hause Israel: So spricht der HErr HErr:
Ihr macht's zu viel, ihr vom Hause Israel, mit allen euren Greueln;
7. denn ihr führet fremde Leute, eines unbeschnittenen Herzens und
unbeschnittenen Fleisches, in mein Heiligtum, dadurch ihr mein Haus
entheiliget, wenn ihr mein Brot, Fettes und Blut opfert, und brechet
also meinen Bund mit allen euren Greueln
8. und haltet die Sitten meines Heiligtums nicht, sondern macht euch
selbst neue Sitten in meinem Heiligtum.
9. Darum spricht der HErr HErr also: Es soll kein Fremder eines
unbeschnittenen Herzens und unbeschnittenen Fleisches in mein Heiligtum
kommen aus allen Fremdlingen, so unter den Kindern Israel sind,
10. ja, auch nicht die Leviten, die von mir gewichen sind und samt
Israel von mir irregegangen nach ihren Götzen. Darum sollen sie ihre
Sünde tragen.
11. Sie sollen aber in meinem Heiligtum an den Amtern, den Türen des
Hauses und dem Hause dienen und sollen nur das Brandopfer und andere
Opfer, so das Volk herzubringet, schlachten und vor den Priestern
stehen, daß sie ihnen dienen.
12. Darum daß sie jenen gedienet vor ihren Götzen und dem Hause Israel
ein Ärgernis zur Sünde gegeben haben, darum hab ich meine Hand über sie
ausgestreckt, spricht der HErr HErr, daß sie müssen ihre Sünde tragen.
13. Und sollen nicht zu mir nahen, Priesteramt zu führen, noch kommen
zu einigem meinem Heiligtum, zu dem Allerheiligsten, sondern sollen
ihre Schande tragen und ihre Greuel, die sie geübt haben.
14. Darum hab ich sie zu Hütern gemacht an allem Dienst des Hauses und
zu allem, das man drin tun soll.
15. Aber die Priester aus den Leviten, die Kinder Zadoks, so die
Sitten meines Heiligtums gehalten haben, da die Kinder Israel von mir
abfielen, die sollen vor mich treten und mir dienen und vor mir stehen,
daß sie mir das Fette und Blut opfern, spricht der HErr HErr.
16. Und sie sollen hineingehen in mein Heiligtum und vor meinen Tisch
treten, mir zu dienen und meine Sitten zu halten.
17. Und wenn sie durch die Tore des innern Vorhofs gehen wollen,
sollen sie leinene Kleider anziehen und nichts Wollenes anhaben, weil
sie in den Toren im innern Vorhofe dienen.
18. Und sollen leinenen Schmuck auf ihrem Haupt haben und leinen
Niederkleid uni ihre Lenden; und sollen sich nicht im Schweiß gürten.
19. Und wenn sie etwa zu einem äußern Vorhof zum Volk herausgehen,
sollen sie die Kleider, darin sie gedienet haben, ausziehen und
dieselben in die Kammern des Heiligtums legen und andere Kleider
anziehen und das Volk nicht heiligen in ihren eigenen Kleidern.
20. Ihr Haupt sollen sie nicht bescheren und sollen auch nicht die
Haare frei wachsen lassen, sondern sollen die Haare umher verschneiden.
21. Und soll auch kein Priester keinen Wein trinken, wenn sie in den
innern Vorhof gehen sollen.
22. Und sollen keine Witwe noch Verstoßene zur Ehe nehmen, sondern
Jungfrauen vom Samen des Hauses Israel, oder eines Priesters
nachgelassene Witwe.
23. Und sie sollen mein Volk lehren, daß sie wissen Unterschied zu
halten Zwischen Heiligem und Unheiligem und zwischen Reinem und Unreinem.
24. Und wo eine Sache vor sie kommt, sollen sie stehen und richten und
nach meinen Rechten sprechen und meine Gebote und Sitten halten und
alle meine Feste halten und meine Sabbate heiligen.
25. Und sollen zu keinem Toten gehen und sich verunreinigen, ohne
allein zu Vater und Mutter, Sohn oder Tochter, Bruder oder Schwester,
die noch keinen Mann gehabt habe; über denen mögen sie sich
verunreinigen.
26. Und nach seiner Reinigung soll man ihm zählen sieben Tage.
27. Und wenn er wieder hinein zum Heiligtum gehet in den innern
Vorhof, daß er im Heiligtum diene, so soll er sein Sündopfer opfern,
spricht, der HErr HErr.
28. Aber das Erbteil, das sie haben sollen, das will ich selbst sein.
Darum sollt ihr ihnen kein eigen Land geben in Israel; denn ich bin ihr
Erbteil.
29. Sie sollen ihre Nahrung haben vom Speisopfer, Sündopfer und
Schuldopfer, und alles Verbannte in Israel soll ihr sein.
30. Und alle ersten Früchte und Erstgeburt von allen Hebopfern sollen
der Priester sein. Ihr sollt auch den Priestern die Erstlinge geben von
allem, das man isset, damit der Segen in deinem Hause bleibe.
31. Was aber ein Aas oder zerrissen ist, es sei von Vögeln oder
Tieren, das sollen die Priester nicht essen.
1. Wenn ihr nun das Land durchs Los austeilet, so sollt ihr ein
Hebopfer vom Lande absondern, das dem HErrn heilig sein soll,
fünfundzwanzigtausend (Ruten) lang und zehntausend breit. Der Platz
soll heilig sein, soweit er reicht.
2. Und von diesem sollen zum Heiligtum kommen je fünfhundert (Ruten)
ins Gevierte und dazu ein freier Raum umher fünfzig Ellen.
3. Und auf demselben Platz, der fünfundzwanzigtausend Ruten lang und
zehntausend breit ist, soll das Heiligtum stehen und das Allerheiligste.
4. Das übrige aber vom geheiligten Lande soll den Priestern gehören,
die im Heiligtum dienen und vor den HErrn treten, ihm zu dienen, daß
sie Raum zu Häusern haben, und soll auch heilig sein.
5. Aber die Leviten, so vor dem Hause dienen, sollen auch
fünfundzwanzigtausend (Ruten) lang und zehntausend breit haben zu ihrem
Teil zu zwanzig Kammern.
6. Und der Stadt sollt ihr auch einen Platz lassen für das ganze Haus
Israel, fünftausend (Ruten) breit und fünfundzwanzigtausend lang, neben
dem abgesonderten Platz des Heiligtums.
7. Dem Fürsten aber sollt ihr auch einen Platz geben zu beiden Seiten
zwischen dem Platz der Priester und zwischen dem Platz der Stadt, gegen
Abend und gegen Morgen; und sollen beide gegen Morgen und gegen Abend
gleich lang sein.
8. Das soll sein eigen Teil sein in Israel, damit meine Fürsten nicht
mehr meinem Volk das Ihre nehmen, sondern sollen das Land dem Hause
Israel lassen für ihre Stämme.
9. Denn so spricht der HErr HErr: Ihr habt es lange genug gemacht, ihr
Fürsten Israels; laßt ab vom Frevel und Gewalt und tut, was recht und
gut ist, und tut ab von meinem Volk euer Austreiben, spricht der HErr
HErr.
10. Ihr sollt recht Gewicht und rechte Scheffel und recht Maß haben.
11. Epha und Bath sollen gleich sein, daß ein Bath das zehnte Teil vom
Homer habe und das Epha auch das zehnte Teil vom Homer; denn nach dem
Homer soll man sie beide messen.
12. Aber ein Sekel soll zwanzig Gera haben; und eine Mina macht
zwanzig Sekel, fünfundzwanzig Sekel und fünfzehn Sekel.
13. Das soll nun das Hebopfer sein, das ihr heben sollt, nämlich das
sechste Teil eines Epha von einem Homer Weizen und das sechste Teil
eines Epha von einem Homer Gerste.
14. Und vom Öl sollt ihr geben einen Bath, nämlich je den zehnten Bath
vom Kor und den zehnten vom Homer; denn zehn Bath machen einen Homer.
15. Und je ein Lamm von zweihundert Schafen aus der Herde auf der
Weide Israels zum Speisopfer und Brandopfer und Dankopfer, zur
Versöhnung für sie, spricht der HErr HErr.
16. Alles Volk im Lande soll solch Hebopfer zum Fürsten in Israel
bringen.
17. Und der Fürst soll sein Brandopfer, Speisopfer und Trankopfer
opfern auf die Feste, Neumonden und Sabbate und auf alle hohen Feste
des Hauses Israel, dazu Sündopfer und Speisopfer, Brandopfer und
Dankopfer tun zur Versöhnung für das Haus Israel.
18. So spricht der HErr HErr: Am ersten Tage des ersten Monden sollst
du nehmen einen jungen Farren, der ohne Wandel sei, und das Heiligtum
entsündigen.
19. Und der Priester soll von dem Blut des Sündopfers nehmen und die
Pfosten am Hause damit besprengen und die vier Ecken des Absatzes am
Altar samt den Pfosten am Tor des innern Vorhofs.
20. Also sollst du auch tun am siebenten Tage des Monden, wo jemand
geirret hat oder verführet ist, daß ihr das Haus entsündiget.
21. Am vierzehnten Tage des ersten Monden sollt ihr das Passah halten
und sieben Tage feiern und ungesäuert Brot essen.
22. Und am selbigen Tage soll der Fürst für sich und für alles Volk im
Lande einen Farren zum Sündopfer opfern.
23. Aber die sieben Tage des Festes soll er dem HErrn täglich ein
Brandopfer tun, je sieben Farren und sieben Widder, die ohne Wandel
seien, und je einen Ziegenbock zum Sündopfer.
24. Zum Speisopfer aber soll er je ein Epha zu einem Farren und ein
Epha einem Widder opfern und je ein Hin Öls zu einem Epha.
25. Am fünfzehnten Tage des siebenten Monden soll er sieben Tage
nacheinander feiern, gleichwie jene sieben Tage, und ebenso halten mit
Sündopfer, Brandopfer, Speisopfer samt dem Öl.
1. So spricht der HErr HErr: Das Tor am innern Vorhofe gegen
morgenwärts soll die sechs Werktage zugeschlossen sein; aber am
Sabbattage und am Neumonden soll man's auftun.
2. Und der Fürst soll auswendig unter die Halle des Tors treten und
draußen bei den Pfosten am Tor stehenbleiben. Und die Priester sollen
sein Brandopfer und Dankopfer opfern; er aber soll auf der Schwelle des
Tors anbeten und danach wieder hinausgehen. Das Tor aber soll offen
bleiben bis an den Abend.
3. Desgleichen das Volk im Lande sollen in der Tür desselben Tors
anbeten vor dem HErrn an den Sabbaten und Neumonden.
4. Das Brandopfer aber, so der Fürst vor dem HErrn opfern soll am
Sabbattage, soll sein sechs Lämmer, die ohne Wandel seien, und ein
Widder ohne Wandel
5. und je ein Epha Speisopfer zu einem Widder zum Speisopfer. Zu den
Lämmern aber, soviel seine Hand gibt, zum Speisopfer und je ein Hin Öls
zu einem Epha.
6. Am Neumonden aber soll er einen jungen Farren opfern, der ohne
Wandel sei, und sechs Lämmer und einen Widder, auch ohne Wandel,
7. und je ein Epha zum Farren und je ein Epha zum Widder zum
Speisopfer. Aber zu den Lämmern so viel, als er greift; und je ein Hin
Öls zu einem Epha.
8. Und wenn der Fürst hineingehet, soll er durch die Halle des Tors
hineingehen und desselben Weges wieder herausgehen.
9. Aber das Volk im Lande, so vor den HErrn kommt auf die hohen Feste
und zum Tor gegen Mitternacht hineingehet anzubeten, das soll durch das
Tor gegen Mittag wieder herausgehen; und welche zum Tor gegen Mittag
hineingehen, die sollen zum Tor gegen Mitternacht wieder herausgehen
und sollen nicht wieder zu dem Tor hinausgehen, dadurch sie hinein sind
gegangen, sondern stracks vor sich hinausgehen.
10. Der Fürst aber soll mit ihnen beide hinein und herausgehen.
11. Aber an den Feiertagen und hohen Festen soll man zum Speisopfer je
zu einem Farren ein Epha und je zu einem Widder ein Epha opfern und zu
den Lämmern, soviel seine Hand gibt, und je ein Hin Öls zu einem Epha.
12. Wenn aber der Fürst ein freiwillig Brandopfer oder Dankopfer dem
HErrn tun wollte, so soll man ihm das Tor gegen morgenwärts auftun, daß
er sein Brandopfer und Dankopfer opfere, wie er sonst am Sabbat pflegt
zu opfern; und wenn er wieder herausgehet, soll man das Tor nach ihm
zuschließen.
13. Und er soll dem HErrn täglich ein Brandopfer tun, nämlich ein
jähriges Lamm ohne Wandel; dasselbe soll er alle Morgen opfern.
14. Und soll alle Morgen das sechste Teil von einem Epha zum
Speisopfer darauf tun und ein drittes Teil von einem Hin Öls, auf das
Semmelmehl zu träufen, dem HErrn zum Speisopfer. Das soll ein ewiges
Recht sein, vom täglichen Opfer.
15. Und also sollen sie das Lamm samt dem Speisopfer und Öl alle
Morgen opfern zum täglichen Brandopfer.
16. So spricht der HErr HErr: Wenn der Fürst seiner Söhne einem ein
Geschenk gibt von seinem Erbe, dasselbe soll seinen Söhnen bleiben, und
sollen es erblich besitzen.
17. Wo er aber seiner Knechte einem von seinem Erbteil etwas schenket,
das sollen sie besitzen bis aufs Freijahr, und soll alsdann dem Fürsten
wieder heimfallen; denn sein Teil soll allein auf seine Söhne erben.
18. Es soll auch der Fürst dem Volk nichts nehmen von seinem Erbteil,
noch sie aus ihren eigenen Gütern stoßen, sondern soll sein eigen Gut
auf seine Kinder erben, auf daß meines Volks nicht jemand von seinem
Eigentum zerstreuet werde.
19. Und er führete mich unter den Eingang an der Seite des Tors gegen
Mitternacht zu den Kammern des Heiligtums, so den Priestern gehörten,
und siehe, daselbst war ein Raum in einer Ecke gegen Abend.
20. Und er sprach zu mir: Dies ist der Ort, da die Priester kochen
sollen das Schuldopfer und Sündopfer und das Speisopfer backen, daß sie
es nicht hinaus in den äußern Vorhof tragen dürfen, das Volk zu heiligen.
21. Danach führete er mich hinaus in den äußern Vorhof und hieß mich
gehen in die vier Ecken des Vorhofs.
22. Und siehe, da war ein jeglicher der vier Ecken ein ander
Vorhöflein zu räuchern, vierzig Ellen lang und dreißig Ellen breit,
alle vier einerlei Maß.
23. Und es ging ein Mäuerlein um ein jegliches der vier; da waren
Herde herum gemacht unten an den Mauern.
24. Und er sprach zu mir: Dies ist die Küche, darin die Diener im
Hause kochen sollen, was das Volk opfert.
1. Und er führete mich wieder zu der Tür des Tempels. Und siehe, da
floß ein Wasser heraus unter der Schwelle des Tempels gegen Morgen;
denn die Tür des Tempels war auch gegen Morgen. Und das Wasser lief an
der rechten Seite des Tempels neben dem Altar hin gegen Mittag.
2. Und er führete mich auswendig zum Tor gegen Mitternacht vom äußern
Tor gegen Morgen; und siehe, das Wasser sprang heraus von der rechten
Seite.
3. Und der Mann ging heraus gegen Morgen und hatte die Meßschnur in
der Hand; und er maß tausend Ellen und führete mich durchs Wasser, bis
mir's an die Knöchel ging.
4. Und maß abermal tausend Ellen und führete mich durchs Wasser, bis
mir's an die Kniee ging. Und maß noch tausend Ellen und ließ mich
dadurch gehen, bis es mir an die Lenden ging.
5. Da maß er noch tausend Ellen, und es war so tief, daß ich nicht
mehr gründen konnte; denn das Wasser war zu hoch, daß man darüber
schwimmen mußte und konnte es nicht gründen.
6. Und er sprach zu mir: Du Menschenkind, das hast du ja gesehen. Und
er führete mich wieder zurück am Ufer des Bachs.
7. Und siehe, da stunden sehr viel Bäume am Ufer auf beiden Seiten.
8. Und er sprach zu mir: Dies Wasser das da gegen Morgen herausfleußt,
wird durchs Blachfeld fließen ins Meer und von einem Meer ins andere,
und wenn es dahin ins Meer kommt, da sollen dieselbigen Wasser gesund
werden.
9. Ja alles, was darin lebt und webt, dahin diese Ströme kommen, das
soll leben, und soll sehr viel Fische haben; und soll alles gesund
werden und leben, wo dieser Strom hinkommt.
10. Und es werden die Fischer an demselben stehen; von Engeddi bis zu
En-Eglaim wird man die Fischgarne aufspannen; denn es werden daselbst
sehr viel Fische sein, gleichwie im großen Meer.
11. Aber die Teiche und Lachen daneben werden nicht gesund werden,
sondern gesalzen bleiben.
12. Und an demselben Strom, am Ufer auf beiden Seiten, werden allerlei
fruchtbare Bäume wachsen; und ihre Blätter werden nicht verwelken noch
ihre Früchte verfaulen; und werden alle Monden neue Früchte bringen,
denn ihr Wasser fleußt aus dem Heiligtum. Ihre Frucht wird zur Speise
dienen und ihre Blätter zur Arznei.
13. So spricht der HErr HErr: Dies ist die Grenze, nach der ihr das
Land sollt austeilen den zwölf Stämmen Israels; denn zwei Teile gehören
dem Stamm Joseph.
14. Und ihr sollt es gleich austeilen, einem wie dem andern; denn ich
habe meine Hand aufgehoben, das Land euren Vätern und euch zum Erbteil
zu geben.
15. Dies ist nun die Grenze des Landes gegen Mitternacht von dem
großen Meer an, von Hethlon bis gen Zedad:
16. nämlich Hemath, Berotha, Sibraim, die mit Damaskus und Hemath
grenzen; und Hazar-Tichon, die mit Haveran grenzet.
17. Das soll die Grenze sein vom Meer an bis gen Hazar-Enon; und
Damaskus und Hemath sollen das Ende sein gegen Mitternacht.
18. Aber die Grenze gegen Morgen sollt ihr messen zwischen Haveran und
Damaskus und zwischen Gilead und zwischen dem Lande Israel, am Jordan
hinab bis ans Meer gegen Morgen. Das soll die Grenze gegen Morgen sein.
19. Aber die Grenze gegen Mittag ist von Thamar bis ans Haderwasser zu
Kades und gegen das Wasser am großen Meer. Das soll die Grenze gegen
Mittag sein.
20. Und die Grenze gegen Abend ist vom großen Meer an stracks bis gen
Hemath. Das sei die Grenze gegen Abend.
21. Also sollt ihr das Land austeilen unter die Stämme Israels.
22. Und wenn ihr das Los werfet, das Land unter euch zu teilen, so
sollt ihr die Fremdlinge, die bei euch wohnen und Kinder unter euch
zeugen, halten gleich wie die Einheimischen unter den Kindern Israel;
23. und sollen auch ihren Teil am Lande haben, ein jeglicher unter dem
Stamm, dabei er wohnet, spricht der HErr HErr.
1. Dies sind die Namen der Stämme. Von Mitternacht, von Hethlon gegen
Hemath und Hazar-Enon und von Damaskus gegen Hemath; das soll Dan für
seinen Teil haben von Morgen bis gen Abend.
2. Neben Dan soll Asser seinen Teil haben von Morgen bis gen Abend.
3. Neben Asser soll Naphthali seinen Teil haben von Morgen bis gen
Abend.
4. Neben Naphthali soll Manasse seinen Teil haben von Morgen bis gen
Abend.
5. Neben Manasse soll Ephraim seinen Teil haben von Morgen bis gen
Abend.
6. Neben Ephraim soll Ruben seinen Teil haben von Morgen bis gen Abend.
7. Neben Ruben soll Juda seinen Teil haben von Morgen bis gen Abend.
8. Neben Juda aber sollt ihr einen Teil absondern vom Morgen bis gegen
Abend, der fünfundzwanzigtausend Ruten breit und lang sei, ein Stück
von den Teilen, so von Morgen bis gen Abend reichen; darin soll das
Heiligtum stehen.
9. Und davon sollt ihr dem HErrn einen Teil absondern,
fünfundzwanzigtausend Ruten lang und zehntausend Ruten breit.
10. Und dasselbige heilige Teil soll der Priester sein, nämlich
fünfundzwanzigtausend Ruten lang gegen Mitternacht und gegen Mittag und
zehntausend breit gegen Morgen und gegen Abend. Und das Heiligtum des
HErrn soll mitten drinnen stehen.
11. Das soll geheiliget sein den Priestern, den Kindern Zadoks, welche
meine Sitten gehalten haben und sind nicht abgefallen mit den Kindern
Israel, wie die Leviten abgefallen sind.
12. Und soll also dies abgesonderte Teil des Landes ihr eigen sein,
darin das Allerheiligste ist neben der Leviten Grenze.
13. Die Leviten aber sollen neben der Priester Grenze auch
fünfundzwanzigtausend Ruten in die Länge und zehntausend in die Breite
haben; denn alle Länge soll fünfundzwanzigtausend und die Breite
zehntausend Ruten haben.
14. Und sollen nichts davon verkaufen noch verändern, damit des Landes
Erstling nicht wegkomme; denn es ist dem HErrn geheiliget.
15. Aber die übrigen fünftausend Ruten in die Breite gegen die
fünfundzwanzigtausend Ruten in die Länge, das soll unheilig sein zur
Stadt, drinnen zu wohnen, und zu Vorstädten; und die Stadt soll mitten
drinnen stehen.
16. Und das soll ihr Maß sein: viertausend und fünfhundert Ruten gegen
Mitternacht und gegen Mittag; desgleichen gegen Morgen und gegen Abend
auch viertausend und fünfhundert.
17. Die Vorstadt aber soll haben zweihundertundfünfzig Ruten gegen
Mitternacht und gegen Mittag; desgleichen auch gegen Morgen und gegen
Abend zweihundertundfünfzig Ruten.
18. Aber das übrige an der Länge desselben neben dem Abgesonderten und
Geheiligten, nämlich zehntausend Ruten gegen Morgen und gegen Abend,
das gehört zur Unterhaltung derer, die in der Stadt arbeiten.
19. Und die Arbeiter sollen aus allen Stämmen Israels der Stadt
arbeiten,
20. daß die ganze Absonderung der fünfundzwanzigtausend Ruten ins
Gevierte eine geheiligte Absonderung sei zu eigen der Stadt.
21. Was aber noch übrig ist auf beiden Seiten neben dem abgesonderten
heiligen Teil und neben der Stadt Teil, nämlich fünfundzwanzigtausend
Ruten gegen Morgen und gegen Abend, das soll alles des Fürsten sein.
Aber das abgesonderte heilige Teil und das Haus des Heiligtums soll
mitten innen sein.
22. Was aber dazwischen liegt, zwischen der Leviten Teil und zwischen
der Stadt Teil und zwischen der Grenze Judas und der Grenze Benjamins,
das soll des Fürsten sein.
23. Danach sollen die andern Stämme sein: Benjamin soll seinen Teil
haben von Morgen bis gen Abend.
24. Aber neben der Grenze Benjamins soll Simeon seinen Teil haben von
Morgen bis gen Abend.
25. Neben der Grenze Simeons soll Isaschar seinen Teil haben von
Morgen bis gen Abend.
26. Neben der Grenze Isaschars soll Sebulon seinen Teil haben von
Morgen bis gen Abend.
27. Neben der Grenze Sebulons soll Gad seinen Teil haben von Morgen
bis gen Abend.
28. Aber neben Gad ist die Grenze gegen Mittag, von Thamar bis an das
Haderwasser zu Kades und gegen dem Wasser am großen Meer.
29. Also soll das Land ausgeteilet werden zum Erbteil unter die Stämme
Israels; und das soll ihr Erbteil sein, spricht der HErr HErr.
30. Und so weit soll die Stadt sein: viertausend und fünfhundert Ruten
gegen Mitternacht.
31. Und die Tore der Stadt sollen nach den Namen der Stämme Israels
genannt werden, drei Tore gegen Mitternacht: das erste Tor Ruben, das
andere Juda, das dritte Levi.
32. Also auch gegen Morgen viertausend und fünfhundert Ruten und auch
drei Tore: nämlich das erste Tor Joseph, das andere Benjamin, das
dritte Dan.
33. Gegen Mittag auch also: viertausend und fünfhundert Ruten und auch
drei Tore: das erste Tor Simeon, das andere Isaschar, das dritte Sebulon.
34. Also auch gegen Abend viertausend und fünfhundert Ruten und drei
Tore: ein Tor Gad, das andere Assur, das dritte Naphthali.
35. Also soll es um und um achtzehntausend Ruten haben. Und alsdann
soll die Stadt genannt werden: Hie ist der HErr!