1. Nachdem vorzeiten GOtt manchmal und mancherlei Weise geredet hat zu
den Vätern durch die Propheten,
2. hat er am letzten in diesen Tagen zu uns geredet durch den Sohn,
welchen er gesetzt hat zum Erben über alles, durch welchen er auch die
Welt gemacht hat;
3. welcher, sintemal er ist der Glanz seiner Herrlichkeit und das
Ebenbild seines Wesens und trägt alle Dinge mit seinem kräftigen Wort
und hat gemacht die Reinigung unserer Sünden durch sich selbst, hat er
sich gesetzt zu der Rechten der Majestät in der Höhe,
4. so viel besser worden denn die Engel, so gar viel einen höhern
Namen er vor ihnen ererbet hat.
5. Denn zu welchem Engel hat er jemals gesagt: Du bist mein Sohn,
heute habe ich dich gezeuget? Und abermal: Ich werde sein Vater sein,
und er wird mein Sohn sein?
6. Und abermal, da er einführet den Erstgeborenen in die Welt, spricht
er: Und es sollen ihn alle Gottesengel anbeten.
7. Von den Engeln spricht er zwar: Er macht seine Engel Geister und
seine Diener Feuerflammen;
8. aber von dem Sohn: GOtt, dein Stuhl währet von Ewigkeit zu
Ewigkeit; das Zepter deines Reichs ist ein richtiges Zepter.
9. Du hast geliebet die Gerechtigkeit und gehasset die
Ungerechtigkeit; darum hat dich, o GOtt, gesalbet dein GOtt mit dem Öle
der Freuden über deine Genossen;
10. und: Du, HErr, hast von Anfang die Erde gegründet, und die Himmel
sind deiner Hände Werk.
11. Dieselbigen werden vergehen, du aber wirst bleiben; und sie werden
alle veralten wie ein Kleid,
12. und wie ein Gewand wirst du sie wandeln, und sie werden sich
verwandeln. Du aber bist derselbige, und deine Jahre werden nicht
aufhören.
13. Zu welchem Engel aber hat er jemals gesagt: Setze dich zu meiner
Rechten, bis ich lege deine Feinde zum Schemel deiner Füße?
14. Sind sie nicht allzumal dienstbare Geister, ausgesandt zum Dienst
um derer willen, die ererben sollen die Seligkeit?
1. Darum sollen wir desto mehr wahrnehmen des Worts, das wir hören,
daß wir nicht dahinfahren.
2. Denn so das Wort fest worden ist, das durch die Engel geredet ist,
und eine jegliche Übertretung und Ungehorsam hat empfangen seinen
rechten Lohn:
3. wie wollen wir entfliehen, so wir eine solche Seligkeit nicht
achten? welche, nachdem sie erstlich geprediget ist durch den HErrn,
ist sie auf uns kommen durch die, so es gehöret haben.
4. Und GOtt hat ihr Zeugnis gegeben mit Zeichen, Wundern und
mancherlei Kräften und mit Austeilung des Heiligen Geistes nach seinem
Willen.
5. Denn er hat nicht den Engeln untertan die zukünftige Welt, davon
wir reden.
6. Es bezeuget aber einer an einem Ort und spricht: Was ist der
Mensch, daß du sein gedenkest, und des Menschen Sohn, daß du ihn
heimsuchest?
7. Du hast ihn eine kleine Zeit der Engel mangeln lassen; mit Preis
und Ehren hast du ihn gekrönet und hast ihn gesetzt über die Werke
deiner Hände;
8. alles hast du untertan zu seinen Füßen. In dem, daß er ihm alles
hat untertan, hat er nichts gelassen, das ihm nicht untertan sei; jetzt
aber sehen wir noch nicht, daß ihm alles untertan sei.
9. Den aber, der eine kleine Zeit der Engel gemangelt hat, sehen wir,
daß es JEsus ist, durch Leiden des Todes gekrönet mit Preis und Ehren,
auf daß er von GOttes Gnaden für alle den Tod schmeckete.
10. Denn es ziemete dem, um deswillen alle Dinge sind, und durch den
alle Dinge sind, der da viel Kinder hat zur Herrlichkeit geführet, daß
er den Herzog ihrer Seligkeit durch Leiden vollkommen machte.
11. Sintemal sie alle von einem kommen, beide, der da heiliget, und
die da geheiliget werden. Darum schämet er sich auch nicht, sie Brüder
zu heißen,
12. und spricht: Ich will verkündigen deinen Namen meinen Brüdern und
mitten in der Gemeinde dir Lob singen.
13. Und abermal: Ich will mein Vertrauen auf ihn setzen. Und abermal:
Siehe da, ich und die Kinder, welche mir GOtt gegeben hat.
14. Nachdem nun die Kinder Fleisch und Blut haben, ist er‘s
gleichermaßen teilhaftig worden, auf daß er durch den Tod die Macht
nähme dem, der des Todes Gewalt hatte, das ist, dem Teufel,
15. und erlösete die, so durch Furcht des Todes im ganzen Leben
Knechte sein mußten.
16. Denn er nimmt nirgend die Engel an sich, sondern den Samen
Abrahams nimmt er an sich.
17. Daher mußte er allerdinge seinen Brüdern gleich werden, auf daß er
barmherzig würde und ein treuer Hoherpriester vor GOtt, zu versöhnen
die Sünde des Volks.
18. Denn darinnen er gelitten hat und versucht ist, kann er helfen
denen, die versucht werden.
1. Derhalben, ihr heiligen Brüder, die ihr mit berufen seid durch die
himmlische Berufung, nehmet wahr des Apostels und Hohenpriesters, den
wir bekennen, Christi JEsu,
2. der da treu ist dem, der ihn gemacht hat (wie auch Mose) in seinem
ganzen Hause.
3. Dieser aber ist größerer Ehre wert denn Mose, nachdem der eine
größere Ehre am Hause hat, der es bereitet, denn das Haus.
4. Denn ein jeglich Haus wird von jemand bereitet; der aber alles
bereitet, das ist GOtt.
5. Und Mose zwar war treu in seinem ganzen Hause als ein Knecht zum
Zeugnis des, das gesagt sollte werden;
6. Christus aber als ein Sohn über sein Haus; welches Haus sind wir,
so wir anders das Vertrauen und den Ruhm der Hoffnung bis ans Ende fest
behalten.
7. Darum, wie der Heilige Geist spricht: Heute, so ihr hören werdet
seine Stimme,
8. so verstocket eure Herzen nicht, als geschah in der Verbitterung,
am Tage der Versuchung in der Wüste,
9. da mich eure Väter versuchten; sie prüften mich und sahen meine
Werke vierzig Jahrelang;
10. darum ich entrüstet ward über dies Geschlecht und sprach: Immerdar
irren sie mit dem Herzen, aber sie wußten meine Wege nicht,
11. daß ich auch schwur in meinem Zorn, sie sollten zu meiner Ruhe
nicht kommen.
12. Sehet zu, liebe Brüder, daß nicht jemand unter euch ein arges,
ungläubiges Herz habe, das da abtrete von dem lebendigen GOtt,
13. sondern ermahnet euch selbst alle Tage, solange es heute heißt,
daß nicht jemand unter euch verstocket werde durch Betrug der Sünde.
14. Denn wir sind Christi teilhaftig worden, so wir anders das
angefangene Wesen bis ans Ende fest behalten,
15. solange gesagt wird: Heute, so ihr seine Stimme hören werdet, so
verstocket eure Herzen nicht, wie in der Verbitterung geschah.
16. Denn etliche, da sie höreten, richteten eine Verbitterung an, aber
nicht alle, die von Ägypten ausgingen durch Mose.
17. Über welche aber ward er entrüstet vierzig Jahre lang? Ist‘s nicht
also, daß über die, so da sündigten, deren Leiber in der Wüste verfielen?
18. Welchen schwur er aber, daß sie nicht zu seiner Ruhe kommen
sollten, denn den Ungläubigen?
19. Und wir sehen, daß sie nicht haben können hineinkommen um des
Unglaubens willen.
1. So lasset uns nun fürchten, daß wir die Verheißung, einzukommen zu
seiner Ruhe, nicht versäumen, und unser keiner dahintenbleibe.
2. Denn es ist uns auch verkündiget gleichwie jenen; aber das Wort der
Predigt half jenen nichts, da nicht glaubeten die, so es höreten.
3. Denn wir, die wir glauben, gehen in die Ruhe, wie er spricht: Daß
ich schwur in meinem Zorn, sie sollten zu meiner Ruhe nicht kommen. Und
zwar, da die Werke von Anbeginn der Welt waren gemacht,
4. sprach er an einem Ort von dem siebenten Tage also: Und GOtt ruhete
am siebenten Tage von allen seinen Werken.
5. Und hier an diesem Ort abermal: Sie sollen nicht kommen zu meiner
Ruhe.
6. Nachdem es nun noch vorhanden ist, daß etliche sollen zu
derselbigen kommen, und die, denen es zuerst verkündiget ist, sind
nicht dazu kommen um des Unglaubens willen,
7. bestimmte er abermal einen Tag nach solcher langen Zeit und sagte
durch David: Heute, wie gesagt ist, heute, so ihr seine Stimme hören
werdet, so verstocket eure Herzen nicht!
8. Denn so Josua sie hätte zur Ruhe gebracht, würde er nicht hernach
von einem andern Tage gesagt haben.
9. Darum ist noch eine Ruhe vorhanden dem Volk GOttes.
10. Denn wer zu seiner Ruhe kommen ist, der ruhet auch von seinen
Werken, gleich wie GOtt von seinen.
11. So lasset uns nun Fleiß tun, einzukommen zu dieser Ruhe, auf daß
nicht jemand falle in dasselbige Exempel des Unglaubens.
12. Denn das Wort GOttes ist lebendig und kräftig und schärfer denn
kein zweischneidig Schwert und durchdringet, bis daß es scheidet Seele
und Geist, auch Mark und Bein, und ist ein Richter der Gedanken und
Sinne des Herzens.
13. Und ist keine Kreatur vor ihm unsichtbar; es ist aber alles bloß
und entdeckt vor seinen Augen; von dem reden wir.
14. Dieweil wir denn einen großen Hohenpriester haben, JEsum, den Sohn
GOttes, der gen Himmel gefahren ist, so lasset uns halten an dem
Bekenntnis.
15. Denn wir haben nicht einen Hohenpriester, der nicht könnte Mitleid
haben mit unserer Schwachheit, sondern der versucht ist allenthalben
gleich wie wir, doch ohne Sünde.
16. Darum lasset uns hinzutreten mit Freudigkeit zu dem Gnadenstuhl,
auf daß wir Barmherzigkeit empfangen und Gnade finden auf die Zeit,
wenn uns Hilfe not sein wird.
Kap.5. V. 1. Denn ein jeglicher Hoherpriester, der aus den Menschen
genommen wird, der wird gesetzt für die Menschen gegen GOtt, auf daß er
opfere Gaben und Opfer für die Sünden,
2. der da könnte mitleiden über die, so unwissend sind und irren,
nachdem er auch selbst umgeben ist mit Schwachheit.
3. Darum muß er auch, gleichwie für das Volk, also auch für sich
selbst opfern für die Sünden.
4. Und niemand nimmt sich selbst die Ehre, sondern der auch berufen
sei von GOtt gleichwie Aaron.
5. Also auch Christus hat sich nicht selbst in die Ehre gesetzt, daß
er Hoherpriester würde, sondern der zu ihm gesagt hat: Du bist mein
Sohn; heute habe ich dich gezeuget.
6. Wie er auch am andern Ort spricht: Du bist ein Priester in Ewigkeit
nach der Ordnung Melchisedeks.
7. Und er hat in den Tagen seines Fleisches Gebet und Flehen mit
starkem Geschrei und Tränen geopfert zu dem, der ihm von dem Tode
konnte aushelfen; und ist auch erhöret, darum daß er GOtt in Ehren hatte.
8. Und wiewohl er GOttes Sohn war, hat er doch an dem, was er litt,
Gehorsam gelernet.
9. Und da er ist vollendet, ist er worden allen, die ihm gehorsam
sind, eine Ursache zur ewigen Seligkeit,
10. genannt von GOtt ein Hoherpriester nach der Ordnung Melchisedeks.
11. Davon hätten wir wohl viel zu reden; aber es ist schwer, weil ihr
so unverständig seid.
12. Und die ihr solltet längst Meister sein, bedürfet ihr wiederum,
daß man euch die ersten Buchstaben der göttlichen Worte lehre, und daß
man euch Milch gebe und nicht starke Speise.
13. Denn wem man noch Milch geben muß, der ist unerfahren in dem Wort
der Gerechtigkeit; denn er ist ein junges Kind.
14. Den Vollkommenen aber gehört starke Speise, die durch Gewohnheit
haben geübte Sinne zum Unterschied des Guten und des Bösen.
1. Darum wollen wir die Lehre vom Anfang christliches Lebens jetzt
lassen und zur Vollkommenheit fahren, nicht abermal Grund legen von
Buße der toten Werke, vom Glauben an GOtt,
2. von der Taufe, von der Lehre, vom Händeauflegen, von der Toten
Auferstehung und vom ewigen Gerichte.
3. Und das wollen wir tun, so es GOtt anders zulässet.
4. Denn es ist unmöglich, daß die, so einmal erleuchtet sind und
geschmeckt haben die himmlische Gabe und teilhaftig worden sind des
Heiligen Geistes
5. und geschmeckt haben das gütige Wort GOttes und die Kräfte der
zukünftigen Welt,
6. wo sie abfallen und wiederum sich selbst den Sohn GOttes kreuzigen
und für Spott halten, daß sie sollten wiederum erneuert werden zur Buße.
7. Denn die Erde, die den Regen trinkt, der oft über sie kommt, und
bequem Kraut träget denen, die sie bauen, empfänget Segen von GOtt.
8. Welche aber Dornen und Disteln träget, die ist untüchtig und dem
Fluch nahe, welche man zuletzt verbrennet.
9. Wir versehen uns aber, ihr Liebsten, Besseres zu euch, und daß die
Seligkeit näher sei, ob wir wohl also reden.
10. Denn GOtt ist nicht ungerecht, daß er vergesse eures Werks und
Arbeit der Liebe, die ihr beweiset habt an seinem Namen, da ihr den
Heiligen dientet und noch dienet.
11. Wir begehren aber, daß euer jeglicher denselbigen Fleiß beweise,
die Hoffnung festzuhalten bis ans Ende,
12. daß ihr nicht träge werdet, sondern Nachfolger derer, die durch
den Glauben und Geduld ererben die Verheißungen.
13. Denn als GOtt Abraham verhieß, da er bei keinem Größeren zu
schwören hatte, schwur er bei sich selbst
14. und sprach: Wahrlich, ich will dich segnen und vermehren.
15. Und also trug er Geduld und erlangte die Verheißung.
16. Die Menschen schwören wohl bei einem Größeren, denn sie sind; und
der Eid macht ein Ende alles Haders, dabei es fest bleibt unter ihnen.
17. Aber GOtt, da er wollte den Erben der Verheißung überschwenglich
beweisen, daß sein Rat nicht wankete, hat er einen Eid dazugetan,
18. auf daß wir durch zwei Stücke, die nicht wanken (denn es ist
unmöglich, daß GOtt lüge), einen starken Trost haben, die wir Zuflucht
haben und halten an der angebotenen Hoffnung,
19. welche wir haben als einen sicheren und festen Anker unserer
Seele, der auch hineingehet in das Inwendige des Vorhangs,
20. dahin der Vorläufer für uns eingegangen, JEsus, ein Hoherpriester
worden in Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.
1. Dieser Melchisedek aber war ein König zu Salem, ein Priester
GOttes, des Allerhöchsten, der Abraham entgegenging, da er von der
Könige Schlacht wiederkam, und segnete ihn,
2. welchem auch Abraham gab den Zehnten aller Güter. Aufs erste wird
er verdolmetscht ein König der Gerechtigkeit; danach aber ist er auch
ein König Salem, das ist, ein König des Friedens;
3. ohne Vater, ohne Mutter, ohne Geschlecht; und hat weder Anfang der
Tage noch Ende des Lebens. Er ist aber verglichen dem Sohn GOttes und
bleibet Priester in Ewigkeit.
4. Schauet aber, wie groß ist der, dem auch Abraham, der Patriarch,
den Zehnten gibt von der eroberten Beute!
5. Zwar die Kinder Levi, da sie das Priestertum empfangen, haben sie
ein Gebot, den Zehnten vom Volk, das ist, von ihren Brüdern, zu nehmen
nach dem Gesetz, wiewohl auch dieselben aus den Lenden Abrahams kommen
sind.
6. Aber der, des Geschlecht nicht genannt wird unter ihnen, der nahm
den Zehnten von Abraham und segnete den, der die Verheißung hatte.
7. Nun ist‘s ohne alles Widersprechen also, daß das Geringere von dem
Besseren gesegnet wird.
8. Und hier nehmen den Zehnten die sterbenden Menschen; aber dort
bezeuget er, daß er lebe.
9. Und daß ich also sage, es ist auch Levi, der den Zehnten nimmt,
verzehntet durch Abraham.
10. Denn er war je noch in den Lenden des Vaters, da ihm Melchisedek
entgegenging.
11. Ist nun die Vollkommenheit durch das levitische Priestertum
geschehen (denn unter demselbigen hat das Volk das Gesetz empfangen),
was ist denn weiter not zu sagen, daß ein anderer Priester aufkommen
solle nach der Ordnung Melchisedeks und nicht nach der Ordnung Aarons?
12. Denn wo das Priestertum verändert wird, da muß auch das Gesetz
verändert werden.
13. Denn von dem solches gesagt ist, der ist von einem andern
Geschlecht, aus welchem nie keiner des Altars gepfleget hat.
14. Denn es ist ja offenbar, daß von Juda aufgegangen ist unser HErr;
zu welchem Geschlecht Mose nicht geredet hat vom Priestertum.
15. Und es ist noch viel klarer, so nach der Weise Melchisedeks ein
anderer Priester aufkommt,
16. welcher nicht nach dem Gesetz des fleischlichen Gebots gemacht
ist, sondern nach der Kraft des unendlichen Lebens.
17. Denn er bezeuget: Du bist ein Priester ewiglich nach der Ordnung
Melchisedeks.
18. Denn damit wird das vorige Gesetz aufgehoben, darum daß es zu
schwach und nicht nütze war
19. (denn das Gesetz konnte nichts vollkommen machen), und wird
eingeführet eine bessere Hoffnung, durch welche wir zu GOtt nahen;
20. und dazu, das viel ist, nicht ohne Eid. Denn jene sind ohne Eid
Priester worden;
21. dieser aber mit dem Eid durch den, der zu ihm spricht: Der HErr
hat geschworen, und wird ihn nicht gereuen: Du bist ein Priester in
Ewigkeit nach der Ordnung Melchisedeks.
22. Also eines so viel besseren Testaments Ausrichter ist JEsus worden.
23. Und jener sind viel, die Priester wurden, darum daß sie der Tod
nicht bleiben ließ;
24. dieser aber darum, daß er bleibet ewiglich, hat er ein
unvergänglich Priestertum;
25. daher er auch selig machen kann immerdar, die durch ihn zu GOtt
kommen, und lebet immerdar und bittet für sie.
26. Denn einen solchen Hohenpriester sollten wir haben, der da wäre
heilig, unschuldig, unbefleckt, von den Sündern abgesondert und höher,
denn der Himmel ist,
27. dem nicht täglich not wäre wie jenen Hohenpriestern, zuerst für
eigene Sünden Opfer zu tun, danach für des Volks Sünden; denn das hat
er getan einmal, da er sich selbst opferte.
28. Denn das Gesetz macht Menschen zu Hohenpriestern, die da
Schwachheit haben; dies Wort aber des Eides, das nach dem Gesetz gesagt
ist, setzet den Sohn ewig und vollkommen.
1. Das ist nun die Summa, davon wir reden: Wir haben einen solchen
Hohenpriester, der da sitzet zu der Rechten auf dem Stuhl der Majestät
im Himmel;
2. und ist ein Pfleger der heiligen Güter und der wahrhaftigen Hütte,
welche GOtt aufgerichtet hat und kein Mensch.
3. Denn ein jeglicher Hoherpriester wird eingesetzt, zu opfern Gaben
und Opfer. Darum muß auch dieser etwas haben, das er opfere.
4. Wenn er nun auf Erden wäre, so wäre er nicht Priester, dieweil da
Priester sind, die nach dem Gesetz die Gaben opfern,
5. welche dienen dem Vorbilde und dem Schatten der himmlischen Güter;
wie die göttliche Antwort zu Mose sprach, da er sollte die Hütte
vollenden: Schaue zu, sprach er, daß du machest alles nach dem Bilde,
das dir auf dem Berge gezeiget ist.
6. Nun aber hat er ein besser Amt erlanget, als der eines besseren
Testaments Mittler ist, welches auch auf besseren Verheißungen stehet.
7. Denn so jenes, das erste, untadelig gewesen wäre, würde nicht Raum
zu einem andern gesucht.
8. Denn er tadelt sie und sagt: Siehe, es kommen die Tage, spricht der
HErr, daß ich über das Haus Israel und über das Haus Juda ein neu
Testament machen will;
9. nicht nach dem Testament, das ich gemacht habe mit ihren Vätern an
dem Tage, da ich ihre Hand ergriff, sie auszuführen aus Ägyptenland.
Denn sie sind nicht geblieben in meinem Testament; so habe ich ihrer
auch nicht wollen achten, spricht der HErr.
10. Denn das ist das Testament, das ich machen will dem Hause Israel
nach diesen Tagen, spricht der HErr: Ich will geben meine Gesetze in
ihren Sinn, und n ihr Herz will ich sie schreiben, und will ihr GOtt
sein, und sie sollen mein Volk sein
11. Und soll nicht lehren jemand seinen Nächsten noch jemand seinen
Bruder und sagen: Erkenne den HErrn! Denn sie sollen mich alle kennen,
von dem Kleinsten an bis zu dem Größten.
12. Denn ich will gnädig sein ihrer Untugend und ihren Sünden, und
ihrer Ungerechtigkeit will ich nicht mehr gedenken.
13. Indem er sagt: Ein neues, macht er das erste alt. Was aber alt und
überjahret ist, das ist nahe bei seinem Ende.
1. Es hatte zwar auch das erste seine Rechte des Gottesdienstes und
äußerliche Heiligkeit.
2. Denn es war da aufgerichtet das Vorderteil der Hütte, darinnen war
der Leuchter und der Tisch und die Schaubrote; und diese heißt das
Heilige.
3. Hinter dem andern Vorhang aber war die Hütte, die da heißt das
Allerheiligste.
4. Die hatte das güldene Rauchfaß und die Lade des Testaments,
allenthalben mit Gold überzogen, in welcher war die güldene Gelte, die
das Himmelbrot hatte, und die Rute Aarons, die gegrünet hatte, und die
Tafeln des Testaments.
5. Oben drüber aber waren die Cherubim der Herrlichkeit, die
überschatteten den Gnadenstuhl; von welchem jetzt nicht zu sagen ist
insonderheit.
6. Da nun solches also zugerichtet war gingen die Priester allezeit in
die vorderste Hütte und richteten aus den Gottesdienst.
7. In die andere aber ging nur einmal im Jahr allein der Hohepriester,
nicht ohne Blut, daß er opferte für sein selbst und des Volks
Unwissenheit.
8. Damit der Heilige Geist deutete, daß noch nicht offenbart wäre der
Weg zur Heiligkeit, solange die erste Hütte stünde,
9. welche mußte zu derselbigen Zeit ein Vorbild sein, in welcher Gaben
und Opfer geopfert wurden, und konnten nicht vollkommen machen nach dem
Gewissen den, der da Gottesdienst tut
10. allein mit Speise und Trank und mancherlei Taufen und äußerlicher
Heiligkeit, die bis auf die Zeit der Besserung sind aufgelegt.
11. Christus aber ist kommen, daß er sei ein Hoherpriester der
zukünftigen Güter, durch eine größere und vollkommenere Hütte, die
nicht mit der Hand gemacht ist, das ist, die nicht also gebauet ist;
12. Auch nicht durch der Böcke oder Kälber Blut, sondern er ist durch
sein eigen Blut einmal in das Heilige eingegangen und hat eine ewige
Erlösung erfunden.
13. Denn so der Ochsen und der Böcke Blut und die Asche, von der Kuh
gesprenget, heiliget die Unreinen zu der leiblichen Reinigkeit,
14. wieviel mehr wird das Blut Christi, der sich selbst ohne allen
Wandel durch den Heiligen Geist GOtt geopfert hat, unser Gewissen
reinigen von den toten Werken, zu dienen dem lebendigen GOtt!
15. Und darum ist er auch ein Mittler des Neuen Testaments, auf daß
durch den Tod, so geschehen ist zur Erlösung von den Übertretungen, die
unter dem ersten Testament waren, die, so berufen sind, das verheißene
ewige Erbe empfangen.
16. Denn wo ein Testament ist, da muß der Tod geschehen des, der das
Testament machte.
17. Denn ein Testament wird fest durch den Tod, anders hat es noch
nicht Macht, wenn der noch lebet, der es gemacht hat.
18. Daher auch das erste nicht ohne Blut gestiftet ward.
19. Denn als Mose ausgeredet hatte von allen Geboten nach dem Gesetz
zu allem Volk, nahm er Kälber - und Bocksblut mit Wasser und
Purpurwolle und Ysop und besprengete das Buch und alles Volk.
20. Und sprach: Das ist das Blut des Testaments, das GOtt euch geboten
hat.
21. Und die Hütte und alles Geräte des Gottesdienstes besprengete er
desselbigengleichen mit Blut.
22. Und wird fast alles mit Blut gereiniget nach dem Gesetz. Und ohne
Blutvergießen geschieht keine Vergebung.
23. So mußten nun der himmlischen Dinge Vorbilder mit solchem
gereiniget werden; aber sie selbst, die himmlischen, müssen bessere
Opfer haben, denn jene waren.
24. Denn Christus ist nicht eingegangen in das Heilige, so mit Händen
gemacht ist (welches ist ein Gegenbild des rechtschaffenen), sondern in
den Himmel selbst, nun zu erscheinen vor dem Angesichte GOttes für uns.
25. Auch nicht, daß er sich oftmals opfere, gleichwie der Hohepriester
gehet alle Jahr in das Heilige mit fremdem Blut.
26. Sonst hätte er oft müssen leiden von Anfang der Welt her. Nun aber
am Ende der Welt ist er einmal erschienen, durch sein eigen Opfer die
Sünde aufzuheben.
27. Und wie den Menschen ist gesetzt, einmal zu sterben, danach aber
das Gericht,
28. also ist Christus einmal geopfert, wegzunehmen vieler Sünden. Zum
andernmal aber wird er ohne Sünde erscheinen denen, die auf ihn warten,
zur Seligkeit.
1. Denn das Gesetz hat den Schatten von den zukünftigen Gütern, nicht
das Wesen der Güter selbst. Alle Jahr muß man opfern immer einerlei
Opfer und kann nicht, die da opfern, vollkommen machen;
2. sonst hätte das Opfern aufgehöret, wo die, so am Gottesdienst sind,
kein Gewissen mehr hätten von den Sünden, wenn sie‘ einmal gereiniget
wären;
3. sondern es geschieht nur durch dieselbigen ein Gedächtnis der
Sünden alle Jahr.
4. Denn es ist unmöglich, durch Ochsen - und Bocksblut Sünden
wegzunehmen.
5. Darum, da er in die Welt kommt, spricht er: Opfer und Gaben hast du
nicht gewollt; den Leib aber hast du mir zubereitet.
6. Brandopfer und Sündopfer gefallen dir nicht.
7. Da sprach ich: Siehe, ich komme; im Buch stehet vornehmlich von mir
geschrieben, daß ich tun soll, GOtt, deinen Willen.
8. Droben, als er gesagt hatte: Opfer und Gaben, Brandopfer und
Sündopfer hast du nicht gewollt; sie gefallen dir auch nicht (welche
nach dem Gesetz geopfert werden),
9. da sprach er: Siehe, ich komme zu tun, GOtt, deinen Willen. Da hebt
er das erste auf, daß er das andere einsetze.
10. In welchem Willen wir sind geheiliget, einmal geschehen durch das
Opfer des Leibes JEsu Christi.
11. Und ein jeglicher Priester ist eingesetzt, daß er alle Tage
Gottesdienst pflege und oftmals einerlei Opfer tue, welche nimmermehr
können die Sünden abnehmen.
12. Dieser aber, da er hat ein Opfer für die Sünden geopfert, das
ewiglich gilt, sitzt er nun zur Rechten GOttes
13. und wartet hinfort, bis daß seine Feinde zum Schemel seiner Füße
gelegt werden.
14. Denn mit einem Opfer hat er in Ewigkeit vollendet, die geheiliget
werden.
15. Es bezeuget uns aber das auch der Heilige Geist. Denn nachdem er
zuvor gesagt hatte:
16. Das ist das Testament, das ich ihnen machen will nach diesen
Tagen, spricht der HErr: Ich will mein Gesetz in ihr Herz geben, und in
ihre Sinne will ich es schreiben,
17. und ihrer Sünden und ihrer Ungerechtigkeit will ich nicht mehr
gedenken.
18. Wo aber derselbigen Vergebung ist, da ist nicht mehr Opfer für die
Sünde.
19. So wir denn nun haben, liebe Brüder, die Freudigkeit zum Eingang
in das Heilige durch das Blut JEsu,
20. welchen er uns zubereitet hat zum neuen und lebendigen Wege durch
den Vorhang, das ist, durch sein Fleisch,
21. und haben einen Hohenpriester über das Haus GOttes:
22. so lasset uns hinzugehen mit wahrhaftigem Herzen, in völligem
Glauben, besprenget in unsern Herzen und los von dem bösen Gewissen und
gewaschen am Leibe mit reinem Wasser;
23. und lasset uns halten an dem Bekenntnis der Hoffnung und nicht
wanken denn er ist treu, der sie verheißen hat.
24. Und lasset uns untereinander unser selbst wahrnehmen mit Reizen
zur Liebe und guten Werken
25. und nicht verlassen unsere Versammlung, wie etliche pflegen,
sondern untereinander ermahnen, und das viel mehr, soviel ihr sehet,
daß sich der Tag nahet.
26. Denn wir mutwillig sündigen, nachdem wir die Erkenntnis der
Wahrheit empfangen haben, haben wir fürder kein ander Opfer mehr für
die Sünden,
27. sondern ein schrecklich Warten des Gerichts und des Feuereifers,
der die Widerwärtigen verzehren wird.
28. Wenn jemand das Gesetz Mose‘s bricht, der muß sterben ohne
Barmherzigkeit durch zween oder drei Zeugen.
29. Wieviel meinet ihr, ärgere Strafe wird der verdienen, der den Sohn
GOttes mit Füßen tritt und das Blut des Testaments unrein achtet, durch
welches er geheiliget ist, und den Geist der Gnaden schmähet?
30. Denn wir wissen den, der da sagte: Die Rache ist mein; ich will
vergelten, spricht der HErr. Und abermal: Der HErr wird sein Volk
richten.
31. Schrecklich ist‘s, in die Hände des lebendigen GOttes zu fallen.
32. Gedenket aber an die vorigen Tage, in welchen ihr, erleuchtet,
erduldet habt einen großen Kampf des Leidens,
33. zum Teil selbst durch Schmach und Trübsal ein Schauspiel worden,
zum Teil Gemeinschaft gehabt mit denen, denen es also gehet.
34. Denn ihr habt mit meinen Banden Mitleid gehabt und den Raub eurer
Güter mit Freuden erduldet, als die ihr wisset, daß ihr bei euch selbst
eine bessere und bleibende Habe im Himmel habt.
35. Werfet euer Vertrauen nicht weg, welches eine große Belohnung hat.
36. Geduld aber ist euch not, auf daß ihr den Willen GOttes tut und
die Verheißung empfanget.
37. Denn noch über eine kleine Weile, so wird kommen, der da kommen
soll, und nicht verziehen.
38. Der Gerechte aber wird des Glaubens leben. Wer aber weichen wird,
an dem wird meine Seele kein Gefallen haben.
39. Wir aber sind nicht von denen, die da weichen und verdammt werden,
sondern von denen, die da glauben und die Seele erretten.
1. Es ist aber der Glaube eine gewisse Zuversicht des, das man hoffet,
und nicht zweifeln an dem, das man nicht siehet.
2. Durch den haben die Alten Zeugnis überkommen.
3. Durch den Glauben merken wir, daß die Welt durch GOttes Wort fertig
ist, daß alles, was man siehet, aus nichts worden ist.
4. Durch den Glauben hat Abel GOtt ein größer Opfer getan denn Kam,
durch welchen er Zeugnis überkommen hat, daß er gerecht sei, da GOtt
zeugete von seiner Gabe; und durch denselbigen redet er noch, wiewohl
er gestorben ist.
5. Durch den Glauben ward Enoch weggenommen, daß er den Tod nicht
sähe, und ward nicht gefunden, darum daß ihn GOtt wegnahm; denn vor
seinem Wegnehmen hat er Zeugnis gehabt, daß er GOtt gefallen habe.
6. Aber ohne Glauben ist‘s unmöglich, GOtt gefallen; denn wer zu GOtt
kommen will, der muß glauben, daß er sei und denen, die ihn suchen, ein
Vergelter sein werde.
7. Durch den Glauben hat Noah GOtt geehret und die Arche zubereitet
zum Heil seines Hauses, da er einen göttlichen Befehl empfing von dem
das man noch nicht sah; durch welchen er verdammte die Welt und hat
ererbet die Gerechtigkeit, die durch den Glauben kommt.
8. Durch den Glauben ward gehorsam Abraham, da er berufen ward,
auszugehen in das Land, das er ererben sollte; und ging aus und wußte
nicht, wo er hinkäme.
9. Durch den Glauben ist er ein Fremdling gewesen in dem verheißenen
Lande als in einem fremden und wohnete in Hütten mit Isaak und Jakob,
den Miterben derselbigen Verheißung.
10. Denn er wartete auf eine Stadt, die einen Grund hat, welcher
Baumeister und Schöpfer GOtt ist.
11. Durch den Glauben empfing auch Sara Kraft, daß sie schwanger ward,
und gebar über die Zeit ihres Alters; denn sie achtete ihn treu, der es
verheißen hatte.
12. Darum sind auch von einem, wie wohl erstorbenen Leibes, viele
geboren wie die Sterne am Himmel und wie der Sand am Rande des Meeres,
der unzählig ist.
13. Diese alle sind gestorben im Glauben und haben die Verheißung
nicht empfangen, sondern sie von ferne gesehen und sich der vertröstet
und wohl genügen lassen und bekannt, daß sie Gäste und Fremdlinge auf
Erden sind.
14. Denn die solches sagen, die geben zu verstehen, daß sie ein
Vaterland suchen.
15. Und zwar, wo sie das gemeinet hätten, von welchem sie waren
ausgezogen, hatten sie ja Zeit, wieder umzukehren.
16. Nun aber begehren sie eines besseren, nämlich eines himmlischen.
Darum schämet sich GOtt ihrer nicht, zu heißen ihr GOtt; denn er hat
ihnen eine Stadt zubereitet.
17. Durch den Glauben opferte Abraham den Isaak, da er versucht ward,
und gab dahin den Eingebornen, da er schon die Verheißung empfangen
hatte,
18. von welchem gesagt war: In Isaak wird dir dein Same geheißen werden,
19. und dachte: GOtt kann auch wohl von den Toten erwecken; daher er
auch ihn zum Vorbilde wieder nahm.
20. Durch den Glauben segnete Isaak von den zukünftigen Dingen den
Jakob und Esau.
21. Durch den Glauben segnete Jakob, da er starb, beide Söhne Josephs
und neigete sich gegen seines Zepters Spitze.
22. Durch den Glauben redete Joseph vom Auszug der Kinder Israel, da
er starb, und tat Befehl von seinen Gebeinen.
23. Durch den Glauben ward Mose, da er geboren war, drei Monden
verborgen von seinen Eltern, darum daß sie sahen, wie er ein schön Kind
war, und fürchteten sich nicht vor des Königs Gebot.
24. Durch den Glauben wollte Mose, da er groß ward, nicht mehr ein
Sohn heißen der Tochter Pharaos
25. und erwählete viel lieber, mit dem Volk GOttes Ungemach zu leiden,
denn die zeitliche Ergötzung der Sünde zu haben,
26. und achtete die Schmach Christi für größeren Reichtum denn die
Schätze Ägyptens; denn er sah an die Belohnung.
27. Durch den Glauben verließ er Ägypten und fürchtete nicht des
Königs Grimm; denn er hielt sich an den, den er nicht sah, als sähe er
ihn.
28. Durch den Glauben hielt er Ostern und das Blutvergießen, auf daß,
der die Erstgeburten würgete, sie nicht träfe.
29. Durch den Glauben gingen sie durch das Rote Meer als durch trocken
Land; welches die Ägypter auch versuchten und ersoffen.
30. Durch den Glauben fielen die Mauern Jerichos, da sie sieben Tage
umhergegangen waren.
31. Durch den Glauben ward die Hure Rahab nicht verloren mit den
Ungläubigen, da sie die Kundschafter freundlich aufnahm.
32. Und was soll ich mehr sagen? Die Zeit würde mir zu kurz, wenn ich
sollte erzählen von Gideon und Barak und Simson und Jephthah und David
und Samuel und den Propheten,
33. welche haben durch den Glauben Königreiche bezwungen,
Gerechtigkeit gewirket, die Verheißung erlanget, der Löwen Rachen
verstopfet,
34. des Feuers Kraft ausgelöscht, sind des Schwerts Schärfe entronnen,
sind kräftig worden aus der Schwachheit, sind stark worden im Streit,
haben der Fremden Heer daniedergelegt.
35. Die Weiber haben ihre Toten von der Auferstehung wieder genommen;
die andern aber sind zerschlagen und haben keine Erlösung angenommen,
auf daß sie die Auferstehung, die besser ist, erlangeten.
36. Etliche haben Spott und Geißeln erlitten, dazu Bande und Gefängnis.
37. Sie sind gesteiniget, zerhackt, zerstochen, durchs Schwert
getötet; sie sind umhergegangen in Pelzen und Ziegenfellen, mit Mangel,
mit Trübsal, mit Ungemach
38. (deren die Welt nicht wert war) und sind im Elend gegangen in den
Wüsten, auf den Bergen und in den Klüften und Löchern der Erde.
39. Diese alle haben durch den Glauben Zeugnis überkommen und nicht
empfangen die Verheißung,
40. darum daß GOtt etwas «Besseres für uns zuvor versehen hat, daß sie
nicht ohne uns vollendet würden.
1. Darum auch wir, dieweil wir solchen Haufen Zeugen um uns haben,
lasset uns ablegen die Sünde, so uns immer anklebt und träge macht, und
lasset uns laufen durch Geduld in dem Kampf, der uns verordnet ist,
2. und aufsehen auf JEsum, den Anfänger und Vollender des Glaubens,
welcher, da er wohl hätte mögen Freude haben, erduldete er das Kreuz
und achtete der Schande nicht und ist gesessen zur Rechten auf dem
Stuhl GOttes.
3. Gedenket an den, der ein solches Widersprechen von den Sündern
wider sich erduldet hat, daß ihr nicht in eurem Mut matt werdet und
ablasset.
4. Denn ihr habt noch nicht bis aufs Blut widerstanden über dem
Kämpfen wider die Sünde
5. und habt bereits vergessen des Trostes, der zu euch redet als zu
den Kindern: Mein Sohn, achte nicht gering die Züchtigung des HErrn und
verzage nicht, wenn du von ihm gestraft wirst;
6. denn welchen der HErr liebhat, den züchtiget er; er stäupt aber
einen jeglichen Sohn, den er aufnimmt.
7. So ihr die Züchtigung erduldet, so erbeut sich euch GOtt als
Kindern; denn wo ist ein Sohn, den der Vater nicht züchtiget?
8. Seid ihr aber ohne Züchtigung, welcher sie alle sind teilhaftig
worden, so seid ihr Bastarde und nicht Kinder.
9. Auch so wir haben unsere leiblichen Väter zu Züchtigem gehabt und
sie gescheuet, sollten wir denn nicht viel mehr untertan sein dem
geistlichen Vater, daß wir leben?
10. Und jene zwar haben uns gezüchtiget wenige Tage nach ihrem Dünken,
dieser aber zu Nutz, auf daß wir seine Heiligung erlangen.
11. Alle Züchtigung aber, wenn sie da ist, dünkt sie uns nicht Freude,
sondern Traurigkeit sein; aber danach wird sie geben eine friedsame
Frucht der Gerechtigkeit denen, die dadurch geübet sind.
12. Darum richtet wieder auf die lässigen Hände und die müden Kniee
13. und tut gewissen Tritt mit euren Füßen, daß nicht jemand
strauchele wie ein Lahmer, sondern vielmehr gesund werde.
14. Jaget nach dem Frieden gegen jedermann und der Heiligung, ohne
welche wird niemand den HErrn sehen.
15. Und sehet darauf, daß nicht jemand GOttes Gnade versäume, daß
nicht etwa eine «bittere Wurzel aufwachse und Unfrieden anrichte, und
viele durch dieselbige verunreiniget werden;
16. daß nicht jemand sei ein Hurer oder ein Gottloser wie Esau, der um
einer Speise willen seine Erstgeburt verkaufte.
17. Wisset aber, daß er hernach, da er den Segen ererben wollte,
verworfen ist; denn er fand keinen Raum zur Buße, wiewohl er sie mit
Tränen suchte.
18. Denn ihr seid nicht kommen zu dem Berge, den man anrühren konnte,
und mit Feuer brannte, noch zu dem Dunkel und Finsternis und Ungewitter
19. noch zu dem Hall der Posaune und zur Stimme der Worte, «welcher
sich weigerten, die sie höreten, daß ihnen das Wort ja nicht gesagt würde
20. (denn sie mochten‘s nicht ertragen, was da gesagt ward. Und wenn
ein Tier den Berg anrührete, sollte es gesteiniget oder mit einem
Geschoß erschossen werden.
21. Und also erschrecklich war das Gesicht, daß Mose sprach: Ich bin
erschrocken und zittere),
22. sondern ihr seid kommen zu dem Berge Zion und zu der Stadt des
lebendigen GOttes, zu dem himmlischen Jerusalem, und zu der Menge
vieler tausend Engel
23. und zu der Gemeinde der Erstgebornen, die im Himmel angeschrieben
sind, und zu GOtt, dem Richter über alle, und zu den Geistern der
vollkommenen Gerechten
24. und zu dem Mittler des Neuen Testaments, JEsus, und zu dem Blut
der Besprengung, das da besser redet denn Abels.
25. Sehet zu, daß ihr euch des nicht weigert, der da redet! Denn jene
nicht entflohen sind, die sich weigerten, da er auf Erden redete, viel
weniger wir, so wir uns des weigern, der vom Himmel redet,
26. welches Stimme zu der Zeit die Erde bewegete. Nun aber verheißet
er und spricht: Noch einmal will ich bewegen nicht allein die Erde,
sondern auch den Himmel.
27. Aber solches »Noch einmal« zeigt an, daß das Bewegliche soll
verändert werden, als das gemacht ist, auf daß da bleibe das
Unbewegliche.
28. Darum, dieweil wir empfangen ein unbeweglich Reich, haben wir
Gnade, durch welche wir sollen GOtt dienen, ihm zu gefallen, mit Zucht
und Furcht.
29. Denn unser GOtt ist ein verzehrend Feuer.
1. Bleibet fest in der brüderlichen Liebe!
2. Gastfrei zu sein vergesset nicht; denn durch dasselbige haben
etliche ohne ihr Wissen Engel beherberget.
3. Gedenket der Gebundenen als die Mitgebundenen und derer, die
Trübsal leiden, als die ihr auch noch im Leibe lebet.
4. Die Ehe soll ehrlich gehalten werden bei allen und das Ehebett
unbefleckt; die Hurer aber und Ehebrecher wird GOtt richten.
5. Der Wandel sei ohne Geiz; und lasset euch begnügen an dem, was da
ist. Denn er hat gesagt: Ich will dich nicht verlassen noch versäumen,
6. also daß wir dürfen sagen: Der HErr ist mein Helfer, und will mich
nicht fürchten; was sollte mir ein Mensch tun?
7. Gedenket an eure Lehrer, die euch das Wort GOttes gesagt haben,
welcher Ende schauet an und folget ihrem Glauben nach.
8. JEsus Christus gestern und heute und derselbe auch in Ewigkeit.
9. Lasset euch nicht mit mancherlei und fremden Lehren umtreiben; denn
es ist ein köstlich Ding, daß das Herz fest werde, welches geschieht
durch Gnade, nicht durch Speisen, davon keinen Nutzen haben, so damit
umgehen.
10. Wir haben einen Altar, davon nicht Macht haben zu essen, die der
Hütte pflegen.
11. Denn welcher Tiere Blut getragen wird durch den Hohenpriester in
das Heilige für die Sünde, derselbigen Leichname werden verbrannt außer
dem Lager.
12. Darum auch JEsus, auf daß er heiligte das Volk durch sein eigen
Blut, hat er gelitten außen vor dem Tor.
13. So lasset uns nun zu ihm hinausgehen außer dem Lager und seine
Schmach tragen.
14. Denn wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige
suchen wir.
15. So lasset uns nun opfern durch ihn das Lobopfer GOtt allezeit, das
ist, die Frucht der Lippen, die seinen Namen bekennen.
16. Wohlzutun und mitzuteilen vergesset nicht; denn solche Opfer
gefallen GOtt wohl.
17. Gehorchet euren Lehrern und folget ihnen; denn sie wachen über
eure Seelen, als die da Rechenschaft dafür geben sollen, auf daß sie
das mit Freuden tun und nicht mit Seufzen; denn das ist euch nicht gut.
18. Betet für uns! Unser Trost ist der, daß wir ein gut Gewissen haben
und fleißigen uns, guten Wandel zu führen bei allen.
19. Ich ermahne euch aber zum Überfluß, solches zu tun, auf daß ich
aufs schierste wieder zu euch komme.
20. GOtt aber des Friedens, der von den Toten ausgeführet hat den
großen Hirten der Schafe durch das Blut des ewigen Testaments, unsern
HErrn JEsum,
21. der mache euch fertig in allem guten Werk, zu tun seinen Willen,
und schaffe in euch, was vor ihm gefällig ist, durch JEsum Christum,
welchem sei Ehre von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.
22. Ich ermahne euch aber, liebe Brüder, haltet das Wort der Ermahnung
zugute; denn ich habe euch kurz geschrieben.
23. Wisset, daß der Bruder Timotheus wieder ledig ist, mit welchem, so
er bald kommt, will ich euch sehen.
24. Grüßet alle eure Lehrer und alle Heiligen. Es grüßen euch die
Brüder aus Italien.
25. Die Gnade sei mit euch allen! Amen.
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