Es bleibet täglich nach deinem Wort; denn es muß dir alles dienen. (Psalm 119:91)

Der Prophet Haggai

Das 1. Kapitel

1. Im andern Jahr des Königs Darius, im sechsten Monden, am ersten
Tage des Monden, geschah des HErrn Wort durch den Propheten Haggai zu
Serubabel, dem Sohn Sealthiels, dem Fürsten Judas, und zu Josua, dem
Sohn Jozadaks, dem Hohenpriester, und sprach:

2. So spricht der HErr Zebaoth: Dies Volk spricht: Die Zeit ist noch
nicht da, daß man des HErrn Haus baue.

3. Und des HErrn Wort geschah durch den Propheten Haggai:

4. Aber eure Zeit ist da, daß ihr in getäfelten Häusern wohnet, und
dies Haus muß wüst stehen?

5. Nun, so spricht der HErr Zebaoth: Schauet, wie es euch gehet!

6. Ihr säet viel und bringet wenig ein; ihr esset und werdet doch
nicht satt; ihr trinket und werdet doch nicht trunken; ihr kleidet euch
und könnet euch doch nicht erwärmen; und welcher Geld verdienet, der
legt, es in einen löchrigen Beutel.

7. So spricht der HErr Zebaoth: Schauet, wie es euch gehet!

8. Gehet hin auf das Gebirge und holet Holz und bauet das Haus; das
soll mir angenehm sein und will meine Ehre erzeigen, spricht der HErr.

9. Denn ihr wartet wohl auf viel, und siehe, es wird wenig; und ob
ihr's schon heimbringet, so zerstäube ich's doch. Warum das? spricht
der HErr Zebaoth. Darum, daß mein Haus so wüst stehet, und ein
jeglicher eilet auf sein Haus.

10. Darum hat der Himmel über euch den Tau verhalten und das Erdreich
sein Gewächs.

11. Und ich habe die Dürre gerufen, beide, über Land und Berge, über
Korn, Most, Öl und über alles, was aus der Erde kommt, auch über Leute
und Vieh und über alle Arbeit der Hände.

12. Da gehorchte Serubabel, der Sohn Sealthiels, und Josua, der Sohn
Jozadaks, der Hohepriester und alle übrigen des Volks solcher Stimme
des HErrn, ihres GOttes, und den Worten des Propheten Haggai, wie ihn
der HErr, ihr GOtt, gesandt hatte; und das Volk fürchtete sich vor dem
HErrn.

13. Da sprach Haggai, der Engel des HErrn, der die Botschaft des HErrn
hatte an das Volk: Ich bin mit euch, spricht der HErr.

14. Und der HErr erweckte den Geist Serubabels, des Sohns Sealthiels,
des Fürsten Judas, und den Geist Josuas, des Sohns Jozadaks, des
Hohenpriesters, und den Geist des ganzen übrigen Volks, daß sie kamen
und arbeiteten am Hause des HErrn Zebaoth, ihres GOttes.

Das 2. Kapitel

1. Am vierundzwanzigsten Tage des sechsten Monden, im andern Jahr des
Königs Darius,

2. am einundzwanzigsten Tage des siebenten Monden, geschah des HErrn
Wort durch den Propheten Haggai und sprach:

3. Sage zu Serubabel, dem Sohn Sealthiels, dem Fürsten Judas, und zu
Josua, dem Sohn Jozadaks, dem Hohenpriester, und zum übrigen Volk und
sprich:

4. Wer ist unter euch überblieben, der dies Haus in seiner vorigen
Herrlichkeit gesehen hat? Und wie sehet ihr's nun an? Ist's nicht also,
es dünket euch nichts sein?

5. Und nun, Serubabel, sei getrost, spricht der HErr; sei getrost,
Josua, du Sohn Jozadaks, du Hoherpriester; sei getrost, alles Volk im
Lande, spricht der HErr, und arbeitet! Denn ich bin mit euch, spricht
der HErr Zebaoth.

6. Nach dem Wort, da ich mit euch einen Bund machte, da ihr aus
Ägypten zoget, soll mein Geist unter euch bleiben. Fürchtet euch nicht!

7. Denn so spricht der HErr Zebaoth: Es ist noch ein Kleines dahin,
daß ich Himmel und Erde und das Meer und Trockene bewegen werde.

8. Ja, alle Heiden will ich bewegen. Da soll dann kommen aller Heiden
Trost. Und ich will dies Haus voll Herrlichkeit machen, spricht der
HErr Zebaoth.

9. Denn mein ist beides, Silber und Gold, spricht der HErr Zebaoth.

10. Es soll die Herrlichkeit dieses letz ten Hauses größer weiden,
denn des ersten gewesen ist, spricht der HErr Zebaoth; und ich will
Frieden geben an diesem Ort, spricht der HErr Zebaoth.

11. Am vierundzwanzigsten Tage des neunten Monden, im andern Jahr
Darius, geschah des HErrn Wort zu dem Propheten Haggai und sprach:

12. So spricht der HErr Zebaoth: Frage die Priester um das Gesetz und
sprich:

13. Wenn jemand heilig Fleisch trüge in seines Kleides Geren und
rührete danach an mit seinem Geren Brot, Gemüse, Wein, Öl, oder was es
für Speise wäre, würde es auch heilig? Und die Priester antworteten und
sprachen: Nein.

14. Haggai sprach: Wo aber ein Unreiner von einem berührten Ans dieser
eines anrührete, würde es auch unrein? Die Priester antworteten und
sprachen: Es würde unrein.

15. Da antwortete Haggai und sprach: Eben also sind dies Volk und
diese Leute vor mir auch, spricht der HErr; und all ihrer Hunde Werk,
und was sie opfern, ist unrein.

16. Und nun schauet, wie: es euch gegangen ist von diesem Tage an und
zuvor, ehe denn ein Stein auf den andern gelegt ward am Tempel des HErrn:

17. daß, wenn einer zum Kornhaufen kam, der zwanzig Maß haben sollte,
so waren kaum zehn da; kam er zur Kelter und meinete, fünfzig Eimer zu
schöpfen, so waren kaum zwanzig da.

18. Denn ich plagte euch mit Dürre, Brandkorn und Hagel in all eurer
Arbeit; noch kehretet ihr euch nicht zu mir, spricht der HErr.

19. So schauet nun darauf, von diesem Tage an und zuvor, nämlich von
dem vierundzwanzigsten Tage des neunten Monden bis an den Tag, da der
Tempel des HErrn gegründet ist, schauet darauf!

20. Denn der Same liegt noch in der Scheuer und trägt noch nichts,
weder Weinstöcke, Feigenbäume, Granatbäume noch Ölbäume; aber von
diesem Tage an will ich Segen geben.

21. Und des HErrn Wort geschah zum andernmal zu Haggai, am
vierundzwanzigsten Tage des Monden, und sprach:

22. Sage Serubabel, dem Fürsten Judas, und sprich: Ich will Himmel und
Erde bewegen

23. und will die Stühle der Königreiche umkehren und die mächtigen
Königreiche der Heiden vertilgen und will beide, Wagen mit ihren
Reitern, umkehren, daß beide, Roß und Mann, herunterfallen sollen, ein
jeglicher durch des andern Schwert.

24. Zur selbigen Zeit, spricht der HErr Zebaoth, will ich dich,
Serubabel, du Sohn Sealthiels, meinen Knecht, nehmen, spricht der HErr,
und will dich wie einen Petschaftsring halten; denn ich habe dich
erwählet, spricht der HErr Zebaoth.