Es bleibet täglich nach deinem Wort; denn es muß dir alles dienen. (Psalm 119:91)

Das zweite Buch Mose

Das 1. Kapitel

1. Dies sind die Namen der Kinder Israels, die mit Jakob nach Ägypten
ka men; ein jeglicher kam mit seinem Hause hinein:

2. Ruben, Simeon, Levi, Juda,

3. Isaschar, Sebulon, Benjamin,

4. Dan, Naphthali, Gad, Asser

5. Und aller Seelen, die aus den Lenden Jakobs kommen waren, der waren
sieben zig. Joseph aber war zuvor in Ägypten.

6. Da nun Joseph gestorben war und alle seine Brüder und alle, die zu
der Zeit gelebt hatten,

7. die Kinder Israel und zeuge ten Kinder und mehreten sich; und wur
den ihrer sehr viel, daß ihrer das Land voll ward.

8. Da kam ein neuer König auf in Ägyp ten, der wußte nichts von Joseph;

9. und sprach zu seinem Volk: Siehe, des Volks der Kinder Israel ist
viel und mehr denn wir.

10. Wohlan, wir wollen sie mit Listen dämpfen, daß ihrer nicht so viel
werden. Denn wo sich ein Krieg erhübe, möchten sie sich auch zu unsern
Feinden schlagen und wider uns streiten und zum Lande ausziehen.

11. Und man setzte Fronvögte über sie, die sie mit schweren Diensten
drücken sollten; denn man bauete dem Pharao die Städte Pithon und
Raemses zu Schatzhäu sern.

12. Aber je mehr sie das Volk drückten, je mehr sich es mehrete und
ausbreitete. Und sie hielten die Kinder Israel wie einen Greuel.

13. Und die Ägypter zwangen die Kin der Israel zu Dienst mit
Unbarmherzigkeit

14. und machten ihnen ihr Leben sauer mit schwerer Arbeit im Ton und
Ziegeln und mit allerlei Frönen auf dem Felde und mit allerlei Arbeit,
die sie ihnen auflegten mit Unbarmherzigkeit.

15. Und der König in Ägypten sprach zu den ebräischen Wehmüttern,
deren eine hieß Siphra und die andere Pua:

16. Wenn ihr den ebräischen Weibern helfet und auf dem Stuhl sehet,
daß es ein Sohn ist, so tötet ihn; ist's aber eine Toch ter, so lasset
sie leben.

17. Aber die Wehmütter fürchteten GOtt und taten nicht, wie der König
in Ägyp ten zu ihnen gesagt hatte, sondern ließen die Kinder leben.

18. Da rief der König in Ägypten den Wehmüttern und sprach zu ihnen:
Warum tut ihr das, daß ihr die Kinder leben lasset?

19. Die Wehmütter antworteten Pharao: Die ebräischen Weiber sind nicht
wie die ägyptischen, denn sie sind harte Weiber; ehe die Wehmutter zu
ihnen kommt, ha ben sie geboren.

20. Darum tat GOtt den Wehmüttern Gutes. Und das Volk mehrete sich und
ward sehr viel.

21. Und weil die Wehmütter GOtt fürch teten, bauete er ihnen Häuser.

22. Da gebot Pharao all seinem Volk und sprach: Alle Söhne, die
geboren werden, werfet ins Wasser und alle Töchter lasset leben.

Das 2. Kapitel

1. Und es ging hin ein Mann vom Hause Levi und nahm eine Tochter Levis.

2. Und das Weib ward schwanger und gebar einen Sohn. Und da sie sah,
daß es ein fein Kind war, verbarg sie ihn drei Monden.

3. Und da sie ihn nicht länger verbergen konnte, machte sie ein
Kästlein von Rohr und verklebte es mit Ton und Pech und legte das Kind
drein und legte ihn in das Schilf am Ufer des Wassers.

4. Aber seine Schwester stund von fer ne, daß sie erfahren wollte, wie
es ihm gehen würde.

5. Und die Tochter Pharaos ging hernie der und wollte baden im Wasser;
und ihre Jungfrauen gingen an dem Rande des Was sers. Und da sie das
Kästlein im Schilf sah, sandte sie ihre Magd hin und ließ es holen.

6. Und da sie es auftat, sah sie das Kind; und siehe, das Knäblein
weinete. Da jam merte es sie, und sprach: Es ist der ebräi schen
Kindlein eins.

7. Da sprach seine Schwester zu der Tochter Pharaos: Soll ich hingehen
und der ebräischen Weiber eine rufen, die da säuget, daß sie dir das
Kindlein säuge?

8. Die Tochter Pharaos sprach zu ihr: Gehe hin! Die Jungfrau ging hin
und rief des Kindes Mutter.

9. Da sprach Pharaos Tochter zu ihr: Nimm hin das Kindlein und säuge
mir s, ich will dir lohnen. Das Weib nahm das Kind und säugete es.

10. Und da das Kind groß ward, brachte sie es der Tochter Pharaos, und
es ward ihr Sohn; und hieß ihn Mose, denn sie sprach: Ich habe ihn aus
dem Wasser gezogen.

11. Zu den Zeiten, da Mose war groß worden, ging er aus zu seinen
Brüdern und sah ihre Last und ward gewahr, daß ein Ägypter schlug
seiner Brüder, der ebräi schen, einen.

12. Und er wandte sich hin und her, und da er sah, daß kein Mensch da
war, er schlug er den Ägypter und verscharrete ihn in den Sand.

13. Auf einen andern Tag ging er auch aus und sah zween ebräische
Männer sich miteinander zanken; und sprach zu dem Ungerechten: Warum
schlägest du deinen Nächsten?

14. Er aber sprach: Wer hat dich zum Obersten oder Richter über uns
gesetzt? Willst du mich auch erwürgen, wie du den Ägypter erwürget
hast? Da fürchtete sich Mose und sprach: Wie ist das laut worden?

15. Und es kam vor Pharao, der trachtete nach Mose, daß er ihn
erwürgete. Aber Mose floh vor Pharao und hielt sich im Lande Midian und
wohnete bei einem Brunnen.

16. Der Priester aber in Midian hatte sieben Töchter, die kamen,
Wasser zu schöpfen, und fülleten die Rinnen, daß sie ihres Vaters
Schafe tränketen.

17. Da kamen die Hirten und stießen sie davon. Aber Mose machte sich
auf und half ihnen und tränkte ihre Schafe.

18. Und da sie zu ihrem Vater Reguel kamen, sprach er: Wie seid ihr
heute so bald kommen?

19. Sie sprachen: Ein ägyptischer Mann errettete uns von den Hirten
und schöpfte uns und tränkte die Schafe.

20. Er sprach zu seinen Töchtern: Wo ist er? Warum habt ihr den Mann
gelassen, daß ihr ihn nicht ludet, mit uns zu essen?

21. Und Mose bewilligte, bei dem Manne zu bleiben. Und er gab Mose
seine Toch ter Zipora.

22. Die gebar einen Sohn: und er hieß ihn Gersom; denn er sprach: Ich
bin ein Fremdling worden im fremden Lande. (Und sie gebar noch einen
Sohn, den hieß er Elieser, und sprach: Der GOtt meines Vaters ist mein
Helfer und hat mich von der Hand Pharaos errettet.)

23. Lange Zeit aber danach starb der König in Ägypten. Und die Kinder
Israel seufzeten über, ihre Arbeit und schrieen; und ihr Schreien über
ihre Arbeit kam vor GOtt.

24. Und GOtt erhörete ihr Wehklagen und gedachte an seinen Bund mit
Abra ham, Isaak und Jakob.

25. Und er sah drein und nahm sich ihrer an.

Das 3. Kapitel

1. Mose aber hütete die Schafe Jethros, seines Schwähers, des
Priesters in Midian, und trieb die Schafe hinter in die Wüste und kam
an den Berg GOttes Horeb.

2. Und der Engel des HErrn erschien ihm in einer feurigen Flamme aus
dem Busch. Und er sah, daß der Busch mit Feuer brannte, und ward doch
nicht verzehret.

3. Und sprach: Ich will dahin und bese hen dies große Gesicht, warum
der Busch nicht verbrennet.

4. Da aber der HErr sah, daß er hinging zu sehen, rief ihm GOtt aus
dem Busch und sprach: Mose, Mose! Er antwortete: Hie bin ich.

5. Er sprach: Tritt nicht herzu! Zeuch deine Schuhe aus von deinen
Füßen; denn der Ort, da du auf stehest, ist ein heilig Land.

6. Und sprach weiter: Ich bin der GOtt deines Vaters, der GOtt
Abrahams, der GOtt Isaaks und der GOtt Jakobs. Und Mose verhüllete sein
Angesicht, denn er fürchtete sich, GOtt anzuschauen.

7. Und der HErr sprach: Ich habe gese hen das Elend meines Volks in
Ägypten und habe ihr Geschrei gehöret über die, so sie treiben; ich
habe ihr Leid erkannt.

8. Und bin herniedergefahren, daß ich sie errette von der Ägypter Hand
und sie ausführe aus diesem Lande in ein gut und weit Land, in ein
Land, darinnen Milch und Honig fleußt, nämlich an den Ort der
Kanaaniter, Hethiter, Amori ter, Pheresiter, Heviter und Jebusiter.

9. Weil denn nun das Geschrei der Kin der Israel vor mich kommen ist
und habe auch dazu gesehen ihre Angst, wie sie die Ägypter ängsten,

10. so gehe nun hin, ich will dich zu Pharao senden, daß du mein Volk,
die Kinder Israel, aus Ägypten führest.

11. Mose sprach zu Gott: Wer bin ich, daß ich zu Pharao gehe und führe
die Kinder Israel aus Ägypten?

12. Er sprach: Ich will mit dir sein. Und das soll dir das Zeichen
sein, daß ich dich gesandt habe: Wenn du mein Volk aus Ägypten geführet
hast, werdet ihr GOtt opfern auf diesem Berge.

13. Mose sprach zu GOtt: Siehe, wenn ich zu den Kindern Israel komme
und spreche zu ihnen: Der GOtt eurer Väter hat mich zu euch gesandt,
und sie mir sagen werden: Wie heißt sein Name? was soll ich ihnen sagen?

14. GOtt sprach zu Mose: Ich werde sein, der ich sein werde. Und
sprach: Also sollst du den Kindern Israel sagen: Ich werd's sein, der
hat mich zu euch gesandt.

15. Und GOtt sprach weiter zu Mose: Also sollst du zu den Kindern
Israel sagen: Der HErr, eurer Väter GOtt, der GOtt Abrahams, der GOtt
Isaaks, der GOtt Ja kobs, hat mich zu euch gesandt. Das ist mein Name
ewiglich, dabei soll man mein gedenken für und für.

16. Darum so gehe hin und versammle die Ältesten in Israel und sprich
zu ihnen: Der HErr, eurer Väter GOtt, ist mir er schienen, der GOtt
Abrahams, der GOtt Isaaks, der GOtt Jakobs, und hat ge sagt: Ich habe
euch heimgesucht und gesehen, was euch in Ägypten widerfah ren ist.

17. Und habe gesagt: Ich will euch aus dem Elende Ägyptens führen in
das Land der Kanaaniter, Hethiter, Amoriter, Phe resiter, Heviter und
Jebusiter, in das Land, darinnen Milch und Honig fleußt.

18. Und wenn sie deine Stimme hören, so sollst du und die Ältesten in
Israel hineingehen zum Könige in Ägypten und zu ihm sagen: Der HErr,
der Ebräer GOtt, hat uns gerufen. So laß uns nun gehen drei Tagesreisen
in die Wüste, daß wir opfern dem HErrn, unserm GOtt.

19. Aber ich weiß, daß euch der König in Ägypten nicht wird ziehen
lassen ohne durch eine starke Hand.

20. Denn ich werde meine Hand aus strecken und Ägypten schlagen mit
allerlei Wundern, die ich drinnen tun werde. Da nach wird er euch
ziehen lassen.

21. Und ich will diesem Volk Gnade geben vor den Ägyptern, daß, wenn
ihr ausziehet, nicht leer ausziehet;

22. sondern ein jeglich Weib soll von ihrer Nachbarin und Hausgenossin
for dern silberne und güldene Gefäße und Kleider; die sollt ihr auf
eure Söhne und Töchter legen und den Ägyptern ent wenden.

Das 4. Kapitel

1. Mose antwortete und sprach: Siehe, sie werden mir nicht glauben
noch meine Stimme hören, sondern Werden sagen: Der HErr ist dir nicht
erschienen.

2. Der HErr sprach zu ihm: Was ist, das du in deiner Hand hast? Er
sprach: Ein Stab.

3. Er sprach: Wirf ihn von dir auf die Erde! Und er warf ihn von sich;
da ward er zur Schlange. Und Mose floh vor ihr.

4. Aber der HErr sprach zu ihm: Strecke deine Hand aus und erhasche
sie bei dem Schwanz. Da streckte er seine Hand aus und hielt sie; und
sie ward zum Stab in seiner Hand.

5. Darum werden sie glauben, daß dir erschienen sei der HErr, der GOtt
ihrer Väter, der GOtt Abrahams, der GOtt Isaaks, der GOtt Jakobs.

6. Und der HErr sprach weiter zu ihm: Stecke deine Hand in deinen
Busen. Und er steckte sie in seinen Busen und zog sie heraus; siehe, da
war sie aussätzig wie Schnee.

7. Und er sprach: Tu sie wieder in den Busen. Und er tat sie wieder in
den Busen und zog sie heraus; siehe, da ward sie wieder wie sein ander
Fleisch.

8. Wenn sie dir nun nicht werden glauben noch deine Stimme hören bei
einem Zeichen, so werden sie doch glau ben deiner Stimme bei dem andern
Zei chen.

9. Wenn sie aber diesen zweien Zeichen nicht glauben werden noch deine
Stimme hören, so nimm des Wassers aus dem Strom und geuß es auf das
trockne Land, so wird dasselbe Wasser, das du aus dem Strom genommen
hast, Blut werden auf dem trocknen Lande.

10. Mose aber sprach zu dem HErrn: Ach, mein HErr, ich bin je und je
nicht wohl beredt gewesen, seit der Zeit du mit deinem Knecht geredet
hast; denn ich habe eine schwere Sprache und eine schwere Zunge.

11. Der HErr sprach zu ihm: Wer hat dem Menschen den Mund geschaffen
oder wer hat den Stummen oder Tau ben oder Sehenden oder Blinden ge
macht? Habe ich's nicht getan, der HErr?

12. So gehe nun hin: Ich will mit deinem Munde sein und dich lehren,
was du sagen sollst.

13. Mose sprach aber: Mein HErr, sende, welchen du senden willst!

14. Da ward der HErr sehr zornig über Mose und sprach: Weiß ich denn
nicht, daß dein Bruder Aaron aus dem Stamm Levi beredt ist? Und siehe,
er wird heraus gehen dir entgegen, und wenn er dich siehet, wird er
sich von Herzen freuen.

15. Du sollst zu ihm reden und die Worte in seinen Mund legen. Und ich
will mit deinem und seinem Munde sein und euch lehren; was ihr tun sollt.

16. Und er soll für dich zum Volk reden; er soll dein Mund sein, und
du sollst sein Gott sein.

17. Und diesen Stab nimm in deine Hand, damit du Zeichen tun sollst.

18. Mose ging hin und kam wieder zu Jethro, seinem Schwäher, und
sprach zu ihm: Lieber, laß mich gehen, daß ich wieder zu meinen Brüdern
komme, die in Ägypten sind, und sehe, ob sie noch leben. Jethro sprach
zu ihm: Gehe hin mit Frie den.

19. Auch sprach der HErr zu ihm in Midian: Gehe hin und zeuch wieder
nach Ägypten; denn die Leute sind tot, die nach deinem Leben stunden.

20. Also nahm Mose sein Weib und seine Söhne und führete sie auf einem
Esel und zog wieder nach Ägyptenland; und nahm den Stab GOttes in seine
Hand!

21. Und der HErr sprach zu Mose: Siehe zu, wenn du wieder nach Ägypten
kommst, daß du alle die Wunder tust vor Pharao, die ich dir in deine
Hand gegeben habe; ich aber will sein Herz verstocken, daß er das Volk
nicht lassen wird.

22. Und sollst zu ihm sagen: So saget der HErr: Israel ist mein
erstgeborner Sohn;

23. und ich gebiete dir, daß du meinen Sohn ziehen lassest, daß er mir
diene. Wirst du dich des weigern, so will ich deinen erstgebornen Sohn
erwürgen.

24. Und als er unterwegen in der Herber ge war, kam ihm der HErr
entgegen und wollte ihn töten.

25. Da nahm Zipora einen Stein und beschnitt ihrem Sohn die Vorhaut;
und rührete ihm seine Füße an und sprach: Du bist mir ein Blutbräutigam.

26. Da ließ er von ihm ab. Sie sprach aber Blutbräutigam um der
Beschneidung willen.

27. Und der HErr sprach zu Aaron: Gehe hin Mose entgegen in die Wüste.
Und er ging hin und begegnete ihm am Berge GOttes und küssete ihn.

28. Und Mose sagte Aaron alle Worte des HErrn, der ihn gesandt hatte,
und alle Zeichen, die er ihm befohlen hatte.

29. Und sie gingen hin und versammelten alle Ältesten von den Kindern
Israel.

30. Und Aaron redete alle Worte, die der HErr mit Mose geredet hatte,
und tat die Zeichen vor dem Volk.

31. Und das Volk glaubete. Und da sie höreten, daß der HErr die Kinder
Israel heimgesucht und ihr Elend angesehen hätte, neigeten sie sich und
beteten an.

Das 5. Kapitel

1. Danach gingen Mose und Aaron hin ein und sprachen zu Pharao: So
sagt der HErr, der GOtt Israels: Laß mein Volk ziehen, daß mir's ein
Fest halte in der Wüste.

2. Pharao antwortete: Wer ist der HErr, des Stimme ich hören müsse und
Israel ziehen lassen? Ich weiß nicht von dem HErrn, will auch Israel
nicht lassen zie hen.

3. Sie sprachen: der Ebräer GOtt hat uns gerufen; so laß uns nun
hinziehen drei Tagereisen in die Wüste und dem HErrn, unserm GOtt,
opfern, daß uns nicht widerfahre Pestilenz oder Schwert

4. Da sprach der König in Ägypten zu ihnen: Du, Mose und Aaron, warum
wollt ihr das Volk von seiner Arbeit frei ma chen? Gehet hin an eure
Dienste!

5. Weiter sprach Pharao: Siehe, des Volks ist schon zu viel im Lande,
und ihr wollt sie noch feiern heißen von ihrem Dienst.

6. Darum befahl Pharao desselben Tages den Vögten des Volks und ihren
Amtleu ten und sprach:

7. Ihr sollt dem Volk nicht mehr Stroh sammeln und geben, daß sie
Ziegel bren nen, wie bis anher; lasset sie selbst hinge hen und Stroh
zusammenlesen;

8. und die Zahl der Ziegel, die sie bisher gemacht haben, sollt ihr
ihnen gleichwohl auflegen und nichts mindern; denn sie gehen müßig,
darum schreien sie und sprechen: Wir wollen hinziehen und un serm GOtt
opfern.

9. Man drücke die Leute mit Arbeit, daß sie zu schaffen haben und sich
nicht keh ren an falsche Rede!

10. Da gingen die Vögte des Volks und ihre Amtleute aus und sprachen
zum Volk: So spricht Pharao: Man wird euch kein Stroh geben.

11. Gehet ihr selbst hin und sammelt euch Stroh, wo ihr's findet; aber
von eurer Arbeit soll nichts gemindert werden.

12. Da zerstreute sich das Volk ins ganze Land Ägypten, daß es
Stoppeln sammelte, damit sie Stroh hätten.

13. Und die Vögte trieben sie und spra chen: Erfüllet euer Tagwerk,
gleich als da ihr Stroh hattet!

14. Und die Amtleute der Kinder Israel, welche die Vögte Pharaos über
sie gesetzet hatten, wurden geschlagen, und ward zu ihnen gesagt: Warum
habt ihr weder heute noch gestern euer gesetzt Tagwerk getan, wie vorhin?

15. Da gingen hinein die Amtleute der Kinder Israel und schrieen zu
Pharao: Warum willst du mit deinen Knechten also fahren?

16. Man gibt deinen Knechten kein Stroh, und sollen die Ziegel machen,
die uns bestimmt sind; und siehe, deine Knechte werden geschlagen, und
dein Volk muß Sünder sein.

17. Pharao sprach: Ihr seid müßig, müßig seid ihr; darum sprechet ihr:
Wir wollen hinziehen und dem HErrn op fern.

18. So gehet nun hin und frönet! Stroh soll man euch nicht geben, aber
die Anzahl der Ziegel sollt ihr reichen.

19. Da sahen die Amtleute der Kinder Israel, daß es ärger ward, weil
man sagte: Ihr sollt nichts mindern von dem Tagwerk an den Ziegeln.

20. Und da sie von Pharao gingen, begeg neten sie Mose und Aaron und
traten gegen sie

21. und sprachen zu ihnen: Der HErr sehe auf euch und richte es, daß
ihr unsern Geruch habt stinken gemacht vor Pharao und seinen Knechten
und habt ihnen das Schwert in ihre Hände gegeben, uns zu töten.

22. Mose aber kam wieder zu dem HErrn und sprach: HErr, warum tust du
so übel an diesem Volk? Warum hast du mich hergesandt?

23. Denn seit dem, daß ich hinein bin gegangen zu Pharao, mit ihm zu
reden in deinem Namen, hat er das Volk noch härter geplagt; und du hast
dein Volk nicht errettet.

Kap. 6. V.1. Der HErr sprach zu Mose: Nun sollst du sehen, was ich
Pharao tun werde; denn durch eine starke Hand muß er sie lassen ziehen,
er muß sie noch durch eine starke Hand aus seinem Lande von sich treiben.

Das 6. Kapitel

2. Und GOtt redete mit Mose und sprach zu ihm: Ich bin der HErr,

3. und bin erschienen Abraham, Isaak und Jakob, daß ich ihr
allmächtiger GOtt sein wollte; aber mein Name, HErr, ist ihnen nicht
offenbaret worden.

4. Auch habe ich meinen Bund mit ihnen aufgerichtet, daß ich ihnen
geben will das Land Kanaan, das Land ihrer Wallfahrt, darinnen sie
Fremdlinge gewesen sind.

5. Auch habe ich gehöret die Wehklage der Kinder Israel, welche die
Ägypter mit Frönen beschweren, und habe an meinen Bund gedacht.

6. Darum sage den Kindern Israel: Ich bin der HErr und will euch
ausführen von euren Lasten in Ägypten und will euch erretten von eurem
Fronen und will euch erlösen durch einen ausgereckten Arm und große
Gerichte;

7. und will euch annehmen zum Volk und will euer GOtt sein, daß ihr's
erfahren sollt, daß ich der HErr bin euer GOtt, der euch ausgeführet
habe von der Last Ägyp tens

8. und euch gebracht in das Land, dar über ich habe meine Hand
gehoben, daß ich's gäbe Abraham, Isaak und Jakob; das will ich euch
geben zu eigen, ich, der HErr.

9. Mose sagte solches den Kindern Israel; aber sie höreten ihn nicht
vor Seufzen und Angst und harter Arbeit.

10. Da redete der HErr mit Mose und sprach:

11. Gehe hinein und rede mit Pharao, dem Könige in Ägypten, daß er die
Kinder Israel aus seinem Lande lasse.

12. Mose aber redete vor dem HErrn und sprach: Siehe, die Kinder
Israel hören mich nicht, wie sollte mich denn Pharao hören? Dazu bin
ich von unbeschnittenen Lippen.

13. Also redete der HErr mit Mose und Aaron und tat ihnen Befehl an
die Kinder Israel und Pharao, den König in Ägypten, daß sie die Kinder
Israel aus Ägypten führeten.

14. Dies sind die Häupter in jeglichem Geschlecht der Väter. Die
Kinder Rubens, des ersten Sohnes Israels, sind diese: Hanoch, Pallu,
Hezron, Charmi. Das sind die Geschlechter von Ruben.

15. Die Kinder Simeons sind diese: Je muel, Jamin, Ohad, Jachin, Zohar
und Saul, der Sohn des kanaanäischen Wei bes, das sind Simeons
Geschlechter.

16. Dies sind die Namen der Kinder Levis in ihren Geschlechtern:
Gerson, Kahath, Merari. Aber Levi ward hundertundsie benunddreißig
Jahre alt.

17. Die Kinder Gersons sind diese: Lib ni und Simei in ihren
Geschlechtern.

18. Die Kinder Kahaths sind diese: Am ram, Jezear, Hebron, Usiel.
Kahath aber ward hundertunddreiunddreißig Jahre alt.

19. Die Kinder Meraris sind diese: Ma heli und Musi. Das sind die
Geschlechter Levis in ihren Stämmen.

20. Und Amram nahm seine Muhme Jochebed zum Weibe, die gebar ihm Aaron
und Mose. Aber Amram ward hundertundsiebenunddreißig Jahre alt.

21. Die Kinder Jezears sind diese: Korah, Nepheg, Sichri.

22. Die Kinder Usiels sind diese: Misael, Elzaphan, Sithri.

23. Aaron nahm zum Weibe Eliseba, die Tochter Amminadabs, Nahassons
Schwe ster; die gebar ihm Nadab, Abihu, Elea sar, Ithamar.

24. Die Kinder Korahs sind diese: Assir, Elkana, Abiasaph. Das sind
die Ge schlechter der Korahiter.

25. Eleasar aber, Aarons Sohn, der nahm von den Töchtern Putiels ein
Weib; die gebar ihm den Pinehas. Das sind die Häupter unter den Vätern
der Levitenge schlechter.

26. Das ist der Aaron und Mose, zu denen der HErr sprach: Führet die
Kin der Israel aus Ägyptenland mit ihrem Heer.

27. Sie sind's, die mit Pharao, dem Kö nige in Ägypten, redeten, daß
sie die Kinder Israel aus Ägypten führeten, näm lich Mose und Aaron.

28. Und des Tages redete der HErr mit Mose in Ägyptenland

29. und sprach zu ihm: Ich bin der HErr; rede mit Pharao, dem Könige
in Ägypten, alles was ich mit dir rede.

30. Und er antwortete vor dem HErrn: Siehe, ich bin von
unbeschnittenen Lip pen; wie wird mich denn Pharao hören?

Das 7. Kapitel

1. Der HErr sprach zu Mose: Siehe, ich habe dich einen Gott gesetzt
über Pha rao; und Aaron, dein Bruder, soll dein Prophet sein.

2. Du sollst reden alles, was ich dir gebieten werde; aber Aaron, dein
Bru der, soll es vor Pharao reden, daß er die Kinder Israel aus seinem
Lande lasse.

3. Aber ich will Pharaos Herz verhärten, daß ich meiner Zeichen und
Wunder viel tue in Ägyptenland.

4. Und Pharao wird euch nicht hören, auf daß ich meine Hand in Ägypten
bewei se und führe mein Heer, mein Volk, die Kinder Israel, aus
Ägyptenland durch gro ße Gerichte.

5. Und die Ägypter sollen's inne werden, daß ich der HErr bin, wenn
ich nun meine Hand ausstrecke über Ägypten und die Kinder Israel von
ihnen wegführen werde.

6. Mose und Aaron taten, wie ihnen der HErr geboten hatte.

7. Und Mose war achtzig Jahre alt und Aaron dreiundachtzig Jahre alt,
da sie mit Pharao redeten.

8. Und der HErr sprach zu Mose und Aaron:

9. Wenn Pharao zu euch sagen wird: Beweiset eure Wunder, so sollst du
zu Aaron sagen: Nimm deinen Stab und wirf ihn vor Pharao, daß er zur
Schlange werde.

10. Da gingen Mose und Aaron hinein zu Pharao und taten wie ihnen der
HErr geboten hatte. Und Aaron warf seinen Stab vor Pharao und vor
seinen Knechten; und er ward zur Schlange.

11. Da forderte Pharao die Weisen und Zauberer. Und die ägyptischen
Zauberer taten auch also mit ihrem Beschwören.

12. Ein jeglicher warf seinen Stab von sich, da wurden Schlangen
draus; aber Aarons Stab verschlang ihre Stäbe.

13. Also ward das Herz Pharaos ver stockt und hörete sie nicht, wie
denn der HErr geredet hatte.

14. Und der HErr sprach zu Mose: Das Herz Pharaos ist hart; er weigert
sich, das Volk zu lassen.

15. Gehe hin zu Pharao morgen. Siehe, er wird ans Wasser gehen; so
tritt gegen ihm an das Ufer des Wassers und nimm den Stab in deine
Hand, der zur Schlange ward,

16. und sprich zu ihm: Der HErr, der Ebräer GOtt, hat mich zu dir
gesandt und lassen sagen: Laß mein Volk, daß mir's diene in der Wüste!
Aber du hast bisher nicht wollen hören.

17. Darum spricht der HErr also: Da ran sollst du erfahren, daß ich
der HErr bin. Siehe, ich will mit dem Stabe, den ich in meiner Hand
habe, das Wasser schla gen, das in dem Strom ist, und es soll in Blut
verwandelt werden,

18. daß die Fische im Strom sterben sollen und der Strom stinken, und
den Ägyptern wird ekeln, zu trinken des Was sers aus dem Strom.

19. Und der HErr sprach zu Mose: Sage Aaron: Nimm deinen Stab und
recke dei ne Hand aus über die Wasser in Ägypten, über ihre Bäche und
Ströme und Seen und über alle Wassersümpfe, daß sie Blut wer den, und
sei Blut in ganz Ägyptenland, beide in hölzernen und steinernen Gefä ßen.

20. Mose und Aaron taten, wie ihnen der HErr geboten hatte, und hub
den Stab auf und schlug ins Wasser, das im Strom war, vor Pharao und
seinen Knechten. Und alles Wasser im Strom ward in Blut verwandelt.

21. Und die Fische im Strom starben, und der Strom ward stinkend, daß
die Ägypter nicht trinken konnten des Was sers aus dem Strom; und ward
Blut in ganz Ägyptenland.

22. Und die ägyptischen Zauberer taten auch also mit ihrem Beschwören.
Also ward das Herz Pharaos Verstockt und hö rete sie nicht, wie denn
der HErr geredet hatte.

23. Und Pharao wandte sich und ging heim und nahm's nicht zu Herzen.

24. Aber alle Ägypter gruben nach Was ser um den Strom her, zu
trinken; denn des Wassers aus dem Strom konnten sie nicht trinken.

25. Und das währete sieben Tage lang, daß der HErr den Strom schlug.

Das 8. Kapitel

1. Der HErr sprach zu Mose: Gehe hin ein zu Pharao und sprich zu ihm:
So sagt der HErr: Laß mein Volk, daß mir's die ne!

2. Wo du dich des weigerst, siehe, so will ich alle deine Grenze mit
Fröschen pla gen,

3. daß der Strom soll von Fröschen wim meln; die sollen heraufkriechen
und kom men in dein Haus, in deine Kammer, auf dein Lager, auf dein
Bett; auch in die Häuser deiner Knechte, unter dein Volk, in deine
Backöfen und in deine Teige;

4. und sollen die Frösche auf dich und auf dein Volk und auf alle
deine Knechte kriechen.

5. Und der HErr sprach zu Mose: Sage Aaron: Recke deine Hand aus mit
deinem Stabe über die Bäche und Ströme und Seen und laß Frösche über
Ägyptenland kommen.

6. Und Aaron reckte seine Hand über die Wasser in Ägypten; und kämen
Frö sche herauf, daß Ägyptenland bedeckt ward.

7. Da taten die Zauberer auch also mit ihrem Beschwören und ließen
Frösche über Ägyptenland kommen.

8. Da forderte Pharao Mose und Aaron und sprach: Bittet den HErrn für
mich, daß er die Frösche von mir und von mei nem Volk nehme, so will
ich das Volk lassen, daß es dem HErrn opfere.

9. Mose sprach: Habe du die Ehre vor mir und stimme mir, wann ich für
dich, für deine Knechte und für dein Volk bitten soll, daß die Frösche
von dir und von deinem Hause vertrieben werden und al lein im Strom
bleiben.

10. Er sprach: Morgen. Er sprach: Wie du gesagt hast. Auf daß du
erfahrest, daß niemand ist wie der HErr, unser GOtt,

11. so sollen die Frösche von dir, von deinem Hause von deinen
Knechten und von deinem Volk genommen werden und allein im Strom bleiben.

12. Also ging Mose und Aaron von Pha rao. Und Mose schrie zu dem HErrn
der Frösche halben, wie er Pharao hatte zuge sagt.

13. Und der HErr tat, wie Mose ge sagt hatte; und die Frösche starben
in den Häusern, in den Höfen und auf dem Felde.

14. Und sie häuften sie zusammen, hie einen Haufen und da einen
Haufen; und das Land stank davon.

15. Da aber Pharao sah, daß er Luft gekriegt hatte, ward sein Herz
verhärtet und hörete sie nicht, wie denn der HErr geredet hatte.

16. Und der HErr sprach zu Mose: Sage Aaron: Recke deinen Stab aus und
schlag in den Staub auf Erden, daß Läuse werden in ganz Ägyptenland.

17. Sie taten also, und Aaron reckte seine Hand aus mit seinem Stabe
und schlug in den Staub auf Erden; und es wurden Läu se an den Menschen
und an dem Vieh; aller Staub des Landes ward Läuse in ganz Ägyptenland.

18. Die Zauberer taten auch also mit ihrem Beschwören, daß sie Läuse
heraus brächten, aber sie konnten nicht. Und die Läuse waren beide an
Menschen und an Vieh.

19. Da sprachen die Zauberer zu Pharao: Das ist GOttes Finger. Aber
das Herz Pharaos ward verstockt und hörete sie nicht, wie denn der HErr
gesagt hatte.

20. Und der HErr sprach zu Mose: Mache dich morgen frühe auf und tritt
vor Pharao (siehe, er wird ans Wasser gehen) und sprich zu ihm: So sagt
der HErr: Laß mein Volk, daß es mir diene;

21. wo nicht, siehe, so will ich allerlei Ungeziefer lassen kommen
über dich, dei ne Knechte, dein Volk und dein Haus, daß aller Ägypter
Häuser und das Feld und was drauf ist, voll Ungeziefer werden sollen.

22. Und will des Tages ein Besonderes tun mit dem Lande Gosen, da sich
mein Volk enthält, daß kein Ungeziefer da sei, auf daß du inne werdest,
daß ich der HErr bin auf Erden allenthalben.

23. Und will eine Erlösung setzen zwi schen meinem und deinem Volk:
Morgen soll das Zeichen geschehen.

24. Und der HErr tat also, und es kam viel Ungeziefers in Pharaos
Haus, in seiner Knechte Häuser und über ganz Ägyptenland; und das Land
ward ver derbet von dem Ungeziefer.

25. Da forderte Pharao Mose und Aaron und sprach: Gehet hin, opfert
eurem GOtt hie im Lande.

26. Mose sprach: Das taugt nicht, daß wir also tun; denn wir würden
der Ägypter Greuel opfern unserm GOtt, dem HErrn; siehe, wenn wir denn
der Ägypter Greuel vor ihren Augen opferten, würden sie uns nicht
steinigen?

27. Drei Tagereisen wollen wir gehen in die Wüste und dem HErrn,
unserm GOtt, opfern, wie er uns gesagt hat.

28. Pharao sprach: Ich will euch lassen, daß ihr dem HErrn, eurem GOtt
opfert in der Wüste; allein; daß ihr nicht ferner ziehet, und bittet
für mich.

29. Mose sprach: Siehe, wenn ich hinaus von dir komme so will ich den
HErrn bitten, daß dies Ungeziefer von Pharao und seinen Knechten und
von seinem Volk genommen werde, morgen des Ta ges; allein täusche mich
nicht mehr, daß du das Volk nicht lassest, dem HErrn zu opfern.

30. Und Mose ging hinaus von Pharao und bat den HErrn.

31. Und der HErr tat, wie Mose ge sagt hatte, und schaffte das
Ungeziefer weg von Pharao, von seinen Knechten und von seinem Volk, daß
nicht eins überblieb.

32. Aber Pharao verhärtete sein Herz auch dasselbe Mal und ließ das
Volk nicht.

Das 9. Kapitel

1. Der HErr sprach zu Mose: Gehe hin ein zu Pharao und sprich zu ihm:
Also sagt der HErr, der GOtt der Ebräer: Laß mein Volk, daß sie mir
dienen!

2. Wo du dich des weigerst und sie weiter aufhältst,

3. siehe, so wird Hand des HErrn sein über dein Vieh auf dem Felde,
über Pferde, über Esel, über Kamele, über Och sen, über Schafe mit
einer fast schweren Pestilenz.

4. Und der HErr wird ein Besonderes tun zwischen dem Vieh der
Israeliten und der Ägypter, daß nichts sterbe aus allem, das die Kinder
Israel haben.

5. Und der HErr bestimmte eine Zeit und sprach: Morgen wird der HErr
solches auf Erden tun.

6. Und der HErr tat solches des Morgens; und starb allerlei Vieh der
Ägypter; aber des Viehes der Kinder Israel starb nicht eins.

7. Und Pharao sandte danach, und siehe, es war des Viehes Israel nicht
eins gestor ben. Aber das Herz Pharaos ward Ver stockt und ließ das
Volk nicht.

8. Da sprach der HErr zu Mose und Aaron: Nehmet eure Fäuste voll Ruß
aus dem Ofen, und Mose sprenge ihn gen Himmel vor Pharao,

9. daß über ganz Ägyptenland stäube, und böse schwarze Blattern
auffahren, beide an Menschen und an Vieh, in ganz Ägyptenland.

10. Und sie nahmen Ruß aus dem Ofen und traten vor Pharao, und Mose
sprenge te ihn gen Himmel. Da fuhren auf böse schwarze Blattern, beide
an Menschen und an Vieh,

11. also daß die Zauberer nicht konnten vor Mose stehen vor den bösen
Blattern; denn es waren an den Zauberern ebensowohl böse Blattern als
an allen Ägyptern.

12. Aber der HErr verstockte das Herz Pharaos, daß er sie nicht
hörete, wie denn der HErr zu Mose gesagt hatte.

13. Da sprach der HErr zu Mose: Mache dich morgen frühe auf und tritt
vor Pharao und sprich zu ihm: So sagt der HErr, der Ebräer GOtt: Laß
mein Volk, daß mir's diene!

14. Ich will anders diesmal alle mei ne Plagen über dich selbst
senden, über deine Knechte und über dein Volk, daß du inne werden
sollst, daß meinesgleichen nicht ist in allen Landen.

15. Denn ich will jetzt meine Hand ausrecken und dich und dein Volk
mit Pesti lenz schlagen, daß du von der Erde sollst vertilget werden.

16. Und zwar darum habe ich dich erwecket, daß meine Kraft an dir
erschei ne, und mein Name verkündiget werde in allen Landen.

17. Du trittst mein Volk noch unter dich und willst es nicht lassen.

18. Siehe, ich will morgen um diese Zeit einen sehr großen Hagel
regnen las sen, desgleichen in Ägypten nicht gewe sen ist, seit der
Zeit es gegründet ist, bis her.

19. Und nun sende hin und verwahre dein Vieh und alles, was du auf dem
Felde hast. Denn alle Menschen und Vieh, das auf dem Felde funden wird
und nicht in die Häuser versammelt ist, so der Hagel auf sie fällt,
werden sterben.

20. Wer nun unter den Knechten Pharaos des HErrn Wort fürchtete, der
ließ seine Knechte und Vieh in die Häuser fliehen.

21. Welcher Herz aber sich nicht kehrete an des HErrn Wort, ließen
ihre Knechte und Vieh auf dem Felde.

22. Da sprach der HErr zu Mose: Recke deine Hand gen Himmel, daß es
hagele über ganz Ägyptenland, über Menschen, über Vieh und über alles
Kraut auf dem Felde in Ägyptenland.

23. Also reckte Mose seinen Stab gen Himmel; und der HErr ließ donnern
und hageln, daß das Feuer auf die Erde schoß. Also ließ der HErr Hagel
reg nen über Ägyptenland,

24. daß Hagel und Feuer untereinander führen, so grausam, daß
desgleichen in ganz Ägyptenland nie gewesen war, seit der Zeit Leute
drinnen gewesen sind.

25. Und der Hagel schlug in ganz Ägyptenland alles, was auf dem Felde
war, beide Menschen und Vieh, und schlug alles Kraut auf dem Felde und
zerbrach alle Bäume auf dem Felde.

26. Ohne allein im Lande Gosen, da die Kinder Israel waren, da hagelte
es nicht.

27. Da schickte Pharao hin und ließ Mose und Aaron rufen und sprach zu
ihnen: Ich habe dasmal mich versündi get; der HErr ist gerecht, ich
aber und mein Volk sind Gottlose.

28. Bittet aber den HErrn, daß aufhöre solch Donnern und Hageln
GOttes, so will ich euch lassen, daß ihr nicht länger hie bleibet.

29. Mose sprach zu ihm: Wenn ich zur Stadt hinaus komme, will ich
meine Hän de ausbreiten gegen den HErrn, so wird der Donner aufhören,
und kein Hagel mehr sein, auf daß du inne werdest, daß die Erde des
HErrn sei.

30. Ich weiß aber, daß du und deine Knechte euch noch nicht fürchtet
vor GOtt dem HErrn.

31. Also ward geschlagen der Flachs und die Gerste; denn die Gerste
hatte geschos set und der Flachs Knoten gewonnen.

32. Aber der Weizen und Roggen ward nicht geschlagen, denn es war spät
Ge treide.

33. So ging nun Mose von Pharao zur Stadt hinaus und breitete seine
Hände gegen den HErrn, und der Donner und Hagel höreten auf, und der
Regen troff nicht mehr auf Erden.

34. Da aber Pharao sah, daß der Regen und Donner und Hagel aufhörete,
versün digte er sich weiter und verhärtete sein Herz, er und seine
Knechte.

35. Also ward des Pharao Herz ver stockt, daß er die Kinder Israel
nicht ließ, wie denn der HErr geredet hatte durch Mose.

Das 10. Kapitel

1. Und der HErr sprach zu Mose: Ge he hinein zu Pharao; denn ich habe
sein und seiner Knechte Herz verhärtet, auf daß ich diese meine Zeichen
unter ihnen tue,

2. und daß du verkündigest vor den Oh ren deiner Kinder und deiner
Kindeskin der, was ich in Ägypten ausgerichtet habe und wie ich meine
Zeichen unter ihnen beweiset habe, daß ihr wisset; ich bin der HErr.

3. Also gingen Mose und Aaron hinein zu Pharao und sprachen zu ihm: So
spricht der HErr, der Ebräer GOtt: Wie lange weigerst du, dich vor mir
zu demütigen, daß du mein Volk lassest, mir zu dienen?

4. Weigerst du dich, mein Volk zu lassen, siehe, so will ich morgen
Heuschrecken kommen lassen an allen Orten,

5. daß sie das Land bedecken, also daß man das Land nicht sehen könne;
und sollen fressen, was euch übrig und errettet ist von dem Hagel, und
sollen alle eure grünenden Bäume fressen auf dem Felde;

6. und sollen erfüllen dein Haus, aller deiner Knechte Häuser und
aller Ägypter Häuser, desgleichen nicht gesehen haben deine Väter und
deiner Väter Väter, seit der Zeit sie auf Erden gewesen, bis auf diesen
Tag. Und er wandte sich und ging von Pharao hinaus.

7. Da sprachen die Knechte Pharaos zu ihm: Wie lange sollen wir damit
geplagt sein? Laß die Leute ziehen, daß sie dem HErrn, ihrem GOtt,
dienen! Willst du zu vor erfahren, daß Ägypten untergegangen sei?

8. Mose und Aaron wurden wieder zu Pharao gebracht, der sprach zu
ihnen: Gehet hin und dienet dem HErrn, eurem GOtt. Welche sind sie
aber, die hinziehen sollen?

9. Mose sprach: Wir wollen ziehen mit jung und alt, mit Söhnen und
Töchtern, mit Schafen und Rindern; denn wir haben ein Fest des HErrn.

10. Er sprach zu ihnen: Awe ja, der HErr sei mit euch! Sollte ich euch
und eure Kinder dazu ziehen lassen? Sehet da, ob ihr nicht Böses vorhabt!

11. Nicht also, sondern ihr Männer zie het hin und dienet dem HErrn;
denn das habt ihr auch gesucht. Und man stieß sie heraus von Pharao.

12. Da sprach der HErr zu Mose: Recke deine Hand über Ägyptenland um
die Heuschrecken, daß sie auf Ägypten land kommen und fressen alles
Kraut im Lande auf samt alle dem, das dem Hagel überblieben ist.

13. Mose reckte seinen Stab über Ägyp tenland. Und der HErr trieb
einen Ost wind ins Land den ganzen Tag und die ganze Nacht; und des
Morgens führete der Ostwind die Heuschrecken her.

14. Und sie kamen über ganz Ägyptenland und ließen sich nieder an
allen Orten in Ägypten, so sehr viel, daß zuvor des gleichen nie
gewesen ist, noch hinfort sein wird.

15. Denn sie bedeckten das Land und verfinsterten es. Und sie fraßen
alles Kraut im Lande auf und alle Früchte auf den Bäumen, die dem Hagel
waren überblie ben, und ließen nichts Grünes übrig an den Bäumen und am
Kraut auf dem Felde in ganz Ägyptenland.

16. Da forderte Pharao eilend Mose und Aaron und sprach: Ich habe mich
ver sündiget an dem HErrn, eurem GOtt, und an euch.

17. Vergebet mir meine Sünde diesmal auch und bittet den HErrn, euren
GOtt, daß er doch nur diesen Tod von mir wegnehme.

18. Und er ging aus von Pharao und bat den HErrn.

19. Da wendete der HErr einen sehr starken Westwind und hub die Heu
schrecken auf und warf sie ins Schilfmeer, daß nicht eine übrig blieb
an allen Orten Ägyptens.

20. Aber der HErr verstockte Pha raos Herz, daß er die Kinder Israel
nicht ließ.

21. Der HErr sprach zu Mose: Recke deine Hand gen Himmel, daß es so
finster werde in Ägyptenland, daß man's greifen mag.

22. Und Mose reckte seine Hand gen Himmel; da ward eine dicke
Finsternis in ganz Ägyptenland drei Tage,

23. daß niemand den andern sah noch aufstund von dem Ort, da er war,
in dreien Tagen. Aber bei allen Kindern Israel war es licht in ihren
Wohnungen.

24. Da forderte Pharao Mose und sprach: Ziehet hin und dienet dem
HErrn; allein eure Schafe und Rinder lasset hie; lasset auch eure
Kindlein mit euch ziehen.

25. Mose sprach: Du mußt uns auch Opfer und Brandopfer geben, das wir
unserm GOtt, dem HErrn, tun mö gen.

26. Unser Vieh soll mit uns gehen und nicht eine Klaue dahinten
bleiben; denn von dem Unsern werden wir nehmen zum Dienst unsers
GOttes, des HErrn. Denn wir wissen nicht, womit wir dem HErrn dienen
sollen, bis wir dahin kom men.

27. Aber der HErr verstockte das Herz Pharaos, daß er sie nicht lassen
wollte.

28. Und Pharao sprach zu ihm: Gehe von mir und hüte dich, daß du nicht
mehr vor meine Augen kommest; denn welches Ta ges du vor meine Augen
kommst, sollst du sterben.

29. Mose antwortete: Wie du gesagt hast; ich will nicht mehr vor deine
Augen kommen.

Das 11. Kapitel

1. Und der HErr sprach zu Mose: Ich will noch eine Plage über Pharao
und Ägypten kommen lassen, danach wird er euch las sen von hinnen, und
wird nicht allein alles lassen, sondern euch auch von hinnen treiben.

2. So sage nun vor dem Volk, daß ein jeglicher von seinem Nächsten und
eine jegliche von ihrer Nächstin silberne und güldene Gefäße fordere.

3. Denn der HErr wird dem Volk Gnade geben vor den Ägyptern. Und Mose
war ein sehr großer Mann in Ägyptenland vor den Knechten Pharaos und
vor dem Volk.

4. Und Mose sprach: So sagt der HErr: Ich will zur Mitternacht
ausgehen in Ägyptenland;

5. und alle Erstgeburt in Ägyptenland soll sterben, von dem ersten
Sohn Pharaos an, der auf seinem Stuhl sitzt, bis an den ersten Sohn der
Magd, die hinter der Müh le ist, und alle Erstgeburt unter dem Vieh.

6. Und wird ein groß Geschrei sein in ganz Ägyptenland, desgleichen
nie gewe sen ist noch werden wird;

7. aber bei allen Kindern Israel soll nicht ein Rund mucken, beide
unter Menschen und Vieh, auf daß ihr erfahret, wie der HErr Ägypten und
Israel scheide.

8. Dann werden zu mir herabkommen alle diese deine Knechte und mir zu
Fuße fallen und sagen: Zeuch aus, du und alles Volk, das unter dir ist.
Danach will ich ausziehen, Und er ging von Pharao mit grimmigem Zorn.

9. Der HErr aber sprach zu Mose: Pharao höret euch nicht, auf daß
viele Wunder geschehen in Ägyptenland.

10. Und Mose und Aaron haben diese Wunder alle getan vor Pharao; aber
der HErr verstockte ihm sein Herz, daß er die Kinder Israel nicht
lassen wollte aus sei nem Lande.

Das 12. Kapitel

1. Der HErr aber sprach zu Mose und Aaron in Ägyptenland:

2. Dieser Mond soll bei euch der erste Mond sein; und von ihm sollt
ihr die Monde des Jahrs anheben.

3. Saget der ganzen Gemeine Israel und sprechet: Am zehnten Tage
dieses Mon den nehme ein jeglicher ein Lamm, wo ein Hausvater ist, je
ein Lamm zu einem Hause!

4. Wo ihrer aber in einem Hause zum Lamm zu wenig sind, so nehme er's
und sein nächster Nachbar an seinem Hause, bis ihrer so viel wird, daß
sie das Lamm aufessen mögen.

5. Ihr sollt aber ein solch Lamm nehmen, da kein Fehl an ist, ein
Männlein und eines Jahrs alt; von den Lämmern und Ziegen sollt ihr's
nehmen.

6. Und sollt es behalten bis auf den vierzehnten Tag des Monden. Und
ein jegliches Häuflein im ganzen Israel soll es schlachten zwischen
Abends.

7. Und sollt seines Bluts nehmen und beide Pfosten an der Tür und die
oberste Schwelle damit bestreichen an den Häu sern, da sie es innen
essen.

8. Und sollt also Fleisch essen in dersel ben Nacht, am Feuer
gebraten, und ungesäuert Brot, und sollt es mit bittern Salsen essen.

9. Ihr sollt es nicht roh essen, noch mit Wasser gesotten, sondern am
Feuer gebra ten, sein Haupt mit seinen Schenkeln und Eingeweide.

10. Und sollt nichts davon überlassen bis morgen; wo aber etwas
überbleibet bis morgen, sollt ihr's mit Feuer verbrennen.

11. Also sollt ihr's aber essen: Um eure Lenden sollt ihr gegürtet
sein und eure Schuhe an euren Füßen haben und Stäbe in euren Händen,
und sollt es essen, als die hinwegeilen; denn es ist des HErrn Passah.

12. Denn ich will in derselbigen Nacht durch Ägyptenland gehen und
alle Erstgeburt schlagen in Ägyptenland, beide un ter Menschen und
Vieh. Und will meine Strafe beweisen an allen Göttern der Ägypter, ich,
der HErr.

13. Und das Blut soll euer Zeichen sein an den Häusern, darin ihr
seid, daß, wenn ich das Blut sehe, vor euch übergehe, und euch nicht
die Plage widerfahre, die euch verderbe, wenn ich Ägyptenland schlage.

14. Und sollt diesen Tag haben zum Gedächtnis und sollt ihn feiern dem
HErrn zum Fest, ihr und alle eure Nach kommen, zur ewigen Weise.

15. Sieben Tage sollt ihr ungesäuert Brot essen; nämlich am ersten
Tage sollt ihr aufhören mit gesäuertem Brot in euren Häusern. Wer
gesäuert Brot isset vom er sten Tage an, bis auf den siebenten, des
Seele soll ausgerottet werden von Israel.

16. Der erste Tag soll heilig sein, daß ihr zusammenkommet; und der
siebente soll auch heilig sein, daß ihr zusammenkom met. Keine Arbeit
sollt ihr drinnen tun, ohne was zur Speise gehöret für allerlei Seelen,
dasselbe allein möget ihr für euch tun.

17. Und haltet ob dem ungesäuerten Brot, denn eben an demselben Tage
habe ich euer Heer aus Ägyptenland geführet; darum sollt ihr diesen Tag
halten und alle eure Nachkommen zur ewigen Weise.

18. Am vierzehnten Tage des ersten Monden, des Abends, sollt ihr
ungesäuert Brot essen, bis an den einundzwanzigsten Tag des Monden an
dem Abend,

19. daß man sieben Tage kein gesäuert Brot finde in euren Häusern.
Denn wer gesäuert Brot isset, des Seele soll ausgerot tet werden von
der Gemeinde Israel, es sei ein Fremdling oder Einheimischer im Lande.

20. Darum so esset kein gesäuert Brot, sondern eitel ungesäuert Brot
in allen eu ren Wohnungen.

21. Und Mose forderte alle Ältesten in Israel und sprach zu ihnen:
Leset aus und nehmet Schafe jedermann für sein Gesin de und schlachtet
das Passah.

22. Und nehmet ein Büschel Ysopen und tunket in das Blut in dem Becken
und berühret damit die Überschwelle und die zween Pfosten. Und gehe
kein Mensch zu seiner Haustür heraus bis an den Morgen.

23. Denn der, HErr wird umhergehen und die Ägypter plagen. Und wenn er
das Blut sehen wird an der Überschwelle und an den zween Pfosten, wird
er vor der Tür übergehen und den Verderber nicht in eure Häuser kommen
lassen zu plagen.

24. Darum so halte diese Weise für dich und deine Kinder ewiglich.

25. Und wenn ihr ins Land kommet, das euch der HErr geben wird, wie er
geredet hat, so haltet diesen Dienst.

26. Und wenn eure Kinder werden zu euch sagen: Was habt ihr da für
einen Dienst?

27. sollt ihr sagen: Es ist das Passahopfer des HErrn, der vor den
Kindern Israel überging in Ägypten, da er die Ägypter plagte und unsere
Häuser errettete. Da neigte sich das Volk und bückte sich.

28. Und die Kinder Israel gingen hin und taten, wie der HErr Mose und
Aaron geboten hätte.

29. Und zur Mitternacht schlug der HErr alle Erstgeburt in
Ägyptenland, von dem ersten Sohn Pharaos an, der auf seinem Stuhl saß,
bis auf den ersten Sohn des Gefangenen im Gefängnis, und alle
Erstgeburt des Viehes.

30. Da stand Pharao auf und alle seine Knechte in derselben Nacht und
alle Ägypter, und ward ein groß Geschrei in Ägypten; denn es war kein
Haus, da nicht ein Toter innen wäre.

31. Und er forderte Mose und Aaron in der Nacht und sprach: Machet
euch auf und ziehet aus von meinem Volk, ihr und die Kinder Israel;
gehet hin und dienet dem HErrn, wie ihr gesagt habt.

32. Nehmet auch mit euch eure Schafe und Rinder, wie ihr gesagt habt;
gehet hin und segnet mich auch.

33. Und die Ägypter drungen das Volk, daß sie es eilend aus dem Lande
trieben; denn sie sprachen: Wir sind alle des Todes.

34. Und das Volk trug den rohen Teig, ehe denn er versäuert war, zu
ihrer Speise, gebunden in ihren Kleidern, auf ihren Achseln.

35. Und die Kinder Israel hatten getan, wie Mose gesagt hatte, und von
den Ägyptern gefordert silberne und güldene Geräte und Kleider.

36. Dazu hatte der HErr dem Volk Gna de gegeben vor den Ägyptern, daß
sie ihnen leiheten; und entwandten es den Ägyptern.

37. Also zogen aus die Kinder Israel von Raemses gen Suchoth,
sechshunderttau send Mann zu Fuß ohne die Kinder.

38. Und zog auch mit ihnen viel Pöbelvolk und Schafe und Rinder und
fast viel Viehes.

39. Und sie buken aus dem rohen Teige, den sie aus Ägypten brachten,
ungesäuerte Kuchen; denn es war nicht gesäuert, weil sie aus Ägypten
gestoßen wurden, und konnten nicht verziehen und hatten ihnen sonst
keine Zehrung zubereitet.

40. Die Zeit aber, die die Kinder Israel in Ägypten gewohnet haben,
ist vierhun dertunddreißig Jahre.

41. Da dieselben um waren, ging das ganze Heer des HErrn auf einen Tag
aus Ägyptenland.

42. Darum wird diese Nacht dem HErrn gehalten, daß er sie aus
Ägyptenland ge führet hat; und die Kinder Israel sollen sie dem HErrn
halten, sie und ihre Nach kommen.

43. Und der HErr sprach zu Mose und Aaron: Dies ist die Weise, Passah
zu hal ten: Kein Fremder soll davon essen.

44. Aber wer ein erkaufter Knecht ist, den beschneide man, und dann
esse er da von.

45. Ein Hausgenoß und Mietling sollen nicht davon essen.

46. In einem Hause soll man's essen; ihr sollt nichts von seinem
Fleisch hinaus vor das Haus tragen; und sollt kein Bein an ihm
zerbrechen.

47. Die ganze Gemeine Israel soll solches tun.

48. So aber ein Fremdling bei dir wohnet und dem HErrn das Passah
halten will, der beschneide alles, was männlich ist; als dann mache er
sich herzu, daß er solches tue, und sei wie ein Einheimischer des
Landes; denn kein Unbeschnittener soll davon essen.

49. Einerlei Gesetz sei dem Einheimi schen und dem Fremdling, der
unter euch wohnet.

50. Und alle Kinder Israel taten, wie der HErr Mose und Aaron hatte
geboten.

51. Also führete der HErr auf einen Tag die Kinder Israel aus
Ägyptenland mit ihrem Heer.

Das 13. Kapitel

1. Und der HErr redete mit Mose und sprach:

2. Heilige mir alle Erstgeburt, die allerlei Mutter bricht, bei den
Kindern Israel, bei de unter den Menschen und dem Vieh; denn sie sind
mein.

3. Da sprach Mose zum Volk: Gedenket an diesen Tag, an dem ihr aus
Ägypten, aus dem Diensthause, gegangen seid, daß der HErr euch mit
mächtiger Hand von hin nen hat ausgeführet; darum sollst du nicht
Sauerteig essen.

4. Heute seid ihr ausgegangen, in dem Mond Abib.

5. Wenn dich nun der HErr bringen wird in das Land der Kanaaniter,
Hethiter, Amoriter, Heviter und Jebusiter, das er deinen Vätern
geschworen hat, dir zu geben, ein Land, da Milch und Honig innen
fleußt, so sollst du diesen Dienst halten in diesem Mond.

6. Sieben Tage sollst du ungesäuert Brot essen, und am siebenten Tage
ist des HErrn Fest.

7. Darum sollst du sieben Tage ungesäu ert Brot essen, daß bei dir
kein Sauerteig noch gesäuert Brot gesehen werde an allen deinen Orten.

8. Und sollt euren Söhnen sagen an dem selbigen Tage: Solches halten
wir um des willen, das uns der HErr getan hat, da wir aus Ägypten zogen.

9. Darum soll dir's sein ein Zeichen in deiner Hand und ein Denkmal
vor deinen Augen, auf daß des HErrn Gesetz sei in deinem Munde, daß der
HErr dich mit mächtiger Hand aus Ägypten geführet hat.

10. Darum halte diese Weise zu seiner Zeit jährlich.

11. Wenn dich nun der HErr ins Land der Kanaaniter gebracht hat, wie
er dir und deinen Vätern geschworen hat, und dir's gegeben,

12. so sollst du aussondern dem HErrn alles, was die Mutter bricht,
und die Erstgeburt unter dem Vieh, das ein Männlein ist.

13. Die Erstgeburt vom Esel sollst du lösen mit einem Schaf; wo du es
aber nicht lösest, so brich ihm das Genick. Aber alle erste
Menschengeburt unter deinen Kindern sollst du lösen.

14. Und wenn dich heute oder morgen dein Kind wird fragen: Was ist
das? sollst du ihm sagen: Der HErr hat uns mit mäch tiger Hand aus
Ägypten, von dem Dienst hause, geführet.

15. Denn da Pharao hart war, uns loszu lassen, erschlug der HErr alle
Erstgeburt in Ägyptenland, von der Menschen Erstgeburt an bis an die
Erstgeburt des Viehes. Darum opfere ich dem HErrn alles, was die Mutter
bricht, das ein Männlein ist, und die Erstgeburt meiner Kinder löse ich.

16. Und das soll dir ein Zeichen in deiner Hand sein und ein Denkmal
vor deinen Augen, daß uns der HErr hat mit mächti ger Hand aus Ägypten
geführet.

17. Da nun Pharao das Volk gelas sen hatte, führete sie GOtt nicht auf
die Straße durch der Philister Land, die am nächsten war; denn GOtt
gedachte, es möchte das Volk gereuen, wenn sie den Streit sahen, und
wieder nach Ägypten umkehren.

18. Darum führete er das Volk um auf die Straße durch die Wüste am
Schilfmeer. Und die Kinder Israel zogen gerüstet aus Ägyptenland.

19. Und Mose nahm mit sich die Gebei ne Josephs. Denn er hatte einen
Eid von den Kindern Israel genommen und ge sprochen: GOtt wird euch
heimsuchen; so führet meine Gebeine mit euch von hin nen.

20. Also zogen sie aus von Suchoth und lagerten sich in Etham, vorn an
der Wüste.

21. Und der HErr zog vor ihnen her, des Tages in einer Wolkensäule,
daß er sie den rechten Weg führete, und des Nachts in einer Feuersäule,
daß er ihnen leuchtete, zu reisen Tag und Nacht.

22. Die Wolkensäule wich nimmer von dem Volk des Tages, noch die
Feuersäule des Nachts.

Das 14. Kapitel

1. Und der HErr redete mit Mose und sprach:

2. Rede mit den Kindern Israel und sprich, daß sie sich herumlenken
und sich lagern gegen dem Tal Hiroth, zwischen Migdol und dem Meer,
gegen Baal-Zephon, und daselbst gegenüber sich lagern ans Meer

3. Denn Pharao wird sagen von den Kindern Israel: Sie sind verirret im
Lande, die Wüste hat sie beschlossen.

4. Und ich will sein Herz verstocken, daß er ihnen nachjage, und will
an Pharao und an aller seiner Macht Ehre einlegen, und die Ägypter
sollen inne werden, daß ich der HErr bin. Und sie taten also.

5. Und da es dem Könige in Ägypten ward angesagt, daß das Volk war
geflohen, ward sein Herz verwandelt und seiner Knechte gegen das Volk,
und sprachen: Warum haben Wir das getan, daß wir Israel haben gelassen,
daß sie uns nicht die neten?

6. Und er spannte seinen Wagen an und nahm sein Volk mit ihm

7. und nahm sechshundert auserlesene Wagen, und was sonst von Wagen in
Ägypten war, und die Hauptleute über all sein Heer.

8. Denn der HErr verstockte das Herz Pharaos, des Königs in Ägypten,
daß er den Kindern Israel nachjagete. Aber die Kinder Israel waren
durch eine hohe Hand ausgegangen.

9. Und die Ägypter jagten ihnen nach und ereileten sie (da sie sich
gelagert hatten am Meer) mit Rossen und Wagen und Reitern und allem
Heer des Pharao im Tal Hiroth, gegen Baal-Zephon.

10. Und da Pharao nahe zu ihnen kam, huben die Kinder Israel ihre
Augen auf, und siehe, die Ägypter zogen hinter ihnen her; und sie
fürchteten sich sehr und schrieen zu dem HErrn.

11. Und sprachen zu Mose: Waren nicht Gräber in Ägypten, daß du uns
muß test wegführen, daß wir in der Wüste ster ben? Warum hast du das
getan, daß du uns aus Ägypten geführet hast?

12. Ist's nicht das, das wir dir sagten in Ägypten: Höre auf und laß
uns den Ägyp tern dienen? Denn es wäre uns ja besser, den Ägyptern zu
dienen, denn in der Wü ste sterben.

13. Mose sprach zum Volk: Fürchtet euch nicht, stehet fest und sehet
zu was für ein Heil der HErr heute an euch tun wird. Denn diese
Ägypter, die ihr heute sehet, werdet ihr nimmermehr sehen ewig lich.

14. Der HErr wird für euch streiten, und ihr werdet stille sein.

15. Der HErr sprach zu Mose: Was schreiest du zu mir? Sage den Kindern
Israel, daß sie ziehen!

16. Du aber heb deinen Stab auf und recke deine Hand über das Meer und
teile es voneinander, daß die Kinder Israel hin eingehen, mitten
hindurch auf dem Trockenen.

17. Siehe, ich will das Herz der Ägypter verstocken, daß sie euch
nachfolgen. So will ich Ehre einlegen an dem Pharao und an aller seiner
Macht, an seinen Wagen und Reitern.

18. Und die Ägypter sollen's inne wer den, daß ich der HErr bin, wenn
ich Ehre eingelegt habe an Pharao und an seinen Wagen und Reitern.

19. Da erhub sich der Engel GOttes, der vor dem Heer Israels herzog,
und machte sich hinter sie; und die Wolkensäule machte sich auch von
ihrem Angesicht und trat hinter sie

20. und kam zwischen das Heer der Ägypter und das Heer Israels. Es war
aber eine finstere Wolke und erleuchte te die Nacht, daß sie die ganze
Nacht, diese und jene, nicht zusammenkommen konnten.

21. Da nun Mose seine Hand reckte über das Meer, ließ es der HErr
hinwegfahren durch einen starken Ostwind die ganze Nacht und machte das
Meer trocken; und die Wasser teilten sich voneinander.

22. Und die Kinder Israel gingen hinein, mitten ins Meer auf dem
Trockenen; und das Wasser war ihnen für Mauern zur Rechten und zur
Linken.

23. Und die Ägypter folgten und gingen hinein ihnen nach, alle Rosse
Pharaos und Wagen und Reiter, mitten ins Meer.

24. Als nun die Morgenwache kam, schauete der HErr auf der Ägypter
Heer aus der Feuersäule und Wolke und machte ein Schrecken in ihrem Heer;

25. und stieß die Räder von ihren Wagen, stürzte sie mit Ungestüm. Da
sprachen die Ägypter: Lasset uns fliehen von Israel! Der HErr streitet
für sie wider die Ägypter.

26. Aber der HErr sprach zu Mose: Recke deine Hand aus über das Meer,
daß das Wasser wieder herfalle über die Ägypter, über ihre Wagen und
Reiter.

27. Da reckte Mose seine Hand aus über das Meer; und das Meer kam
wieder vor Morgens in seinen Strom, und die Ägypter flohen ihm
entgegen. Also stürzte sie der HErr mitten ins Meer,

28. daß das Wasser wiederkam und bedeckte Wagen und Reiter und alle
Macht des Pharao, die ihnen nachgefolget waren ins Meer, daß nicht
einer aus ihnen über blieb.

29. Aber die Kinder Israel gingen trocken mitten durchs Meer; und das
Wasser war ihnen für Mauern zur Rechten und zur Linken.

30. Also half der HErr Israel an dem Tage von der Ägypter Hand. Und
sie sahen die Ägypter tot am Ufer des Meers,

31. und die große Hand, die der HErr an den Ägyptern erzeigt hatte.
Und das Volk fürchtete den HErrn, und glaubten ihm und seinem Knechte
Mose.

Das 15. Kapitel

1. Da sang Mose und die Kinder Israel dies Lied dem HErrn und
sprachen: Ich will dem HErrn singen; denn er hat eine herrliche Tat
getan: Roß und Wagen hat er ins Meer gestürzt.

2. Der HErr ist meine Stärke und Lobge sang und ist mein Heil. Das ist
mein GOtt, ich will ihn preisen; er ist meines Vaters GOtt, ich will
ihn erheben.

3. Der HErr ist der rechte Kriegsmann. HErr ist sein Name.

4. Die Wagen Pharaos und seine Macht warf er ins Meer, seine
auserwählten Hauptleute versanken im Schilfmeer.

5. Die Tiefe hat sie bedeckt, sie fielen zu Grund wie die Steine.

6. HErr, deine rechte Hand tut große Wunder; HErr, deine rechte Hand
hat die Feinde zerschlagen.

7. Und mit deiner großen Herrlichkeit hast du deine Widerwärtigen
gestürzt; denn da du deinen Grimm ausließest, ver zehrte er sie wie
Stoppeln.

8. Durch dein Blasen taten sich die Was ser auf, und die Fluten
stunden auf Hau fen; die Tiefe wallete voneinander mitten im Meer.

9. Der Feind gedachte: Ich will ihnen nachjagen und erhaschen und den
Raub austeilen und meinen Mut an ihnen küh len; ich will mein Schwert
ausziehen, und meine Hand soll sie verderben.

10. Da ließest du deinen Wind blasen, und das Meer bedeckte sie, und
sanken unter wie Blei im mächtigen Wasser.

11. HErr, wer ist dir gleich unter den Göttern? Wer ist dir gleich,
der so mächtig, heilig, schrecklich, löblich und wundertätig sei?

12. Da du deine rechte Hand ausrücktest, verschlang sie die Erde.

13. Du hast geleitet durch deine Barm herzigkeit dein Volk, das du
erlöset hast, und hast sie geführet durch deine Stärke zu deiner
heiligen Wohnung.

14. Da das die Völker höreten, erbebeten sie; Angst kam die Philister
an;

15. da erschraken die Fürsten Edoms; Zittern kam die Gewaltigen Moabs
an; alle Einwohner Kanaans wurden feig.

16. Laß über sie fallen Erschrecken und Furcht durch deinen großen
Arm, daß sie erstarren wie die Steine, bis dein Volk, HErr,
hindurchkomme, bis das Volk hindurchkomme, das du erworben hast.

17. Bringe sie hinein und pflanze sie auf dem Berge deines Erbteils,
den du, HErr, dir zur Wohnung gemacht hast, zu deinem Heiligtum, HErr,
das deine Hand bereitet hat.

18. Der HErr wird König sein immer und ewig.

19. Denn Pharao zog hinein ins Meer mit Rossen und Wagen und Reitern,
und der HErr ließ das Meer wieder über sie fallen. Aber die Kinder
Israel gingen trocken mitten durchs Meer.

20. Und Mirjam, die Prophetin, Aarons Schwester, nahm eine Pauke in
ihre Hand; und alle Weiber folgten ihr nach hinaus mit Pauken am Reigen.

21. Und Mirjam sang ihnen vor: Lasset uns dem HErrn singen; denn er
hat eine herrliche Tat getan, Mann und Roß hat er ins Meer gestürzt.

22. Mose ließ die Kinder Israel ziehen vom Schilfmeer hinaus zu der
Wüste Sur. Und sie wanderten drei Tage in der Wüste, daß sie kein
Wasser fanden.

23. Da kamen sie gen Mara; aber sie konnten des Wassers zu Mara nicht
trinken, denn es war fast bitter. Daher hieß man den Ort Mara.

24. Da murrete das Volk wider Mose und sprach: Was sollen wir trinken?

25. Er schrie zu dem HErrn; und der HErr weisete ihm einen Baum, den
tat er ins Wasser; da ward es süß. Daselbst stel lete er ihnen ein
Gesetz und ein Recht und versuchte sie

26. und sprach: Wirst du der Stimme des HErrn, deines GOttes,
gehorchen und tun, was recht ist vor ihm, und zu Ohren fassen seine
Gebote und halten alle seine Gesetze, so will ich der Krankheit keine
auf dich legen, die ich auf Ägypten gelegt habe; denn ich bin der HErr,
dein Arzt.

Das 16. Kapitel

27. Und sie kamen nach Elim, da waren zwölf Wasserbrunnen und
siebenzig Palmbäume; und lagerten sich daselbst ans Wasser.

Kap. 16. V.1. Von Elim zogen sie, und kam die ganze Gemeine der Kinder
Israel in die Wüste Sin, die da liegt zwischen Elim und Sinai, am
fünfzehnten Tage des andern Monden, nachdem sie aus Ägyp ten gezogen
waren.

2. Und es murrete die ganze Gemeine der Kinder Israel wider Mose und
Aaron in der Wüste

3. und sprachen: Wollte GOtt, wir wä ren in Ägypten gestorben durch
des HErrn Hand, da wir bei den Fleischtöpfen saßen und hatten die Fülle
Brot zu essen! Denn ihr habt uns darum ausgeführet in diese Wüste, daß
ihr diese ganze Gemeine Hun gers sterben lasset.

4. Da sprach der HErr zu Mose: Siehe, ich will euch Brot vom Himmel
regnen lassen, und das Volk soll hinausgehen und sammeln täglich, was
es des Tages bedarf, daß ich's versuche, ob es in meinem Ge setz
wandele oder nicht.

5. Des sechsten Tages aber sollen sie sich schicken, daß sie
zwiefältig eintragen, we der sie sonst täglich sammeln.

6. Mose und Aaron sprachen zu allen Kindern Israel: Am Abend sollt ihr
inne werden, daß euch der HErr aus Ägypten land geführet bat,

7. und des Morgens werdet ihr des HErrn Herrlichkeit sehen; denn er
hat euer Mur ren wider den HErrn gehöret. Was sind wir, daß ihr wider
uns murret?

8. Weiter sprach Mose: Der HErr wird euch am Abend Fleisch zu essen
geben und am Morgen Brots die Fülle, darum daß der HErr euer Murren
gehöret hat, das ihr wider ihn gemurret habt. Denn was sind wir? Euer
Murren ist nicht wider uns, sondern wider den HErrn.

9. Und Mose sprach zu Aaron: Sage der ganzen Gemeine der Kinder
Israel: Kommt herbei vor den HErrn; denn er hat euer Murren gehöret.

10. Und da Aaron also redete zu der ganzen Gemeine der Kinder Israel,
wand ten sie sich gegen die Wüste; und siehe, die Herrlichkeit des
HErrn erschien in einer Wolke.

11. Und der HErr sprach zu Mose:

12. Ich habe der Kinder Israel Murren gehöret. Sage ihnen: Zwischen
Abend sollt ihr Fleisch zu essen haben und am Morgen Brots satt werden
und inne werden, daß ich der HErr, euer GOtt bin.

13. Und am Abend kamen Wachteln herauf und bedeckten das Heer. Und am
Morgen lag der Tau um das Heer her.

14. Und als der Tau weg war, siehe, da lag es in der Wüste rund und
klein, wie der Reif auf dem Lande.

15. Und da es die Kinder Israel sahen, sprachen sie untereinander: Das
ist Man; denn sie wußten nicht, was es war. Mose aber sprach zu ihnen:
Es ist das Brot, das euch der HErr zu essen gegeben hat.

16. Das ist's aber, das der HErr geboten hat: Ein jeglicher sammle
des, soviel er für sich essen mag, und nehme ein Gomor auf ein jeglich
Haupt, nach der Zahl der See len in seiner Hütte.

17. Und die Kinder Israel taten also und sammelten, einer viel, der
andere wenig.

18. Aber da man's mit dem Gomor maß, fand der nicht drüber, der viel
gesammelt hatte, und der nicht drunter, der wenig gesammelt hatte,
sondern ein jeglicher hatte gesammelt, soviel er für sich essen mochte.

19. Und Mose sprach zu ihnen: Niemand lasse etwas davon über bis morgen.

20. Aber sie gehorchten Mose nicht. Und etliche ließen davon über bis
morgen; da wuchsen Würmer drinnen, und ward stinkend. Und Mose ward
zornig auf sie.

21. Sie sammelten aber desselben alle Morgen, soviel ein jeglicher für
sich essen mochte. Wenn aber die, Sonne heiß schien, zerschmolz es.

22. Und des sechsten Tages sammelten sie des Brots zwiefältig, je zwei
Gomor für einen. Und alle Obersten der Gemeine kamen hinein und
verkündigten es Mose.

23. Und er sprach zu ihnen: Das ist's, das der HErr gesagt hat: Morgen
ist der Sabbat der heiligen Ruhe des HErrn;. was ihr backen wollt, das
backet, und was ihr kochen wollt, das kochet; was aber übrig ist, das
lasset bleiben, daß es behalten werde bis morgen.

24. Und sie ließen's bleiben bis morgen, wie Mose geboten hatte; da
ward es nicht stinkend, und war auch kein Wurm drinnen.

25. Da sprach Mose: Esset das heute, denn es ist heute der Sabbat des
HErrn; ihr werdet es heute nicht finden auf dem Felde.

26. Sechs Tage sollt ihr sammeln, aber der siebente Tag ist der
Sabbat, darinnen wird's nicht sein.

27. Aber am siebenten Tage gingen etli che vom Volk hinaus zu sammeln,
und fanden nichts.

28. Da sprach der HErr zu Mose: Wie lange weigert ihr euch, zu halten
meine Gebote und Gesetze?

29. Sehet, der HErr hat euch den Sabbat gegeben; darum gibt er euch am
sechsten Tage zweier Tage Brot. So bleibe nun ein jeglicher in dem
Seinen, und niemand gehe heraus von seinem Ort des siebenten Tages!

30. Also feierte das Volk des siebenten Tages.

31. Und das Haus Israel hieß es Man Und es war wie Koriandersamen und
weiß, und hatte einen Schmack wie Sem mel mit Honig.

32. Und Mose sprach: Das ist's, das der HErr geboten hat: Fülle ein
Gomor davon, zu behalten auf eure Nachkommen, auf daß man sehe das
Brot, damit ich euch gespeiset habe in der Wüste, da ich euch aus
Ägyptenland führte.

33. Und Mose sprach zu Aaron: Nimm ein Krüglein und tu ein Gomor voll
Man drein; und laß es vor dem HErrn, zu behal ten auf eure Nachkommen.

34. Wie der HErr Mose geboten hat, also ließ es Aaron daselbst vor dem
Zeugnis, zu behalten.

35. Und die Kinder Israel aßen Man vierzig Jahre, bis daß sie zu dem
Lande kamen, da sie wohnen sollten; bis an die Grenze des Landes Kanaan
aßen sie Man.

36. Ein Gomor aber ist das zehnte Teil eines Epha.

Das 17. Kapitel

1. Und die ganze Gemeine der Kin der Israel zog aus der Wüste Sin,
ihre Tagereisen, wie ihnen der HErr befahl, und lagerten sich in
Raphidim. Da hatte das Volk kein Wasser zu trinken.

2. Und sie zankten mit Mose und spra chen: Gebet uns Wasser, daß wir
trinken! Mose sprach zu ihnen: Was zanket ihr mit mir? Warum versuchet
ihr den HErrn?

3. Da aber das Volk daselbst dürstete nach Wasser, murreten sie wider
Mose und sprachen: Warum hast du ;uns las sen aus Ägypten ziehen, daß
du uns, un sere Kinder und Vieh Durst sterben lie ßest?

4. Mose schrie zum HErrn und sprach: Wie soll ich mit dem Volk tun? Es
fehlet nicht weit, sie werden mich noch steini gen.

5. Der HErr sprach zu ihm: Gehe vorhin vor dem Volk und nimm etliche
Älte ste von Israel mit dir; und nimm deinen Stab in deine Hand, damit
du das Wasser schlugest, und gehe hin.

6. Siehe, ich will daselbst stehen vor dir auf einem Fels in Horeb; da
sollst du den Felsen schlagen, so wird Wasser heraus laufen, daß das
Volk trinke. Mose tat also vor den Ältesten von Israel.

7. Da hieß man den Ort Massa und Meriba um des Zanks willen der Kinder
Israel, und daß sie den HErrn versucht und gesagt hatten: Ist der HErr
unter uns oder nicht?

8. Da kam Amalek und stritt wider Israel in Raphidim.

9. Und Mose sprach zu Josua: Erwähle uns Männer, zeuch aus und streite
wider Amalek; morgen will ich auf des Hügels Spitze stehen und den Stab
GOttes, in meiner Hand haben.

10. Und Josua tat, wie Mose ihm sagte, daß er wider Amalek stritte.
Mose aber und Aaron und Hur gingen auf die Spitze des Hügels.

11. Und dieweil Mose seine Hände em porhielt, siegte Israel; wenn er
aber seine Hände niederließ, siegte Amalek.

12. Aber die Hände Moses waren schwer; darum nahmen sie einen Stein
und legten ihn unter ihn, daß er sich darauf setzte. Aaron aber und Hur
unter hielten ihm seine Hände, auf jeglicher Seite einer. Also blieben
seine Hände steif, bis die Sonne unterging.

13. Und Josua dämpfte den Amalek und sein Volk durch des Schwerts
Schärfe.

14. Und der HErr sprach zu Mose: Schreibe das zum Gedächtnis in ein
Buch und befiehl es in die Ohren Josuas; denn ich will den unter dem
Him mel austilgen, daß man sein nicht mehr ge denke.

15. Und Mose bauete einen Altar und hieß ihn: Der HErr Nissi.

16. Denn er sprach: Es ist ein Malzeichen bei dem Stuhl des HErrn, daß
der HErr streiten wird wider Amalek von Kind zu Kindeskind.

Das 18. Kapitel

1. Und da Jethro, der Priester in Midian, Moses Schwiegervater, hörete
alles, was GOtt getan hatte mit Mose und seinem Volk Israel, daß der
HErr Israel hätte aus Ägypten geführet,

2. nahm er Zipora, Moses Weib, die er hatte zurückgesandt,

3. samt ihren zween Söhnen, der eine hieß Gersom; denn er sprach: Ich
bin ein Gast worden in fremdem Lande;

4. und der andere Elieser; denn er sprach: Der GOtt meines Vaters ist
meine Hilfe gewesen und hat mich errettet von dem Schwert Pharaos.

5. Da nun Jethro, Moses Schwäher, und seine Söhne und sein Weib zu ihm
kamen in die Wüste, an den Berg GOttes, da er sich gelagert hatte,

6. ließ er Mose sagen: Ich, Jethro, dein Schwäher, bin zu dir kommen,
und dein Weib und ihre beiden Söhne mit ihr.

7. Da ging ihm Mose entgegen hinaus und neigte sich vor ihm und
küssete ihn. Und da sie sich untereinander gegrü ßet hatten, gingen sie
in die Hütte.

8. Da erzählete Mose seinem Schwäher alles, was der HErr Pharao und
den Ägyp tern getan hatte Israels halben, und alle die Mühe, die ihnen
auf dem Wege be gegnet war, und daß sie der HErr errettet hätte.

9. Jethro aber freuete sich all des Gu ten, das der HErr Israel getan
hatte, daß er sie errettet hatte von der Ägypter Hand.

10. Und Jethro sprach: Gelobet sei der HErr, der euch errettet hat von
der Ägypter und Pharaos Hand, der weiß sein Volk von der Ägypter Hand
zu erret ten.

11. Nun weiß ich, daß der HErr größer ist denn alle Götter, darum daß
sie Hoch mut an ihnen geübet haben.

12. Und Jethro, Moses Schwäher, nahm Brandopfer und opferte GOtt. Da
kam Aaron und alle Ältesten in Israel, mit Moses Schwäher das Brot zu
essen vor GOtt.

13. Des andern Morgens setzte sich Mo se, das Volk zu richten; und das
Volk stund um Mose her von Morgen an bis zu Abend.

14. Da aber sein Schwäher sah alles, was er mit dem Volk tat, sprach
er: Was ist, das du tust mit dem Volk? Warum sitzest du allein, und
alles Volk stehet um dich her von Morgen an bis zu Abend?

15. Mose antwortete ihm: Das Volk kommt zu mir und fragen GOtt um Rat.

16. Denn wo sie was zu schaffen haben, kommen sie zu mir, daß ich
richte zwi schen einem jeglichen und seinem Näch sten und zeige ihnen
GOttes Rechte und seine Gesetze.

17. Sein Schwäher sprach zu ihm: Es ist nicht gut, das du tust.

18. Du machest dich zu müde, dazu das Volk auch, das mit dir ist. Das
Geschäft ist dir zu schwer, du kannst es allein nicht ausrichten.

19. Aber gehorche meiner Stimme; ich will dir raten, und GOtt wird mit
dir sein. Pflege du des Volks vor GOtt und bringe die Geschäfte vor Gott;

20. und stelle ihnen Rechte und Gesetze, daß du sie lehrest den Weg,
darin sie wandeln, und die Werke, die sie tun sollen.

21. Sieh dich aber um unter allem Volk nach redlichen Leuten, die GOtt
fürch ten, wahrhaftig und dem Geiz feind sind; die setze über sie,
etliche über tausend, über hundert, über fünfzig und über zehn,

22. daß sie das Volk allezeit richten; wo aber eine große Sache ist,
daß sie dieselbe an dich bringen, und sie alle geringen Sachen richten.
So wird dir's leichter wer den, und sie mit dir tragen.

23. Wirst du das tun, so kannst du aus richten, was dir GOtt gebeut,
und all dies Volk kann mit Frieden an seinen Ort kommen.

24. Mose gehorchte seines Schwähers Wort und tat alles, was er sagte,

25. und redliche Leute aus dem ganzen Israel und machte sie zu
Häuptern über das Volk, etliche über tau send, über hundert, über
fünfzig und über zehn

26. daß sie das Volk allezeit richteten, was aber schwere Sachen
wären, zu Mose brächten, und die kleinen Sachen sie rich teten.

27. Also ließ Mose seinen Schwäher in sein Land ziehen.

Das 19. Kapitel

1. Im dritten Mond nach dem Ausgang der Kinder Israel aus Ägyptenland
kamen sie dieses Tages in die Wüste Sinai.

2. Denn sie waren ausgezogen von Ra phidim und wollten in die Wüste
Sinai; und lagerten sich in der Wüste daselbst gegen dem Berg.

3. Und Mose stieg hinauf zu GOtt. Und der HErr rief ihm vom Berge und
sprach: So sollst du sagen zu dem Hause Jakob und verkündigen den
Kindern Israel:

4. Ihr habt gesehen, was ich den Ägyp tern getan habe, und wie ich
euch getra gen habe auf Adlersflügeln und habe euch zu mir gebracht.

5. Werdet ihr nun meiner Stimme gehor chen und meinen Bund halten, so
sollt ihr mein Eigentum sein vor allen Völkern; denn die ganze Erde ist
mein.

6. Und ihr sollt mir ein priesterlich Königreich und ein heiliges Volk
sein. Das sind die Worte, die du den Kindern Israel sagen sollst.

7. Mose kam und forderte die Ältesten im Volk und legte ihnen alle
diese Worte vor, die der HErr geboten hatte.

8. Und alles Volk antwortete zugleich und sprachen: Alles, was der
HErr gere det hat, wollen wir tun. Und Mose sagte die Rede des Volks
dem HErrn wieder.

9. Und der HErr sprach zu Mose: Siehe, ich will zu dir kommen in einer
dicken Wolke, auf daß dies Volk meine Worte höre, die ich mit dir rede,
und glaube dir ewiglich. Und Mose verkündigte dem HErrn die Rede des
Volks.

10. Der HErr sprach zu Mose: Gehe hin zum Volk und heilige sie heute
und morgen, daß sie ihre Kleider waschen.

11. und bereit seien auf den dritten Tag. Denn am dritten Tage wird
der HErr vor allem Volk herabfahren auf den Berg Sinai.

12. Und mache dem Volk ein Gehege umher und sprich zu ihnen: Hütet
euch, daß ihr nicht auf den Berg steiget, noch sein Ende anrühret; denn
wer den Berg anrühret, soll des Todes sterben.

13. Keine Hand soll ihn anrühren, son dern er soll gesteinigt oder mit
Ge schoß erschossen werden; es sei ein Tier oder Mensch, so soll er
nicht leben. Wenn es aber lange tönen wird, dann sollen sie an den Berg
gehen.

14. Mose stieg vom Berge zum Volk und heiligte sie, und sie wuschen
ihre Kleider.

15. Und er sprach zu ihnen: Seid bereit auf den dritten Tag, und
keiner nahe sich zum Weibe.

16. Als nun der dritte Tag kam und Mor gen war, da hub sich ein
Donnern und Blitzen und eine dicke Wolke auf dem Berge und ein Ton
einer sehr starken Posaune. Das ganze Volk aber, das im Lager war,
erschrak.

17. Und Mose führete das Volk aus dem Lager GOtt entgegen; und sie
traten unten an den Berg.

18. Der ganze Berg aber Sinai rauch te, darum daß der HErr herab auf
den Berg fuhr mit Feuer; und sein Rauch ging auf wie ein Rauch vom
Ofen, daß der ganze Berg sehr bebete.

19. Und der Posaunen Ton ward immer stärker. Mose redete, und GOtt
antworte te ihm laut.

20. Als nun der HErr herniederkom men war auf den Berg Sinai, oben auf
seine Spitze, forderte er Mose oben auf die Spitze des Berges, und Mose
stieg hinauf.

21. Da sprach der HErr zu ihm: Steig hinab und zeuge dem Volk, daß sie
nicht herzubrechen zum HErrn, daß sie sehen, und viele aus ihnen fallen.

22. Dazu die Priester, die zum HErrn nahen, sollen sich heiligen, daß
sie der HErr nicht zerschmettere.

23. Mose aber sprach zum HErrn: Das Volk kann nicht auf den Berg Sinai
stei gen; denn du hast uns bezeuget und ge sagt: Mache ein Gehege um
den Berg und heilige ihn.

24. Und der HErr sprach zu ihm: Gehe hin, steige hinab; du und Aaron
mit dir sollt heraufsteigen; aber die Priester und das Volk sollen
nicht herzubrechen, daß sie hinaufsteigen zu dem HErrn, daß er sie
nicht zerschmettere.

25. Und Mose stieg herunter zum Volk und sagte es ihnen.

Das 20. Kapitel

1. Und GOtt redete alle diese Worte:

2. Ich bin der HErr, dein GOtt, der ich dich aus Ägyptenland, aus dem
Dienst hause, geführet habe.

3. Du sollst keine andern Götter neben mir haben.

4. Du sollst dir kein Bildnis noch irgend ein Gleichnis machen weder
des, das oben im Himmel, noch des, das unten auf Er den, oder des, das
im Wasser unter der Erde ist.

5. Bete sie nicht an und diene ihnen nicht. Denn ich, der HErr, dein
GOtt, bin ein eifriger GOtt, der da heimsuchet der Väter Missetat an
den Kindern bis, in das dritte und vierte Glied, die mich hassen,

6. und tue Barmherzigkeit an vielen Tausenden, die mich liebhaben und
meine Gebote halten.

7. Du sollst den Namen des HErrn, deines GOttes, nicht mißbrauchen;
denn der HErr wird den nicht ungestraft las sen, der seinen Namen
mißbraucht.

8. Gedenke des Sabbattages, daß du ihn heiligest.

9. Sechs Tage sollst du arbeiten und alle deine Dinge beschicken;

10. aber am siebenten Tage ist der Sabbat des HErrn, deines GOttes. Da
sollst du kein Werk tun, noch dein Sohn, noch deine Tochter, noch dein
Knecht, noch deine Magd, noch dein Vieh, noch dein Fremdling, der in
deinen Toren ist.

11. Denn in sechs Tagen hat der HErr Himmel und Erde gemacht und das
Meer und alles, was drinnen ist, und ruhete am siebenten Tage. Darum
segnete der HErr den Sabbattag und heiligte ihn.

12. Du sollst deinen Vater und deine Mutter ehren, auf daß du lange
lebest im Lande, das dir der HErr, dein GOtt gibt.

13. Du sollst nicht töten.

14. Du sollst nicht ehebrechen.

15. Du sollst nicht stehlen.

16. Du sollst kein falsch Zeugnis reden wider deinen Nächsten.

17. Laß dich nicht gelüsten deines Nächsten Hauses. Laß dich nicht
gelüsten deines Nächsten Weibes, noch seines Knechts, noch seiner Magd,
noch seines Ochsen, noch seines Esels, noch alles, das dein Nächster hat.

18. Und alles Volk sah den Donner und Blitz und den Ton der Posaune
und den Berg rauchen. Da sie aber solches sahen, flohen sie und traten
von ferne;

19. und sprachen. zu Mose: Rede du mit uns, wir wollen gehorchen, und
laß GOtt nicht mit uns reden, wir möchten sonst sterben.

20. Mose aber sprach zum Volk: Fürchtet euch nicht; denn GOtt ist
kommen, daß er euch versuchte, und, daß seine Furcht euch vor Augen
wäre, daß ihr nicht sün diget.

21. Also trat das Volk von ferne; aber Mose machte sich hinzu ins
Dunkel, da GOtt innen war.

22. Und der HErr sprach zu ihm: Also sollst du den Kindern Israel
sagen: Ihr habt gesehen, daß ich mit euch vom Him mel geredet habe.

23. Darum sollt ihr nichts neben mir machen, silberne und güldene
Götter sollt ihr nicht machen.

24. Einen Altar von Erde mache mir, darauf du dein Brandopfer und
Dankop fer, deine Schafe und Rinder opferst. Denn an welchem Ort ich
meines Namens Ge dächtnis stiften werde, da will ich zu dir kommen und
dich segnen.

25. Und so du mir einen steinernen Altar willst machen, sollst du ihn
nicht von gehauenen Steinen bauen; denn wo du mit deinem Messer darüber
fährest, so wirst du ihn entweihen.

26. Du sollst auch nicht auf Stufen zu meinem Altar steigen, daß nicht
deine Scham aufgedeckt werde vor ihm.

Das 21. Kapitel

1. Dies sind die Rechte, die du ihnen sollst vorlegen:

2. So du einen ebräischen Knecht kau fest, der soll dir sechs Jahre
dienen; im siebenten Jahr soll er frei ledig ausgehen.

3. Ist er ohne Weib kommen, so, soll er auch ohne Weib ausgehen. Ist
er aber mit Weib kommen, so soll sein Weib mit ihm ausgehen.

4. Hat ihm aber sein Herr ein Weib gegeben und hat Söhne oder Töchter
ge zeuget, so soll das Weib und die Kinder seines Herrn sein; er aber
soll ohne Weib ausgehen.

5. Spricht aber der Knecht: Ich habe meinen Herrn lieb und mein Weib
und Kind, ich will nicht frei werden,

6. So bringe ihn sein Herr vor die Götter und halte ihn an die Tür
oder Pfosten und bohre ihm mit einem Pfriemen durch sein Ohr; und er
sei sein Knecht ewig.

7. Verkauft jemand seine Tochter zur Magd, so soll sie nicht ausgehen
wie die Knechte.

8. Gefällt sie aber ihrem Herrn nicht und will ihr nicht zur Ehe
helfen, so soll er sie zu lösen geben. Aber unter ein fremd Volk sie zu
verkaufen, hat er nicht Macht, weil er sie verschmähet hat.

9. Vertrauet er sie aber seinem Sohn, so soll er Tochterrecht an ihr
tun.

10. Gibt er ihm aber eine andere, so soll er ihr an ihrem Futter,
Decke und Eheschuld nicht abbrechen.

11. Tut er diese drei nicht, so soll sie frei ausgehen ohne Lösegeld.

12. Wer einen Menschen schlägt, daß er stirbt, der soll des Todes
sterben.

13. Hat er ihm aber nicht nachgestellet sondern GOtt hat ihn lassen
ohngefähr in seine Hände fallen, so will ich dir einen Ort bestimmen,
dahin er fliehen soll

14. Wo aber jemand an seinem Nächsten frevelt und ihn mit List
erwürget, so sollst du denselben von meinem Altar nehmen, daß man ihn
töte.

15. Wer seinen Vater oder Mutter schlägt, der soll des Todes sterben.
16. Wer einen Menschen stiehlt und verkaufet, daß man ihn bei ihm
findet, der soll des Todes sterben.

17. Wer Vater oder Mutter flucht, der soll des Todes sterben.

18. Wenn sich Männer miteinander ha dern, und einer schlägt den andern
mit einem Stein oder mit einer Faust, daß er nicht stirbt, sondern zu
Bette liegt:

19. kommt er auf, daß er ausgehet an seinem Stabe so soll, der ihn
schlug, un schuldig sein, ohne daß er ihm bezahle, was er versäumet
hat, und das Arztgeld gebe.

20. Wer seinen Knecht oder Magd schlägt mit einem Stabe, daß er stirbt
unter seinen Händen, der, soll darum gestraft werden.

21. Bleibt er aber einen oder zween Tage, so soll er nicht darum
gestraft werden; denn es ist sein Geld.

22. Wenn sich Männer hadern und ver letzen ein schwanger Weib, daß ihr
die Frucht abgehet, und ihr kein Schade wi derfährt, so soll man ihn um
Geld strafen, wieviel des Weibes Mann ihm auflegt, und soll's geben
nach der Teidingsleute Er kennen.

23. Kommt ihr aber ein Schade daraus, so soll er lassen Seele um Seele,

24. Auge um Auge, Zahn um Zahn, Hand um Hand, Fuß um Fuß,

25. Brand um Brand, Wunde um Wunde, Beule um Beule.

26. Wenn jemand seinen Knecht oder seine Magd in ein Auge schlägt und
ver derbet es, der soll sie frei loslassen um das Auge.

27. Desselbigengleichen, wenn er seinem Knecht oder Magd einen Zahn
ausschlägt, soll er sie frei loslassen um den Zahn.

28. Wenn ein Ochse einen Mann oder Weib stößet, daß er stirbt, so soll
man den Ochsen steinigen und sein Fleisch nicht essen; so ist der Herr
des Ochsen un schuldig.

29. Ist aber der Ochse vorhin stößig ge wesen, und seinem Herrn ist's
angesagt, und er ihn nicht verwahret hat, und tötet darüber einen Mann
oder Weib, soll man den Ochsen steinigen, und sein Herr soll sterben.

30. Wird man aber ein Geld auf ihn legen, so soll er geben, sein Leben
zu lösen, was man ihm auflegt.

31. Desselbigengleichen soll man mit ihm handeln, wenn er Sohn oder
Tochter stößet.

32. Stößet er aber einen Knecht oder Magd, so soll er ihrem Herrn
dreißig sil berne Sekel geben, und den Ochsen soll man steinigen.

33. so jemand eine Grube auftut, oder gräbt eine Grube und decket sie
nicht zu, und fällt darüber ein Ochse oder Esel hinein,

34. so soll's der Herr der Grube mit Geld dem andern wieder bezahlen;
das Aas aber soll sein sein.

35. Wenn jemandes Ochse eines andern Ochsen stößet, daß er stirbt, so
sollen sie den lebendigen Ochsen verkaufen und das Geld teilen und das
Aas auch teilen.

36. Ist's aber kund gewesen, daß der Ochse stößig vorhin gewesen ist,
und sein Herr hat ihn nicht verwahret, so soll er einen Ochsen um den
andern vergelten und das Aas haben.

Das 22. Kapitel

1. Wenn jemand einen Ochsen oder Schaf stiehlt und schlachtet es oder
ver kauft es, der soll fünf Ochsen für einen Ochsen wiedergeben und
vier Schafe für ein Schaf.

2. Wenn ein Dieb ergriffen wird, daß er einbricht, und wird drob
geschlagen, daß er stirbt, so soll man kein Blutgericht über jenen
lassen gehen.

3. Ist aber die Sonne über ihm aufgegan gen, so soll man das
Blutgericht gehen lassen. Es soll aber ein Dieb wiedererstat ten. Hat
er nichts, so verkaufe man ihn um seinen Diebstahl.

4. Findet man aber bei ihm den Diebstahl lebendig, es sei Ochse, Esel
oder Schaf, so soll er's zwiefältig wiedergeben.

5. Wenn jemand einen Acker oder Wein berg beschädiget, daß er sein
Vieh lässet Schaden tun in eines andern Acker, der soll von dem Besten
auf seinem Acker und Weinberge wiedererstatten.

6. Wenn ein Feuer auskommt und er greift die Dornen und verbrennet die
Gar ben oder Getreide, das noch stehet, oder den Acker, so soll der
wiedererstatten, der das Feuer angezündet hat.

7. Wenn jemand seinem Nächsten Geld oder Geräte zu behalten tut, und
wird demselbigen aus seinem Hause gestohlen: findet man den Dieb, so
soll er's zwiefältig wiedergeben.

8. Findet man aber den Dieb nicht, so soll man den Hauswirt vor die
Götter brin gen, ob er nicht seine Hand habe an seines Nächsten Habe
gelegt.

9. Wo einer den andern schuldiget um einigerlei Unrecht, es sei um
Ochsen oder Esel oder Schaf oder Kleider oder allerlei, das verloren
ist, so sollen beider Sachen vor die Götter kommen. Welchen die Göt ter
verdammen, der soll's zwiefältig sei nem Nächsten wiedergeben.

10. Wenn jemand seinem Nächsten ei nen Esel oder Ochsen oder Schaf
oder irgend ein Vieh zu behalten tut, und stirbt ihm, oder wird
beschädiget, oder wird ihm weggetrieben, daß es niemand siehet,

11. so soll man's unter ihnen auf einen Eid bei dem HErrn kommen
lassen, ob er nicht habe seine Hand an seines Nächsten Habe gelegt; und
des Guts Herr soll's annehmen, daß jener nicht bezahlen müsse.

12. Stiehlt es ihm aber ein Dieb, so soll er's seinem Herrn bezahlen.

13. Wird es aber zerrissen, so soll er Zeugnis davon bringen und nicht
be zahlen.

14. Wenn es jemand von seinem Näch sten entlehnet, und wird
beschädiget oder stirbt, daß sein Herr nicht dabei ist, so soll er's
bezahlen.

15. Ist aber sein Herr dabei, so soll er's nicht bezahlen, so er's um
sein Geld gedin get hat.

16. Wenn jemand eine Jungfrau beredet, die noch nicht vertrauet ist,
und be schläft sie, der soll ihr geben ihre Mor gengabe und sie zum
Weibe haben.

17. Weigert sich aber ihr Vater, sie ihm zu geben, so soll er Geld
darwägen, wieviel einer Jungfrau zur Morgengabe gebührt.

18. Die Zauberinnen sollst du nicht leben lassen.

19. Wer ein Vieh beschläft, der soll des Todes sterben.

20. Wer den Göttern opfert, ohne dem HErrn allein, der sei verbannet,

21. Die Fremdlinge sollst du nicht schinden noch unterdrücken; denn
ihr seid auch Fremdlinge in Ägyptenland ge wesen.

22. Ihr sollt keine Witwen und Waisen beleidigen.

23. Wirst du sie beleidigen, so werden sie zu mir schreien, und ich
werde ihr Schreien erhören;

24. so wird mein Zorn ergrimmen, daß ich euch mit dem Schwert töte und
eure Weiber Witwen und eure Kinder Waisen werden.

25. Wenn du Geld leihest meinem Volk, das arm ist bei dir, sollst du
ihn nicht zu Schaden dringen und keinen Wucher auf ihn treiben.

26. Wenn du von deinem Nächsten ein Kleid zum Pfande nimmst, sollst du
es ihm wiedergeben, ehe die Sonne untergehet.

27. Denn sein Kleid ist seine einige Dec ke seiner Haut, darin er
schläft. Wird er aber zu mir schreien, so werde ich, ihn erhören; denn
ich bin gnädig.

28. Den Göttern sollst du nicht fluchen und den Obersten in deinem
Volk sollst du nicht lästern.

29. Deine Fülle und Tränen sollst du nicht verziehen. Deinen ersten
Sohn sollst du mir geben.

30. So sollst du auch tun mit deinem Ochsen und Schaf. Sieben Tage laß
es bei seiner Mutter sein, am achten Tage sollst du mir's geben.

31. Ihr sollt heilige Leute vor mir sein: darum sollt ihr kein Fleisch
essen, das auf dem Felde von Tieren zerrissen ist, son dern vor die
Hunde werfen.

Das 23. Kapitel

1. Du sollst falscher Anklage nicht glau ben, daß du einem Gottlosen
Beistand tust und ein falscher Zeuge seiest.

2. Du sollst nicht folgen der Menge zum Bösen und nicht antworten vor
Gericht, daß du der Menge nach vom Rechten weichest.

3. Du sollst den Geringen nicht schmücken in seiner Sache.

4. Wenn du deines Feindes Ochsen oder Esel begegnest, daß er irret, so
sollst du ihm denselben wieder zuführen.

5. Wenn du des, der dich hasset, Esel siehest unter seiner Last
liegen, hüte dich und laß ihn nicht, sondern versäume ger ne das Deine,
um seinetwillen

6. Du sollst das Recht deines Armen nicht beugen in seiner Sache.

7. Sei ferne von falschen Sachen. Den Unschuldigen und Gerechten
sollst du nicht erwürgen; denn ich lasse den Gottlo sen nicht recht
haben.

8. Du sollst nicht Geschenke nehmen; denn Geschenke machen die
Sehenden blind und verkehren die Sachen der Ge rechten.

9. Die Fremdlinge sollt ihr nicht unter, drücken; denn ihr wisset um
der Fremd linge Herz, dieweil ihr auch seid Fremdlin ge in Ägyptenland
gewesen.

10. Sechs Jahre sollst du dein Land besä en und seine Früchte
einsammeln.

11. Im siebenten Jahr sollst du es ruhen und liegen lassen, daß die
Armen unter deinem Volk davon essen; und was über bleibet, laß das Wild
auf dem Felde essen. Also sollst du auch tun mit deinem Weinberge und
Ölberge.

12. Sechs Tage sollst du deine Arbeit tun, aber des siebenten Tages
sollst du feiern, auf daß dein Ochse und Esel ruhen und deiner Magd
Sohn und Fremdling sich erquicken.

13. Alles, was ich euch gesagt habe, das haltet. Und anderer Götter
Namen sollt ihr nicht gedenken, und aus eurem Munde sollen sie nicht
gehöret werden.

14. Dreimal sollt ihr mir Fest halten im Jahr.

15. Nämlich das Fest der ungesäuerten Brote sollst du halten, daß du
sieben Tage ungesäuert Brot essest (wie ich dir geboten habe) um die
Zeit des Monden Abib; denn in demselbigen bist du aus Ägypten gezo gen.
Erscheinet aber nicht leer vor mir!

16. Und das Fest der ersten Ernte der Früchte, die du auf dem Felde
gesäet hast. Und das Fest der Einsammlung im Ausgang des Jahrs, wenn du
deine Arbeit eingesammelt hast vom Felde.

17. Dreimal im Jahr sollen erscheinen vor dem HErrn, dem Herrscher,
alle deine Mannsbilde.

18. Du sollst das Blut meines Opfers nicht neben dem Sauerteig opfern,
und das Fette von meinem Fest soll nicht bleiben bis auf morgen.

19. Das Erstling von der ersten Frucht auf deinem Felde sollst du
bringen in das Haus des HErrn, deines GOttes. Und sollst das Böcklein
nicht kochen, dieweil es an seiner Mutter Milch ist.

20. Siehe, ich sende einen Engel vor dir her, der dich behüte auf dem
Wege und bringe dich an den Ort, den ich bereitet habe.

21. Darum hüte dich vor seinem Ange sicht und gehorche seiner Stimme
und erbittere ihn nicht; denn er wird euer Übertreten nicht vergeben,
und mein Na me ist in ihm.

22. Wirst du aber seine Stimme hören und tun alles, was ich dir sagen
werde, so will ich deiner Feinde Feind und deiner Widerwärtigen
Widerwärtiger sein.

23. Wenn nun mein Engel vor dir herge het und dich bringet an die
Amoriter, Hethiter, Pheresiter, Kanaaniter, Heviter und Jebusiter, und
ich sie vertilge,

24. so sollst du ihre Götter nicht anbeten noch ihnen dienen und nicht
tun, wie sie tun, sondern du sollst ihre Götzen umreißen und zerbrechen.

25. Aber dem HErrn, eurem GOtt, sollt ihr dienen, so wird er dein Brot
und dein Wasser segnen, und ich will alle Krankheit von dir wenden.

26. Und soll nichts Unträchtiges noch Unfruchtbares sein in deinem
Lande, und will dich lassen alt werden.

27. Ich will mein Schrecken vor dir hersenden und alles Volk verzagt
machen, dahin du kommst; und will dir geben alle deine Feinde in die
Flucht.

28. Ich will Hornissen vor dir her sen den, die vor dir her ausjagen
die Heviter, Kanaaniter und Hethiter.

29. Ich will sie nicht auf ein Jahr aussto ßen vor dir, auf daß nicht
das Land wüste werde, und sich wilde Tiere wider dich mehren.

30. Einzeln nacheinander will ich sie vor dir her ausstoßen, bis daß
du wachsest und das Land besitzest.

31. Und will deine Grenze setzen das Schilfmeer und das Philistermeer
und die Wüste bis an das Wasser. Denn ich will dir in deine Hand geben
die Einwohner des Landes, daß du sie sollst ausstoßen vor dir her.

32. Du sollst mit ihnen oder mit ihren Göttern keinen Bund machen,

53. sondern laß sie nicht wohnen in deinem Lande, daß sie dich nicht
verfüh ren wider mich. Denn wo du ihren Göt tern dienest, wird dir's
zum Ärgernis ge raten.

Das 24. Kapitel

1. Und zu Mose sprach er: Steig herauf zum HErrn, du und Aaron, Nadab
und Abihu, und die siebenzig Ältesten Israels, und betet an von ferne.

2. Aber Mose alleine nahe sich zum HErrn, und laß jene sich nicht
herzuna hen; und das Volk komme auch nicht mit ihm herauf.

3. Mose kam und erzählete dem Volk alle Worte des HErrn und alle
Rechte. Da antwortete alles Volk mit einer Stimme und sprachen: Alle
Worte, die der HErr gesagt hat, wollen wir tun.

4. Da schrieb Mose alle Worte des HErrn und machte sich des Morgens
frühe auf und bauete einen Altar unten am Berge mit zwölf Säulen nach
den zwölf Stäm men Israels.

5. Und sandte hin Jünglinge aus den Kindern Israel, daß sie Brandopfer
darauf opferten und Dankopfer dem HErrn von Farren.

6. Und Mose nahm die Hälfte des Bluts und tat's in ein Becken; die
andere Hälfte sprengete er auf den Altar.

7. Und nahm das Buch des Bundes und las es vor den Ohren des Volks.
Und da sie sprachen: Alles, was der HErr gesagt hat, wollen wir tun und
gehorchen,

8. da nahm Mose das Blut und sprengete das Volk damit und sprach:
Sehet, das ist Blut des Bundes, den der HErr mit euch machte über allen
diesen Worten.

9. Da stiegen Mose und Aaron, Nadab und Abihu und die siebenzig
Ältesten Isra els hinauf

10. und sahen den GOtt Israels. Unter seinen Füßen war es wie ein
schöner Saphir und wie die Gestalt des Himmels, wenn es klar ist.

11. Und er ließ seine Hand nicht über dieselben Obersten in Israel.
Und da sie GOtt geschaute hatten, aßen und tranken sie.

12. Und der HErr sprach zu Mose: Komm herauf zu mir auf den Berg und
bleibe daselbst, daß ich dir gebe steinerne Tafeln und Gesetze und
Gebote, die ich geschrieben habe, die du sie lehren sollst.

13. Da machte sich Mose auf und sein Diener Josua und stieg auf den
Berg GOttes.

14. Und sprach zu den Ältesten: Bleibet hie, bis wir wieder zu euch
kommen. Sie he, Aaron und Hur sind bei euch; hat jemand eine Sache, der
komme vor die selben.

15. Da nun Mose auf den Berg kam, bedeckte eine Wolke den Berg.

16. Und die Herrlichkeit des HErrn woh nete auf dem Berge Sinai und
deckte ihn mit der Wolke sechs Tage; und rief Mose am siebenten Tage
aus der Wolke.

17. Und das Ansehen der Herrlichkeit des HErrn war wie ein verzehrend
Feuer auf der Spitze des Berges vor den Kindern Israel.

18. Und Mose ging mitten in die Wolke und stieg auf den Berg; und
blieb auf dem Berge vierzig Tage und vierzig Nächte.

Das 25. Kapitel

1. Und der HErr redete mit Mose und sprach:

2. Sage den Kindern Israel, daß sie mir ein Hebopfer geben; und nehmet
dasselbe von jedermann, der es williglich gibt.

3. Das ist aber das Hebopfer, das ihr von ihnen nehmen sollt: Gold,
Silber, Erz,

4. gelbe Seide, Scharlaken, Rosinrot, weiße Seide, Ziegenhaar,

5. rötliche Widderfelle, Dachsfelle, Föh renholz,

6. Öl zur Lampe, Spezerei zur Salbe und gutem Räuchwerk,

7. Onyxsteine und eingefaßte Steine zum Leibrock und zum Schildlein.

8. Und sie sollen mir ein Heiligtum machen, daß ich unter ihnen wohne.

9. Wie ich dir ein Vorbild der Wohnung und alles seines Geräts zeigen
werde, so sollt ihr's machen.

10. Machet eine Lade von Föhrenholz. Dritthalb Ellen soll die Länge
sein, andert halb Ellen die Breite und anderthalb Ellen die Höhe.

11. Und sollst sie mit feinem Golde über ziehen, inwendig und
auswendig; und ma che einen güldenen Kranz oben umher.

12. Und geuß vier güldene Rinken und mache sie an ihre vier Ecken,
also daß zween Rinken seien auf einer Seite und zween auf der andern
Seite.

13. Und mache Stangen von Föhrenholz und überzeuch sie mit Golde.

14. Und stecke sie in die Rinken an der Lade Seiten, daß man sie dabei
trage;

15. und sollen in den Rinken bleiben und nicht herausgetan werden.

16. Und sollt in die Lade das Zeugnis legen, das ich dir geben werde.

17. Du sollst auch einen Gnadenstuhl machen von feinem Golde;
dritthalb Ellen soll seine Länge sein und anderthalb Ellen seine Breite.

18. Und sollst zween Cherubim machen von dichtem Golde, zu beiden
Enden des Gnadenstuhls,

19. daß ein Cherub sei an diesem Ende, der andere an dem andern Ende,
und also zween Cherubim seien an des Gnaden stuhls Enden.

20. Und die Cherubim sollen Flügel ausbreiten, oben überher, daß sie
mit ih ren Flügeln den Gnadenstuhl bedecken, und eines jeglichen
Antlitz gegen dem andern stehe; und ihre Antlitze sollen auf den
Gnadenstuhl sehen.

21. Und sollt den Gnadenstuhl oben auf die Lade tun und in die Lade
das Zeugnis legen, das ich dir geben werde.

22. Von dem Ort will ich dir zeugen und mit dir reden, nämlich von dem
Gnaden stuhl zwischen den zween Cherubim, der auf der Lade des
Zeugnisses ist, alles, was ich dir gebieten will an die Kinder Israel.

23. Du sollst auch einen Tisch machen von Föhrenholz; zwo Ellen soll
seine Län ge sein und eine Elle seine Breite und anderthalb Ellen seine
Höhe.

24. Und sollst ihn überziehen mit fei nem Golde und einen güldenen
Kranz umher machen

25. und eine Leiste umher, einer Hand breit hoch, und einen güldenen
Kranz um die Leiste her.

26. Und sollst vier güldene Ringe dran machen an die vier Orte an
seinen vier Füßen.

27. Hart unter der Leiste sollen die Ringe sein, daß man Stangen drein
tue und den Tisch trage;

28. Und sollst die Stangen von Föhren holz machen und sie mit Golde
überzie hen, daß der Tisch damit getragen werde.

29. Du sollst auch seine Schüsseln, Be cher, Kannen, Schalen aus
feinem Golde machen, damit man aus und einschenke.

30. Und sollst auf den Tisch allezeit Schaubrote legen vor mir.

31. Du sollst auch einen Leuchter von feinem dichten Golde machen;
daran soll der Schaft mit Röhren, Schalen, Knäufen und Blumen sein.

32. Sechs Röhren sollen aus dem Leuch ter zu den Seiten ausgehen, aus
jeglicher Seite drei Röhren.

33. Eine jegliche Röhre soll drei offene Schalen, Knäufe und Blumen
haben; das sollen sein die sechs Röhren aus dem Leuchter.

34. Aber der Schaft am Leuchter soll vier offene Schalen mit Knäufen
und Blumen haben

35. und je einen Knauf unter zwo Röh ren, welcher sechs aus dem
Leuchter gehen.

36. Denn beide ihre Knäufe und Röhren sollen aus ihm gehen, alles ein
dicht lauter Gold.

37. Und sollst sieben Lampen machen obenauf, daß sie gegeneinander
leuchten,

38. und Lichtschneuzen und Löschnäp fe von feinem Golde.

39. Aus einem Zentner feinen Goldes sollst du das machen mit allem
diesem Geräte

40. Und siehe zu, daß du es machest nach ihrem Bilde, das du auf dem
Berge gese hen hast.

Das 26. Kapitel

1. Die Wohnung sollst du machen von zehn Teppichen, von weißer
gezwirnter Seide, von gelber Seide, von Scharlaken und Rosinrot.
Cherubim sollst du dran machen künstlich.

2. Die Länge eines Teppichs soll acht undzwanzig Ellen sein, die
Breite vier Ellen; und sollen alle zehn gleich sein.

3. Und sollen je fünf zusammengefüget sein; einer an den andern.

4. Und sollst Schläuflein machen von gelber Seide an jeglichen
Teppichs Orten, da sie sollen zusammengefüget sein, daß je zween und
zween an ihren Orten zusam mengeheftet werden,

5. fünfzig Schläuflein an jeglichem Tep pich, daß einer den andern
zusammenfasse.

6. Und sollst fünfzig güldene Hefte ma chen, damit man die Teppiche
zusammenhefte, einen an den andern, auf daß es eine Wohnung werde.

7. Du sollst auch eine Decke aus Zie genhaar machen zur Hütte über die
Woh nung von elf Teppichen.

8. Die Länge eines Teppichs soll dreißig Ellen sein, die Breite aber
vier Ellen; und sollen alle elf gleich groß sein.

9. Fünf sollst du aneinanderfügen und sechs auch aneinander, daß du
den sech sten Teppich zwiefältig machest vorne an der Hütte.

10. Und sollst an einem jeglichen Tep pich fünfzig Schläuflein machen,
an ih ren Orten, daß sie aneinander bei den Enden gefüget werden.

11. Und sollst fünfzig eherne Hefte ma chen und die Hefte in die
Schläuflein tun, daß die Hütte zusammengefüget und ei ne Hütte werde.

12. Aber das Überlänge an den Teppi chen der Hütte sollst du die
Hälfte lassen überhangen an der Hütte,

13. auf beiden Seiten eine Elle lang, daß das übrige sei an der Hütte
Seiten und auf beiden Seiten sie bedecke.

14. Über diese Decke sollst du eine Decke machen von rötlichen
Widderfellen, dazu über sie eine Decke von Dachsfellen.

15. Du sollst auch Bretter machen zu der Wohnung von Föhrenholz, die
stehen sollen.

16. Zehn Ellen lang soll ein Brett sein und anderthalb Ellen breit.

17. Zween Zapfen soll ein Brett haben, daß eins an das andere möge
gesetzt wer den. Also sollst du alle Bretter der Woh nung machen.

18. Zwanzig sollen ihrer stehen gegen dem Mittag.

19. Die sollen vierzig silberne Füße unten haben, je zween Füße unter
jeglichem Brett an seinen zween Zapfen.

20. Also auf der andern Seite, gegen Mitternacht, sollen auch zwanzig
Bretter stehen

21. und vierzig silberne Füße, je zween Füße unter jeglichem Brett.

22. Aber hinten an der Wohnung, gegen dem Abend, sollst du sechs
Bretter ma chen.

23. Dazu zwei Bretter hinten an die zwo Ecken der Wohnung,

24. daß ein jegliches der beiden sich mit seinem Ortbrett von unten
auf geselle und oben am Haupt gleich zusammenkomme mit einer Klammer,

25. daß acht Bretter seien mit ihren silbernen Füßen; deren sollen
sechzehn sein, je zween unter einem Brett.

26. Und, sollst Riegel machen von Föh renholz, fünf zu den Brettern
auf einer Seite der Wohnung

27. und fünf zu den Brettern auf der andern Seite der Wohnung und fünf
zu den Brettern hinten an der Wohnung ge gen dem Abend.

28. Und sollst die Riegel mitten an den Brettern durchhinstoßen und
alles zu sammenfassen von einem Ort zu dem an dern.

29. Und sollst die Bretter mit Golde über ziehen und ihre Rinken von
Golde ma chen, daß man die Riegel drein tue.

30. Und die Riegel sollst du mit Gold überziehen. Und also sollst du
denn die Wohnung aufrichten nach der Weise, wie du gesehen hast auf dem
Berge.

31. Und sollst einen Vorhang machen von gelber Seide, Scharlaten und
Rosinrot und gezwirnter weißer Seide; und sollst Cherubim dran machen
künstlich.

32. Und sollst ihn hängen an vier Säulen von Föhrenholz, die mit Gold
überzogen sind und güldene Knäufe und vier silberne Füße haben.

33. Und sollst den Vorhang mit Heften anheften und die Lade des
Zeugnisses inwendig des Vorhangs setzen, daß er euch ein Unterschied
sei zwischen dem Heiligen und dem Allerheiligsten.

34. Und sollst den Gnadenstuhl tun auf die Lade des Zeugnisses in dem
Allerhei ligsten.

35. Den Tisch aber setze außer dem Vorhange und den Leuchter gegen dem
Tisch über, zu mittagwärts der Wohnung, daß der Tisch stehe gegen
Mitternacht.

36. Und sollst ein Tuch machen in die Tür der Hütte, gewirkt von
gelber Seide, Rosinrot, Scharlaken und gezwirnter wei ßer Seide.

37. Und sollst demselben Tuch fünf Säu len machen von Föhrenholz, mit
Gold überzogen, mit güldenen Knäufen, und sollst ihnen fünf eherne Füße
gießen.

Das 27. Kapitel

1. Und sollst einen Altar machen von Föhrenholz, fünf Ellen lang und
breit, daß er gleich viereckig sei, und drei Ellen hoch.

2. Hörner sollst du auf seine vier Ecken machen, und sollst ihn mit
Erz überzie hen.

3. Mache auch Aschentöpfe, Schaufeln, Becken, Kreuel, Kohlpfannen;
alle seine Geräte sollst du von Erz machen.

4. Du sollst auch ein ehern Gitter ma chen wie ein Netz und vier
eherne Ringe an seine vier Orte.

5. Du sollst es aber von unten auf um den Altar machen, daß das Gitter
reiche bis mitten an den Altar.

6. Und sollst auch Stangen machen zu dem Altar von Föhrenholz, mit Erz
über zogen.

7. Und sollst die Stangen in die Ringe tun, daß die Stangen seien an
beiden Seiten des Altars, damit man ihn tragen möge.

8. Und sollst ihn also von Brettern ma chen, daß er inwendig hohl sei,
wie dir auf dem Berge gezeiget ist.

9. Du sollst auch der Wohnung einen Hof machen, einen Umhang von
gezwirn ter weißer Seide, auf einer Seite hundert Ellen lang, gegen dem
Mittag,

10. Und zwanzig Säulen auf zwanzig ehernen Füßen, und ihre Knäufe mit
ihren Reifen von Silber.

11. Also auch gegen Mitternacht soll sein ein Umhang, hundert Ellen
lang; zwan zig Säulen auf zwanzig ehernen Füßen, und ihre Knäufe mit
ihren Reifen von Sil ber.

12. Aber gegen dem Abend soll die Breite des Hofes haben einen Umhang
fünfzig Ellen lang, zehn Säulen auf zehn Füßen.

13. Gegen dem Morgen aber soll die Breite des Hofes haben fünfzig Ellen,

14. also daß der Umhang habe auf einer Seite fünfzehn Ellen, dazu drei
Säulen auf dreien Füßen,

15. und aber fünfzehn Ellen auf der an dern Seite, dazu drei Säulen
auf dreien Füßen.

16. Aber in dem Tor des Hofes soll ein Tuch sein, zwanzig Ellen breit,
gewirket von gelber Seide, Scharlaken, Rosinrot und gezwirnter weißer
Seide, dazu vier Säulen auf ihren vier Füßen.

17. Alle Säulen um den Hof her sollen Silberne Reife und silberne
Knäufe und eherne Füße haben.

18. Und die Länge des Hofes soll hundert Ellen sein, die Breite
fünfzig Ellen, die Höhe fünf Ellen, von gezwirnter wei ßer Seide; und
seine Füße sollen ehern sein.

19. Auch alle Geräte der Wohnung zu allerlei Amt und alle seine Nägel
und alle Nägel des Hofes sollen ehern sein.

20. Gebeut den Kindern Israel, daß sie zu dir bringen das allerreinste
lautere Öl von Ölbäumen gestoßen, zur Leuchte, das man allezeit oben in
die Lampen tue

21. in der Hütte des Stifts außer dem Vorhang, der vor dem Zeugnis
hanget. Und Aaron und seine Söhne sollen sie zurichten, beide des
Morgens und des Abends, vor dem HErrn. Das soll euch eine ewige Weise
sein auf eure Nachkom men unter den Kindern Israel.

Das 28. Kapitel

1. Und sollst Aaron, deinen Bruder, und seine Söhne zu dir nehmen aus
den Kin dern Israel, daß er mein Priester sei, nämlich Aaron und seine
Söhne, Nadab, Abi hu, Eleasar und Ithamar.

2. Und sollst Aaron, deinem Bruder hei lige Kleider machen, die
herrlich und schön seien.

3. Und sollst reden mit allen, die eines weisen Herzens sind, die ich
mit dem Geist der Weisheit erfüllet habe, Aaron Kleider machen zu
seiner Weihe, daß er mein Priester sei.

4. Das sind aber die Kleider, die sie machen sollen: das Schildlein,
Leibrock, Seidenrock, engen Rock, Hut und Gürtel. Also sollen sie
heilige Kleider machen deinem Bruder Aaron und seinen Söhnen, daß er
mein Priester sei.

5. Dazu sollen sie nehmen Gold, gelbe Seide, Scharlaken, Rosinrot und
weiße Seide.

6. Den Leibrock sollen sie machen von Gold, gelber Seide, Scharlaken,
Rosinrot und gezwirnter weißer Seide, künstlich,

7. daß er auf beiden Achseln zusam mengefüget und an beiden Seiten
zusam mengebunden werde.

8. Und sein Gurt drauf soll derselben Kunst und Werks sein, von Gold,
gelber Seide, Scharlaken, Rosinrot und gezwirn ter weißer Seide.

9. Und sollst zween Onyxsteine nehmen und drauf graben die Namen der
Kinder Israel,

10. auf jeglichen sechs Namen, nach der Ordnung ihres Alters.

11. Das sollst du tun durch die Steinschneider, die da Siegel graben,
also daß sie mit Gold umher gefasset werden.

12. Und sollst sie auf die Schultern des Leibrocks heften, daß es
Steine seien zum Gedächtnis für die Kinder Israel, daß Aaron ihre Namen
auf seinen beiden Schultern trage vor dem HErrn zum Gedächtnis.

13. Und sollst güldene Spangen machen

14. und zwo Ketten von feinem Golde mit zwei Enden, aber die Glieder
ineinan der hangend, und sollst sie an die Spangen tun.

15. Das Amtsschildlein sollst du ma chen nach der Kunst wie den
Leibrock, von Gold, gelber Seide, Scharlaken, Ro sinrot und gezwirnter
weißer Seide.

16. Viereckig soll es sein und zwiefach; eine Hand breit soll seine
Länge sein und eine Hand breit seine Breite.

17. Und sollst es füllen mit vier Riegen voll Steine. Die erste Riege
sei ein Sarder, Topaser; Smaragd;

18. die andere ein Rubin, Saphir, De mant;

19. die dritte ein Lynkurer, Achat, Ame thyst;

20. die vierte ein Türkis, Onyx, Jaspis. In Gold sollen sie gefasset
sein in allen Rie gen.

21. Und sollen nach den zwölf Namen der Kinder Israel stehen, gegraben
vom Steinschneider, ein jeglicher seines Na mens, nach den zwölf Stämmen.

22. Und sollst Ketten zu dem Schildlein machen mit zwei Enden, aber
die Glieder ineinander hangend, von feinem Golde,

23. und zween güldene Ringe an das Schildlein, also daß du dieselben
zween Ringe heftest an zwo Ecken des Schild leins

24. und die zwo güldenen Ketten in die selben zween Ringe an den
beiden Ecken des Schildleins tust.

25. Aber die zwei Enden der zwo Ketten sollst du in zwo Spangen tun
und sie heften auf die Schultern am Leibrock, gegeneinander über.

26. Und sollst zween andere güldene Ringe machen und an die zwo andern
Ecken des Schildleins heften an seinem Ort, inwendig gegen dem Leibrock.

27. Und sollst aber zween güldene Ringe machen und an die zwo Ecken
unten am Leibrock gegeneinander heften, da der Leibrock zusammengehet,
oben an dem Leibrock, künstlich.

28. Und man soll das Schildlein mit fei nen Ringen mit einer gelben
Schnur an die Ringe des Leibrocks knüpfen, daß es auf dem künstlich
gemachten Leibrock hart anliege und das Schildlein sich nicht von dem
Leibrock losmache.

29. Also soll Aaron die Namen der Kin der Israel tragen in dem
Amtsschildlein auf seinem Herzen, wenn er in das Heilige gebet, zum
Gedächtnis vor dem HErrn allezeit.

30. Und sollst in das Amtsschildlein tun Licht und Recht, daß sie auf
dem Herzen Aarons seien, wenn er eingehet vor den HErrn, und trage das
Amt der Kinder Israel auf seinem Herzen vor dem HErrn allewege.

31. Du sollst auch den Seidenrock unter den Leibrock machen, ganz von
gelber Seide.

32. Und oben mitten inne soll ein Loch sein und eine Borte um das Loch
her zusammengefaltet, daß es nicht zerreiße.

33. Und unten an seinem Saum sollst du Granatäpfel machen von gelber
Seide, Scharlaken, Rosinrot um und um, und zwischen dieselben güldene
Schellen, auch um und um,

34. daß eine güldene Schelle sei, danach ein Granatapfel und aber eine
güldene Schelle und wieder ein Granatapfel um und um an dem Saum
desselben Seiden rocks.

35. Und Aaron soll ihn anhaben wenn er dienet, daß man seinen Klang
höre, wenn er aus und ein gehet in das Heilige vor dem HErrn, auf daß
er nicht sterbe.

36. Du sollst auch ein Stirnblatt machen von feinem Golde und
ausgraben, wie man die Siegel ausgräbt: Die Heiligkeit des HErrn.

37. Und sollst es heften an eine gelbe Schnur vorne an den Hut,

38. auf der Stirn Aarons, daß also Aaron trage die Missetat des
Heiligen, das die Kinder Israel heiligen in allen Gaben ihrer
Heiligung; und es soll allewege an seiner Stirn sein, daß er sie
versöhne vor dem HErrn.

39. Du sollst auch den engen Rock machen von weißer Seide und einen
Hut von weißer Seide machen und einen ge stickten Gürtel

40. Und den Söhnen Aarons sollst du Röcke, Gürtel und Hauben machen,
die herrlich und schön seien.

41. Und sollst sie deinem Bruder Aaron samt seinen Söhnen anziehen und
sollst sie salben und ihre Hände füllen und sie weihen, daß sie meine
Priester seien.

42. Und sollst ihnen leinene Niederklei der machen, zu bedecken das
Fleisch der Scham, von den Lenden bis an die Hüften.

43. Und Aaron und seine Söhne sollen sie anhaben, wenn sie in die
Hütte des Stifts gehen oder hinzutreten zum Altar, daß sie dienen in
dem Heiligtum, daß sie nicht ihre Missetat fragen und sterben müssen.
Das soll ihm und seinem Samen nach ihm eine ewige Weise sein.

Das 29. Kapitel

1. Das ist's auch, das du ihnen tun sollst, daß sie mir zu Priestern
geweihet werden: Nimm einen jungen Farren und zween Widder ohne Wandel,

2. ungesäuert Brot und ungesäuerte Ku chen, mit Öl gemenget, und
ungesäuerte Fladen, mit Öl gesalbet. Von Weizenmehl sollst du solches
alles machen;

3. und sollst es in einen Korb legen und in dem Korbe herzubringen
samt dem Farren und den zween Widdern.

4. Und sollst Aaron und seine Söhne vor die Tür der Hütte des Stifts
führen und mit Wasser waschen;

5. und die Kleider nehmen und Aaron anziehen den engen Rock und den
Sei denrock und den Leibrock und das Schildlein zu dem Leibrock; und
sollst ihn gürten außen auf den Leibrock

6. und den Hut auf sein Haupt setzen und die heilige Krone an den Hut.

7. Und sollst nehmen das Salböl und auf sein Haupt schütten und ihn
salben.

8. Und seine Söhne sollst du auch herzu führen und den engen Rock
ihnen an ziehen;

9. und beide Aaron und auch sie mit Gürteln gürten und ihnen die
Hauben aufbinden, daß sie das Priestertum haben zu ewiger Weise. Und
sollst Aaron und seinen Söhnen die Hände füllen

10. und den Farren herzuführen vor die Hütte des Stifts; und Aaron
samt seinen Söhnen sollen ihre Hände auf des Farren Haupt legen.

11. Und sollst den Farren schlachten vor dem HErrn, vor der Tür der
Hütte des Stifts.

12. Und sollst seines Bluts nehmen und auf des Altars Hörner tun mit
deinem Finger und alles andere Blut an des Altars Boden schütten.

13. Und sollst alles Fett nehmen am Eingeweide und das Netz über der
Leber und die zwo Nieren mit dem Fett, das drüber liegt, und sollst es
auf dem Altar anzünden.

14. Aber des Farren Fleisch, Fell und Mist sollst du außen vor dem
Lager mit Feuer verbrennen, denn es ist ein Sündop fer.

15. Aber den einen Widder sollst du nehmen, und Aaron samt seinen
Söhnen sollen ihre Hände auf sein Haupt legen.

16. Dann sollst du ihn schlachten und seines Bluts nehmen und auf den
Altar sprengen ringsherum.

17. Aber den Widder sollst du zerlegen in Stücke und sein Eingeweide
waschen und Schenkel; und sollst es auf seine Stücke und Haupt legen

18. und den ganzen Widder anzünden auf dem Altar; denn es ist dem
HErrn ein Brandopfer, ein süßer Geruch, ein Feuer des HErrn.

19. Den andern Widder aber sollst du nehmen und Aaron samt seinen
Söhnen sollen ihre Hände auf sein Haupt legen.

20. Und sollst ihn schlachten und seines Bluts nehmen und Aaron und
seinen Söh nen auf den rechten Ohrknorpel tun und auf den Daumen ihrer
rechten Hand und auf den großen Zehen ihres rechten Fu ßes; und sollst
das Blut auf den Altar sprengen ringsherum.

21. Und sollst das Blut auf dem Altar nehmen und Salböl und Aaron und
seine Kleider, seine Söhne und ihre Kleider be sprengen, so wird er und
seine Kleider, seine Söhne und ihre Kleider geweihet.

22. Danach sollst du nehmen das Fett von dem Widder, den Schwanz und
das Fett am Eingeweide, das Netz über der Leber und die zwo Nieren mit
dem Fett drüber und die rechte Schulter (denn es ist ein Widder der
Fülle)

23. und ein Brot und einen Ölkuchen und einen Fladen aus dem Korbe des
ungesäuerten Brots, der vor dem HErrn stehet.

24. Und lege es alles auf die Hände Aarons und seiner Söhne und webe
es dem HErrn.

25. Danach nimm's von ihren Händen und zünde es an auf dem Altar zum
Brandopfer, zum süßen Geruch vor dem HErrn; denn das ist ein Feuer des
HErrn.

26. Und sollst die Brust nehmen vom Widder der Fülle Aarons und sollst
es vor dem HErrn weben. Das soll dein Teil sein.

27. Und sollst also heiligen die Webebrust und die Hebeschulter, die
gewebet und gehebet sind von dem Widder der Fülle Aarons und seiner
Söhne.

28. Und soll Aarons und seiner Söhne sein ewiger Weise von den Kindern
Isra el; denn es ist ein Hebopfer. Und die Hebopfer sollen des HErrn
sein von den Kindern Israel an ihren Dankopfern und Hebopfern.

29. Aber die heiligen Kleider Aarons sol len seine Söhne haben nach
ihm, daß sie darinnen gesalbet und ihre Hände gefüllet werden.

30. Welcher unter seinen Söhnen an sei ner Statt Priester wird, der
soll sie sieben Tage anziehen, daß er gehe in die Hütte des Stifts, zu
dienen im Heiligen.

31. Du sollst aber nehmen den Widder der Füllung und sein Fleisch an
einem heiligen Ort kochen.

32. Und Aaron mit seinen Söhnen soll desselben Widders Fleisch essen
samt dem Brot im Korbe vor der Tür der Hütte des Stifts.

33. Denn es ist Versöhnung damit ge schehen, zu füllen ihre Hände, daß
sie geweihet werden. Kein anderer soll es essen, denn es ist heilig.

34. Wo aber etwas überbleibet von dem Fleisch der Füllung und von dem
Brot bis an den Morgen, das sollst du mit Feuer verbrennen und nicht
essen lassen; denn es ist heilig.

35. Und sollst also mit Aaron und seinen Söhnen tun alles, was ich dir
geboten habe. Sieben Tage sollst du ihre Hände füllen

36. und täglich einen Farren zum Sünd opfer schlachten zur Versöhnung.
Und sollst den Altar entsündigen, wenn du ihn versöhnest, und sollst
ihn salben, daß er geweihet werde.

37. Sieben Tage sollst du den Altar ver söhnen und ihn weihen, daß er
sei ein Altar, das Allerheiligste. Wer den Altar anrühren will, der
soll geweihet sein.

38. Und das sollst du mit dem Altar tun. Zwei jährige Lämmer sollst du
allewege des Tages drauf opfern,

39. ein Lamm des Morgens, das andere zwischen Abends.

40. Und zu einem Lamm ein Zehnten Semmelmehls, gemenget mit einem
Vierteil von einem Hin gestoßenen Öls und einem Vierteil vom Hin Weins
zum Trankopfer.

41. Mit dem andern Lamm zwischen Abends sollst du tun wie mit dem
Speis opfer und Trankopfer des Morgens, zu süßem Geruch, ein Feuer dem
HErrn.

42. Das ist das tägliche Brandopfer bei euren Nachkommen vor der Tür
der Hütte des Stifts, vor dem HErrn, da ich euch zeugen und mit dir
reden will.

43. Daselbst will ich den Kindern Israel erkannt und geheiliget werden
in meiner Herrlichkeit.

44. Und will die Hütte des Stifts mit dem Altar heiligen und Aaron und
seine Söhne mir zu Priestern weihen.

45. Und will unter den Kindern Israel wohnen und ihr GOtt sein,

46. daß sie wissen sollen, ich sei der HErr, ihr GOtt, der sie aus
Ägyptenland führete, daß ich unter ihnen wohne, ich, der HErr, ihr GOtt.

Das 30. Kapitel

1. Du sollst auch einen Räuchaltar ma chen zu räuchern, von Föhrenholz,

2. einer Eile lang und breit, gleich viereckig, und zwo Ellen hoch mit
seinen Hör nern.

3. Und sollst ihn mit feinem Golde über ziehen, sein Dach und seine
Wände rings umher und seine Hörner. Und sollst ei nen Kranz von Gold
umher machen

4. und zween güldene Ringe unter dem Kranz zu beiden Seiten, daß man
Stangen drein tue und ihn damit trage.

5. Die Stangen sollst du auch von Föh renholz machen und mit Gold
überzie hen.

6. Und sollst ihn setzen vor den Vorhang, der vor der Lade des
Zeugnisses hanget, und vordem Gnadenstuhl, der auf dem Zeugnis ist, von
dannen ich dir werde zeugen.

7. Und Aaron soll drauf räuchern gut Räuchwerk alle Morgen, wenn er
die Lam pen zurichtet.

8. Desselbigengleichen, wenn er die Lampen anzündet zwischen Abends,
soll er solch Geräuch auch räuchern. Das soll das tägliche Geräuch sein
vordem HErrn bei euren Nachkommen.

9. Ihr sollt kein fremd Geräuch drauf tun, auch kein Brandopfer noch
Speis opfer und kein Trankopfer drauf opfern.

10. Und Aaron soll auf seinen Hörnern versöhnen einmal im Jahr mit dem
Blut des Sündopfers zur Versöhnung. Solche Versöhnung soll jährlich
einmal gesche hen bei euren Nachkommen; denn das ist dem HErrn das
Allerheiligste.

11. Und der HErr redete mit Mose und sprach:

12. Wenn du die Häupter der Kinder Israel zählest, so soll ein
jeglicher dem HErrn geben die Versöhnung seiner Seele, auf daß ihnen
nicht eine Plage widerfahre, wenn sie gezählet werden.

13. Es soll aber ein, jeglicher, der mit in der Zahl ist, einen halben
Sekel geben, nach dem Sekel des Heiligtums (ein Sekel gilt zwanzig
Gera). Solcher halber Se kel soll das Hebopfer des HErrn sein.

14. Wer in der Zahl ist von zwanzig Jahren und drüber, der soll solch
Heb opfer dem HErrn geben.

15. Der Reiche soll nicht mehr geben und der Arme nicht weniger als
den halben Sekel, den man dem HErrn zur Hebe gibt für die Versöhnung
ihrer Seelen.

16. Und du sollst solch Geld der Versöh nung nehmen von den Kindern
Israel und an den Gottesdienst der Hütte des Stifts legen, daß es sei
den Kindern Israel ein Gedächtnis vor dem HErrn, daß er sich über ihre
Seelen versöhnen lasse.

17. Und der HErr redete mit Mose und sprach:

18. Du sollst auch ein ehern Handfaß machen mit einem ehernen Fuß, zu
wa schen; und sollst es setzen zwischen der Hütte des Stifts und dem
Altar und Wasser drein tun,

19. daß Aaron und seine Söhne ihre Hände und Füße draus waschen,

20. wenn sie in die Hütte des Stifts gehen oder zum Altar, daß sie
dienen mit Räu chern, einem Feuer des HErrn,

21. auf daß sie nicht sterben. Das soll eine ewige Weise sein ihm und
seinem Samen bei ihren Nachkommen.

22. Und der HErr redete mit Mose und sprach:.

23. Nimm zu dir die besten Spezereien, die edelsten Myrrhen,
fünfhundert (Se kel), und Zinnamet, die Hälfte so viel,
zweihundertundfünfzig, und Kalmus, auch zweihundertundfünfzig,

24. und Kassia, fünfhundert, nach dem Sekel des Heiligtums, und Öl vom
Ölbaum ein Hin,

25. und mache ein heiliges Salböl nach der Apotheker Kunst.

26. Und sollst damit salben die Hütte des Stifts und die Lade des
Zeugnisses,

27. den Tisch mit all seinem Geräte, den Leuchter mit seinem Geräte,
den Räuch altar,

28. den Brandopferaltar mit all seinem Geräte und das Handfaß mit
seinem Fuß.

29. Und sollst sie also weihen, daß sie das Allerheiligste seien; denn
wer sie anrüh ren will, der soll geweihet sein.

30. Aaron und seine Söhne sollst du auch salben und sie mir zu
Priestern weihen.

31. Und sollst mit den Kindern Israel reden und sprechen: Dies Öl soll
mir eine heilige Salbe sein bei euren Nachkom men.

32. Auf Menschen Leib soll's nicht ge gossen werden, sollst auch
seinesgleichen nicht machen; denn es ist heilig, darum soll's euch
heilig sein.

33. Wer ein solches macht oder einem andern davon gibt, der soll von
seinem Volk ausgerottet werden.

34. Und der HErr sprach zu Mose: Nimm zu dir Spezerei, Balsam, Stakte,
Galban und reinen Weihrauch, eines so viel als des andern,

35. und mache Räuchwerk draus, nach Apothekerkunst gemenget, daß es
rein und heilig sei.

36. Und sollst es zu Pulver stoßen und sollst desselben tun vor das
Zeugnis in der Hütte des Stifts, von dannen ich dir zeu gen werde. Das
soll euch das Allerheiligste sein.

37. Und desgleichen Räucherwerk sollt ihr euch nicht machen, sondern
es soll dir heilig sein dem HErrn.

38. Wer ein solches machen wird daß er damit räuchere, der wird
ausgerottet wer den von seinem Volk.

Das 31. Kapitel

1. Und der HErr redete mit Mose und sprach:

2. Siehe, ich habe mit Namen berufen Bezaleel, den Sohn Uns, des Sohns
Hurs, vom Stamm Juda,

3. und habe ihn erfüllet mit dem Geist GOttes, mit Weisheit und
Verstand und Erkenntnis und mit allerlei Werk,

4. künstlich zu arbeiten am Gold, Silber, Erz,

5. künstlich Stein zu schneiden und einzusetzen und künstlich zu
zimmern am Holz, zu machen allerlei Werk.

6. Und siehe, ich habe ihm zugegeben Ahaliab, den Sohn Ahisamachs, vom
Stamm Dan, und habe allerlei Weisen die Weisheit ins Herz gegeben, daß
sie ma chen sollen alles, was ich dir geboten habe:

7. die Hütte des Stifts, die Lade des Zeugnisses, den Gnadenstuhl
drauf und alle Geräte der Hütte,

8. den Tisch und sein Gerät, den feinen Leuchter und all sein Gerät,
den Räuch altar,

9. den Brandopferaltar mit all seinem Geräte, das Handfaß mit seinem
Fuße,

10. die Amtskleider und die heiligen Kleider des Priesters Aaron und
die Klei der seiner Söhne, priesterlich zu dienen,

11. das Salböl und das Räuchwerk von Spezerei zum Heiligtum. Alles,
was ich dir geboten habe, werden sie machen;

12. Und der HErr redete mit Mose und sprach:

13. Sage den Kindern Israel und sprich: Haltet meinen Sabbat; denn
derselbe ist ein Zeichen zwischen mir und euch auf eure Nachkommen, daß
ihr wisset, daß ich der HErr bin, der euch heiliget.

14. Darum so haltet meinen Sabbat; denn er soll euch heilig sein. Wer
ihn entheili get, der soll des Todes sterben, Denn wer eine Arbeit
darinnen tut, des Seele soll ausgerottet werden von seinem Volk.

15. Sechs Tage soll man arbeiten; aber am siebenten Tage ist Sabbat,
die heilige Ruhe des HErrn. Wer eine Arbeit tut am Sabbattage, soll des
Todes sterben.

16. Darum sollen die Kinder Israel den Sabbat halten, daß sie ihn auch
bei ihren Nachkommen halten zum ewigen Bunde.

17. Er ist ein ewig Zeichen zwischen mir und den Kindern Israel. Denn
in sechs Tagen machte der HErr Himmel und Erde; aber am siebenten Tage
ruhete er und erquickte sich.

18. Und da der HErr ausgeredet hatte mit Mose auf dem Berge Sinai, gab
er ihm zwo Tafeln des Zeugnisses; die waren stei nern und geschrieben
mit dem Finger GOttes.

Das 32. Kapitel

1. Da aber das Volk sah, daß Mose ver zog, von dem Berge zu kommen,
sammelte sich's wider Aaron und sprach zu ihm: Auf, und mach uns
Götter, die vor uns hergehen! Denn wir wissen nicht, was diesem Mann
Mose widerfahren ist, der uns aus Ägyptenland geführet hat.

2. Aaron sprach zu ihnen: Reißet ab die güldenen Ohrenringe an den
Ohren eurer Weiber, eurer Söhne und eurer Töchter und bringet sie zu mir.

3. Da riß alles Volk seine güldenen Oh renringe von ihren Ohren und
brachten sie zu Aaron.

4. Und er nahm sie von ihren Händen und entwarf es mit einem Griffel
und machte ein gegossen Kalb. Und sie spra chen: Das sind deine Götter,
Israel, die dich aus Ägyptenland geführet haben!

5. Da das Aaron sah, bauete er einen Altar vor ihm und ließ ausrufen
und sprach: Morgen ist des HErrn Fest!

6. Und stunden des Morgens frühe auf und opferten Brandopfer und
brachten dazu Dankopfer. Danach setzte sich das Volk zu essen und zu
trinken, und stun den auf zu spielen.

7. Der HErr aber sprach zu Mose: Gehe, steig hinab; denn dein Volk,
das du aus Ägyptenland geführet hast, hat's verderbet.

8. Sie sind schnell von dem Wege getre ten, den ich ihnen geboten
habe. Sie ha ben ihnen ein gegossen Kalb gemacht und haben's angebetet
und ihm geopfert und gesagt: Das sind deine Götter, Israel, die dich
aus Ägyptenland geführet haben.

9. Und den HErr sprach zu Mose: Ich sehe, daß es ein halsstarrig Volk
ist.

10. Und nun laß mich, daß mein Zorn über sie ergrimme und sie
auffresse, so will ich dich zum großen Volk machen.

11. Mose aber flehete von dem HErrn, seinem GOtt, und sprach: Ach,
HErr, war um will dein Zorn ergrimmen üben dein Volk, das du mit großer
Kraft und starker Hand hast aus Ägyptenland geführet?

12. Warum sollen die Ägypter sagen und sprechen: Er hat sie zu ihrem
Unglück ausgeführt, daß er sie erwürgete im Gebir ge und vertilgete sie
von dem Erdboden? Kehre dich von dem Grimm deines Zorns und sei gnädig
über die Bosheit deines Volks!

13. Gedenk an deine Diener, Abraham, Isaak und Israel, denen du bei
dir selbst geschworen und ihnen verheißen hast: Ich will euren Samen
mehren wie die Sterne am Himmel, und alles Land, das ich verheißen
habe, will ich eurem Samen geben, und sollen es besitzen ewiglich.

14. Also gereuete den HErrn das Übel, das er dräuete seinem Volk zu tun.

15. Mose wandte sich und stieg vom Berge und hatte zwo Tafeln des
Zeugnis ses in seiner Hand, die waren geschrieben auf beiden Seiten.

16. Und GOtt hatte sie selbst gemacht und selbst die Schrift drein
gegraben.

17. Da nun Josua hörete des Volks Ge schrei, daß sie jauchzeten,
sprach er zu Mose: Es ist ein Geschrei im Lagen wie im Streit.

18. Er antwortete: Es ist nicht ein Ge schrei gegeneinander, deren,
die obliegen und unterliegen, sondern ich höre ein Ge schrei eines
Singetanzes.

19. Als er aber nahe zum Lager kam und das Kalb und den Reigen sah,
ergrimmete er mit Zorn und warf die Tafeln aus seiner Hand und zerbrach
sie unten am Berge.

20. Und nahm das Kalb, das sie gemacht hatten, und verbrannte es mit
Feuer und zermalmete es zu Pulver und stäubte es aufs Wasser und gab's
den Kindern Israel zu trinken.

21. Und sprach zu Aaron: Was hat dir das Volk getan, daß du eine so
große Sünde üben sie gebracht hast?

22. Aaron sprach: Mein Herr lasse sei nen Zorn nicht ergrimmen. Du
weißt, daß dies Volk böse ist.

23. Sie sprachen zu mir: Mache uns Götter, die vor uns hergehen; denn
wir wissen nicht, wie es diesem Mann Mose gehet, der uns aus
Ägyptenland geführet hat.

24. Ich sprach zu ihnen: Wer hat Gold, der reiße es ab und gebe es
mir. Und ich warf es ins Feuer; daraus ist das Kalb geworden.

25. Da nun Mose sah, daß das Volk los worden war (denn Aaron hatte sie
losge macht durch ein Geschwätz, damit er sie fein wollte anrichten),

26. trat er in das Tor des Lagers und sprach: Her zu mir, wen dem
HErrn ange höret! Da sammelten sich zu ihm alle Kinder Levi.

27. Und er sprach zu ihnen: So spricht der HErr, der GOtt Israels:
Gürte ein jeglicher sein Schwert auf seine Lenden und durchgehet hin
und wieder von einem Tor zum andern im Lagen und erwürge ein jeglicher
seinen Bruder, Freund und Nächsten.

28. Die Kinder Levi taten, wie ihnen Mose gesagt hatte, und fiel des
Tages vom Volk dreitausend Mann.

29. Da sprach Mose: Füllet heute eure Hände dem HErrn, ein jeglicher
an seinem Sohn und Bruder, daß heute über euch der Segen gegeben werde.

30. Des Morgens sprach Mose zum Volk: Ihr habt eine große Sünde getan;
nun will ich hinaufsteigen zu dem HErrn, ob ich vielleicht eure Sünde
versöhnen möge.

31. Als nun Mose wieder zum HErrn kam, sprach er: Ach, das Volk hat
eine große Sünde getan und haben ihnen gül dene Götter gemacht.

32. Nun vergib ihnen ihre Sünde! Wo nicht, so tilge mich auch aus
deinem Buch, das du geschrieben hast.

33. Der HErr sprach zu Mose: Was? Ich will den aus meinem Buch tilgen,
der an mir sündiget.

34. So gehe nun hin und führe das Volk, dahin ich dir gesagt habe.
Siehe, mein Engel soll vor dir hergehen. Ich werde ihre Sünde wohl
heimsuchen, wenn mei ne Zeit kommt heimzusuchen.

35. Also strafte der HErr das Volk, daß sie das Kalb hatten gemacht,
welches Aaron gemacht hatte.

Das 33. Kapitel

1. Der HErr sprach zu Mose: Gehe, zeuch von dannen, du und das Volk,
das du aus Ägyptenland geführet hast, ins Land, das ich Abraham, Isaak
und Jakob geschworen habe und gesagt: Deinem Samen will ich's geben.

2. Ich will vor dir hersenden einen Engel und ausstoßen die
Kanaaniter, Amoriter, Hethiter, Pheresiter, Heviter und Jebusi ter;

3. ins Land, da Milch und Honig innen fleußt. Ich will nicht mit dir
hinaufziehen; denn du bist ein halsstarrig Volk. Ich möchte dich
unterwegen auffressen.

4. Da das Volk diese böse Rede hönete, trugen sie Leide, und niemand
trug seinen Schmuck an ihm.

5. Und der HErr sprach zu Mose: Sage zu den Kindern Israel: Ihn seid
ein halsstar rig Volk. Ich werde einmal plötzlich üben dich kommen und
dich vertilgen. Und nun lege deinen Schmuck von dir, daß ich wisse, was
ich dir tun soll.

6. Also taten die Kinder Israel ihren Schmuck von sich vor dem Berge
Horeb.

7. Mose aber nahm die Hütte und schlug sie auf, außen ferne vor dem
Lager, und hieß sie eine Hütte des Stifts. Und wer den HErrn fragen
wollte, mußte herausgehen zur Hütte des Stifts vor das Lager.

8. Und wenn Mose ausging zur Hütte, so stund alles Volk auf, und trat
ein jeglicher in seiner Hütte Tür und sahen ihm nach, bis er in die
Hütte kam.

9. Und wenn Mose in die Hütte kam, so kam die Wolkensäule hernieder
und stund in der Hütte Tür und redete mit Mose.

10. Und alles Volk sah die Wolkensäule in der Hütte Tür stehen, und
stunden auf und neigten sich, ein jeglicher in seiner Hütte Tür.

11. Der HErr aber redete mit Mose von Angesicht zu Angesicht, wie ein
Mann mit seinem Freunde redet. Und wenn er wiederkehrete zum Lager, so
wich sein Diener Josua, der Sohn Nuns, der Jüng ling, nicht aus der
Hütte.

12. Und Mose sprach zu dem HErrn: Siehe, du sprichst zu mir: Führe das
Volk hinauf, und lässest mich nicht wissen, wen du mit mir senden
willst, so du doch gesagt hast: Ich kenne dich mit Namen, und hast
Gnade vor meinen Augen funden.

13. Habe ich denn Gnade von deinen Augen funden, so laß mich deinen
Weg wissen, damit ich dich kenne und Gnade vor deinen Augen finde. Und
siehe doch, daß dies Volk dein Volk ist.

14. Er sprach: Mein Angesicht soll gehen, damit will ich dich leiten.

15. Er aber sprach zu ihm: Wo nicht dein Angesicht gehet, so führe uns
nicht von dannen hinauf.

16. Denn wobei soll doch erkannt wer den, daß ich und dein Volk vor
deinen Augen Gnade funden haben, ohne wenn du mit uns gehest? auf daß
ich und dein Volk gerühmet werden vor allem Volk, das auf dem Erdboden
ist.

17. Der HErr sprach zu Mose: Was du jetzt geredet hast, will ich auch
tun: denn du hast Gnade vor meinen Augen funden, und ich kenne dich mit
Namen.

18. Er aber sprach: So laß mich dei ne Herrlichkeit sehen.

19. Und er sprach: Ich will vor deinem Angesicht her alle meine Güte
gehen las sen und will lassen predigen des HErrn Namen vor dir. Wem ich
aber gnädig bin, dem bin ich gnädig; und wes ich mich erbarme, des
erbarme ich mich.

20. Und sprach weiter: Mein Angesicht kannst du nicht sehen; denn kein
Mensch wird leben, der mich siehet.

21. Und der HErr sprach weiter: Siehe, es ist ein Raum bei mir, da
sollst du auf dem Fels stehen.

22. Wenn denn nun meine Herrlichkeit vorübergehet, will ich dich in
der Felskluft lassen stehen, und meine Hand soll ob dir halten, bis ich
vorübergehe.

23. Und wenn ich meine Hand von dir tue, wirst du mir hinten
nachsehen; aber mein Angesicht kann man nicht sehen.

Das 34. Kapitel

1. Und der HErr sprach zu Mose: Haue dir zwo steinerne Tafeln, wie die
ersten waren, daß ich die Worte darauf schreibe, die in den ersten
Tafeln waren, welche du zerbrochen hast.

2. Und sei morgen bereit, daß du frühe auf den Berg Sinai steigest und
daselbst zu mir tretest auf des Berges Spitze.

3. Und laß niemand mit dir hinaufstei gen, daß niemand gesehen werde
um den ganzen Berg her; auch kein Schaf noch Rind laß weiden gegen
diesem Berge.

4. Und Mose hieb zwo steinerne Tafeln, wie die ersten waren, und stund
des Mor gens frühe auf und stieg auf den Berg Sinai wie ihm der HErr
geboten hatte, und nahm die zwo steinernen Tafeln in seine Hand.

5. Da kam der HErr hernieder in einer Wolke und trat daselbst bei ihn
und pre digte von des HErrn Namen.

6. Und da der HErr vor seinem Angesicht überging, rief er: HErr, HErr
GOtt, barmherzig und gnädig und geduldig und von großer Gnade und Treue;

7. der du beweisest Gnade in tausend Glied und vergibst Missetat,
Übertretung und Sünde, und vor welchem niemand unschuldig ist; der du
die Missetat der Väter heimsuchest auf Kin der und Kindeskinder bis ins
dritte und vierte Glied.

8. Und Mose neigete sich eilend zu der Erde und betete ihn an,

9. und sprach: Habe ich, HErr, Gnade vor deinen Augen funden, so gehe
der HErr mit uns; denn es ist ein halsstarrig Volk, daß du unserer
Missetat und Sünde gnädig seiest und lassest uns dein Erbe sein.

10. Und er sprach: Siehe, ich will einen Bund machen vor all deinem
Volk und will Wunder tun, dergleichen nicht geschaffen sind in allen
Landen und unter allen Völkern; und alles Volk, darunter du bist, soll
sehen des HErrn Werk; denn wunderbarlich soll es sein, das ich bei dir
tun werde.

11. Halte, was ich dir heute gebiete. Sie he, ich will vor dir her
ausstoßen die Amoriter, Kanaaniter, Hethiter, Pheresi ter, Heviter und
Jebusiter.

12. Hüte dich, daß du nicht einen Bund machest mit den Einwohnern des
Landes, da du einkommst, daß sie dir nicht ein Ärgernis unter dir werden;

13. sondern ihre Altäre sollst du umstür zen und ihre Götzen
zerbrechen und ihre Haine ausrotten.

14. Denn du sollst keinen andern Gott anbeten. Denn der HErr heißet
ein Eiferer, darum daß er ein eifriger GOtt ist.

15. Auf daß, wo du einen Bund mit des Landes Einwohnern machest, und
wenn sie huren ihren Göttern nach und opfern ihren Göttern, daß sie
dich nicht laden, und du von ihrem Opfer essest;

16. und nehmest deinen Söhnen ihre Töchter zu Weibern, und dieselben
dann huren ihren Göttern nach und machen deine Söhne auch ihren Göttern
nachhuren.

17. Du sollst dir keine gegossenen Göt ter machen.

18. Das Fest der ungesäuerten Brote sollst du halten. Sieben Tage
sollst du ungesäuert Brot essen, wie ich dir geboten habe, um die Zeit
des Mondes Abib; denn in dem Mond Abib bist du aus Ägypten gezogen.

19. Alles, was seine Mutter am ersten bricht, ist mein; was männlich
sein wird in deinem Vieh, das seine Mutter bricht, es sei Ochse oder
Schaf.

20. Aber den Erstling des Esels sollst du mit einem Schaf lösen. Wo du
es aber nicht lösest, so brich ihm das Genick. Alle Erstgeburt deiner
Söhne sollst du lösen. Und daß niemand vor mir leer erscheine!

21. Sechs Tage sollst du arbeiten; am siebenten Tage sollst du feiern,
beide mit Pflügen und mit Ernten:

22. Das Fest der Wochen sollst du hal ten mit den Erstlingen der
Weizenernte und das Fest der Einsammlung, wenn das Jahr um ist.

23. Dreimal im Jahr sollen alle Manns namen erscheinen vor dem
Herrscher, dem HErrn und GOtt Israels.

24. Wenn ich die Heiden vor dir aussto ßen und deine Grenze weitern
werde, soll niemand deines Landes begehren, dieweil du hinaufgehest
dreimal im Jahr, zu er scheinen vor dem HErrn, deinem GOtt.

25. Du sollst das Blut meines Opfers nicht opfern auf dem gesäuerten
Brot; und das Opfer des Osterfestes bleiben bis an den Morgen.

26. Das Erstling von den ersten Früchten deines Ackers sollst du in
das Haus des HErrn deines GOttes, bringen. Du sollst das Böcklein nicht
kochen, wenn es noch an seiner Mutter Milch ist.

27. Und der HErr sprach zu Mose: Schreibe diese Worte; denn nach
diesen Worten habe ich mit dir und mit Israel einen Bund gemacht.

28. Und er war allda bei dem HErrn vierzig Tage und vierzig Nächte und
aß ein Brot und trank kein Wasser. Und er schrieb auf die Tafeln
solchen Bund, die zehn Worte.

29. Da nun Mose vom Berge Sinai ging, hatte er die zwo Tafeln des
Zeugnisses in Hand; und wußte nicht, daß die Haut seines Angesichts
glänzete davon, daß er mit ihm geredet hatte.

30. Und da Aaron und alle Kinder Israel sahen, daß die Haut seines
Angesichts glänzete, fürchteten sie sich, zu ihm zu nahen.

31. Da rief ihnen Mose; und sie wandten sich zu ihm, beide Aaron und
alle Ober sten der Gemeine; und er redete mit ihnen.

32. Danach naheten alle Kinder Israel zu ihm. Und er gebot ihnen
alles, was der HErr mit ihm geredet hatte auf dem Berge Sinai.

33. Und wenn er solches alles mit ihnen redete, legte er eine Decke
auf sein Ange sicht.

34. Und wenn er hineinging vor den HErrn, mit ihm zu reden, tat er die
Decke ab, bis er wieder herausging. Und wenn er herauskam und redete
mit den Kindern Israel, was ihm geboten war,

35. so sahen dann die Kinder Israel sein Angesicht an, wie daß die
Haut seines Angesichts glänzete; so tat er die Decke wieder auf sein
Angesicht, bis er wieder hineinging, mit ihm zu reden.

Das 35. Kapitel

1. Und Mose versammelte die ganze Gemeine der Kinder Israel und sprach
zu ihnen: Das ist's, das der HErr geboten hat, das ihr tun sollt:

2. Sechs Tage sollt ihr arbeiten; den sie benten Tag aber sollt ihr
heilig halten, einen Sabbat der Ruhe des HErrn. Wer darinnen arbeitet,
soll sterben.

3. Ihr sollt kein Feuer anzünden am Sabbattage in allen euren Wohnungen.

4. Und Mose sprach zu der ganzen Ge meine der Kinder Israel: Das
ist's, das der HErr geboten hat:

5. Gebt unter euch Hebopfer dem HErrn, also daß das Hebopfer des HErrn
ein jeglicher williglich bringe, Gold, Silber, Erz,

6. gelbe Seide, Scharlaken, Rosinrot, weiße Seide und Ziegenhaar,

7. rötlich Widderfell, Dachsfell und Föh renholz,

8. Öl zur Lampe und Spezerei zur Salbe und zu gutem Räuchwerk,

9. Onyx und eingefaßte Steine zum Leib rock und zum Schildlein.

10. Und wer unter euch verständig, ist, der komme und mache, was der
HErr geboten hat:

11. nämlich die Wohnung mit ihrer Hütte und Decke, Rinken, Brettern,
Rie geln, Säulen und Füßen;

12. die Lade mit ihren Stangen, den Gnadenstuhl und Vorhang;

13. den Tisch mit seinen Stangen und alle seinem Geräte und die
Schaubrote;

14. den Leuchter, zu leuchten, und sein Gerät und seine Lampen und das
Öl zum Licht;

15. den Räuchaltar mit seinen Stangen, die Salbe und Spezerei zum
Räuchwerk; das Tuch vor der Wohnung Tür;

16. den Brandopferaltar mit seinem ehernen Gitter, Stangen und alle
seinem Gerät; das Handfaß mit seinem Fuße;

17. den Umhang des Vorhofs mit seinen Säulen und Füßen und das Tuch
des Tors am Vorhof;

18. die Nägel der Wohnung und des Vorhofs mit ihren Säulen

19. die Kleider des Amts zum Dienst im Heiligen, die heiligen Kleider
Aarons, des Priesters, mit den Kleidern seiner Söhne zum Priestertum.

20. Da ging die ganze Gemeine der Kin der Israel aus von Mose.

21. Und alle, die es gerne und williglich gaben, kamen und brachten
das Hebopfer dem HErrn zum Werk der Hütte des Stifts und zu alle seinem
Dienst und zu den heiligen Kleidern.

22. Es brachten aber beide, Mann und Weib, wer es williglich tat,
Hefte, Ohren rinken, Ringe und Spangen und allerlei gülden Gerät. Dazu
brachte jedermann Gold zur Webe dem HErrn.

23. Und wer bei ihm fand gelbe Seide, Scharlaken, Rosinrot, weiße
Seide, Zie genhaar, rötlich Widderfell und Dachsfell, der brachte es.

24. Und wer Silber und Erz hub, der brachte es zur Hebe dem HErrn. Und
wer Föhrenholz bei ihm fand, der brachte es zu allerlei Werk des
Gottesdienstes.

25. Und welche verständige Weiber wa ren, die wirkten mit ihren Händen
und brachten ihr Werk von gelber Seide, Scharlaken, Rosinrot und weißer
Seide.

26. Und welche Weiber solche Arbeit konnten und willig dazu waren, die
wirk ten Ziegenhaar.

27. Die Fürsten aber brachten Onyx und eingefaßte Steine zum Leibrock
und zum Schildlein

28. und Spezerei und Öl zu den Lich tern und zur Salbe und zu gutem
Räuch werk.

29. Also brachten die Kinder Israel williglich, beide Mann und Weib,
zu aller lei Werk, das der HErr geboten hatte durch Mose, daß man's
machen sollte.

30. Und Mose sprach zu den Kindern Israel: Sehet, der HErr hat mit
Namen berufen den Bezaleel, den Sohn Uns, des Sohns Hurs, vom Stamm Juda,

31. und hat ihn erfüllet mit dem Geist GOttes, daß er weise,
verständig, ge schickt sei zu allerlei Werk,

32. künstlich zu arbeiten am Gold, Sil ber und Erz,

33. Edelstein schneiden und einsetzen, Holz zimmern, zu machen
allerlei künstli che Arbeit.

34. Und hat ihm sein Herz unterweiset samt Ahaliab, dem Sohne
Ahisamachs, vom Stamm Dan.

35. Er hat ihr Herz mit Weisheit erfüllet, zu machen allerlei Werk, zu
schneiden, wirken und zu sticken mit gelber Seide, Scharlaken, Rosinrot
und weißer Seide und mit Weben, daß sie machen allerlei Werk und
künstliche Arbeit erfinden.

Das 36. Kapitel

1. Da arbeiteten Bezaleel und Ahaliab und alle weisen Männer, denen
der HErr Weisheit und Verstand gegeben hatte, zu wissen, wie sie
allerlei Werk machen soll ten, zum Dienst des Heiligtums nach al lem,
das der HErr geboten hatte.

2. Und Mose rief dem Bezaleel und Ahaliab und allen weisen Männern, de
nen der HErr Weisheit gegeben hatte in ihr Herz, nämlich allen, die
sich willig darer boten und hinzutraten, zu arbeiten an dem Werke.

3. Und sie nahmen zu sich von Mose alle Hebe, die die Kinder Israel
brachten zu dem Werk des Dienstes des Heiligtums, daß es gemacht würde.
Denn sie brachten alle Morgen ihre willige Gabe zu ihm.

4. Da kamen alle Weisen, die am Werk des Heiligtums arbeiteten, ein
jeglicher seines Werks, das sie machten,

5. und sprachen zu Mose: Das Volk brin get zu viel, mehr denn zum Werk
dieses Dienstes not ist, das der HErr zu machen geboten hat.

6. Da gebot Mose, daß man rufen ließ durchs Lager: Niemand tue mehr
zur He be des Heiligtums! Da hörete das Volk auf zu bringen.

7. Denn des Dinges war genug zu allerlei Werk, das zu machen war, und
noch übrig.

8. Also machten alle weisen Männer un ter den Arbeitern am Werk die
Wohnung, zehn Teppiche von gezwirnter weißer Seide, gelber Seide,
Scharlaken, Rosinrot, Cherubim, künstlich.

9. Die Länge eines Teppichs war acht undzwanzig Ellen und die Breite
vier Ellen, und waren alle in einem Maß.

10. Und er heftete je fünf Teppiche zu sammen, einen an den andern.

11. Und machte gelbe Schläuflein an eines jeglichen Teppichs Ort, da
sie zu sammengefüget werden.

12. je fünfzig Schläuflein an einen Tep pich, damit einer den andern
faßte.

13. Und machte fünfzig güldene Häk lein; und fügte die Teppiche mit
den Häk lein einen an den andern zusammen, daß es eine Wohnung würde.

14. Und er machte elf Teppiche von Ziegenhaaren zur Hütte üben die Woh
nung,

15. dreißig Ellen lang und vier Ellen breit, alle in einem Maß.

16. Und fügte ihrer fünf zusammen auf ein Teil und sechs zusammen aufs
andere Teil.

17. Und machte je fünfzig Schläuflein an jeglichen Teppich am Ort,
damit sie zu sammengeheftet würden.

18. Und machte je fünfzig eherne Häk lein, damit die Hütte zusammen in
eins gefüget würde.

19. Und machte eine Decke über die Hütte von rötlichen Widderfellen
und über die noch eine Decke von Dachsfel len.

20. Und machte Bretter zur Wohnung von Föhrenholz, die stehen sollten,

21. ein jegliches zehn Ellen lang und anderthalb Ellen breit,

22. und an jeglichem zween Zapfen, da mit eins an das andere gesetzt
würde. Also machte er alle Bretter zur Wohnung,

23. daß derselben Bretter zwanzig gegen Mittag stunden;

24. und machte vierzig silberne Füße drunter, unter jeglich Brett
zween Füße an seinen zween Zapfen.

25. Also zur andern Seite der Wohnung, gegen Mitternacht, machte er
auch zwan zig Bretter

26. mit vierzig silbernen Füßen, unter jeglich Brett zween Füße.

27. Aber hinten an der Wohnung gegen den Abend machte er sechs Bretter,

28. und zwei andere hinten an den zwo Ecken der Wohnung,

29. daß ein jegliches der beiden sich mit seinem Ortbrett von unten
auf gesellete und oben am Haupt zusammenkäme mit einer Klammer,

30. daß der Bretter acht würden und sechzehn silberne Füße, unter
jeglichem zween Füße.

31. Und er machte Riegel von Föhren holz, fünf zu den Brettern auf der
einen Seite der Wohnung

32. und fünf auf der andern Seite und fünf hinten an, gegen den Abend.

33. Und machte die Riegel, daß sie mit ten an den Brettern durchhin
gestoßen würden, von einem Ende zum andern.

34. Und überzog die Bretter mit Golde; aber ihre Rinken machte er von
Gold zu den Riegeln und überzog die Riegel mit Golde.

35. Und machte den Vorhang mit den Cherubim dran künstlich mit gelber
Seide, Scharlaken, Rosinrot und gezwirnter wei ßer Seide.

36. Und machte zu demselben vier Säu len von Föhrenholz und überzog
sie mit Gold und ihre Köpfe von Golde; und goß dazu vier silberne Füße.

37. Und machte ein Tuch in der Tür der Hütte; von gelber Seide,
Scharlaken, Rosenrot und gezwirnter weißer Seide ge stickt,

38. und fünf Säulen dazu mit ihren Köp fen und überzog ihre Köpfe und
Reife mit Golde; und fünf eherne Füße dran.

Das 37. Kapitel

1. Und Bezaleel machte die Lade von Föhrenholz, dritthalb Ellen lang,
andert halb Ellen breit und hoch,

2. und überzog sie mit feinem Golde, inwendig und auswendig; und
machte ihr einen güldenen Kranz umher.

3. Und goß vier güldene Rinken an ihre vier Ecken, auf jeglicher Seite
zween.

4. Und machte Stangen von Föhrenholz und überzog sie mit Golde

5. und tat sie in die Rinken an der Lade Seiten, daß man sie tragen
konnte.

6. Und machte den Gnadenstuhl von feinem Golde, dritthalb Ellen lang
und anderthalb Ellen breit.

7. Und machte zween Cherubim von dichtem Golde an die zwei Enden des
Gnadenstuhls,

8. einen Cherub an diesem Ende, den andern an jenem Ende.

9. Und die Cherubim breiteten ihre Flü gel aus von oben her und
deckten damit den Gnadenstuhl; und ihre Antlitze stun den gegeneinander
und sahen auf den Gnadenstuhl.

10. Und er machte den Tisch von Föh renholz, zwo Ellen lang, eine Elle
breit und anderthalb Ellen hoch.

11. Und überzog ihn mit feinem Golde und machte ihm einen güldenen
Kranz umher.

12. Und machte ihm eine Leiste umher, einer Hand breit hoch; und
machte einen güldenen Kranz um die Leiste her.

13. Und goß dazu vier güldene Rinken und tat sie an die vier Orte an
seinen vier Füßen

14. hart an der Leiste, daß die Stangen drinnen wären, damit man den
Tisch trüge.

15. Und machte die Stangen von Föhren holz und überzog sie mit Gold,
daß man den Tisch damit trüge.

16. Und machte auch von feinem Golde das Geräte auf den Tisch:
Schüsseln, Be cher, Kannen und Schalen, damit man aus und einschenkte.

17. Und machte den Leuchter von fei nem, dichtem Golde. Daran waren
der Schaft mit Röhren, Schalen, Knäufen und Blumen.

18. Sechs Röhren gingen zu seinen Sei ten aus, zu jeglicher Seite drei
Röhren.

19. Drei Schalen waren an jeglichem Rohr mit Knäufen und Blumen.

20. An dem Leuchter aber waren vier Schalen mit Knäufen und Blumen,

21. je unter zwo Röhren ein Knauf, daß also sechs Röhren aus ihm gingen,

22. und ihre Knäufe und Röhren daran, und war alles aus dichtem,
feinem Golde.

23. Und machte die sieben Lampen mit ihren Lichtschneuzen und
Löschnäpfen von feinem Golde.

24. Aus einem Zentner feines Goldes machte er ihn und alle seine Geräte.

25. Er machte auch den Räuchaltar von Föhrenholz, eine Elle lang und
breit, gleich viereckig und zwo Ellen hoch, mit seinen Hörnern.

26. Und überzog ihn mit feinem Golde, sein Dach und seine Wände rings
umher und seine Hörner. Und machte ihm einen Kranz umher von Golde

27. und zween güldene Rinken unter dem Kranz zu beiden Seiten, daß man
Stangen drein täte und ihn damit trüge.

28. Aber die Stangen machte er von Föh renholz und überzog sie mit
Golde.

29. Und machte die heilige Salbe und Räuchwerk von reiner Spezerei
nach Apo thekerkunst.

Das 38. Kapitel

1. Und machte den Brandopferaltar von Föhrenholz, fünf Ellen lang und,
breit, gleich viereckig und drei Ellen hoch.

2. Und machte vier Hörner, die aus ihm gingen, auf seinen vier Ecken;
und über zog ihn mit Erz.

3. Und machte allerlei Geräte zu dem Altar Aschentöpfe, Schaufeln,
Becken, Kreuel, Kohlpfannen: alles von Erz.

4. Und machte am Altar ein Gitter, wie in Netz, von Erz umher, von
unten auf bis n die Hälfte des Altars.

5. Und goß vier Rinken an die vier Orte des ehernen Gitters zu Stangen.

6. Dieselben machte er von Föhrenholz und überzog sie mit Erz.

7. Und tat sie in die Rinken an den Seiten des Altars, daß man ihn
damit trüge; und machte ihn inwendig hohl.

8. Und machte das Handfaß von Erz und seinen Fuß auch von Erz, gegen
den Weibern, die vor der Tür der Hütte des Stifts dieneten.

9. Und er machte einen Vorhof gegen Mittag mit einem Umhang hundert
Ellen lang von gezwirnter weißer Seide,

10. mit ihren zwanzig Säulen und zwan zig Füßen von Erz, aber ihre
Knäufe und Reife von Silber;

11. desselbengleichen gegen Mitternacht hundert Ellen mit zwanzig
Säulen und zwanzig Füßen von Erz, aber ihre Knäufe und Reife von Silber;

12. gegen den Abend aber fünfzig Ellen mit zehn Säulen und zehn Füßen,
aber ihre Knäufe und Reife von Silber;:

13. gegen den Morgen aber fünfzig Ellen,

14. fünfzehn Ellen auf jeglicher Seite des Tors am Vorhof, je mit drei
Säulen und drei Füßen,

15. und auf der andern Seite fünfzehn Ellen, daß ihrer so viel war an
der einen Seite des Tors am Vorhofe als auf der andern, mit drei Säulen
und drei Füßen,

16. daß alle Umhänge des Vorhofs waren von gezwirnter weißer Seide

17. und die Füße der Säulen von Erz und ihre Knäufe und Reife von
Silber, also daß ihre Köpfe überzogen waren mit Silber; aber ihre Reife
waren silbern an allen Säulen des Vorhofs.

18. Und das Tuch in dem Tor des Vorhofs machte er gestickt, von gelber
Seide, Scharlaken, Rosinrot und gezwirnter wei ßer Seide, zwanzig Ellen
lang und fünf Ellen hoch, nach dem Maß der Umhänge des Vorhofs;

19. dazu vier Säulen und vier Füße von Erz und ihre Knäufe von Silber
und ihre Köpfe überzogen und ihre Reife silbern.

20. Und alle Nägel der Wohnung und des Vorhofs ringsherum wären von Erz:

21. Das ist nun die Summa zu der Woh nung des Zeugnisses, die erzählet
ist, wie Mose gesagt hat, zum Gottesdienst der Leviten unter der Hand
Ithamars, Aarons, des Priesters, Sohnes,

22. die Bezaleel, der Sohn Uris, des Sohns Hurs, vom Stamm Juda
machte, alles, wie der HErr Mose geboten hatte;

23. und mit ihm Ahaliab, der Sohn Ahisamachs, vom Stamm Dan, ein
Meister zu schneiden, zu wirken und zu sticken mit gelber Seide,
Scharlaken, Rosinrot und weißer Seide.

24. Alles Gold, das verarbeitet ist in die sem ganzen Werk des
Heiligtums, das zur Webe gegeben ward, ist neunundzwanzig Zentner,
siebenhundertunddreißig Sekel nach dem Sekel des Heiligtums.

25. Des Silbers aber, das von der Ge meine kam, war hundert Zentner,
tau sendsiebenhundertfünfundsiebenzig Se kel, nach dem Sekel des
Heiligtums.

26. So manch Haupt, so mancher halber Sekel, nach dem Sekel des
Heiligtums, von allen, die gezählet wurden, von zwan zig Jahren an und
drüber, sechshundertmal tausend dreitausend fünfhundertund fünfzig.

27. Aus den hundert Zentnern Silbers goß man die Füße des Heiligtums
und die Füße des Vorhangs, hundert Füße aus hundert Zentnern, je einen
Zentner zum Fuß.

28. Aber aus den tausend siebenhundert undfünfundsiebenzig Sekeln
wurden ge macht der Säulen Knäufe, und ihre Köpfe überzogen und ihre
Reife.

29. Die Webe aber des Erzes war siebenzig Zentner,
zweitausendundvierhundert Sekel.

30. Daraus wurden gemacht die Füße in der Tür der Hütte des Stifts und
der eherne Altar und das eherne Gitter dran und alles Geräte des Altars,

31. dazu die Füße des Vorhofs ringsher um und die Füße des Tors am
Vorhof, alle Nägel der Wohnung und alle Nägel des Vorhofs ringsherum.

Das 39. Kapitel

1. Aber von der gelben Seide, Scharlaken und Rosinrot machten sie
Aaron Kleider, zu dienen im Heiligtum, wie der HErr Mose geboten hatte.

2. Und er machte den Leibrock mit Golde, gelber Seide, Scharlaken,
Rosinrot und gezwirnter weißer Seide.

3. Und schlug das Gold und schnitt's zu Faden, daß man's künstlich
wirken konn te unter die gelbe Seide, Scharlaken, Ro sinrot und weiße
Seide,

4. daß man's auf beiden Achseln zusammenfügte und an beiden Seiten
zusam menbände.

5. Und sein Gurt war nach derselben Kunst und Werk von Gold, gelber
Seide, Scharlaken, Rosinrot und gezwirnter wei ßer Seide, wie der HErr
Mose geboten hatte.

6. Und sie machten zween Onyxsteine, umher gefasset mit Gold, gegraben
durch die Steinschneider, mit den Namen der Kinder Israel,

7. und heftete sie auf die Schultern des Leibrocks, daß es Steine
seien zum Ge dächtnis der Kinder Israel, wie der HErr Mose geboten hatte.

8. Und sie machten das Schildlein nach der Kunst und Werk des
Leibrocks von Gold, gelber Seide, Scharlaken, Ro sinrot und gezwirnter
weißer Seide,

9. daß es viereckig und zwiefach war, einer Hand lang und breit.

10. Und fülleten es mit vier Riegen Stei nen. Die erste Riege war ein
Sarder, Topa ser und Smaragd;

11. die andere ein Rubin, Saphir und Demant;

12. die dritte ein Lynkurer, Achat und Amethyst;

13. die vierte ein Türkis, Onyx und Jaspis, umher gefasset mit Gold in
allen Riegen.

14. Und die Steine stunden nach den zwölf Namen der Kinder Israel,
gegraben durch die Steinschneider, ein jeglicher sei nes: Namens, nach
den zwölf Stämmen.

15. Und sie machten am Schildlein Ket ten mit zwei Enden von feinem Gold

16. und zwo güldene Spangen und zween güldene Ringe: und hefteten die
zween Ringe auf die zwo Ecken des Schild leins.

17. Und die zwo güldenen Ketten taten sie in die zween Ringe auf den
Ecken des Schildleins.

18. Aber die zwei Enden der Ketten taten sie an die zwo Spangen und
hefteten sie auf die Ecken des Leibrocks gegeneinan der über.

19. Und machten zween andere güldene Ringe und hefteten sie an die zwo
andern Ecken des Schildleins an seinen Ort, daß es fein anläge auf dem
Leibrock.

20. Und machten zween andere gülde ne Ringe, die taten sie an die zwo
Ecken unten am Leibrock gegeneinander über, da der Leibrock unten
zusammen gehet,

21. daß das Schildlein mit seinen Ringen an die Ringe des Leibrocks
geknüpft wür de mit einer gelben Schnur, daß es auf dem Leibrock hart
anläge und nicht von dem Leibrock los würde, wie der HErr Mose geboten
hatte.

22. Und er machte den Seidenrock zum Leibrock, gewirkt ganz von gelber
Seide,

23. und sein Loch oben mitten inne und eine Borte ums Loch her
gefaltet, daß er nicht zerrisse.

24. Und sie machten an seinem Saum Granatäpfel von gelber Seide,
Scharlaken, Rosinrot und gezwirnter weißer Seide.

25. Und machten Schellen von feinem Golde; die taten sie zwischen die
Granat äpfel ringsumher am Saum des Seiden rocks,

26. je ein Granatapfel und eine Schelle um und um am Saum, darin zu
dienen, wie der HErr Mose geboten hatte.

27. Und machten auch die engen Röcke, von weißer Seide gewirkt, Aaron
und sei nen Söhnen,

28. und den Hut von weißer Seide und die schönen Hauben von weißer
Seide und Niederkleider von gezwirnter weißer Leinwand

29. und den gestickten Gürtel von ge zwirnter weißer Seide, gelber
Seide, Scharlaken, Rosinrot, wie der HErr Mose geboten hatte.

30. Sie machten auch das Stirnblatt, nämlich die heilige Krone, von
feinem Golde und gruben Schrift drein: Die Hei ligkeit des HErrn.

31. Und banden eine gelbe Schnur dran daß sie an den Hut von oben her
geheftet würde, wie der HErr Mose geboten hatte.

32. Also ward vollendet das ganze Werk der Wohnung der Hütte des
Stifts. Und die Kinder Israel taten alles, was der HErr Mose geboten
hatte,

33. und brachten die Wohnung zu Mo se: die Hütte und alle ihre Geräte,
Häk lein, Bretter, Riegel, Säulen, Füße;

34. die Decke von rötlichen Widderfel len, die Decke von Dachsfellen
und den Vorhang;

35. die Lade des Zeugnisses mit ihren Stangen; den Gnadenstuhl;

36. den Tisch und alle seine Geräte und die Schaubrote;

37. den schönen Leuchter, mit den Lam pen zubereitet, und alle seinem
Geräte, und Öl zu Lichtern;

38. den güldenen Altar und die Salbe und gut Räuchwerk; das Tuch in
der Hütte Tür;

39. den ehernen Altar und sein ehern Gitter mit seinen Stangen und
alle seinem Gerät; das Handfaß mit seinem Fuß;

40. die Umhänge des Vorhofs mit: seinen Säulen und Füßen; das Tuch im
Tor des Vorhofs mit seinen Seilen und Nägeln und allem Geräte zum
Dienst der Wohnung der Hütte des Stifts;

41. die Amtskleider des Priesters Aaron, zu dienen im Heiligtum, und
die Kleider seiner Söhne, daß sie Priesteramt täten.

42. Alles, wie der HErr Mose geboten hatte, taten die Kinder Israel an
alle, die sem Dienst.

43. Und Mose sah an alle dies Werk; und siehe, sie hatten es gemacht,
wie der HErr geboten hatte. Und er segnete sie.

Das 40. Kapitel

1. Und der HErr redete mit Mose und sprach:

2. Du sollst die Wohnung der Hütte des Stifts aufrichten am ersten
Tage des ersten Monden.

3. Und sollst darein setzen die Lade des Zeugnisses und vor die Lade
den Vor hang hängen.

4. Und sollst den Tisch darbringen und ihn zubereiten und den Leuchter
darstel len und die Lampen drauf setzen.

5. Und sollst den güldenen Räuchaltar setzen vor die Lade des
Zeugnisses und das Tuch in der Tür der Wohnung auf hängen.

6. Den Brandopferaltar aber sollst du setzen heraus vor die Tür der
Wohnung der Hütte des Stifts

7. und das Handfaß zwischen der Hütte des Stifts und dem Altar, und
Wasser drein tun;

8. und den Vorhof stellen umher und das Tuch in der Tür des Vorhofs
aufhän gen.

9. Und sollst die Salbe nehmen und die Wohnung und alles, was drinnen
ist, sal ben; und sollst sie weihen mit alle ihrem Geräte, daß sie
heilig sei.

10. Und sollst den Brandopferaltar sal ben mit alle seinem Geräte und
weihen, daß er allerheiligst sei.

11. Sollst auch das Handfaß und seinen Fuß salben und weihen.

12. Und sollst Aaron und seine Söhne vor die Tür der Hütte des Stifts
führen und mit Wasser waschen;

13. und Aaron die heiligen Kleider anzie hen und salben und weihen,
daß er mein Priester sei;

14. und seine Söhne auch herzuführen und ihnen die engen Röcke anziehen;

15. und sie salben, wie du ihren Vater gesalbet hast, daß sie meine
Priester seien. Und die Salbung sollen sie haben zum ewigen Priestertum
bei ihren Nach kommen.

16. Und Mose tat alles, wie ihm der HErr geboten hatte.

17. Also ward die Wohnung aufgerich tet im andern Jahr, am ersten Tage
des ersten Monds.

18. Und da Mose sie aufrichtete, setzte er die Füße und die Bretter
und Riegel und richtete die Säulen auf.

19. Und breitete die Hütte aus zur Woh nung und legte die Decke der
Hütte oben drauf, wie der HErr ihm geboten hatte.

20. Und nahm das Zeugnis und legte es in die Lade; und tat die Stangen
an die Lade und tat den Gnadenstuhl oben auf die Lade.

21. Und brachte die Lade in die Woh nung und hing den Vorhang vor die
Lade des Zeugnisses, wie ihm der HErr geboten hatte.

22. Und setzte den Tisch in die Hütte des Stifts, in den Winkel der
Wohnung gegen Mitternacht, außen vor dem Vor hang.

23. Und bereitete Brot darauf vor dem HErrn, wie ihm der HErr geboten
hatte.

24. Und setzte den Leuchter auch hin ein gegen dem Tisch über, in den
Winkel der Wohnung gegen Mittag.

25. Und tat Lampen drauf vor dem HErrn, wie ihm der HErr geboten hatte.

26. Und setzte den güldenen Altar hin ein, vor den Vorhang.

27. Und räucherte drauf mit gutem Räuchwerk, wie ihm der HErr geboten
hatte.

28. Und hing das Tuch in die Tür der Wohnung.

29. Aber den Brandopferaltar setzte er vor die Tür der Wohnung der
Hütte des Stifts; und opferte drauf Brandopfer und Speisopfer, wie ihm
der HErr geboten hatte.

30. Und das Handfaß setzte er zwischen die Hütte des Stifts und den
Altar; und tat Wasser drein zu waschen.

31. Und Mose, Aaron und seine Söhne wuschen ihre Hände und Füße draus.

32. Denn sie müssen sich waschen, wenn sie in die Hütte des Stifts
gehen oder hinzutreten zum Altar, wie ihm der HErr geboten hatte.

33. Und er richtete den Vorhof auf, um die Wohnung und um den Altar
her, und hing den Vorhang in das Tor des Vorhofs. Also vollendete Mose
das ganze Werk.

34. Da bedeckte eine Wolke die Hütte des Stifts, und die Herrlichkeit
des HErrn füllete die Wohnung.

35. Und Mose konnte nicht in die Hütte des Stifts gehen, weil die
Wolke drauf blieb, und die Herrlichkeit des HErrn die Wohnung füllete.

36. Und wenn die Wolke sich aufhub von der Wohnung, so zogen die
Kinder Israel, so oft sie reiseten.

37. Wenn sich aber die Wolke nicht auf hub, so zogen sie nicht, bis an
den Tag, da sie sich aufhub.

38. Denn die Wolke des HErrn war des Tages auf der Wohnung, und des
Nachts war sie feurig, vor den Augen des ganzen Hauses Israel, solange
sie reiseten.