Es bleibet täglich nach deinem Wort; denn es muß dir alles dienen. (Psalm 119:91) Das zweite Buch von den Königen
Das 1. Kapitel
52. Ahasja, der Sohn Ahabs, ward König über Israel zu Samaria im
siebenzehnten Jahr Josaphats, des Königs Judas, und regierte über
Israel zwei Jahre.53. Und tat, das dem HErrn übel gefiel, und wandelte in dem Wege
seines Vaters und seiner Mutter und in dem Wege Jerobeams, des Sohns
Nebats, der Israel sündigen machte.54. Und dienete Baal und betete ihn an; und erzürnete den HErrn, den
GOtt Israels, wie sein Vatertat.2. Kön. Kap. 1. V.1. Auch fielen die Moabiter ab von Israel, da Ahab
tot war.2. Und Ahasja fiel durchs Gitter in seinem Saal zu Samaria und ward
krank; und sandte Boten und sprach zu ihnen: Gehet hin und fraget Baal-
Sebub, den Gott zu Ekron, ob ich von dieser Krankheit genesen werde.3. Aber der Engel des HErrn redete mit Elia, dem Thisbiten: Auf! und
begegne den Boten des Königs zu Samaria und sprich zu ihnen: Ist denn
nun kein GOtt in Israel, daß ihr hingehet zu fragen Baal-Sebub, den
Gott zu Ekron?4. Darum so spricht der HErr: Du sollst nicht von dem Bette kommen,
darauf du dich geleget hast, sondern sollst des Todes sterben. Und Elia
ging weg.5. Und da die Boten wieder zu ihm kamen, sprach er zu ihnen: Warum
kommt ihr wieder?6. Sie sprachen zu ihm: Es kam uns ein Mann herauf entgegen und sprach
zu uns: Gehet wiederum hin zu dem Könige, der euch gesandt hat, und
sprechet zu ihm: So spricht der HErr: Ist denn kein GOtt in Israel, daß
du hinsendest, zu fragen Baal-Sebub, den Gott zu Ekron? Darum sollst du
nicht kommen von dem Bette, darauf du dich geleget hast, sondern sollst
des Todes sterben.7. Er sprach zu ihnen: Wie war der Mann gestaltet, der euch begegnete
und solches zu euch sagte?8. Sie sprachen zu ihm: Er hatte eine rauche Haut an und einen
ledernen Gürtel um seine Lenden. Er aber sprach: Es ist Elia, der
Thisbiter.9. Und er sandte hin zu ihm einen Hauptmann über fünfzig samt
denselben Fünfzigen. Und da der zu ihm hinaufkam, siehe, da saß er oben
auf dem Berge. Er aber sprach zu ihm: Du Mann GOttes, der König sagt:
Du sollst herabkommen.10. Elia antwortete dem Hauptmann über fünfzig und sprach zu ihm: Bin
ich ein Mann GOttes, so falle Feuer vom Himmel und fresse dich und
deine Fünfzig. Da fiel Feuer vom Himmel und fraß ihn und seine Fünfzig.11. Und er sandte wiederum einen andern Hauptmann über fünfzig zu ihm
samt seinen Fünfzigen. Der antwortete und sprach zu ihm: Du Mann
GOttes, so spricht der König: Komm eilends herab!12. Elia antwortete und sprach: Bin ich ein Mann GOttes, so falle
Feuer vom Himmel und fresse dich und deine Fünfzig. Da fiel das Feuer
GOttes vom Himmel und fraß ihn und seine Fünfzig.13. Da sandte er wiederum den dritten Hauptmann über fünfzig samt
seinen Fünfzigen. Da der zu ihm hinaufkam, beugte er seine Kniee gegen
Elia und flehete ihm und sprach zu ihm: Du Mann GOttes, laß meine Seele
und die Seele deiner Knechte, dieser Fünfzig, vor dir etwas gelten!14. Siehe, das Feuer ist vom Himmel gefallen und hat die ersten zween
Hauptmänner über fünfzig mit ihren Fünfzigen gefressen; nun aber laß
meine Seele etwas gelten vor dir!15. Da sprach der Engel. des HErrn zu Elia: Gehe mit ihm hinab und
fürchte dich nicht vor ihm! Und er machte sich auf und ging mit ihm
hinab zum Könige.16. Und er sprach zu ihm: So spricht der HErr: Darum, daß du hast
Boten hingesandt und lassen fragen Baal-Sebub, den Gott zu Ekron, als
wäre kein GOtt in Israel, des Wort man fragen möchte, so sollst du von
dem Bette nicht kommen, darauf du dich geleget hast, sondern sollst des
Todes sterben.17. Also starb er nach dem Wort des HErrn, das Elia geredet hatte. Und
Joram ward König an seiner Statt im andern Jahr Jorams, des Sohns
Josaphats, des Königs Judas; denn er hatte keinen Sohn.18. Was aber mehr von Ahasja zu sagen ist, das er getan hat, siehe,
das ist geschrieben in der Chronik der Könige Israels.
Das 2. Kapitel
1. Da aber der HErr wollte Elia im Wetter gen Himmel holen, ging Elia
und Elisa von Gilgal.2. Und Elia sprach zu Elisa: Lieber, bleib hie; denn der HErr hat mich
gen Bethel gesandt. Elisa aber sprach: So wahr der HErr lebet und deine
Seele, ich verlasse dich nicht. Und da sie hinab gen Bethel kamen,3. gingen der Propheten Kinder, die zu Bethel waren, heraus zu Elisa
und sprachen zu ihm: Weißest du auch, daß der HErr wird deinen HErrn
heute von deinen Häupten nehmen? Er aber sprach: Ich weiß es auch wohl;
schweiget nur stille!4. Und Elia sprach zu ihm: Elisa, Lieber, bleib hie; denn der HErr hat
mich gen Jericho gesandt. Er aber sprach: So wahr der HErr lebet und
deine Seele, ich verlasse dich nicht. Und da sie gen Jericho kamen,5. traten der Propheten Kinder, die zu Jericho waren, zu Elisa und
sprachen zu ihm: Weißest du auch, daß der HErr wird deinen Herrn heute
von deinen Häupten nehmen? Er aber sprach: Ich weiß es auch wohl;
schweiget nur stille!6. Und Elia sprach zu ihm: Lieber, bleib hie; denn der HErr hat mich
gesandt an den Jordan. Er aber sprach: So wahr der HErr lebet und deine
Seele, ich verlasse dich nicht: Und gingen die beiden miteinander.7. Aber fünfzig Männer unter der Propheten Kindern gingen hin und
traten gegenüber von ferne; aber die beiden stunden am Jordan.8. Da nahm Elia seinen Mantel und wickelte ihn zusammen und schlug ins
Wasser; das teilete sich auf beiden Seiten, daß die beiden trocken
durchhin gingen.9. Und da sie hinüberkamen, sprach Elia zu Elisa: Bitte, was ich dir
tun soll, ehe ich von dir genommen werde. Elisa sprach: Daß dein Geist
bei mir sei zwiefältig.10. Er sprach: Du hast ein Hartes gebeten; doch so du mich sehen
wirst, wenn ich von dir genommen werde, so wird's ja sein; wo nicht, so
wird's nicht sein.11. Und da sie miteinander gingen, und er redete, siehe, da kam ein
feuriger Wagen mit feurigen Rossen, und schieden die beiden
voneinander; und Elia fuhr also im Wetter gen Himmel.12. Elisa aber sah es und schrie: Mein Vater, mein Vater, Wagen
Israels und seine Reiter! Und sah ihn nicht mehr. Und er fassete seine
Kleider und zerriß sie in zwei Stücke.13. Und hub auf den Mantel Elias, der ihm entfallen war; und kehrete
um und trat an das Ufer des Jordans.14. Und nahm denselben Mantel Elias, der ihm entfallen war, und schlug
ins Wasser und sprach: Wo ist nun der HErr, der GOtt Elias? Und schlug
ins Wasser; da teilete sich's auf beiden Seiten; und Elisa ging hindurch.15. Und da ihn sahen der Propheten Kinder, die zu Jericho gegen ihm
waren, sprachen sie: Der Geist Elias ruhet auf Elisa; und gingen ihm
entgegen und beteten an zur Erde.16. Und sprachen zu ihm: Siehe, es sind unter deinen Knechten fünfzig
Männer, starke Leute, die laß gehen und deinen Herrn suchen; vielleicht
hat ihn der Geist des HErrn genommen und irgend auf einen Berg, oder
irgend in ein Tal geworfen. Er aber sprach: Lasset nicht gehen!17. Aber sie nötigten ihn, bis daß er sich ungebärdig stellete und
sprach: Lasset hingehen! Und sie sandten hin fünfzig Männer und suchten
ihn drei Tage; aber sie fanden ihn nicht18. und kamen wieder zu ihm. Und er blieb zu Jericho und sprach zu
ihnen: Sagte ich euch nicht, ihr solltet nicht hingehen?19. Und die Männer der Stadt sprachen zu Elisa: Siehe, es ist gut
wohnen in dieser Stadt, wie mein Herr siehet; aber es ist böses Wasser
und das Land unfruchtbar.20. Er sprach: Bringet mir her eine neue Schale und tut Salz drein.
Und sie brachten es ihm.21. Da ging er hinaus zu der Wasserquelle und warf das Salz drein und
sprach: So spricht der HErr: Ich habe dies Wasser gesund gemacht; es
soll hinfort kein Tod noch Unfruchtbarkeit daher kommen.22. Also ward das Wasser gesund bis auf diesen Tag nach dem Wort
Elisas, das er redete.23. Und er ging hinauf gen Bethel. Und als er auf dem Wege hinanging,
kamen kleine Knaben zur Stadt heraus und spotteten ihn und sprachen zu
ihm: Kahlkopf, komm herauf! Kahlkopf, komm herauf!24. Und er wandte sich um, und da er sie sah, fluchte er ihnen im
Namen des HErrn. Da kamen zween Bären aus dem Walde und zerrissen der
Kinder zweiundvierzig.25. Von dannen ging er auf den Berg Karmel und kehrete um von dannen
gen Samaria.
Das 3. Kapitel
1. Joram, der Sohn Ahabs, ward König über Israel zu Samaria im
achtzehnten Jahr Josaphats, des Königs Judas; und regierte zwölf Jahre.2. Und tat, das dem HErrn übel gefiel, doch nicht wie sein Vater und
seine Mutter. Denn er tat weg die Säule Baals, die sein Vater machen
ließ.3. Aber er blieb hangen an den Sünden Jerobeams, des Sohns Nebats, der
Israel sündigen machte, und ließ nicht davon.4. Mesa aber, der Moabiter König, hatte viel Schafe und zinsete dem
Könige Israels Wolle von hunderttausend Lämmern und von hunderttausend
Widdern.5. Da aber Ahab tot war, fiel der Moabiter König ab vom Könige Israels.
6. Da zog zu derselben Zeit aus der König Joram von Samaria und
ordnete das ganze Israel.7. Und sandte hin zu Josaphat, dem Könige Judas, und ließ ihm sagen:
Der Moabiter König ist von mir abgefallen; komm mit mir, zu streiten
wider die Moabiter! Er sprach: Ich will hinaufkommen; ich bin wie du
und mein Volk wie dein Volk und meine Rosse wie deine Rosse.8. Und sprach: Durch welchen Weg wollen wir hinaufziehen? Er sprach:
Durch den Weg in der Wüste Edom.9. Also zog hin der König Israels, der König Judas und der König
Edoms. Und da sie sieben Tagreisen zogen, hatte das Heer und das Vieh,
das unter ihnen war, kein Wasser.10. Da sprach der König Israels: O wehe! Der HErr hat diese drei
Könige geladen, daß er sie in der Moabiter Hände gäbe.11. Josaphat aber sprach: Ist kein Prophet des HErrn hie, daß wir den
HErrn durch ihn ratfragten? Da antwortete einer unter den Knechten des
Königs Israels und sprach: Hie ist Elisa, der Sohn Saphats, der Elia
Wasser auf die Hände goß.12. Josaphat sprach: Des HErrn Wort ist bei ihm. Also zogen zu ihm
hinab der König Israels und Josaphat und der König Edoms.13. Elisa aber sprach zum Könige Israels: Was hast du mit mir zu
schaffen? Gehe hin zu den Propheten deines Vaters und zu den Propheten
deiner Mutter! Der König Israels sprach zu ihm: Nein; denn der HErr hat
diese drei Könige geladen, daß er sie in der Moabiter Hände gäbe.14. Elisa sprach: So wahr der HErr Zebaoth lebet, vor dem ich stehe,
wenn ich nicht Josaphat, den König Judas, ansähe, ich wollte dich nicht
ansehen noch achten.15. So bringet mir nun einen Spielmann. Und da der Spielmann auf der
Saite spielte, kam die Hand des HErrn auf ihn.16. Und er sprach: So spricht der HErr: Machet hie und da Graben an
diesem Bach!17. Denn so spricht der HErr: Ihr werdet keinen Wind noch Regen sehen;
dennoch soll der Bach voll Wassers werden, daß ihr und euer Gesinde und
euer Vieh trinket.18. Dazu ist das ein Geringes vor dem HErrn, er wird auch die Moabiter
in eure Hände geben,19. daß ihr schlagen werdet alle festen Städte und alle auserwählten
Städte; und werdet fällen alle guten Bäume und werdet verstopfen alle
Wasserbrunnen und werdet allen guten Acker mit Steinen verderben.20. Des Morgens aber, wenn man Speisopfer opfert, siehe, da kam ein
Gewässer des Weges von Edom und füllete das Land mit Wasser.21. Da aber alle Moabiter höreten, daß die Könige heraufzogen, wider
sie zu streiten, beriefen sie alle, die zur Rüstung alt genug und
drüber waren, und traten an die Grenze.22. Und da sie sich des Morgens frühe aufmachten, und die Sonne
aufging auf das Gewässer, deuchte die Moabiter das Gewässer gegen ihnen
rot sein wie Blut;23. und sprachen: Es ist Blut; die Könige haben sich mit dem Schwert
verderbet, und einer wird den andern geschlagen haben. Hui, Moab, mache
dich nun zur Ausbeute!24. Aber da sie zum Lager Israels kamen, machte sich Israel auf und
schlugen die Moabiter; und sie flohen vor ihnen. Aber sie kamen hinein
und schlugen Moab.25. Die Städte zerbrachen sie, und ein jeglicher warf seine Steine auf
alle guten Acker und machten sie voll; und verstopften alle
Wasserbrunnen und fälleten alle guten Bäume, bis daß nur die Steine an
den Ziegelmauern überblieben; und sie umgaben sie mit Schleudern und
schlugen sie.26. Da aber der Moabiter König sah, daß ihm der Streit zu stark war,
nahm er siebenhundert Mann zu sich, die das Schwert auszogen,
herauszureißen wider den König Edoms; aber sie konnten nicht.27. Da nahm er seinen ersten Sohn, der an seiner Statt sollte König
werden, und opferte ihn zum Brandopfer auf der Mauer. Da ward Israel
sehr zornig, daß sie von ihm abzogen, und kehreten wieder zu Lande.
Das 4. Kapitel
1. Und es schrie ein Weib unter den Weibern der Kinder der Propheten
zu Elisa und sprach: Dein Knecht, mein Mann, ist gestorben; so weißt
du, daß er, dein Knecht, den HErrn fürchtete; nun kommt der Schuldherr
und will meine beiden Kinder nehmen zu eigenen Knechten.2. Elisa sprach zu ihr: Was soll ich dir tun? Sage mir, was hast du im
Hause? Sie sprach: Deine Magd hat nichts im Hause denn einen Ölkrug.3. Er sprach: Gehe hin und bitte draußen von allen deinen Nachbarinnen
leere Gefäße, und derselben nicht wenig.4. Und gehe hinein und schleuß die Tür hinter dir zu mit deinen Söhnen
und geuß in alle Gefäße; und wenn du sie gefüllet hast, so gib sie hin.5. Sie ging hin und schloß die Tür hinter ihr zu samt ihren Söhnen;
die brachten. ihr die Gefäße zu, so goß sie ein.6. Und da die Gefäße voll waren, sprach sie zu ihrem Sohn: Lange mir
noch ein Gefäß her! Er sprach zu ihr: Es ist kein Gefäß mehr hie. Da
stund das Öl.7. Und sie ging hin und sagte es dem Mann GOttes an. Er sprach: Gehe
hin, verkaufe das Öl und bezahle deinen Schuldherrn; du aber und deine
Söhne nähret euch von dem übrigen.8. Und es begab sich zu der Zeit, daß Elisa ging gen Sunem. Daselbst
war eine reiche Frau; die hielt ihn, daß er bei ihr aß. Und als er nun
oft daselbst durchzog, ging er zu ihr ein und aß bei ihr.9. Und sie sprach zu ihrem Manne: Siehe, ich merke, daß dieser Mann
GOttes heilig ist, der immerdar hie durchgehet.10. Laß uns ihm eine kleine bretterne Kammer oben machen und ein Bett,
Tisch, Stuhl und Leuchter hineinsetzen, auf daß, wenn er zu uns kommt,
dahin sich tue.11. Und es begab sich zu der Zeit, daß er hineinkam und legte sich
oben in die Kammer und schlief drinnen.12. Und sprach zu seinem Knaben Gehasi: Rufe der Sunamitin! Und da er
ihr rief, trat sie vor ihn.13. Er sprach zu ihm: Sage ihr: Siehe, du hast uns all diesen Dienst
getan; was soll ich dir tun? Hast du eine Sache an den König oder an
den Feldhauptmann? Sie sprach: Ich wohne unter meinem Volk.14. Er sprach: Was ist ihr denn zu tun? Gehasi sprach: Ach, sie hat
keinen Sohn, und ihr Mann ist alt.15. Er sprach: Rufe ihr! Und da er ihr rief, trat sie in die Tür.
16. Und er sprach: Um diese Zeit über ein Jahr sollst du einen Sohn
herzen. Sie sprach: Ach nicht, mein Herr, du Mann GOttes, lüge deiner
Magd nicht!17. Und die Frau ward schwanger und gebar einen Sohn um dieselbe Zeit
über ein Jahr, wie ihr Elisa geredet hatte.18. Da aber das Kind groß ward, begab sich's, daß es hinaus zu seinem
Vater zu den Schnittern ging.19. Und sprach zu seinem Vater: O mein Haupt, mein Haupt! Er sprach zu
seinem Knaben: Bringe ihn zu seiner Mutter!20. Und er nahm ihn und brachte ihn hinein zu seiner Mutter; und sie
setzte ihn auf ihren Schoß bis an den Mittag; da starb er.21. Und sie ging hinauf und legte ihn aufs Bett des Mannes GOttes,
schloß zu und ging hinaus.22. Und rief ihrem Mann und sprach: Sende mir der Knaben einen und
eine Eselin; ich will zu dem Mann GOttes und wiederkommen.23. Er sprach: Warum willst du zu ihm? Ist doch heute nicht Neumond
noch Sabbat. Sie sprach: Es ist gut.24. Und sie sattelte die Eselin und sprach zum Knaben: Treibe fort und
säume mich nicht mit dem Reiten, wie ich dir sage;25. Also zog sie hin und kam zu dem Mann GOttes auf den Berg Karmel.
Als aber der Mann GOttes sie gegen ihm sah, sprach er zu seinem Knaben
Gehasi: Siehe, die Sunamitin ist da.26. So lauf ihr nun entgegen und frage sie, ob's ihr und ihrem Mann
und Sohn wohlgehe? Sie sprach: Wohl.27. Da sie aber zu dem Mann GOttes auf den Berg kam, hielt sie ihn bei
seinen Füßen; Gehasi aber trat herzu, daß er sie abstieße. Aber der
Mann GOttes sprach: Laß sie, denn ihre Seele ist betrübt; und der HErr
hat mir's verborgen und nicht angezeiget.28. Sie sprach: Wann habe ich einen Sohn gebeten von meinem Herrn?
Sagte ich nicht, du solltest mich nicht täuschen?29. Er sprach zu Gehasi: Gürte deine Landen und nimm meinen Stab in
deine Hand und gehe hin (so dir jemand begegnet, so grüße ihn nicht,
und grüßet dich jemand, so danke ihm nicht) und lege meinen Stab auf
des Knaben Antlitz.30. Die Mutter aber des Knaben sprach: So wahr der HErr lebet und
deine Seele, ich lasse nicht von dir machte er sich auf und ging ihr
nach.31. Gehasi aber ging vor ihnen hin und legte den Stab dem Knaben. aufs
Antlitz; da war aber keine Stimme noch Fühlen. Und er ging wiederum ihm
entgegen und zeigte ihm an und sprach: Der Knabe ist nicht aufgewacht.32. Und da Elisa ins Haus kam, siehe, da lag der Knabe tot auf seinem
Bette.33. Und er ging hinein und schloß die Tür zu für sie beide und betete
zu dem HErrn.34. Und stieg hinauf und legte sich auf das Kind und legte seinen Mund
auf des Kindes Mund und seine Augen auf seine Augen und seine Hände auf
seine Hände; und breitete sich also über ihn, daß des Kindes Laib warm
ward.35. Er aber stund wieder auf und ging im Hause einmal hieher und
daher; und stieg hinauf und breitete sich über ihn. Da schnaubte der
Knabe siebenmal; danach tat der Knabe seine Augen auf.36. Und er rief Gehasi und sprach: Rufe der Sunamitin. Und da er ihr
rief, kam sie hinein zu ihm. Er sprach: Da nimm hin deinen Sohn!37. Da kam sie und fiel zu seinen Füßen und betete an zur Erde; und
nahm ihren Sohn und ging hinaus.38. Da aber Elisa wieder gen Gilgal kam, ward Teurung im Lande, und
die Kinder der Propheten wohneten vor ihm. Und er sprach zu seinem
Knaben: Setze zu einen großen Topf und koche ein Gemüse für die Kinder
der Propheten.39. Da ging einer aufs Feld, daß er Kraut läse, und fand wilde Ranken,
und las davon Koloquinten, sein Kleid voll; und da er kam, schnitt er's
in den Topf zum Gemüse, denn sie kannten es nicht.40. Und da sie es ausschütteten für die Männer zu essen, und sie von
dem Gemüse aßen, schrieen sie und sprachen: O Mann GOttes, der Tod im
Topf! Denn sie konnten's nicht essen.41. Er aber sprach: Bringet Mehl her! Und er tat's in den Topf und
sprach: Schütte es dem Volk vor, daß sie essen. Da war nichts Böses in
dem Topf.42. Es kam aber ein Mann von Baal-Salisa und brachte dem Mann GOttes
Erstlingsbrot, nämlich zwanzig Brote, und neu Getreide in seinem Kleid.
Er aber sprach: Gib's dem Volk, daß sie essen!43. Sein Diener sprach: Was soll ich hundert Mann an dem geben? Er
sprach: Gib dem. Volk, daß sie essen! Denn so spricht der HErr: Man
wird essen, und wird überbleiben.44. Und er legte es ihnen vor, daß sie aßen; und blieb noch über nach
dem Wort des HErrn.
Das 5. Kapitel
1. Naeman, der Feldhauptmann des Königs zu Syrien, war ein trefflicher
Mann vor seinem Herrn und hoch gehalten; denn durch ihn gab der HErr
Heil in Syrien. Und er war ein gewaltiger Mann, und aussätzig.2. Die Kriegsleute aber in Syrien waren herausgefallen und hatten eine
kleine Dirne weggeführet aus dem Lande Israel; die war am Dienst des
Weibes Naemans.3. Die sprach zu ihrer Frau: Ach; daß mein Herr wäre bei dem Propheten
zu Samaria, der würde ihn von seinem Aussatz losmachen.4. Da ging er hinein zu seinem Herrn und sagte es ihm und sprach: So
und so hat die Dirne aus dem Lande Israel geredet.5. Der König zu Syrien sprach: So zeuch hin, ich will dem König
Israels einen Brief schreiben. Und er zog hin und nahm mit sich zehn
Zentner Silbers und sechstausend Gülden und zehn Feierkleider.6. Und brachte den Brief dem Könige Israels, der lautete also: Wenn
dieser Brief zu dir kommt, siehe, so wisse, ich habe meinen Knecht
Naeman zu dir gesandt, daß du ihn von seinem Aussatz losmachest.7. Und da der König Israels den Brief las, zerriß er seine Kleider und
sprach: Bin ich denn GOtt, daß ich töten und lebendig machen könnte,
daß er zu mir schicket, daß ich den Mann von seinem Aussatz losmache?
Merket und sehet, wie suchet er Ursache zu mir!8. Da das Elisa, der Mann GOttes, hörete, daß der König Israels seine
Kleider zerrissen hatte, sandte er zu ihm und ließ ihm sagen: Warum
hast du deine Kleider zerrissen? Laß ihn zu mir kommen, daß er inne
werde, daß ein Prophet in Israel ist.9. Also kam Naeman mit Rossen und Wagen und hielt vor der Tür am Hause
Elisas.10. Da sandte Elisa einen Boten zu ihm und ließ ihm sagen: Gehe hin
und wasche dich siebenmal im Jordan, so wird dir dein Fleisch
wiedererstattet und rein werden.11. Da erzürnete Naeman und zog weg und sprach: Ich meinte, er sollte
zu mir herauskommen und hertreten und den Namen des HErrn, seines
GOttes, anrufen und mit seiner Hand über die Stätte fahren und den
Aussatz also abtun.12. Sind nicht die Wasser Amanas und Pharphars zu Damaskus. besser
denn alle Wasser in Israel, daß ich mich drinnen wüsche und rein würde?
Und wandte sich und zog weg mit Zorn.13. Da machten sich seine Knechte zu ihm, redeten mit ihm und
sprachen: Lieber Vater, wenn dich der Prophet etwas Großes hätte
geheißen, solltest du es nicht tun? Wie viel mehr, so er zu dir sagt:
Wasche dich, so wirst du rein.14. Da stieg er ab und taufte sich im Jordan siebenmal, wie der Mann
GOttes geredet hatte; und sein Fleisch ward wiedererstattet, wie ein
Fleisch eines jungen Knaben, und ward rein.15. Und er kehrete wieder zu dem Mann GOttes samt seinem ganzen Heer.
Und da er hineinkam, trat er vor ihn und sprach: Siehe, ich weiß, daß
kein GOtt ist in allen Landen ohne in Israel; so nimm nun den Segen von
deinem Knechte.16. Er aber sprach: So war der HErr lebet, vor dem ich stehe, ich
nehme es nicht. Und er nötigte ihn, daß er's nähme; aber er wollte nicht.17. Da sprach Naeman: Möchte denn deinem Knechte nicht gegeben werden
dieser Erde eine Last, so viel zwei Mäuler tragen? Denn dein Knecht
will nicht mehr andern Göttern opfern und Brandopfer tun, sondern dem
HErrn;18. daß der HErr deinem Knechte darinnen wolle gnädig sein, wo ich
anbete im Hause Rimons, wenn mein Herr ins Haus Rimons gehet, daselbst
anzubeten, und er sich an meine Hand lehnet.19. Er sprach zu ihm:. Zeuch hin mit Frieden! Und als er von ihm
weggezogen war, ein Feldweges auf dem Lande,20. gedachte Gehasi, der Knabe Elisas, des Mannes GOttes: Siehe, mein
Herr hat diesen Syrer Naeman verschonet, daß er nichts von ihm hat
genommen, das er gebracht hat. So wahr der HErr lebet, ich will ihm
nachlaufen und etwas von ihm nehmen.21. Also jagte Gehasi dem Naeman nach. Und da Naeman sah, daß er ihm
nachlief, stieg er vom Wagen ihm entgegen und sprach: Gehet es recht zu?22. Er sprach: Ja. Aber mein Herr hat mich gesandt und läßt dir sagen:
Siehe, jetzt sind zu mir kommen vom Gebirge Ephraim zween Knaben aus
der Propheten Kindern; gib ihnen einen Zentner Silbers und zwei
Feierkleider.23. Naeman sprach: Lieber, nimm zween Zentner: Und er nötigte ihn und
band zween Zentner Silbers in zween Beutel und zwei Feierkleider und
gab's seinen zweien Knaben, die trugen es vor ihm her.24. Und da er kam gen Ophel, nahm er's von ihren Händen und legte es
beiseit im Hause und ließ die Männer gehen.25. Und da sie weg waren, trat er. vor seinen Herrn. Und Elisa sprach
zu ihm: Woher, Gehasi? Er sprach: Dein Knecht ist weder hieher noch
daher gegangen.26. Er aber sprach zu ihm: Wandelte nicht mein Herz, da der Mann
umkehrete von seinem Wagen dir entgegen? War das die Zeit, Silber und
Kleider zu nehmen, Ölgärten, Weinberge, Schafe, Rinder, Knechte und
Mägde?27. Aber der Aussatz Naemans wird dir anhangen und deinem Samen
ewiglich. Da ging er von ihm hinaus, aussätzig wie Schnee.
Das 6. Kapitel
1. Die Kinder der Propheten sprachen zu Elisa: Siehe, der Raum, da wir
vor dir wohnen, ist uns zu enge.2. Laß uns an den Jordan gehen und einen jeglichen daselbst Holz
holen, daß wir uns daselbst eine Stätte bauen, da wir wohnen. Er
sprach: Gehet hin!3. Und einer sprach: Lieber, gehe mit deinen Knechten! Er sprach: Ich
will mitgehen.4. Und er ging mit ihnen. Und da sie an den Jordan kamen, hieben sie
Holz ab.5. Und da einer ein Holz fällete, fiel das Eisen ins: Wasser. Und er
schrie und sprach: Awe, mein Herr! Dazu ist's entlehnet.6. Aber der Mann GOttes sprach: Wo ist's entfallen? Und da er ihm den
Ort zeigte, schnitt er ein Holz ab und stieß daselbst hin. Da schwamm
das Eisen.7. Und er sprach: Hebe es auf! Da reckte er seine Hand aus und nahm's.
8. Und der König aus Syrien führete einen Krieg wider Israel und
beratschlagte sich mit seinen Knechten und sprach: Wir wollen uns
lagern da und da.9. Aber der Mann GOttes sandte zum Könige Israels und ließ ihm sagen:
Hüte dich, daß du nicht an den Ort ziehest; denn die Syrer ruhen
daselbst.10. So sandte denn der König Israels hin an den Ort, den ihm der Mann
GOttes sagte, verwahrete ihn und hütete daselbst; und tat das nicht
einmal oder zweimal allein.11. Da ward das Herz des Königs zu Syrien Unmuts darüber und rief
seinen Knechten und sprach zu ihnen: Wollt ihr mir denn nicht ansagen,
wer ist aus den Unsern zu dem Könige Israels geflohen?12. Da sprach seiner Knechte einer: Nicht also, mein Herr König;
sondern Elisa, der Prophet in Israel, sagt es alles dem Könige Israels,
was du in der Kammer redest, da dein Lager ist.13. Er sprach: So gehet hin und sehet, wo er ist, daß ich hinsende und
lasse ihn holen. Und sie zeigten ihm an und sprachen: Siehe, er ist zu
Dothan.14. Da sandte er hin Rosse und Wagen und eine große Macht. Und da sie
bei der Nacht hinkamen, umgaben sie die Stadt.15. Und der Diener des Mannes GOttes stund frühe auf, daß er sich
aufmachte und auszöge; und siehe, da lag eine Macht um die Stadt mit
Rossen und Wagen. Da sprach sein Knabe zu ihm: Awe, mein Herr! Wie
wollen wir nun tun?16. Er sprach: Fürchte dich nicht; denn derer ist mehr, die bei uns
sind, denn derer, die bei ihnen sind.17. Und Elisa betete und sprach: HErr, öffne ihm die Augen, daß er
sehe! Da öffnete der HErr dem Knaben seine Augen, daß er sah; und
siehe, da war der Berg voll feuriger Rosse und Wagen um Elisa her.18. Und da sie zu ihm hinabkamen, bat Elisa und sprach: HErr, schlage
dies Volk mit Blindheit! Und er schlug sie mit Blindheit nach dem Wort
Elisas.19. Und Elisa sprach zu ihnen: Dies ist nicht der Weg noch die Stadt.
Folget mir nach; ich will euch führen zu dem Mann, den ihr suchet. Und
führete sie gen Samaria.20. Und da sie gen Samaria kamen, sprach Elisa: HErr, öffne diesen die
Augen, daß sie sehen! Und der HErr öffnete ihnen die Augen, daß sie
sahen; und siehe, da waren sie mitten in Samaria.21. Und der König Israels, da er sie sah, sprach er zu Elisa: Mein
Vater, soll ich sie schlagen?22. Er sprach: Du sollst sie nicht schlagen. Welche du mit deinem
Schwert und Bogen fähest, die schlage. Setze ihnen Brot und Wasser vor,
daß sie essen und trinken; und laß sie zu ihrem Herrn ziehen.23. Da ward ein groß Mahl zugerichtet. Und da sie gegessen und
getrunken hatten, ließ er sie gehen, daß sie zu ihrem Herrn zogen.
Seitdem kamen die Kriegsleute der Syrer nicht mehr ins Land Israel.24. Nach diesem begab sich's, daß Benhadad, der König zu Syrien, all
sein Heer versammelte und zog herauf und belagerte Samaria.25. Und es war eine große Teurung zu Samaria. Sie aber belagerten die
Stadt, bis daß ein Eselskopf achtzig Silberlinge und ein Vierteil Kad
Taubenmist fünf Silberlinge galt.26. Und da der König Israels zur Mauer ging, schrie ihn ein Weib an
und sprach: Hilf mir, mein Herr König!27. Er sprach: Hilft dir der HErr nicht, woher soll ich dir helfen?
Von der Tenne oder von der Kelter?28. Und der. König sprach zu ihr: Was ist dir? Sie sprach: Dies Weib
sprach zu mir: Gib deinen Sohn her, daß wir heute essen; morgen wollen
wir meinen Sohn essen.29. So haben wir meinen Sohn gekocht und gegessen. Und ich sprach zu
ihr am andern Tage: Gib deinen Sohn her und laß uns essen! Aber sie hat
ihren Sohn versteckt.30. Da der König die Worte des Weibes hörete, zerriß er seine Kleider,
indem er zur Mauer ging. Da sah alles Volk, daß er einen Sack unten am
Leibe anhatte.31. Und er sprach: GOtt tue mir dies und das, wo das Haupt Elisas, des
Sohns Saphats, heute auf ihm stehen wird!32. (Elisa aber saß in seinem Hause, und die Ältesten saßen bei ihm.)
Und er sandte einen Mann vor ihm her. Aber ehe der Bote zu ihm kam,
sprach er zu den Ältesten: Habt ihr gesehen, wie dies Mordkind hat
hergesandt, daß er mein Haupt abreiße? Sehet zu, wenn der Bote kommt,
daß ihr die Tür zuschließet und stoßet ihn mit der Tür weg; siehe, das
Rauschen seines Herrn Füße folget ihm nach.33. Da er noch also mit ihnen redete, siehe, da kam der Bote zu ihm
herab und sprach: Siehe, solch Übel kommt von dem HErrn; was soll ich
mehr von dem HErrn gewarten?
Das 7. Kapitel
1. Elisa aber sprach: Höret des HErrn Wort! So spricht der HErr:
Morgen um diese Zeit wird ein Scheffel Semmelmehl einen Sekel gelten
und zween Scheffel Gerste einen Sekel unter dem Tor zu Samaria.2. Da antwortete der Ritter, auf welches Hand sich der König lehnte,
dem Mann GOttes und sprach: Und wenn der HErr Fenster am Himmel machte,
wie könnte solches geschehen? Er sprach: Siehe da, mit deinen Augen
wirst du es sehen und nicht davon essen.3. Und es waren vier aussätzige Männer an der Tür vor dem Tor; und
einer sprach zum andern: Was wollen wir hie bleiben, bis wir sterben?4. Wenn wir gleich gedächten, in die Stadt zu kommen, so ist Teurung
in der Stadt, und müßten doch daselbst sterben; bleiben wir aber hie,
so müssen wir auch sterben. So laßt uns nun hingehen und zu dem Heer
der Syrer fallen. Lassen sie uns leben, so leben wir; töten sie uns, so
sind wir tot.5. Und machten sich in der Frühe auf, daß sie zum Heer der Syrer
kämen. Und da sie vorne an den Ort des Heers kamen, siehe, da war
niemand.6. Denn der HErr hatte die Syrer lassen hören ein Geschrei von Rossen
Wagen und großer Heerkraft, daß sie untereinander sprachen: Siehe, der
König Israels hat wider uns gedinget die Könige der Hethiter und die
Könige der Ägypter, daß sie über uns kommen sollen.7. Und machten sich auf und flohen in der Frühe; und ließen ihre
Hütten, Rosse und Esel im Lager, wie es stund, und flohen mit ihrem
Leben davon.8. Als nun die Aussätzigen an den Ort des Lagers kamen, gingen sie in
der Hütten eine, aßen und tranken und nahmen Silber, Gold und Kleider
und gingen hin und verbargen es; und kamen wieder und gingen in eine
andere Hütte und nahmen draus und gingen hin und verbargen es.9. Aber einer sprach zum andern: Laßt uns nicht also tun! Dieser Tag
ist ein Tag guter Botschaft. Wo wir das verschweigen und harren, bis
daß licht Morgen wird, wird unsere Missetat funden werden; so laßt uns
nun hingehen, daß wir kommen und ansagen dem Hause des Königs.10. Und da sie kamen, riefen sie am Tor der Stadt und sagten es ihnen
an und sprachen: Wir sind zum Lager der Syrer kommen, und siehe, es ist
niemand da, noch keine Menschenstimme, sondern Rosse und Esel
angebunden und die Hütten, wie sie stehen.11. Da rief man den Torhütern, daß sie es drinnen ansagten im Hause
des Königs.12. Und der König stand auf in der Nacht und sprach zu seinen
Knechten: Laßt euch sagen, wie die Syrer mit uns umgehen. Sie wissen,
daß wir Hunger leiden, und sind aus dem Lager gegangen, daß sie sich im
Felde verkröchen, und denken: Wenn sie aus der Stadt gehen, wollen wir
sie lebendig greifen und in die Stadt kommen.13. Da antwortete seiner Knechte einer und sprach: Man nehme die fünf
übrigen Rosse, die noch drinnen sind überblieben (siehe, die sind
drinnen überblieben von aller Menge in Israel, welche alle dahin ist),
die laßt uns senden und besehen.14. Da nahmen sie zween Wagen mit Rossen; und der König sandte sie dem
Lager der Syrer nach und sprach: Ziehet hin und besehet!15. Und da sie ihnen nachzogen bis an den Jordan, siehe, da lag der
Weg voll Kleider und Geräte, welche die Syrer von sich geworfen hatten,
da sie eileten. Und da die Boten wiederkamen und sagten es dem Könige an,16. ging das Volk hinaus und beraubte das Lager der Syrer. Und es galt
ein Scheffel Semmelmehl einen Sekel und zween Scheffel Gerste auch
einen Sekel nach dem Wort des HErrn.17. Aber der König bestellete den Ritter, auf des Hand er sich lehnte,
unter das Tor. Und das Volk zertrat ihn im Tor; daß er starb, wie der
Mann GOttes geredet hatte, da der König zu ihm hinabkam.18. Und geschah, wie der Mann GOttes dem Könige sagte, da er sprach:
Morgen um diese Zeit werden zween Scheffel Gerste einen Sekel gelten
und ein Scheffel Semmelmehl einen Sekel unter dem Tor zu Samaria;19. und der Ritter antwortete dem Mann GOttes und sprach: Siehe, wenn
der HErr Fenster am Himmel machte, wie möchte solches geschehen? Er
aber sprach: Siehe, mit deinen Augen wirst du es sehen und nicht davon
essen.20. Und es ging ihm eben also; denn das Volk zertrat ihn im Tor, daß
er starb.
Das 8. Kapitel
1. Elisa redete mit dem Weibe, des Sohn er hatte lebendig gemacht, und
sprach: Mache dich auf und gehe hin mit deinem Hause und sei Fremdling,
wo du kannst; denn der HErr wird eine Teurung rufen, die wird ins Land
kommen sieben Jahrelang.2. Das Weib machte sich auf und tat, wie der Mann GOttes sagte, und
zog hin mit ihrem Hause und war Fremdling in der Philister Lande sieben
Jahre.3. Da aber die sieben Jahre um waren, kam das Weib wieder aus der
Philister Lande; und sie ging aus, den König anzuschreien um ihr Haus
und Acker.4. Der König aber redete mit Gehasi, dem Knaben des Mannes GOttes, und
sprach: Erzähle mir alle großen Taten, die Elisa getan hat.5. Und indem er dem König erzählte, wie er hätte einen Toten lebendig
gemacht, siehe, da kam eben dazu das Weib, des Sohn er hatte lebendig
gemacht, und schrie den König an um ihr Haus und Acker. Da sprach
Gehasi: Mein Herr König, dies ist das Weib, und dies ist ihr Sohn, den
Elisa hat lebendig gemacht.6. Und der König fragte das Weib; und sie erzählte es ihm. Da gab ihr
der König einen Kämmerer und sprach: Schaffe ihr wieder alles, das ihr
ist; dazu alles Einkommen des Ackers, seit der Zeit sie das Land
verlassen hat, bis hieher.7. Und Elisa kam gen Damaskus. Da lag Benhadad, der König zu Syrien,
krank; und man sagte es ihm an und sprach: Der Mann GOttes ist herkommen.8. Da sprach der König zu Hasael: Nimm Geschenk mit dir und gehe dem
Mann GOttes entgegen; und frage den HErrn durch ihn und sprich, ob ich
von dieser Krankheit möge genesen.9. Hasael ging ihm entgegen und nahm Geschenk mit sich und allerlei
Güter zu Damaskus, vierzig Kamelen Last. Und da er kam, trat er vor ihn
und sprach:. Dein Sohn Benhadad, der König zu Syrien, hat mich zu dir
gesandt und läßt dir sagen: Kann ich auch von dieser Krankheit genesen?10. Elisa sprach zu ihm: Gehe hin und sage ihm: Du wirst genesen; aber
der HErr hat mir gezeiget, daß er des Todes sterben wird.11. Und der Mann GOttes sah ernst und stellete sich ungebärdig und
weinete.12. Da sprach Hasael: Warum weinet mein Herr? Er sprach: Ich weiß, was
Übels du den Kindern Israel tun wirst. Du wirst ihre festen Städte mit
Feuer verbrennen und ihre junge Mannschaft mit dem Schwert erwürgen und
ihre jungen Kinder töten und ihre schwangeren Weiber zerhauen.13. Hasael sprach: Was ist dein Knecht, der Hund, daß er solch groß
Ding tun sollte? Elisa sprach: Der HErr hat mir gezeiget, daß du König
zu Syrien sein wirst.14. Und er ging weg von Elisa und kam zu seinem HErrn, der sprach zu
ihm: Was sagte dir Elisa? Er sprach: Er sagte mir: Du wirst genesen.15. Des andern Tages aber nahm er den Kolter und tunkte ihn in Wasser
und breitete ihn über sich her; da starb er. Und Hasael ward König an
seiner Statt.16. Im fünften Jahr Jorams, des Sohns Ahabs, des Königs Israels, ward
Joram, der Sohn Josaphats, König in Juda.17. Zweiunddreißig Jahre alt war er, da er König ward; und regierete
acht Jahre zu Jerusalem.18. Und wandelte auf dem Wege der Könige Israels, wie das Haus Ahabs
tat; denn Ahabs Tochter war sein Weib; und er tat, das dem HErrn übel
gefiel.19. Aber der HErr wollte Juda nicht verderben um seines Knechts David
willen; wie er ihm geredet hatte, ihm zu geben eine Leuchte unter
seinen Kindern immerdar.20. Zu seiner Zeit fielen die Edomiter ab von Juda und machten einen
König über sich.21. Denn Joram war durch Zair gezogen und alle Wagen mit ihm; und
hatte sich des Nachts aufgemacht und die Edomiter geschlagen, die um
ihn her waren, dazu die Obersten über die Wagen, daß das Volk floh in
seine Hütten.22. Darum fielen die Edomiter ab von Juda bis auf diesen Tag. Auch
fiel zu derselben Zeit ab Libna.23. Was aber mehr von Joram zu sagen ist, und alles, was er getan hat,
siehe, das ist geschrieben in der Chronik der Könige Judas.24. Und Joram entschlief mit seinen Vätern und ward begraben mit
seinen Vätern in der Stadt Davids. Und Ahasja sein Sohn, ward König an
seiner Statt.25. Im zwölften Jahr Jorams, des Sohns Ahabs, des Königs Israels, ward
Ahasja, der Sohn Jorams, König in Juda.26. Zweiundzwanzig Jahre alt war Ahasja, da er König ward, und
regierte ein Jahr zu Jerusalem. Seine Mutter hieß Athalja, eine Tochter
Amris, des Königs Israels.27. Und wandelte auf dem Wege des Hauses Ahabs und tat, das dem HErrn
übel gefiel, wie das Haus Ahabs, denn er war Schwager im Hause Ahabs.28. Und er zog mit Joram, dem Sohn Ahabs, in Streit wider Hasael, den
König zu Syrien, gen Ramoth in Gilead; aber die Syrer schlugen Joram.29. Da kehrete Joram, der König, um, daß er sich heilen ließe zu
Jesreel von den Schlägen, die, ihm die Syrer geschlagen hatten zu Rama,
da er mit Hasael, dem Könige zu Syrien, stritt. Und Ahasja, der Sohn
Jorams, der König Judas, kam hinab, zu besehen Joram, den Sohn Ahabs,
zu Jesreel; denn er lag krank.
Das 9. Kapitel
1. Elisa aber, der Prophet, rief der Propheten Kinder einem und sprach
zu ihm: Gürte deine Lenden und nimm diesen Ölkrug mit dir und gehe hin
gen Ramoth in Gilead.2. Und wenn du dahin kommst, wirst du daselbst sehen Jehu, den Sohn
Josaphats, des Sohns Nimsis. Und gehe hinein und heiß ihn aufstehen
unter seinen Brüdern und führe ihn in die innerste Kammer.3. Und nimm den Ölkrug und schütte es auf sein Haupt und sprich: So
sagt der HErr: Ich habe dich zum Könige über Israel gesalbet. Und
sollst die Tür auftun und fliehen und nicht verziehen.4. Und der Jüngling des Propheten, der Knabe, ging hin gen Ramoth in
Gilead.5. Und da er hineinkam, siehe, da saßen die Hauptleute des Heers. Und
er sprach: Ich habe dir, Hauptmann, was zu sagen. Jehu sprach: Welchem
unter uns allen? Er sprach: Dir, Hauptmann.6. Da stund er auf und ging hinein. Er aber schüttete das Öl auf sein
Haupt und sprach zu ihm: So sagt der HErr, der GOtt Israels: Ich habe
dich zum Könige gesalbet über des HErrn Volk Israel.7. Und du sollst das Haus Ahabs, deines Herrn, schlagen, daß ich das
Blut der Propheten, meiner Knechte, und das Blut aller Knechte des
HErrn räche von der Hand Isebels,8. daß das ganze Haus Ahabs umkomme. Und ich will von Ahab ausrotten
den, der an die Wand pisset, und den Verschlossenen und Verlassenen in
Israel.9. Und will das Haus Ahabs machen wie das Haus Jerobeams, des Sohns
Nebats, und wie das Haus Baesas, des Sohns Ahias.10. Und die Hunde sollen Isebel fressen auf dem Acker zu Jesreel, und
soll sie niemand begraben. Und er tat die Tür auf und floh.11. Und da Jehu herausging zu den Knechten seines Herrn, sprach man zu
ihm: Stehet es wohl? Warum ist dieser Rasende zu dir kommen? Er sprach
zu ihnen: Ihr kennet doch den Mann wohl, und was er sagt.12. Sie sprachen: Das ist nicht wahr; sage es uns aber an. Er sprach:
So und so hat er mit mir geredet und gesagt: So spricht der HErr: Ich
habe dich zum Könige über Israel gesalbet.13. Da eileten sie, und nahm ein jeglicher sein Kleid und legte es
unter ihn auf die hohen Stufen, und bliesen mit der Posaune und
sprachen: Jehu ist König worden!14. Also machte Jehu, der Sohn Josaphats, des Sohns Nimsis, einen Bund
wider Joram. Joram aber lag vor Ramoth in Gilead mit dem ganzen Israel
wider Hasael, den König zu Syrien.15. Joram aber, der König, war wiederkommen, daß er sich heilen ließe
zu Jesreel von den Schlägen, die ihm die Syrer geschlagen hatten, da er
stritt mit Hasael dem Könige zu Syrien. Und Jehu sprach: Ist's euer
Gemüt, so soll niemand entrinnen aus der Stadt, daß er hingehe und
ansage zu Jesreel.16. Und er ließ sich führen und zog gen Jesreel, denn Joram lag
daselbst; so war Ahasja, der König Judas, hinabgezogen, Joram zu besehen.17. Der Wächter aber, der auf dem Turm zu Jesreel stund, sah den
Haufen Jehus kommen und sprach: Ich sehe einen Haufen. Da sprach Joram:
Nimm einen Reiter und sende ihnen entgegen und sprich: Ist's Friede?18. Und der Reiter ritt hin ihm entgegen und sprach: So sagt der
König: Ist's Friede? Jehu sprach: Was gehet dich der Friede an? Wende
dich hinter mich! Der Wächter verkündigte und sprach: Der Bote ist zu
ihnen kommen und kommt nicht wieder.19. Da sandte er einen andern Reiter. Da der zu ihm kam, sprach er: So
spricht der König: Ist's Friede? Jehu sprach: Was gehet dich der Friede
an? Wende dich hinter mich!20. Das verkündigte der Wächter und sprach: Er ist zu ihnen kommen und
kommt nicht wieder. Und es ist ein Treiben, wie das Treiben Jehus, des
Sohns Nimsis; denn er treibt, wie er unsinnig wäre.21. Da sprach Joram: Spannet an! Und man spannete seinen Wagen an; und
sie zogen aus, Joram, der König Israels, und Ahasja, der König Judas,
ein jeglicher auf seinem Wagen, daß sie Jehu entgegenkämen; und sie
trafen ihn an auf dem Acker Naboths, des Jesreeliten.22. Und da Joram Jehu sah, sprach er: Jehu, ist's Friede? Er aber
sprach: Was Friede? Deiner Mutter Isebel Hurerei und Zauberei wird
immer größer.23. Da wandte Joram seine Hand und floh und sprach zu Ahasja: Es ist
Verräterei, Ahasja!24. Aber Jehu fassete den Bogen und schoß Joram zwischen die Arme, daß
der Pfeil durch sein Herz ausfuhr; und fiel in seinen Wagen.25. Und er sprach zum Ritter Bidekar: Nimm und wirf ihn aufs Stück
Acker Naboths, des Jesreeliten. Denn ich gedenke, daß du mit mir auf
einem Wagen seinem Vater Ahab nachfuhrest, daß der HErr solche Last
über ihn hub.26. Was gilt's, sprach der HErr, ich will dir das Blut Naboths und
seiner Kinder, das ich gestern sah, vergelten auf diesem Acker. So nimm
nun und wirf ihn auf den Acker nach dem Wort des HErrn.27. Da das Ahasja, der König Judas, sah, floh er des Weges zum Hause
des Gartens. Jehu aber jagte ihm nach und hieß ihn auch schlagen auf
dem Wagen gen Gur hinan, die bei Jeblaam liegt. Und er floh gen Megiddo
und starb daselbst.28. Und seine Knechte ließen ihn führen gen Jerusalem und begruben ihn
in seinem Grabe mit seinen Vätern in der Stadt Davids.29. Ahasja aber regierete über Juda im elften Jahr Jorams, des Sohns
Ahabs.30. Und da Jehu gen Jesreel kam, und Isebel das erfuhr, schminkte sie
ihr Angesicht und schmückte ihr Haupt und guckte zum Fenster aus.31. Und da Jehu unter das Tor kam, sprach sie: Ist's Simri wohl
gegangen, der seinen Herrn erwürgete?32. Und er hub sein Angesicht auf zum Fenster und sprach: Wer ist bei
mir hie? Da wandten sich zween oder drei Kämmerer zu ihm.33. Er sprach: Stürzet sie herab! Und sie stürzten sie herab, daß die
Wand und die Rosse mit ihrem Blut besprenget wurden; und sie ward
zertreten.34. Und da er hineinkam und gegessen und getrunken hatte, sprach er:
Besehet doch die Verfluchte und begrabet sie; denn sie ist eines Königs
Tochter.35. Da sie aber hingingen, sie zu begraben, fanden sie nichts von ihr
denn den Schädel und Füße und ihre flachen Hände.36. Und kamen wieder und sagten's ihm an. Er aber sprach: Es ist's,
das der HErr geredet hat durch seinen Knecht Elia, den Thisbiten, und
gesagt: Auf dem Acker Jesreels sollen die Hunde der Isebel Fleisch
fressen.37. Also war das Aas Isebels wie Kot auf dem Felde im Acker Jesreels,
daß man nicht sagen konnte: Das ist Isebel.
Das 10. Kapitel
1. Ahab aber hatte siebenzig Söhne zu Samaria. Und Jehu schrieb Briefe
und sandte sie gen Samaria zu den Obersten der Stadt Jesreel, zu den
Ältesten und Vormündern Ahabs, die lauteten also:2. Wenn dieser Brief zu euch kommt, bei denen eures Herrn Söhne sind,
Wagen, Rosse, feste Städte und Rüstung,3. so sehet, welcher der beste und geschickteste sei unter den eures
Herrn und setzet ihn auf seines Vaters Stuhl und streitet für eures
Herrn Haus.4. Sie aber fürchteten sich fast sehr und sprachen: Siehe, zween
Könige sind nicht gestanden vor ihm, wie wollen wir denn stehen?5. Und die über das Haus und über die Stadt waren, und die Ältesten
und Vormünder sandten hin zu Jehu und ließen ihm sagen: Wir sind deine
Knechte; wir wollen alles tun, was du uns sagst; wir wollen niemand zum
Könige machen. Tue, was dir gefällt!6. Da schrieb er den andern Brief zu ihnen, der lautete also: So ihr
mein seid und meiner Stimme gehorchet, so nehmet die Häupter von den
Männern, eures Herrn Söhnen, und bringet sie zu mir morgen um diese
Zeit gen Jesreel. (Der Söhne aber des Königs waren siebenzig Mann, und
die Größten der Stadt zogen sie auf.)7. Da nun der Brief zu ihnen kam, nahmen sie des Königs Söhne und
schlachteten siebenzig Mann; und legten ihre Häupter in Körbe und
schickten sie zu ihm gen Jesreel.8. Und da der Bote kam und sagte es ihm an und sprach: Sie haben die
Häupter des Königs Kinder gebracht, sprach er: Legt sie auf zween
Haufen vor der Tür am Tor bis morgen.9. Und des Morgens, da er ausging, trat er dahin und sprach zu allem
Volk: Ihr wollt ja recht haben. Siehe, habe ich wider meinen Herrn
einen Bund gemacht und ihn erwürget? Wer hat denn diese alle geschlagen?10. So erkennet ihr ja, daß kein Wort des HErrn ist auf die Erde
gefallen, das der HErr geredet hat wider das Haus Ahabs; und der HErr
hat getan, wie er geredet hat durch seinen Knecht Elia.11. Also schlug Jehu alle übrigen vom Hause Ahabs zu Jesreel, alle
seine Großen, seine Verwandten und seine Priester, bis daß ihm nicht
einer überblieb.12. Und machte sich auf, zog hin und kam gen Samaria. Unterwegen aber
war ein Hirtenhaus.13. Da traf Jehu an die Brüder Ahasjas, des Königs Judas, und sprach:
Wer seid ihr? Sie sprachen: Wir sind Brüder Ahasjas und ziehen hinab,
zu grüßen des Königs Kinder und der Königin Kinder.14. Er aber sprach: Greifet sie lebendig! Und sie griffen sie lebendig
und schlachteten sie bei dem Brunnen am Hirtenhaus, zweiundvierzig
Mann, und ließ nicht einen von ihnen übrig.15. Und da er von dannen zog, fand er Jonadab, den Sohn Rechabs, der
ihm begegnete, und grüßte ihn und sprach zu ihm: Ist dein Herz richtig,
wie mein Herz mit deinem Herzen? Jonadab sprach: Ja. Ist's also, so gib
mir deine Hand. Und er gab ihm seine Hand. Und er ließ ihn zu ihm auf
den Wagen sitzen16. und sprach: Komm mit mir und sieh meinen Eifer um den HErrn. Und
sie führeten ihn mit ihm auf seinen Wagen.17. Und da er gen Samaria kam, schlug er alles, was übrig war von
Ahab, zu Samaria, bis daß er ihn vertilgete, nach dem Wort des HErrn,
das er zu Elia geredet hatte.18. Und Jehu versammelte alles Volk und ließ zu ihnen sagen: Ahab hat
Baal wenig gedienet, Jehu will ihm baß dienen.19. So laßt nun rufen alle Propheten Baals, alle seine Knechte und
alle seine Priester zu mir, daß man niemands vermisse; denn ich habe
ein groß Opfer dem Baal zu tun. Wes man vermissen wird, der soll nicht
leben. Aber Jehu tat solches zu untertreten, daß er die Diener Baals
umbrächte.20. Und Jehu sprach: Heiliget dem Baal das Fest und laßt es ausrufen!
21. Auch sandte Jehu in ganz Israel und ließ alle Diener Baals kommen,
daß niemand übrig war, der nicht käme. Und sie kamen in das Haus Baals,
daß das Haus Baals voll ward an allen Enden.22. Da sprach er zu denen, die über das Kleiderhaus waren: Bringet
allen Dienern Baals Kleider heraus! Und sie brachten die Kleider heraus.23. Und Jehu ging in die Kirche Baals mit Jonadab, dem Sohn Rechabs,
und sprach zu den Dienern Baals: Forschet und sehet zu, daß nicht hie
unter euch sei des HErrn Diener jemand, sondern Baals Diener alleine.24. Und da sie hineinkamen, Opfer und Brandopfer zu tun, bestellete
ihm Jehu außen achtzig Mann und sprach: Wenn der Männer jemand
entrinnet, die ich unter eure Hände gebe, so soll für seine Seele
desselben Seele sein.25. Da er nun die Brandopfer vollendet hatte, sprach Jehu zu den
Trabanten und Rittern: Gehet hinein und schlaget jedermann; lasset
niemand herausgehen! Und sie schlugen sie mit der Schärfe des Schwerts.
Und die Trabanten und Ritter warfen sie weg und gingen zur Stadt der
Kirche Baals.26. Und brachten heraus die Säulen in der Kirche Baals und verbrannten
sie.27. Und zerbrachen die Säule Baals samt der Kirche Baals und machten
ein heimlich Gemach draus bis auf diesen Tag.28. Also vertilgete Jehu den Baal aus Israel.
29. Aber von den Sünden Jerobeams, des Sohns Nebats, der Israel
sündigen machte, ließ Jehu nicht, von den güldenen Kälbern zu Bethel
und zu Dan.30. Und der HErr sprach zu Jehu: Darum, daß du willig gewesen bist zu
tun, was mir gefallen hat, und hast am Hause Ahabs getan alles, was in
meinem Herzen war, sollen dir. auf deinem Stuhl Israels sitzen deine
Kinder ins vierte Glied.31. Aber doch hielt Jehu nicht, daß er im Gesetz des HErrn, des GOttes
Israels, wandelte von ganzem Herzen; denn er ließ nicht von den Sünden
Jerobeams, der Israel hatte sündigen gemacht.32. Zur selbigen Zeit fing der HErr an, überdrüssig zu werden über
Israel; denn Hasael schlug sie in allen Grenzen Israels,33. vom Jordan gegen der Sonnen Aufgang und das ganze Land Gilead der
Gaditer, Rubeniter und Manassiter, von Aroer an, die am Bach bei Arnon
liegt, und Gilead und Basan.34. Was aber mehr von Jehu zu sagen ist, und alles, was er getan hat,
und alle seine Macht, siehe, das ist geschrieben in der Chronik der
Könige Israels.35. Und Jehu entschlief mit seinen Vätern, und sie begruben ihn zu
Samaria. Und Joahas, sein Sohn, ward König an seiner Statt.36. Die Zeit aber, die Jehu über Israel regieret hat zu Samaria, sind
achtundzwanzig Jahre.
Das 11. Kapitel
1. Athalja aber, Ahasjas Mutter, da sie sah, daß ihr Sohn tot war,
machte sie sich auf und brachte um allen königlichen Samen.2. Aber Joseba, die Tochter des Königs Joram, Ahasjas Schwester, nahm
Joas, den Sohn Ahasjas, und stahl ihn aus des Königs Kindern, die
getötet wurden, mit seiner Amme in der Schlafkammer; und sie verbargen
ihn vor Athalja, daß er nicht getötet ward.3. Und er war mit ihr versteckt im Hause des HErrn sechs Jahre.
Athalja aber war Königin im Lande.4. Im siebenten Jahr aber sandte hin Jojada und nahm die Obersten über
hundert mit den Hauptleuten und die Trabanten und ließ sie zu sich ins
Haus des HErrn kommen; und machte einen Bund mit ihnen und nahm einen
Eid von ihnen im Hause des HErrn; und zeigte ihnen des Königs Sohn.5. Und gebot ihnen und sprach: Das ist's, das ihr tun sollt: Euer ein
dritter Teil, die ihr des Sabbats angehet, sollen der Hut warten im
Hause des Königs;6. und ein dritter Teil soll sein am Tor Sur und ein dritter Teil am
Tor, das hinter den Trabanten ist; und sollt der Hut warten am Hause
Massa.7. Aber zwei Teile euer aller, die ihr des Sabbats abgehet, sollen der
Hut warten im Hause des HErrn um den König.8. Und sollt rings um den König euch machen, und ein jeglicher mit
seiner Wehr in der Hand; und wer herein zwischen die Wand kommt, der
sterbe, daß ihr bei dem Könige seid, wenn er aus und ein gehet.9. Und die Obersten über hundert taten alles, wie ihnen Jojada, der
Priester, geboten hatte, und nahmen zu sich ihre Männer, die des
Sabbats angingen, mit denen, die des Sabbats abgingen, und kamen zu dem
Priester Jojada.10. Und der Priester gab den Hauptleuten Spieße und Schilde, die des
Königs Davids gewesen waren und in dem Hause des HErrn waren.11. Und die Trabanten stunden um den König her, ein jeglicher mit
seiner Wehr in der Hand, von dem Winkel des Hauses zur Rechten bis zum
Winkel zur Linken, zum Altar zu und zum Hause.12. Und er ließ des Königs Sohn hervorkommen und setzte ihm eine Krone
auf und gab ihm das Zeugnis; und machten ihn zum Könige und salbeten
ihn und schlugen die Hände zusammen und sprachen: Glück zu dem Könige!13. Und da Athalja hörete das Geschrei des Volks, das zulief, kam sie
zum Volk in das Haus des HErrn14. und sah, siehe, da stund der König an der Säule, wie es Gewohnheit
war, und die Sänger und Trommeten bei dem Könige; und alles Volk des
Landes war fröhlich und bliesen mit Trommeten Athalja aber zerriß ihre
Kleider und sprach: Aufruhr, Aufruhr!15. Aber der Priester Jojada gebot den Obersten über hundert, die über
das Heer gesetzt waren, und sprach zu ihnen: Führet sie zum Hause
hinaus in den Hof; und wer ihr folget, der sterbe des Schwerts! Denn
der Priester hatte gesagt, sie sollte nicht im Hause des HErrn sterben.16. Und sie legten die Hände an sie; und sie ging hinein des Weges, da
die Rosse zum Hause des Königs gehen, und ward daselbst getötet.17. Da machte Jojada einen Bund zwischen dem HErrn und dem Könige und
dem Volk, daß sie des HErrn Volk sein sollten; also auch zwischen dem
Könige und dem Volk.18. Da ging alles Volk des Landes in die Kirche Baals und brachen
seine Altäre ab und zerbrachen seine Bildnisse recht wohl; und Mathan,
den Priester Baals, erwürgeten sie vor den Altären. Der Priester aber
bestellete die Ämter im Hause des HErrn.19. Und nahm die Obersten über hundert und die Hauptleute und die
Trabanten und alles Volk des Landes und führeten den König hinab vom
Hause des HErrn; und kamen auf dem Wege von dem Tor der Trabanten zum
Königshause; und er setzte sich auf der Könige Stuhl.20. Und alles Volk im Lande war fröhlich, und die Stadt war stille
Athalja aber töteten sie mit dem Schwert in des Königs Hause.21. Und Joas war sieben Jahre alt, da er König ward.
Das 12. Kapitel
1. Im siebenten Jahr Jehus ward Joas König und regierete vierzig Jahre
zu Jerusalem. Seine Mutter hieß Zibea von Bersaba.2. Und Joas tat, was recht war und dem HErrn wohlgefiel, solange ihn
der Priester Jojada lehrete,3. ohne daß sie die Höhen nicht abtaten; denn das Volk opferte und
räucherte noch auf den Höhen.4. Und Joas sprach zu den Priestern: Alles Geld, das geheiliget wird,
daß es in das Haus des HErrn gebracht werde, das gang und gäbe ist, das
Geld, so jedermann gibt in der Schätzung seiner Seele, und alles Geld,
das jedermann von freiem Herzen opfert, daß es in des HErrn Haus
gebracht werde,5. das laßt die Priester zu sich nehmen, einen jeglichen von seinem
Bekannten. Davon sollen sie bessern, was baufällig ist am Hause des
HErrn, wo sie finden, das baufällig ist.6. Da aber die Priester bis ins dreiundzwanzigste Jahr des Königs Joas
nicht besserten, was baufällig war am Hause,7. rief der König Joas dem Priester Jojada samt den Priestern und
sprach zu ihnen: Warum bessert ihr nicht, was baufällig ist am Hause?
So sollt ihr nun nicht zu euch nehmen das Geld, ein jeglicher von
seinen Bekannten, sondern sollt es geben zu dem, das baufällig ist am
Hause.8. Und die Priester bewilligten vom Volk nicht Geld zu nehmen und das
Baufällige am Hause zu bessern.9. Da nahm der Priester Jojada eine Lade und bohrte oben ein Loch
drein und setzte sie zur rechten Hand neben den Altar, da man in das
Haus des HErrn gehet. Und die Priester, die an der Schwelle hüteten,
taten drein alles Geld, das zu des HErrn Haus gebracht ward.10. Wenn sie dann sahen, daß viel Geld in der Lade war, so kam des
Königs Schreiber herauf mit dem Hohenpriester und banden das Geld
zusammen und zählten es, was für des HErrn Haus funden ward.11. Und man gab das Geld bar über denen, die da arbeiteten und
bestellet waren zum Hause des HErrn; und sie gaben's heraus den
Zimmerleuten, die da baueten und arbeiteten am Hause des HErrn,12. nämlich den Maurern und Steinmetzen, und die da Holz und gehauene
Steine kauften, daß das Baufällige am Hause des HErrn gebessert wurde,
und alles, was sie fanden am Hause zu bessern not sein.13. Doch ließ man nicht machen silberne Schalen, Psalter, Becken,
Trommeten noch irgend ein gülden oder silbern Gerät im Hause des HErrn
von solchem Gelde, das zu des HErrn Hause gebracht ward,14. sondern man gab's den Arbeitern, daß sie damit das Baufällige am
Hause des HErrn besserten.15. Auch durften die Männer nicht berechnen, denen man das Geld tat,
daß sie es den Arbeitern gäben, sondern sie handelten auf Glauben.16. Aber das Geld von Schuldopfern und Sündopfern ward nicht zum Hause
des HErrn gebracht; denn es war der Priester.17. Zu der Zeit zog Hasael, der König zu Syrien, herauf und stritt
wider Gath und gewann sie. Und da Hasael sein Angesicht stellete, zu
Jerusalem hinaufzuziehen,18. nahm Joas, der König Judas, all das Geheiligte, das seine Väter,
Josaphat, Joram und Ahasja, die Könige Judas, geheiliget hatten, und
was er geheiliget hatte, dazu alles Gold, das man fand im Schatz in des
HErrn Hause und in des Königs Hause, und schickte es Hasael, dem Könige
zu Syrien. Da zog er ab von Jerusalem.19. Was aber mehr von Joas zu sagen ist, und alles, was er getan hat,
das ist geschrieben in der Chronik der Könige Judas.20. Und seine Knechte empörten sich und machten einen Bund und
schlugen ihn im Hause Millo, da man hinabgehet zu Silla.21. Denn Josabar, der Sohn Simeaths, und Josabad, der Sohn Somers,
seine Knechte, schlugen ihn tot. Und man begrub ihn mit seinen Vätern
in der Stadt Davids. Und sein Sohn, ward König an seiner Statt.
Das 13. Kapitel
1. Im dreiundzwanzigsten Jahr Joas des Sohns Ahasjas, des Königs
Judas, ward Joahas, der Sohn Jehus, König über Israel zu Samaria
siebenzehn Jahre.2. Und tat, das dem HErrn übel gefiel, und wandelte den Sünden nach
Jerobeams, des Sohns Nebats, der Israel sündigen machte, und ließ nicht
davon.3. Und des HErrn Zorn ergrimmete über Israel und gab sie unter die
Hand Hasaels, des Königs zu Syrien, und Benhadads, des Sohns Hasaels,
ihr Lebenlang.4. Aber Joahas bat des HErrn Angesicht. Und der HErr erhörete ihn;
denn er sah den Jammer Israels an, wie sie der König zu Syrien drängete.5. Und der HErr gab Israel einen Heiland, der sie aus der Gewalt der
Syrer führete, daß die Kinder Israel in ihren Hütten wohneten, wie
vorhin.6. Doch ließen sie nicht von der Sünde des Hauses Jerobeams, der
Israel sündigen machte, sondern wandelten drinnen. Auch blieb stehen
der Hain zu Samaria.7. Denn es war des Volks Joahas nicht mehr überblieben denn fünfzig
Reiter, zehn Wagen und zehntausend Fußvolks. Denn der König zu Syrien
hatte sie umgebracht und hatte sie gemacht wie Drescherstaub.8. Was aber mehr von Joahas zu sagen ist, und. alles, was er getan
hat, und seine Macht, siehe, das ist geschrieben in der Chronik der
Könige Israels.9. Und Joahas entschlief mit seinen Vätern, und man begrub ihn zu
Samaria. Und sein Sohn Joas ward König an seiner Statt.10. Im siebenunddreißigsten Jahr Joas des Königs Judas, ward Joas, der
Sohn Joahas König über Israel zu Samaria sechzehn Jahre.11. Und tat, das dem HErrn übel gefiel, und ließ nicht von allen
Sünden Jerobeams, des Sohns Nebats, der Israel sündigen machte, sondern
wandelte drinnen.12. Was aber mehr von Joas zu sagen ist, und was er getan hat, und
seine Macht, wie er mit Amazia, dem Könige Judas, gestritten hat,
siehe, das ist geschrieben in der Chronik der Könige Israels.13. Und Joas entschlief mit seinen Vätern, und Jerobeam saß auf seinem
Stuhl. Joas aber ward. begraben zu Samaria bei den Königen Israels.14. Elisa aber ward krank, daran er auch starb. Und Joas, der König
Israels, kam zu ihm hinab und weinete vor ihm und sprach: Mein Vater,
mein Vater, Wagen Israels, und seine Reiter!15. Elisa aber sprach zu ihm: Nimm den Bogen und Pfeile! Und da er den
Bogen und die Pfeile nahm,16. sprach er zum Könige Israels: Spanne mit deiner Hand den Bogen!
Und er spannete mit seiner Hand. Und Elisa legte seine Hand auf des
Königs Hand17. und sprach: Tue das Fenster auf gegen Morgen! Und er tat es auf.
Und Elisa sprach: Schieße! Und er schoß. Er aber sprach: Ein Pfeil des
Heils vom HErrn, ein Pfeil des Heils wider die Syrer; und du wirst die
Syrer schlagen zu Aphek, bis sie aufgerieben sind.18. Und er sprach: Nimm die Pfeile! Und da er sie nahm, sprach er zum
Könige Israels: Schlage die Erde! Und er schlug dreimal und stund stille.19. Da ward der Mann GOttes zornig auf ihn und sprach: Hättest du fünf
oder sechsmal geschlagen, so würdest du die Syrer geschlagen haben, bis
sie aufgerieben wären; nun aber wirst du sie dreimal schlagen.20. Da aber Blisa gestorben war, und man ihn begraben hatte, fielen
die Kriegsleute der Moabiter ins Land desselben Jahres.21. Und es begab sich, daß sie einen Mann begruben; da sie aber die
Kriegsleute sahen, warfen sie den Mann in Elisas Grab. Und da er hin
kam und die Gebeine Elisas anrührete, ward er lebendig und trat auf
seine Füße.22. Also zwang nun Hasael, der König zu Syrien, Israel, solange Joahas
lebte.23. Aber der HErr tat ihnen Gnade und erbarmete sich ihrer und wandte
sich zu ihnen um seines Bundes willen mit Abraham, Isaak und Jakob; und
wollte sie nicht verderben, verwarf sie auch nicht von seinem Angesicht
bis auf diese Stunde.24. Und Hasael, der König zu Syrien, starb, und sein Sohn Benhadad
ward König an seiner Statt.25. Joas aber kehrete um und nahm die Städte aus der Hand Benhadads,
des Sohns Hasaels, die er aus der Hand seines Vaters Joahas genommen
hatte mit Streit. Dreimal schlug ihn Joas und brachte die Städte
Israels wieder.
Das 14. Kapitel
1. Im andern Jahr Joas des Sohns Joahas des Königs Israels, ward
Ahazia König, der Sohn Joas des Königs Judas.2. Fünfundzwanzig Jahre alt war er, da er König ward, und regierete
neunundzwanzig Jahre zu Jerusalem. Seine Mutter hieß Joadan von
Jerusalem.3. Und er tat, was dem HErrn wohlgefiel, doch nicht wie sein Vater
David, sondern wie sein Vater Joas tat er auch.4. Denn die Höhen wurden nicht abgetan, sondern das Volk opferte und
räucherte noch auf den Höhen.5. Da er nun des Königsreichs mächtig ward, schlug er seine Knechte,
die seinen Vater, den König, geschlagen hatten.6. Aber die Kinder der. Totschläger tötete er nicht; wie es denn
geschrieben stehet im Gesetzbuch Moses, da der HErr geboten hat und
gesagt: Die Väter sollen nicht um der Kinder willen sterben, und die
Kinder sollen nicht um der Väter willen sterben, sondern ein jeglicher
soll um seiner Sünde willen sterben.7. Er schlug auch der Edomiter im Salztal zehntausend und gewann die
Stadt Sela mit Streit; und hieß sie Jaktheel bis auf diesen Tag.8. Da sandte Amazia Boten zu Joas, dem Sohn Joahas des Sohns Jehus,
dem Könige Israels, und ließ ihm sagen: Komm her, laß uns miteinander
besehen!9. Aber Joas, der König Israels, sandte zu Amazia, dem Könige Judas,
und ließ ihm sagen: Der Dornstrauch, der im Libanon ist, sandte zur
Zeder im Libanon und ließ ihr sagen: Gib deine Tochter meinem Sohn zum
Weibe! Aber das Wild auf dem Felde im Libanon lief über den Dornstrauch
und zertrat ihn.10. Du hast die Edomiter geschlagen, des überhebt sich dein Herz. Habe
den Ruhm und bleibe daheim; warum ringest du nach Unglück, daß du
fallest und Juda mit dir?11. Aber Amazia gehorchte nicht. Da zog Joas, der König Israels,
herauf; und sie besahen sich miteinander, er und Amazia, der König
Judas, zu Beth-Semes, die in Juda liegt.12. Aber Juda ward geschlagen vor Israel, daß ein jeglicher floh in
seine Hütte.13. Und Joas, der König Israels, griff Amazia, den König Judas, den
Sohn Joas des Sohns Ahasjas, zu Beth-Semes; und kam gen Jerusalem und
zerriß die Mauern Jerusalems von dem Tor Ephraim an bis an das Ecktor,
vierhundert Ellen lang.14. Und nahm alles Gold und Silber und Geräte, das funden ward im
Hause. des HErrn und im Schatz des Königshauses, dazu die Kinder zu
Pfande; und zog wieder gen Samaria.15. Was aber mehr von Joas zu sagen ist, das er getan hat, und seine
Macht, und wie er mit Amazia, dem Könige Judas, gestritten hat, siehe,
das ist geschrieben in der Chronik der Könige Israels.16. Und Joas entschlief mit seinen Vätern und ward begraben zu Samaria
unter den Königen Israels. Und sein Sohn Jerobeam ward König an seiner
Statt.17. Amazia aber, der Sohn Joas des Königs Judas, lebte nach dem Tode
Joas des Sohns Joahas des Königs Israels, fünfzehn Jahre.18. Was aber mehr von Amazia zu sagen ist, das ist geschrieben in der
Chronik der Könige Judas.19. Und sie machten einen Bund wider ihn zu Jerusalem; er aber floh
gen Lachis. Und sie sandten hin ihm nach gen Lachis und töteten ihn
daselbst.20. Und sie brachten ihn auf Rossen; und er ward begraben zu Jerusalem
bei seinen Vätern in der Stadt Davids.21. Und das ganze Volk Judas nahm Asarja in seinem sechzehnten Jahr
und machten ihn zum Könige anstatt seines Vaters Amazia.22. Er bauete Elath und brachte sie wieder zu Juda, nachdem der König
mit seinen Vätern entschlafen war.23. Im fünfzehnten Jahr Amazias, des Sohns Joas des Königs Judas, ward
Jerobeam, der Sohn Joas König über Israel zu Samaria einundvierzig Jahre.24. Und tat, das dem HErrn übel gefiel, und ließ nicht ab von allen
Sünden Jerobeams, des Sohns Nebats, der Israel sündigen machte.25. Er aber brachte wieder herzu die Grenze Israels von Hemath an bis
ans Meer, das im blachen Felde liegt, nach dem Wort des HErrn, des
GOttes Israels, das er geredet hatte durch seinen Knecht Jona, den Sohn
Amithais, den Propheten, der von Gath-Hepher war.26. Denn der HErr sah an den elenden Jammer Israels, daß auch die
Verschlossenen und Verlassenen dahin waren, und kein Helfer war in
Israel.27. Und der HErr hatte nicht geredet, daß er wollte den Namen Israels
austilgen unter dem Himmel, und half ihnen durch Jerobeam, den Sohn Joas.28. Was aber mehr von Jerobeam zu sagen ist, und alles, was er getan
hat, und seine Macht, wie er gestritten hat, und wie er Damaskus und
Hemath wiedergebracht an Juda in Israel, siehe, das ist geschrieben in
der Chronik der Könige Israels.29. Und Jerobeam entschlief mit seinen Vätern, mit den Königen
Israels. Und sein Sohn Sacharja ward König an seiner Statt.
Das 15. Kapitel
1. Im siebenundzwanzigsten Jahr Jerobeams, des Königs Israels, ward
König Asarja, der Sohn Amazias, des Königs Judas.2. Und war sechzehn Jahre alt, da er König ward, und regierete
zweiundfünfzig Jahre zu Jerusalem. Seine Mutter hieß Jechalja von
Jerusalem.3. Und tat, das dem HErrn wohlgefiel, allerdinge wie sein Vater Amazia,
4. ohne daß sie die Höhen nicht abtaten; denn das Volk opferte und
räucherte noch auf den Höhen.5. Der HErr plagte aber den König, daß er aussätzig war bis an seinen
Tod, und wohnete in einem sondern Hause. Jotham aber, des Königs Sohn,
regierete das Haus und richtete das Volk im Lande.6. Was aber mehr von Asarja zu sagen ist, und alles, was er getan hat,
siehe, das ist geschrieben in der Chronik der Könige Judas.7. Und Asarja entschlief mit seinen Vätern; und man begrub ihn bei
seinen Vätern in der Stadt Davids. Und sein Sohn Jotham ward König an
seiner Statt.8. Im achtunddreißigsten Jahr Asarjas, des Königs Judas, ward König
Sacharja, der Sohn Jerobeams, über Israel zu Samaria sechs Monden.9. Und tat, das dem HErrn übel gefiel, wie seine Väter getan hatten.
Er ließ nicht ab von den Sünden Jerobeams, des Sohns Nebats, der Israel
sündigen machte.10. Und Sallum, der Sohn Jabes, machte einen Bund wider ihn und schlug
ihn vor dem Volk und tötete ihn; und ward König an seiner Statt.11. Was aber mehr von Sacharja zu sagen ist, siehe, das ist
geschrieben in der Chronik der Könige Israels.12. Und das ist's, das der HErr Jehu geredet hatte: Dir sollen Kinder
ins vierte Glied sitzen auf dem Stuhl Israels; und ist also geschehen.13. Sallum aber, der Sohn Jabes ward König im neununddreißigsten Jahr
Asarjas, des Königs Judas, und regierete einen Monden zu Samaria.14. Denn Menahem, der Sohn Gadis, zog herauf von Thirza und kam gen
Samaria und schlug Sallum, den Sohn Jabes zu Samaria und tötete ihn;
und ward König an seiner Statt.15. Was aber mehr von Sallum zu sagen ist und seinem Bund, den er
anrichtete, siehe, das ist geschrieben in der Chronik der Könige Israels.16. Dazumal schlug Menahem Tiphsah und alle, die drinnen waren, und
ihre Grenze von Thirza, darum daß sie ihn nicht wollten einlassen; und
schlug alle ihre Schwangeren und zerriß sie.17. Im neununddreißigsten Jahr Asarjas, des Königs Judas, ward König
Menahem, der Sohn Gadis, über Israel zehn Jahre zu Samaria.18. Und tat, das dem HErrn übel gefiel. Er ließ sein Lebenlang nicht
von den Sünden Jerobeams, des Sohns Nebats, der Israel sündigen machte.19. Und es kam Phul, der König von Assyrien, ins Land. Und Menahem gab
dem Phul tausend Zentner Silbers, daß er's mit ihm hielte, und
bekräftigte ihm das Königreich.20. Und Menahem setzte ein Geld in Israel auf die Reichsten, fünfzig
Sekel Silbers auf einen jeglichen Mann, das er dem Könige von Assyrien
gäbe. Also zog der König von Assyrien wieder heim und blieb nicht im
Lande.21. Was aber mehr von Menahem zu sagen ist, und alles, was er getan
hat, siehe, das ist geschrieben in der Chronik der Könige Israels.22. Und Menahem entschlief mit seinen Vätern; und Pekahja, sein Sohn,
ward König an seiner Statt.23. Im fünfzigsten Jahr Asarjas, des Königs Judas, ward König Pekahja,
der Sohn Menahems, über Israel zu Samaria zwei Jahre.24. Und tat, das dem HErrn übel gefiel, denn er ließ nicht von der
Sünde Jerobeams, des Sohns Nebats, der Israel sündigen machte.25. Und es machte Pekah, der Sohn Remaljas, seines Ritters, einen Bund
wider ihn und schlug ihn zu Samaria im Palast des Königshauses, mit
Argob und Arne und fünfzig Mann mit ihm von den Kindern Gileads, und
tötete ihn; und ward König an seiner Statt.26. Was aber mehr von Pekahja zu sagen ist, und alles; was er getan
hat, siehe, das ist geschrieben in der Chronik der Könige Israels.27. Im zweiundfünfzigsten Jahr Asarjas, des Königs Judas, ward König
Pekah, der Sohn Remaljas, über Israel zu Samaria zwanzig Jahre.28. Und tat, das dem HErrn übel gefiel; denn er ließ nicht von der
Sünde Jerobeams, des Sohns Nebats, der Israel sündigen machte.29. Zu den Zeiten Pekahs, des Königs Israels, kam Thiglath-Pilesser,
der König zu Assyrien, und nahm Ijon, Abel-Beth-Maecha, Janoah, Kedes,
Hazor, Gilead, Galiläa und das ganze Land Naphthali und führete sie weg
nach Assyrien.30. Und Hosea, der Sohn Elas, machte einen Bund wider Pekah, den Sohn
Remaljas, und schlug ihn tot; und ward König an seiner Statt im
zwanzigsten Jahr Jothams, des Sohns Usias.31. Was aber mehr von Pekah zu sagen ist, und alles, was er getan hat,
siehe, das ist geschrieben in der Chronik der Könige Israels.32. Im andern Jahr Pekahs, des Sohns Remaljas, des Königs Israels,
ward König Jotham, der Sohn Usias, des Königs Judas.33. Und war fünfundzwanzig Jahre alt, da er König ward, und regierete
sechzehn Jahre zu Jerusalem. Seine Mutter hieß Jerusa, eine Tochter
Zadoks.34. Und tat, das dem HErrn wohlgefiel, allerdinge wie sein Vater Usia
getan hatte,35. ohne daß sie die Höhen nicht abtaten; denn das Volk opferte und
räucherte noch auf den Höhen. Er bauete das hohe Tor am Hause des HErrn.36. Was aber mehr von Jotham zu sagen ist, und alles, was er getan
hat, siehe, das ist geschrieben in der Chronik der Könige Judas.37. Zu der Zeit hub der HErr an zu senden in Juda Rezin, den König zu
Syrien, und Pekah, den Sohn Remaljas.38. Und Jotham entschlief mit seinen Vätern und ward begraben bei
seinen Vätern in der Stadt Davids, seines Vaters; und Ahas, sein Sohn,
ward König an seiner Statt.
Das 16. Kapitel
1. Im siebenzehnten Jahr Pekahs, des Sohns Remaljas, ward König Ahas,
der Sohn Jothams, des Königs Judas.2. Zwanzig Jahre war Ahas alt, da er König ward, und regierete
sechzehn Jahre zu Jerusalem; und tat nicht, was dem HErrn, seinem GOtt
wohlgefiel, wie sein Vater David.3. Denn er wandelte auf dem Wege der Könige Israels. Dazu ließ er
seinen Sohn durchs Feuer gehen nach den Greueln der Heiden, die der
HErr vor den Kindern Israel vertrieben hatte;4. Und tat Opfer und räucherte auf den Höhen und auf den Hügeln und
unter allen grünen Bäumen.5. Dazumal zog Rezin, der König zu Syrien, und Pekah, der Sohn
Remaljas, König in Israel, hinauf gen Jerusalem, zu streiten, und
belagerten Ahas; aber sie konnten sie nicht gewinnen.6. Zur selbigen Zeit brachte Rezin, König in Syrien, Elath wieder an
Syrien und stieß die Juden aus Elath; aber die Syrer kamen und wohneten
drinnen bis auf diesen Tag.7. Aber Ahas sandte Boten zu Thiglath-Pilesser, dem Könige zu
Assyrien, und ließ ihm sagen: Ich bin dein Knecht und dein Sohn; komm
herauf und hilf mir aus der Hand des Königs zu Syrien und des Königs
Israels, die sich wider mich haben aufgemacht.8. Und Ahas nahm das Silber und Gold, das in dem Hause des HErrn und
in den Schätzen des Königshauses funden ward, und sandte dem Könige zu
Assyrien Geschenke9. Und der König zu Assyrien gehorchte ihm und zog herauf gen Damaskus
und gewann sie; und führete sie weg gen Kir und tötete Rezin.10. Und der König Ahas zog entgegen Thiglath-Pilesser, dem Könige zu
Assyrien, gen Damaskus. Und da er einen Altar sah, der zu Damaskus war,
sandte der König Ahas desselben Altars Ebenbild und Gleichnis zum
Priester Uria, wie derselbe gemacht war.11. Und Uria, der Priester, bauete einen Altar und machte ihn, wie der
König Ahas zu ihm gesandt hatte von Damaskus, bis der König Ahas von
Damaskus kam.12. Und da der König von Damaskus kam und den Altar sah, opferte er
drauf.13. Und zündete drauf an sein Brandopfer, Speisopfer und goß drauf
seine Trankopfer und ließ das Blut der Dankopfer, die er opferte, auf
den Altar. sprengen.14. Aber den ehernen Altar, der vor dem HErrn stund, tat er weg, daß
er nicht stünde zwischen dem Altar und dem Hause des HErrn, sondern
setzte ihn an die Ecke des Altars gegen Mitternacht.15. Und der König Alias gebot Uria, dem Priester, und sprach: Auf dem
großen Altar sollst du anzünden die Brandopfer des Morgens und die
Speisopfer des Abends und die Brandopfer des Königs und sein Speisopfer
und die Brandopfer alles Volks im Lande samt ihrem Speisopfer und
Trankopfer und alles Blut der Brandopfer, und das Blut aller andern
Opfer sollst du drauf sprengen; aber mit dem ehernen Altar will ich
denken, was ich mache.16. Uria, der Priester, tat alles, was ihn der König Alias hieß.
17. Und der König Ahas brach ab die Seiten an den Gestühlen und tat
die Kessel oben davon; und das Meer tat er von den ehernen Ochsen, die
drunter waren, und setzte es auf das steinerne Pflaster.18. Dazu die Decke des Sabbats, die sie am Hause gebauet hatten, und
den Gang des Königs außen wandte er zum Hause des HErrn, dem Könige zu
Assyrien zu Dienst.19. Was aber mehr von Ahas zu sagen ist, das er getan hat, siehe, das
ist geschrieben in der Chronik der Könige Judas.20. Und Ahas entschlief mit seinen Vätern und ward begraben bei seinen
Vätern in der Stadt Davids. Und Hiskia, sein Sohn, ward König an seiner
Statt.
Das 17. Kapitel
1. Im zwölften Jahr Ahas, des Königs Judas, ward König über Israel zu
Samaria Hosea, der Sohn Elas, neun Jahre.2. Und tat, das dem HErrn übel gefiel, doch nicht wie die Könige
Israels, die vor ihm waren.3. Wider denselben zog herauf Salma nasser, der König zu Assyrien. Und
Hosea ward ihm untertan, daß er ihm Geschenke gab.4. Da aber der König zu Assyrien inne ward, daß Hosea einen Bund
anrichtete und Boten hatte zu So, dem Könige in Ägypten, gesandt, und
nicht darreichte Geschenke dem Könige zu Assyrien alle Jahre, belagerte
er ihn und legte ihn ins Gefängnis.5. Und der König zu Assyrien zog aufs ganze Land und gen Samaria und
belagerte sie drei Jahre.6. Und im neunten Jahr Hoseas gewann der König zu Assyrien Samaria und
führete Israel. weg nach Assyrien und setzte sie zu Halah und zu Habor,
am Wasser Gosan, und in den Städten der Meder.7. Denn da die Kinder Israel wider den HErrn, ihren GOtt, sündigten
(der sie aus Ägyptenland geführet hatte, aus der Hand Pharaos, des
Königs in Ägypten) und andere Götter fürchteten8. und wandelten nach der Heiden Weise, die der HErr vor den. Kindern
Israel vertrieben hatte, und wie die Könige Israels taten;9. und die Kinder Israel schmückten ihre Sachen wider den HErrn, ihren
GOtt, die doch nicht gut waren, nämlich daß sie ihnen Höhen baueten in
allen Städten, beide in Schlössern und festen Städten,10. und richteten Säulen auf und Haine auf allen hohen Hügeln und
unter allen grünen Bäumen;11. und räucherten daselbst auf allen Höhen, wie die Heiden, die der
HErr vor ihnen weggetrieben hatte, und trieben böse Stücke, damit sie
den HErrn erzürneten;12. und dieneten den Götzen, davon der HErr zu ihnen gesagt hatte: Ihr
sollt solches nicht tun;13. und wenn der HErr bezeugte in Israel und Juda durch alle Propheten
und Schauer und ließ ihnen sagen: Kehret um von euren bösen Wegen und
haltet meine Gebote und Rechte nach allem Gesetz, das ich euren Vätern
geboten habe und das ich zu euch gesandt habe durch meine Knechte, die
Propheten:14. so gehorchten sie nicht, sondern härteten ihren Nacken, wie der
Nacken ihrer Väter, die nicht glaubeten an den HErrn ihren Gott;15. dazu verachteten sie seine Gebote und seinen Bund, den er mit
ihren Vätern gemacht hatte, und seine Zeugnisse, die er unter ihnen
tat, sondern wandelten ihrer Eitelkeit nach und wurden eitel den Heiden
nach, die um sie her wohneten, von welchen ihnen der HErr geboten
hatte, sie sollten nicht wie sie tun;16. aber sie verließen alle Gebote des HErrn, ihres GOttes, und
machten ihnen zwei gegossene Kälber und Haine; und beteten an alle
Heere des Himmels und dieneten Baal;17. und ließen ihre Söhne und Töchter durchs Feuer gehen und gingen
mit Weissagen und Zaubern um; und übergaben sich zu tun, das dem HErrn
übel gefiel, ihn zu erzürnen;18. da ward der HErr sehr zornig über Israel und tat sie von seinem
Angesicht, daß nichts überblieb denn der Stamm Juda alleine.19. Dazu hielt auch Juda nicht die Gebote des HErrn, ihres GOttes, und
wandelten nach den Sitten Israels, die sie getan hatten.20. Darum verwarf der HErr allen Samen Israels und drängete sie und
gab sie in die Hände der Räuber, bis daß er sie verwarf von seinem
Angesicht.21. Denn Israel ward gerissen vom Hause Davids; und sie machten zum
Könige Jerobeam, den Sohn Nebats. Derselbe wandte Israel hinten ab vom
HErrn und machte, daß sie schwerlich sündigten.22. Also wandelten die Kinder Israel in allen Sünden Jerobeams, die er
angerichtet hatte, und ließen nicht davon,23. bis der HErr Israel von seinem Angesicht tat, wie er geredet hatte
durch alle seine Knechte, die Propheten. Also. ward Israel aus seinem
Lande weggeführet nach Assyrien bis auf diesen Tag.24. Der König aber zu Assyrien ließ kommen von Babel, von Kutha, von
Ava, von Hemath und Sepharvaim und besetzte die Städte in Samaria
anstatt der Kinder Israel. Und sie nahmen Samaria ein und wohneten in
derselben. Städten.25. Da sie aber anhuben, daselbst zu wohnen, und den HErrn nicht
fürchteten, sandte der HErr Löwen unter sie, die erwürgeten sie.26. Und sie ließen dem Könige zu Assyrien sagen: Die Heiden, die du
hast hergebracht und die Städte Samarias damit besetzt, wissen nichts.
von der Weise des GOttes im Lande; darum hat, er Löwen unter sie
gesandt, und siehe, dieselben töten sie, weil sie nicht wissen um die
Weise des GOttes im Lande.27. Der König zu Assyrien gebot und sprach: Bringet dahin der Priester
einen, die von dannen sind weggeführet, und ziehet hin und wohnet
daselbst; und er lehre sie die Weise des GOttes im Lande.28. Da kam der Priester einer, die von Samaria weggeführet waren, und
setzte sich zu Bethel und lehrete sie, wie sie den HErrn fürchten
sollten.29. Aber ein jeglich Volk machte seinen Gott und taten sie in die
Häuser auf den Höhen, die die Samariter machten, ein jeglich Volk in
ihren Städten, darinnen sie wohneten.30. Die von Babel machten Suchoth-Benoth. Die von Chuth machten
Nergel. Die von Hemath machten Asima.31. Die von Ava machten Nibehas und Tharthak. Die von Sepharvaim
verbrannten ihre Söhne dem. Adramelech und Anamelech, den Göttern derer
von Sepharvaim.32. Und weil sie den HErrn auch fürchteten, machten sie ihnen Priester
auf den Höhen aus den Untersten unter ihnen und taten sie in die Häuser
auf den Höhen.33. Also fürchteten sie den HErrn und dieneten auch den Göttern nach
eines jeglichen Volks Weise, von dannen sie hergebracht waren.34. Und bis auf diesen Tag tun sie nach der alten Weise, daß sie weder
den HErrn fürchten noch ihre Sitten und Rechte tun nach dem Gesetz und
Gebot, das der HErr geboten hat den Kindern Jakobs, welchem er den
Namen Israel gab,35. und machte einen Bund mit ihnen und gebot ihnen und: sprach:
Fürchtet keine andern Götter und betet sie nicht an und dienet ihnen
nicht und opfert ihnen nicht,36. sondern den HErrn, der euch aus Ägyptenland geführet hat mit
großer Kraft und ausgerecktem Arm, den fürchtet, den betet an und dem
opfert;37. und die Sitten, Rechte, Gesetze und Gebote, die er euch hat
beschreiben lassen, die haltet, daß ihr danach tut allewege und nicht
andere Götter fürchtet;38. und des Bundes, den er mit euch gemacht hat, vergesset nicht, daß
ihr nicht andere Götter fürchtet,39. sondern fürchtet den HErrn, euren GOtt, der wird euch erretten von
allen, euren Feinden.40. Aber diese gehorchten nicht, sondern taten nach ihrer vorigen Weise.
41. Also fürchteten diese Heiden den HErrn und dieneten auch ihren
Götzen. Also taten auch ihre Kinder und Kindeskinder, wie ihre Väter
getan haben, bis auf diesen Tag.
Das 18. Kapitel
1. Im dritten Jahr Hoseas, des Sohns Elas, des Königs Israels, ward
König Hiskia, der Sohn Ahas des Königs Judas.2. Und war fünfundzwanzig Jahre alt, da er König ward, und regierete
neunundzwanzig Jahre zu Jerusalem. Seine Mutter hieß Abi, eine Tochter
Sacharjas.3. Und was dem HErrn wohlgefiel, wie sein Vater David.
4. Er tat ab die Höhen und zerbrach die Säulen und rottete die Haine
aus und zerstieß die eherne Schlange, die Mose gemacht hatte; denn bis
zu der Zeit hatten ihr die Kinder Israel geräuchert, und man hieß sie
Nehusthan.5. Er vertrauete dem HErrn, dem GOtt Israels, daß nach ihm
seinesgleichen nicht war unter allen Königen Judas, noch vor ihm gewesen.6. Er hing dem HErrn an und wich nicht hinten von ihm ab und hielt
seine Gebote, die der HErr Mose geboten hatte.7. Und der HErr war mit ihm; und wo er auszog, handelte er klüglich.
Dazu ward er abtrünnig vom Könige zu Assyrien und war ihm nicht untertan.8. Er schlug auch die Philister bis gen Gasa und ihre Grenze, von den
Schlössern an bis an die festen Städte.9. Im vierten Jahr Hiskias, des Königs Judas (das war das siebente
Jahr Hoseas, des Sohns Elas, des Königs Israels), da zog Salmanesser,
der König zu Assyrien, herauf wider Samaria und belagerte sie;10. und gewann sie nach dreien Jahren, im sechsten Jahr Hiskias; das
ist, im neunten Jahr. Hoseas, des Königs Israels, da ward Samaria
gewonnen.11. Und der König zu Assyrien führete Israel weg gen Assyrien und
setzte sie zu Halah und Habor, am Wasser Gosan, und in die Städte der
Meder,12. darum daß sie nicht gehorchet hatten der Stimme des HErrn, ihres
GOttes, und übergangen hatten seinen Bund und alles, was Mose, der
Knecht des HErrn, geboten hatte; der hatten sie keinem gehorchet noch
getan.13. Im vierzehnten Jahr aber des Königs Hiskia zog herauf Sanherib,
der König zu Assyrien, wider alle festen Städte Judas und nahm sie ein.14. Da sandte Hiskia, der König Judas, zum Könige von Assyrien gen
Lachis und ließ ihm sagen: Ich habe mich versündiget, kehre um von mir;
was du mir auflegest, will ich tragen. Da legte der König von Assyrien
auf Hiskia, dem Könige Judas, dreihundert Zentner Silbers und dreißig
Zentner Goldes.15. Also gab Hiskia all das Silber, das im Hause des HErrn und in den
Schätzen des Königshauses funden ward.16. Zur selbigen Zeit zerbrach Hiskia, der König Judas, die Türen am
Tempel des HErrn und die Bleche, die er selbst hatte überziehen lassen,
und gab sie dem Könige von Assyrien.17. Und der König von Assyrien sandte Tharthan und den Erzkämmerer und
den Rabsake von Lachis zum Könige Hiskia mit großer Macht gen
Jerusalem; und sie zogen herauf. Und da sie hinkamen, hielten sie an
der Wassergrube bei dem obern Teich, der da liegt an der Straße auf dem
Acker des Walkmüllers.18. Und rief dem Könige. Da kam heraus zu ihnen Eliakim, der Sohn
Hilkias, der Hofmeister, und Sebena, der Schreiber, und Joah, der Sohn
Assaphs, der Kanzler.19. Und der Erzschenke sprach zu ihnen: Lieber, sagt dem Könige
Hiskia: So spricht der große König, der König von Assyrien: Was ist das
für ein Trotz, darauf du dich verlässest?20. Meinest du, es sei noch Rat und Macht zu streiten? Worauf
verlässest du denn nun dich, daß du abtrünnig von mir bist worden?21. Siehe, verlässest du dich auf diesen zerstoßenen Rohrstab, auf
Ägypten? welcher, so sich jemand drauf lehnet, wird er ihm in die Hand
gehen und sie durchbohren. Also ist Pharao, der König in Ägypten,
allen, die sich auf ihn verlassen.22. Ob ihr aber wolltet zu mir sagen: Wir verlassen uns auf den HErrn,
unsern GOtt, ist's denn nicht der, des Höhen und Altäre Hiskia hat
abgetan und gesagt zu Juda und Jerusalem: Vor diesem Altar, der zu
Jerusalem ist, sollt ihr anbeten?23. Nun gelobe meinem Herrn, dem Könige von Assyrien; ich will dir
zweitausend Rosse geben, daß du mögest Reiter dazu geben.24. Wie willst du denn bleiben vor dem geringsten Herrn, einem meines
Herrn Untertanen, und verlässest dich auf Ägypten um der Wagen und
Reiter willen?25. Meinest du aber, ich sei ohne den HErrn heraufgezogen, daß ich
diese Stätte verderbete? Der HErr hat mich's geheißen: Zeuch hinauf in
dies Land und verderbe es!26. Da sprach Eliakim, der Sohn Hilkias, und Sebena und Joah zum
Erzschenken: Rede mit deinen Knechten auf syrisch, denn wir verstehen
es; und rede nicht mit uns auf jüdisch vor den Ohren des Volks, das auf
der Mauer ist.27. Aber der Erzschenke sprach zu ihnen: Hat mich denn mein Herr zu
deinem Herrn oder zu dir gesandt, daß ich solche Worte rede? Ja zu den
Männern, die auf der Mauer sitzen, daß sie mit euch ihren eigenen Mist
fressen und ihren Harn saufen.28. Also stund der Erzschenke und rief mit lauter Stimme auf jüdisch;
und redete und sprach: Höret das Wort des großen Königs, des Königs von
Assyrien!29. So spricht der König: Laßt euch Hiskia nicht aufsetzen; denn er
vermag euch nicht zu erretten von meiner Hand.30. Und laßt euch Hiskia nicht vertrösten auf den HErrn, daß er saget
Der HErr wird uns erretten, und diese Stadt wird nicht in die Hände des
Königs von Assyrien gegeben werden!31. Gehorchet Hiskia nicht! Denn so spricht der König von Assyrien:
Nehmet an meine Gnade und kommet zu mir heraus, so soll jedermann
seines Weinstocks und seines Feigenbaums essen und seines Brunnens
trinken,32. bis ich komme und hole euch in ein Land, das eurem Lande gleich
ist, da Korn, Most, Brot, Weinberge, Ölbäume, Öl und Honig innen ist;
so werdet ihr leben bleiben und nicht sterben. Gehorchet Hiskia nicht;
denn er verführet euch, daß er spricht: Der HErr wird uns erretten.33. Haben auch die Götter der Heiden ein jeglicher sein Land errettet
von der Hand des Königs von Assyrien?34. Wo sind die Götter zu Hemath und Arphad? Wo sind die Götter zu
Sepharvaim, Hena und Iwa? Haben sie auch Samaria errettet von meiner
Hand?35. Wo ist ein Gott unter aller Lande Göttern, die ihr Land haben von
meiner Hand errettet, daß der HErr sollte Jerusalem von meiner Hand
erretten?36. Das Volk aber schwieg stille und antwortete ihm nichts; denn der
König hatte geboten und gesagt: Antwortet ihm nichts!37. Da kam Eliakim, der Sohn Hilkias, der Hofmeister, und Sebena, der
Schreiber, und Joah, der Sohn Assaphs, der Kanzler, zu Hiskia mit
zerrissenen Kleidern und sagten ihm an die Worte des Erzschenken.
Das 19. Kapitel
1. Da der König Hiskia das hörete, zerriß er seine Kleider und legte
einen Sack an und ging in das Haus des HErrn.2. Und sandte Eliakim, den Hofmeister, und Sebena, den Schreiber, samt
den ältesten Priestern, mit Säcken angetan, zu dem Propheten Jesaja,
dem Sohn Amoz.3. Und sie sprachen zu ihm: So sagt Hiskia: Das ist ein Tag der Not
und Scheltens und Lästerns; die Kinder sind kommen an die Geburt, und
ist keine Kraft da zu gebären.4. Ob vielleicht der HErr, dein GOtt, hören wollte alle Worte des
Erzschenken, den sein Herr, der König von Assyrien, gesandt hat, Hohn
zu sprechen dem lebendigen Gott und zu schelten mit Worten, die der
HErr, dein GOtt, gehöret hat. So hebe dein Gebet auf für die übrigen,
die noch vorhanden sind.5. Und da die Knechte des Königs Hiskia zu Jesaja kamen,
6. sprach Jesaja zu ihnen: So saget eurem Herrn: So spricht der HErr:
Fürchte dich nicht vor den Worten, die du gehöret hast, damit mich die
Knaben des Königs von Assyrien gelästert haben,7. Siehe, ich will ihm einen Geist geben, daß er ein Gerücht hören
wird und wieder in sein Land ziehen; und will ihn durchs Schwert fällen
in seinem Lande.8. Und da der Erzschenke wiederkam, fand er den König von Assyrien
streiten wider Libna; denn er hatte gehöret, daß er von Lachis gezogen
war.9. Und da er hörete von Thirhaka, dem Könige der Mohren: Siehe, er ist
ausgezogen, mit dir zu streiten, wandte er um und sandte Boten zu
Hiskia und ließ ihm sagen:.10. So saget Hiskia, dem Könige Judas: Laß dich deinen GOtt nicht
aufsetzen, auf den du dich verlässest, und sprichst: Jerusalem wird
nicht in die Hände des Königs von Assyrien gegeben werden.11. Siehe, du hast gehöret, was die Könige von Assyrien getan haben
allen Landen und sie verbannet; und du solltest errettet werden?12. Haben der Heiden Götter auch sie errettet, welche meine Väter
haben verderbet: Gosan, Haran, Rezeph und die Kinder Edens, die zu
Thelassar waren?13. Wo ist der König zu Hemath, der König zu Arphad und der König der
Stadt Sepharvaim, Hena und Iwa?14. Und da Hiskia die Briefe von den Boten empfangen und gelesen
hatte, ging er hinauf zum Hause des HErrn und breitete sie aus vor dem
HErrn.15. Und betete vor dem HErrn und sprach: HErr, GOtt Israels, der du
über Cherubim sitzest, du bist allein GOtt unter allen Königreichen auf
Erden, du hast Himmel und Erde gemacht.16. HErr, neige deine Ohren und höre, tu deine Augen auf und siehe,
und höre die Worte Sanheribs, der hergesandt hat, Hohn zu sprechen dem
lebendigen GOtt.17. Es ist wahr, HErr, die Könige von Assyrien haben die Heiden mit
dem Schwert umgebracht und ihr Land18. und haben ihre Götter ins Feuer geworfen. Denn es waren nicht
Götter, sondern Menschenhände Werk, Holz und Steine; darum haben sie
sie umgebracht.19. Nun aber, HErr, unser GOtt, hilf uns aus seiner Hand, auf daß alle
Königreiche auf Erden erkennen, daß du, HErr, allein GOtt bist.20. Da sandte Jesaja, der Sohn Amoz, zu Hiskia und ließ ihm sagen: So
spricht der HErr, der GOtt Israels: Was du zu mir gebetet hast um
Sanherib, den König von Assyrien, das habe ich gehöret.21. Das ist's, das der HErr wider ihn geredet hat: Die Jungfrau, die
Tochter Zion, verachtet dich und spottet dein; die Tochter Jerusalem
schüttelt ihr Haupt dir nach.22. Wen hast du gehöhnet und gelästert? Über wen hast du deine Stimme
erhoben? Du hast deine Augen erhoben wider den Heiligen in Israel.23. Du hast den HErrn durch deine Boten gehöhnet und gesagt: Ich bin
durch die Menge meiner Wagen auf die Höhe der Berge gestiegen, auf den
Seiten des Libanon; ich habe seine hohen Zedern und auserlesenen Tannen
abgehauen und bin kommen an die äußerste Herberge des Waldes seines
Karmels;24. ich habe gegraben und ausgetrunken die fremden Wasser und habe
vertrocknet mit meinen Fußsohlen die Seen.25. Hast du aber nicht gehöret, daß ich solches lange zuvor getan
habe, und von Anfang habe ich's bereitet? Nun, jetzt aber habe ich's
kommen lassen, daß feste Städte würden fallen in einen wüsten
Steinhaufen,26. und die drinnen wohnen, matt werden und sich fürchten und schämen
müßten und werden wie das Gras auf dem Felde und wie das grüne Kraut
zum Heu auf den Dächern, das verdorret, ehe denn es reif wird.27. Ich weiß dein Wohnen, dein Aus- und Einziehen, und daß du tobest
wider mich.28. Weil du denn wider mich tobest, und dein Übermut vor meine Ohren
heraufkommen ist, so will ich dir einen Ring an deine Nase legen und
ein Gebiß in dein Maul und will dich den Weg wiederum führen, da du
herkommen bist.29. Und sei dir ein Zeichen: In diesem Jahr iß, was zertreten ist; im
andern Jahr, was selber wächst; im dritten Jahr säet und erntet und
pflanzet Weinberge und esset ihre Früchte.30. Und die Tochter Juda, die errettet und überblieben ist, wird
fürder unter sich wurzeln und über sich Frucht tragen.31. Denn von Jerusalem werden ausgehen, die überblieben sind, und die
Erretteten vom Berge Zion. Der Eifer des HErrn Zebaoth wird solches tun.32. Darum spricht der HErr vom Könige zu Assyrien also: Er soll nicht
in diese Stadt kommen und keinen Pfeil drein schießen und kein Schild
davor kommen und soll keinen Wall drum schütten,33. sondern er soll den Weg wiederum ziehen, den er kommen ist, und
soll in diese Stadt nicht kommen; der HErr sagt es.34. Und ich will diese Stadt beschirmen, daß ich ihr helfe um
meinetwillen und um Davids, meines Knechts, willen.35. Und in derselben Nacht fuhr aus der Engel des HErrn und schlug im
Lager von Assyrien hundertundfünfundachtzigtausend Mann. Und da sie
sich des Morgens frühe aufmachten, siehe, da lag es alles eitel tote
Leichname.36. Also brach Sanherib, der König von Assyrien, auf und zog weg und
kehrete um; und blieb zu Ninive.37. Und da er anbetete im Hause Nisrochs, seines Gottes, schlugen ihn
mit dem Schwert Adramelech und Sarezer, seine Söhne; und sie entrannen
ins Land Ararat. Und sein Sohn Assar-Haddon ward König an seiner Statt.
Das 20. Kapitel
1. Zu der Zeit ward Hiskia todkrank. Und der Prophet Jesaja, der Sohn
Amoz, kam zu ihm und sprach zu ihm: So spricht der HErr: Beschicke dein
Haus; denn du wirst sterben und nicht leben bleiben.2. Er aber wandte sein Antlitz zur Wand und betete zum HErrn und sprach:
3. Ach, HErr, gedenke doch, daß ich vor dir treulich gewandelt habe
und mit rechtschaffenem Herzen und habe getan, das dir wohlgefällt. Und
Hiskia weinete sehr.4. Da aber Jesaja noch nicht zur Stadt halb hinausgegangen war, kam
des HErrn Wort zu ihm und sprach:5. Kehre um und sage Hiskia, dem Fürsten meines Volks: So spricht der
HErr, der GOtt deines Vaters David: Ich habe dein Gebet gehöret und
deine Tränen gesehen. Siehe, ich. will dich gesund machen; am dritten
Tage wirst du hinauf in das Haus des HErrn gehen.6. Und will fünfzehn. Jahre zu deinem Leben tun und dich und diese
Stadt erretten von dem Könige zu Assyrien und diese Stadt beschirmen um
meinetwillen und um meines Knechts David willen.7. Und Jesaja sprach: Bringet her ein Stück Feigen! Und da sie die
brachten, legten sie sie auf die Drüse; und er ward gesund.8. Hiskia aber sprach zu Jesaja: Welches ist das Zeichen, daß mich der
HErr wird gesund machen, und ich in des HErrn Haus hinaufgehen werde am
dritten Tage?9. Jesaja sprach: Das Zeichen wirst du haben vom HErrn, daß der HErr
tun wird, was er geredet hat. Soll der Schatten zehn Stufen fürder
gehen, oder zehn Stufen zurückgehen?10. Hiskia sprach: Es ist leicht, daß der Schatten zehn Stufen
niederwärts gehe; das will ich nicht, sondern daß er zehn Stufen hinter
sich zurückgehe.11. Da rief der Prophet Jesaja den HErrn an; und der Schatten ging
hinter sich zurück zehn Stufen am Zeiger Ahas die er war niederwärts
gegangen.12. Zu der Zeit sandte Brodach, der Sohn Baledans, des Sohns Baledans,
Königs zu Babel, Briefe und Geschenke zu Hiskia; denn er hatte gehöret,
daß Hiskia krank war gewesen.13. Hiskia aber war fröhlich mit ihnen und zeigte ihnen das ganze
Schatzhaus, Silber, Gold, Spezerei und das beste Öl und die
Harnischkammer und alles, was in seinen Schätzen vorhanden war. Es war
nichts in seinem Hause und in seiner ganzen Herrschaft, das ihnen
Hiskia nicht zeigete.14. Da kam Jesaja, der Prophet, zu dem Könige Hiskia und sprach zu
ihm: Was haben diese Leute gesagt und woher sind sie zu dir kommen?
Hiskia sprach: Sie sind aus fernen Landen zu mir kommen, von Babel.15. Er sprach: Was haben sie gesehen in deinem Hause? Hiskia sprach:
Sie haben alles gesehen, was in meinem Hause ist; und ist nichts in
meinen Schätzen, das ich nicht ihnen gezeiget hätte.16. Da sprach Jesaja zu Hiskia: Höre des HErrn Wort!
17. Siehe, es kommt die Zeit, daß alles wird gen Babel weggeführet
werden aus deinem Hause, und was deine Väter gesammelt haben bis auf
diesen Tag; und wird nichts übergelassen werden, spricht der HErr.18. Dazu der Kinder, die von dir kommen, die du zeugen wirst, werden
genommen werden, daß sie Kämmerer seien im Palast des Königs zu Babel.19. Hiskia aber sprach zu Jesaja: Das ist gut, das der HErr geredet
hat. Und sprach weiter: Es wird doch Friede und Treue sein zu meinen
Zeiten.20. Was mehr von Hiskia zu sagen ist, und alle seine Macht, und was er
getan hat, und der Teich und die Wasserröhren, damit er Wasser in die
Stadt geleitet hat, siehe, das ist geschrieben in der. Chronik der
Könige Judas.21. Und Hiskia entschlief mit seinen Vätern. Und Manasse, sein Sohn,
ward König an seiner Statt.
Das 21. Kapitel
1. Manasse war zwölf Jahre alt, da er König. ward, und regierete
fünfundfünfzig Jahre zu Jerusalem. Seine Mutter hieß Hephzi-Bah.2. Und er tat, das dem HErrn übel gefiel, nach den Greueln der Heiden,
die der HErr vor den Kindern Israel vertrieben hatte.3. Und verkehrete sich und bauete die Höhen, die sein Vater Hiskia
hatte abgebracht, und richtete Baal Altäre auf und machte Haine, wie
Ahab, der König Israels, getan hatte, und betete an allerlei Heer am
Himmel und dienete ihnen.4. Und bauete Altäre im Hause des HErrn, davon der HErr gesagt hatte:
Ich will meinen Namen zu Jerusalem setzen.5. Und er bauete allen Heeren am Himmel Altäre, in beiden Höfen am
Hause des HErrn.6. Und ließ seinen Sohn durchs Feuer gehen und achtete auf
Vogelgeschrei und Zeichen und hielt Wahrsager und Zeichendeuter; und
tat des viel, das dem HErrn übel gefiel, damit er ihn erzürnete.7. Er setzte auch einen Haingötzen, den er gemacht hatte, in das Haus,
von welchem der HErr zu David und zu Salomo, seinem Sohn, gesagt hatte:
In diesem Hause und zu Jerusalem, die ich erwählet habe aus allen
Stämmen Israels, will ich meinen Namen setzen ewiglich,8. und will den Fuß Israels nicht mehr bewegen lassen vom Lande, das
ich ihren Vätern gegeben habe, so doch, so sie halten und tun nach
allem, das ich geboten habe, und nach allem Gesetz, das mein Knecht
Mose ihnen geboten hat.9. Aber sie gehorchten nicht, sondern Manasse verführete sie, daß sie
ärger taten denn die Heiden, die der HErr vor den Kindern Israel
vertilget hatte.10. Da redete der HErr durch seine Knechte, die Propheten und sprach:
11. Darum daß Manasse, der König Judas, hat diese Greuel getan, die
ärger sind denn alle Greuel, so die Amoriter getan haben, die vor ihm
gewesen sind, und hat auch Juda sündigen gemacht mit seinen Götzen,12. darum spricht der HErr, der GOtt Israels, also: Siehe, ich will
Unglück über Jerusalem und Juda bringen, daß, wer es hören wird, dem
sollen seine beiden Ohren gellen.13. Und will über Jerusalem die Meßschnur Samarias ziehen und das
Gewicht des Hauses Ahab; und will Jerusalem ausschütten, wie man
Schüsseln ausschüttet, und will sie umstürzen.14. Und ich will etliche meines Erbteils überbleiben lassen und sie
geben in die Hände ihrer Feinde, daß sie ein Raub und Reißen werden
aller ihrer Feinde,15. darum daß sie getan haben, das mir übel gefällt, und haben mich
erzürnet von dem Tage an, da ihre Väter aus Ägypten gezogen sind, bis
auf diesen Tag.16. Auch vergoß Manasse sehr viel unschuldig Blut, bis daß Jerusalem
hie und da voll ward; ohne die Sünde, damit er Juda sündigen machte,
daß sie taten, das dem HErrn übel gefiel.17. Was aber mehr von Manasse zu sagen ist, und alles, was er getan
hat, und seine Sünde, die er tat, siehe, das ist geschrieben in der
Chronik der Könige Judas,18. Und Manasse entschlief mit seinen Vätern und ward begraben im
Garten an seinem Hause, nämlich im Garten Usas. Und sein Sohn Amon ward
König an seiner Statt.19. Zweiundzwanzig Jahre alt war Amon, da er König ward, und regierete
zwei Jahre zu Jerusalem. Seine Mutter hieß Mesulemeth, eine Tochter
Haruz von Jatba.20. Und tat, das dem HErrn übel gefiel, wie sein Vater Manasse getan
hatte,21. und wandelte in allem Wege, den sein Vater gewandelt hatte, und
dienete den Götzen, welchen sein Vater gedienet hatte, und betete sie an.22. Und verließ den HErrn, seiner Väter GOtt, und wandelte nicht im
Wege des HErrn.23. Und seine Knechte machten einen Bund wider Amon und töteten den
König in seinem Hause.24. Aber das Volk im Lande schlug alle, die den Bund gemacht hatten
wider den König Amon. Und das Volk im Lande machte Josia, seinen Sohn,
zum Könige an seiner Statt.25. Was aber Amon mehr getan hat, siehe, das ist geschrieben in der
Chronik der Könige Judas.26. Und man begrub ihn in seinem Grabe, im Garten Usas. Und sein Sohn
Josia ward König an seiner Statt.
Das 22. Kapitel
1. Josia war acht Jahre alt, da er König ward, und regierete
einundddreißig Jahre zu Jerusalem. Seine Mutter hieß Jedida, eine
Tochter Adajas von Bazkath.2. Und tat, das dem HErrn wohlgefiel; und wandelte in allem Wege
seines Vaters David und wich nicht weder zur Rechten noch zur Linken.3. Und im achtzehnten Jahr des Königs Josia sandte der König hin
Saphan, den Sohn Azaljas, des Sohns Mesullams, den Schreiber, in das
Haus des HErrn und sprach:4. Gehe hinauf zu dem Hohenpriester Hilkia, daß man ihnen gebe das
Geld, das zum Hause des HErrn gebracht ist, das die Hüter an der
Schwelle gesammelt haben vom Volk,5. daß sie es geben den Arbeitern, die bestellet sind im Hause des
HErrn, und geben es den Arbeitern am Hause des HErrn, daß sie bessern,
was baufällig ist am Hause,6. nämlich den Zimmerleuten und Bauleuten und Maurern, und die da Holz
und gehauene Steine kaufen sollen, das Haus zu bessern;7. doch daß man keine Rechnung von ihnen nehme vom Gelde, das unter
ihre Hand getan wird, sondern daß sie es auf Glauben handeln.8. Und der Hohepriester Hilkia sprach zu dem Schreiber Saphan: Ich
habe das Gesetzbuch gefunden im Hause des HErrn. Und Hilkia gab das
Buch Saphan, daß er's läse.9. Und Saphan, der Schreiber, brachte es dem Könige und sagte es ihm
wieder und sprach: Deine Knechte haben das Geld zusammengestoppelt, das
im Hause gefunden ist, und haben es den Arbeitern gegeben, die
bestellet sind am Hause des HErrn.10. Auch sagte Saphan, der Schreiber, dem Könige und sprach: Hilkia,
der Priester, gab mir ein Buch. Und Saphan las es vor dem Könige.11. Da aber der König hörete die Worte im Gesetzbuch, zerriß er seine
Kleider.12. Und der König gebot Hilkia, dem Priester, und Ahikam, dem Sohn
Saphans, und Achbor, dem Sohn Michajas, und Saphan, dem Schreiber, und
Asaja, dem Knechte des Königs, und sprach:13. Gehet hin und fraget den HErrn für mich, für das Volk und für ganz
Juda um die Worte dieses Buchs, das gefunden ist; denn es ist ein
großer Grimm des HErrn, der über uns entbrannt ist, darum daß unsere
Väter nicht gehorchet haben den Worten dieses Buchs, daß sie täten
alles, was drinnen geschrieben ist.14. Da ging hin Hilkia, der Priester, Ahikam, Achbor, Saphan und Asaja
zu der Prophetin Hulda, dem Weibe Sallums, des Sohns Thikwas, des Sohns
Harhams, des Hüters der Kleider, und sie wohnete zu Jerusalem im andern
Teil; und sie redeten mit ihr.15. Sie aber sprach zu ihnen: So spricht der HErr, der GOtt Israels:
Saget dem Mann, der euch zu mir gesandt hat:16. So spricht der HErr: Siehe, ich will Unglück über diese Stätte und
ihre Einwohner bringen, alle Worte des Gesetzes, die der König Juda hat
lassen lesen,17. darum daß sie mich verlassen und andern Göttern geräuchert haben,
daß sie mich erzürneten mit allen. Werken ihrer Hände; darum wird mein
Grimm sich wider diese Stätte anzünden und nicht ausgelöschet werden.18. Aber dem Könige Judas, der euch gesandt hat, den HErrn zu fragen,
sollt ihr so sagen: So spricht der HErr, der GOtt Israels:19. Darum daß dein Herz erweichet ist über den Worten, die du gehöret
hast, und hast dich gedemütiget vor dem HErrn, da du hör was ich
geredet habe wider diese Stätte und ihre Einwohner, daß sie sollen eine
Verwüstung und Fluch sein, und hast deine Kleider zerrissen und hast
geweinet vor mir, so habe ich's auch erhöret, spricht der HErr.20. Darum will ich dich zu deinen Vätern sammeln, daß du mit Frieden
in dein Grab versammelt werdest, und deine Augen nicht sehen all das
Unglück, das ich über diese Stätte bringen will. Und sie sagten es dem
Könige wieder.
Das 23. Kapitel
1. Und der König sandte hin, und es versammelten sich zu ihm alle
Ältesten in Juda und Jerusalem.2. Und der König ging hinauf ins Haus des HErrn, und alle Männer von
Juda und alle Einwohner zu Jerusalem mit ihm, Priester und Propheten
und alles Volk, beide klein und groß; und man las vor ihren Ohren alle
Worte des Buchs vom Bunde, das im Hause des HErrn gefunden war.3. Und der König trat an eine Säule und machte einen Bund vor dem
HErrn, daß sie sollten wandeln dem HErrn. nach und halten seine Gebote,
Zeugnisse und Rechte von ganzem Herzen und von ganzer Seele, daß sie
aufrichteten die Worte dieses Bundes, die geschrieben stunden in diesem
Buch. Und alles Volk trat in den Bund.4. Und der König gebot dem Hohenpriester Hilkia und den Priestern der
andern Ordnung und den Hütern an der Schwelle, daß sie sollten aus dem
Tempel des HErrn tun alles Gezeug, das dem Baal und dem Hain und allem
Heer des Himmels gemacht war. Und verbrannten sie außen vor Jerusalem
im Tal Kidron; und ihr Staub ward getragen gen Bethel.5. Und er tat ab die Kamarim, welche die Könige Judas hatten
gestiftet, zu räuchern auf den Höhen in den Städten Judas und um
Jerusalem her, auch die Räucherer des Baal und der Sonne und des Mondes
und der Planeten und alles Heers am Himmel.6. Und ließ den Hain aus dem Hause des HErrn führen hinaus vor
Jerusalem in den Bach Kidron; und verbrannten ihn im Bach Kidron und
machte ihn zu Staub; und warf den Staub auf die Gräber der gemeinen
Leute.7. Und er brach ab die Häuser der Hurer, die an dem Hause des HErrn
waren, darinnen die Weiber wirkten Häuser zum Hain.8. Und er ließ kommen alle Priester aus den Städten Judas und
verunreinigte die Höhen, da die Priester räucherten, von Geba an bis
gen Berseba; und brach ab die Höhen in den Toren, die in der Tür des
Tors waren Josuas, des Stadtvogts, welches war zur Linken, wenn man zum
Tor der Stadt gebet.9. Doch hatten die Priester der Höhen nie geopfert auf dem Altar des
HErrn zu Jerusalem, sondern aßen des ungesäuerten Brots unter ihren
Brüdern.10. Er verunreinigte auch das Thopheth im Tal der Kinder Hinnom, daß
niemand seinen Sohn oder seine Tochter dem Molech durchs Feuer ließe
gehen.11. Und tat ab die Rosse, welche die Könige Judas hatten der Sonne
gesetzt im Eingange des HErrn Hauses an der Kammer. Nethan-Melechs, des
Kämmerers, der zu Parwarim war; und die Wagen der Sonne verbrannte er
mit Feuer.12. Und die Altäre auf dem Dache im Saal Ahas, die die Könige Judas
gemacht hatten, und die Altäre, die Manasse gemacht hatte in den zweien
Höfen des HErrn Hauses, brach der König ab; und lief von dannen und
warf ihren Staub in den Bach Kidron.13. Auch die Höhen, die vor Jerusalem waren, zur Rechten am Berge
Mashith, die Salomo, der König Israels, gebauet hatte Asthoreth, dem
Greuel von Zidon, und Kamos, dem Greuel von Moab, und Milkom, dem
Greuel der Kinder Ammon, verunreinigte der König.14. Und zerbrach die Säulen und rottete aus die Haie und füllete ihre
Stätte mit Menschenknochen.15. Auch den Altar zu Bethel, die Höhe, die Jerobeam gemacht hatte,
der Sohn Nebats, der Israel sündigen machte, denselben Altar brach er
ab und die Höhe; und verbrannte die Höhe und machte sie zu Staub und
verbrannte den Hain.16. Und Josia wandte sich und sah die Gräber, die da waren auf dem
Berge; und sandte hin und ließ die Knochen aus den Gräbern holen und
verbrannte sie auf dem Altar und verunreinigte ihn nach dem Wort des
HErrn, das der Mann GOttes ausgerufen hatte, der solches ausrief.17. Und er sprach: Was ist das für ein Grabmal, das ich sehe? Und die
Leute in der Stadt sprachen zu ihm: Es ist das Grab des Mannes GOttes,
der von Juda kam und rief solches aus, das du getan hast, wider den
Altar zu Bethel.18. Und er sprach: Laßt ihn liegen; niemand bewege seine Gebeine! Also
wurden seine Gebeine errettet mit den Gebeinen des Propheten, der von
Samaria kommen war.19. Er tat auch weg alle Häuser der Höhen in den Städten Samarias,
welche die Könige Israels gemacht hatten zu erzürnen; und tat mit ihnen
allerdinge, wie er zu Bethel getan hatte.20. Und er opferte alle Priester der Höhen, die daselbst waren, auf
den Altären; und. verbrannte also Menschenbeine drauf. Und kam wieder
gen Jerusalem.21. Und der König gebot dem Volk und sprach: Haltet dem HErrn, eurem
GOtt, Passah, wie geschrieben stehet im Buch dieses Bundes.22. Denn es war kein Passah so gehalten, als dieses, von der Richter
Zeit an, die Israel gerichtet haben, und in allen Zeiten der Könige
Israels und der Könige Judas,23. sondern im achtzehnten Jahr des Königs Josia ward dies Passah
gehalten dem HErrn zu Jerusalem.24. Auch fegte Josia aus alle Wahrsager, Zeichendeuter, Bilder und
Götzen und alle Greuel, die im Lande Juda und zu Jerusalem ersehen
wurden, auf daß er aufrichtete die Worte des Gesetzes, die geschrieben
stunden im Buch, das Hilkia, der Priester, fand im Hause des HErrn.25. Sein gleichen war vor ihm kein König gewesen, der so von ganzem
Herzen, von ganzer Seele, von allen Kräften sich zum HErrn bekehrete
nach allem Gesetz Moses; und nach ihm kam sein gleichen nicht auf.26. Doch kehrete sich der HErr nicht von dem Grimm seines großen
Zorns, damit er über Juda erzürnet war um aller der Reizungen willen,
damit ihn Manasse gereizet hatte.27. Und der HErr sprach: Ich will Juda auch von meinem Angesicht tun,
wie ich Israel weggetan habe; und will diese Stadt verwerfen, die ich
erwählet hatte, nämlich Jerusalem und das Haus, davon ich gesagt habe:
Mein Name soll daselbst sein.28. Was aber mehr von Josia zu sagen ist, und alles, was er getan hat,
siehe, das ist geschrieben in der Chronik der Könige Judas.29. Zu seiner Zeit zog Pharao-Necho, der König in Ägypten, herauf
wider den König von Assyrien an das Wasser Phrath. Aber der König Josia
zog ihm entgegen und starb zu Megiddo, da er ihn gesehen hatte.30. Und seine Knechte führeten ihn tot von Megiddo und brachten ihn
gen Jerusalem und begruben ihn in seinem Grabe. Und das Volk im Lande
nahm Joahas, den Sohn Josias, und salbeten ihn und machten ihn zum
Könige an seines Vaters Statt.31. Dreiundzwanzig Jahre war Joahas alt, da er König ward, und
regierete drei Monden zu Jerusalem. Seine Mutter hieß Hamutal, eine
Tochter Jeremias von Libna.32. Und tat, das dem HErrn übel gefiel, wie seine Väter getan hatten.
33. Aber Pharao-Necho fing ihn zu Riblath im Lande Hemath, daß er
nicht regieren sollte zu Jerusalem; und legte eine Schätzung aufs Land,
hundert Zentner Silbers und einen Zentner Goldes.34. Und Pharao-Necho machte zum Könige Eliakim, den Sohn Josias,
anstatt seines Vaters Josia und wandte seinen Namen Jojakim. Aber
Joahas nahm er und brachte ihn nach Ägypten; daselbst starb er.35. Und Jojakim gab das Silber und Gold Pharao; doch schätzte er das
Land, daß er solch Silber gäbe nach Befehl Pharaos; einen jeglichen
nach seinem Vermögen schätzte er am Silber und Gold unter dem Volk im
Lande, daß er dem Pharao-Necho gäbe.36. Fünfundzwanzig Jahre alt war Jojakim, da er König ward, und
regierete elf Jahre zu Jerusalem. Seine Mutter hieß Sebuda, eine
Tochter Pedajas von Ruma.37. Und tat, das dem HErrn übel gefiel, wie seine Väter getan hatten.
Das 24. Kapitel
1. Zu seiner Zeit zog herauf Nebukadnezar der König zu Babel; und
Jojakim ward ihm untertänig drei Jahre. Und er wandte sich und ward
abtrünnig von ihm.2. Und der HErr ließ auf ihn Kriegsknechte kommen aus Chaldäa, aus
Syrien, aus Moab, aus den Kindern Ammon und ließ sie in Juda kommen,
daß sie ihn umbrächten, nach dem Wort des HErrn, das er geredet hatte
durch seine Knechte, die Propheten.3. Es. geschah aber Juda also nach dem Wort des HErrn, daß er sie von
seinem Angesicht täte, um der Sünde willen Manasses, die er getan hatte;4. auch um des unschuldigen Bluts willen, das er vergoß, und machte
Jerusalem voll mit unschuldigem Blut, wollte der HErr nicht vergeben.5. Was mehr zu sagen ist von Jojakim, und alles, was er getan hat,
siehe, das ist geschrieben in der Chronik der Könige Judas.6. Und Jojakim entschlief mit seinen Vätern; und sein Sohn Jojachin
ward König an seiner Statt.7. Und der König in Ägypten zog nicht mehr aus seinem Lande; denn der
König zu Babel hatte ihm genommen alles, was des Königs in Ägypten war,
vom Bach Ägyptens an bis an das Wasser Phrath.8. Achtzehn Jahre alt war Jojachin, da er König ward, und regierete
drei Monden zu Jerusalem. Seine Mutter hieß Nehustha, eine Tochter
Elnathans von Jerusalem.9. Und tat, das dem HErrn übel gefiel, wie sein Vater getan hatte.
10. Zu der Zeit zogen herauf die Knechte Nebukadnezars, des Königs zu
Babel, gen Jerusalem und kamen an die Stadt mit Bollwerk.11. Und da Nebukadnezar zur Stadt kam und seine Knechte, belagerte er
sie.12. Aber Jojachin, der König Judas, ging heraus zum Könige von Babel
mit seiner Mutter, mit seinen Knechten, mit seinen Obersten und
Kämmerern; und der König von Babel nahm ihn auf im achten Jahr seines
Königreichs.13. Und nahm von dannen heraus alle Schätze im Hause des HErrn und im
Hause des Königs und zerschlug alle güldenen Gefäße, die Salomo, der
König Israels, gemacht hatte im Tempel des HErrn wie denn der HErr
geredet hatte;14. und führete weg das ganze Jerusalem, alle Obersten, alle
Gewaltigen, zehntausend Gefangene und alle Zimmerleute und alle
Schmiede; und ließ nichts übrig, denn gering Volk des Landes.15. Und führete weg Jojachin gen Babel, die Mutter des Königs, die
Weiber des Königs und seine Kämmerer; dazu die Mächtigen im Lande
führete er auch gefangen von Jerusalem gen Babel,16. und was der besten Leute waren, siebentausend, und die Zimmerleute
und Schmiede, tausend, alle starken Kriegsmänner; und der König von
Babel brachte sie gen Babel.17. Und der König von Babel machte Mathanja, seinen Vetter, zum Könige
an seiner Statt und wandelte seinen Namen Zidekia.18. Einundzwanzig Jahre alt war Zidekia, da er König ward, und
regierete elf Jahre zu Jerusalem. Seine Mutter hieß Hamital, eine
Tochter Jeremias von Libna.19. Und er tat, das dem HErrn übel gefiel, wie Jojakim getan hatte.
20. Denn es geschah also mit Jerusalem und Juda aus dem Zorn des
HErrn, bis daß er sie von seinem Angesicht würfe. Und Zidekia ward
abtrünnig vom Könige zu Babel.
Das 25. Kapitel
1. Und es begab sich im neunten Jahr seines Königreichs, am zehnten
Tage des zehnten Monden, kam Nebukadnezar, der König zu Babel, mit
aller seiner Macht wider Jerusalem; und sie lagerten sich wider sie und
baueten einen Schutt um sie her.2. Also ward die Stadt belagert bis ins elfte Jahr des Königs Zidekia.
3. Aber im neunten des Monden ward der Hunger stark in der Stadt, daß
das Volk des Landes nichts zu essen hatte.4. Da brach man in die Stadt; und alle Kriegsmänner flohen bei der
Nacht des Weges von dem Tor zwischen den zwo Mauern, der zu des Königs
Garten gehet. Aber die Chaldäer lagen um die Stadt. Und er floh des
Weges zum blachen Felde.5. Aber die Macht der Chaldäer jagten dem Könige nach und ergriffen
ihn im blachen Felde zu Jericho; und alle Kriegsleute, die bei ihm
waren, wurden von ihm zerstreuet.6. Sie aber griffen den König und führeten ihn hinauf zum Könige von
Babel gen Riblath; und sie sprachen ein Urteil über ihn.7. Und sie schlachteten die Kinder Zidekias vor seinen Augen und
blendeten Zidekia seine Augen und banden ihn mit Ketten und führeten
ihn gen Babel.8. Am siebenten Tage des fünften Monden, das ist das neunzehnte Jahr
Nebukadnezars, des Königs zu Babel, kam Nebusar-Adan, der Hofmeister,
des Königs zu Babel Knecht, gen Jerusalem9. und verbrannte das Haus des HErrn und das Haus des Königs und alle
Häuser zu Jerusalem und alle großen Häuser verbrannte er mit Feuer.10. Und die ganze Macht der Chaldäer, die mit dem Hofmeister war,
zerbrach die Mauern um Jerusalem her.11. Das andere Volk aber, das übrig war in der Stadt und die zum
Könige von Babel fielen, und den andern Pöbel führete Nebusar-Adan, der
Hofmeister, weg.12. Und von den Geringsten im Lande ließ der Hofmeister Weingärtner
und Ackerleute.13. Aber die ehernen Säulen am Hause des HErrn und die Gestühle und
das eherne Meer, das am Hause des HErrn war, zerbrachen die Chaldäer
und führeten das Erz gen Babel.14. Und die Töpfe, Schaufeln, Messer, Löffel und alle ehernen Gefäße,
damit man dienete, nahmen sie weg.15. Dazu nahm der Hofmeister die Pfannen und Becken, und was gülden
und silbern war,16. zwo Säulen, ein Meer und die Gestühle, die Salomo gemacht hatte
zum Hause des HErrn. Es war nicht zu wägen das Erz aller dieser Gefäße.17. Achtzehn Ellen hoch war eine Säule, und ihr Knauf drauf war auch
ehern und drei Ellen hoch, und die Reife und Granatäpfel an dem Knauf
umher war alles ehem. Auf die Weise war auch die andere Säule mit den
Reifen.18. Und der Hofmeister nahm den Priester Seraja der ersten Ordnung und
den Priester Zephanja der andern Ordnung und drei Türhüter19. und einen Kämmerer aus der Stadt, der gesetzt war über die
Kriegsmänner, und fünf Männer, die stets vor dem Könige waren, die in
der Stadt funden wurden, und Sopher, den Feldhauptmann, der das Volk im
Lande kriegen lehrete, und sechzig Mann vom Volk auf dem Lande, die in
der Stadt funden wurden:20. diese nahm Nebusar-Adan, der Hofmeister, und brachte sie zum
Könige von Babel gen Riblath.21. Und der König von Babel schlug sie tot zu Riblath im Lande Hemath.
Also ward Juda weggeführet aus seinem Lande.22. Aber über das übrige Volk im Lande Juda, das Nebukadnezar, der
König von Babel, überließ, setzte er Gedalja, den Sohn Ahikams, des
Sohns Saphans.23. Da nun all das Kriegsvolk, Hauptleute und die Männer höreten, daß
der König von Babel Gedalja gesetzt hatte, kamen sie zu Gedalja gen
Mizpa, nämlich Ismael, der Sohn Nethanjas, und Johanan, der Sohn
Kareahs, und Seraja, der Sohn Thanhumeths, der Netophathiter, und
Jaesanja, der Sohn Maechathis, samt ihren Männern.24. Und Gedalja schwur ihnen und ihren Männern und sprach zu ihnen:
Fürchtet euch nicht, untertan zu sein den Chaldäern; bleibet im Lande
und seid untertänig dem Könige von Babel, so wird's euch wohlgehen.25. Aber im siebenten Monden kam Ismael, der Sohn Nethanjas, des Sohns
Elisamas, von königlichem Geschlecht, und zehn Männer mit ihm und
schlugen Gedalja tot, dazu die Juden und Chaldäer, die bei ihm waren zu
Mizpa.26. Da machten sich auf alles Volk, beide klein und groß, und die
Obersten des Krieges, und kamen nach Ägypten; denn sie fürchteten sich
vor den Chaldäer.27. Aber im siebenunddreißigsten Jahr, nachdem Jojachin, der König
Judas, weggeführet war, am siebenundzwanzigsten Tage des zwölften
Monden, hub Evil-Merodach, der König zu Babel, im ersten Jahr seines
Königreichs, das Haupt Jojachins, des Königs Judas, aus dem Kerker
hervor.28. Und redete freundlich mit ihm und setzte seinen Stuhl über die
Stühle der Könige, die bei ihm waren zu Babel;29. und wandelte die Kleider seines Gefängnisses; und er aß allewege
vor ihm sein Lebenlang;30. und bestimmte ihm sein Teil, das man ihm allewege gab vom Könige,
auf einen jeglichen Tag sein ganz Leben lang.