Es bleibet täglich nach deinem Wort; denn es muß dir alles dienen. (Psalm 119:91)

Der erste Brief des Petrus

Das 1. Kapitel

1. Petrus, ein Apostel JEsu Christi: Den erwählten Fremdlingen hin und
her in Pontus, Galatien, Kappadozien, Asien und Bithynien,

2. nach der Vorsehung GOttes des Vaters, durch die Heiligung des
Geistes, zum Gehorsam und zur Besprengung des Blutes JEsu Christi. GOtt
gebe euch viel Gnade und Frieden!

3. Gelobet sei GOtt und der Vater unsers HErrn JEsu Christi, der uns
nach seiner großen Barmherzigkeit wiedergeboren hat zu einer lebendigen
Hoffnung durch die Auferstehung JEsu Christi von den Toten

4. zu einem unvergänglichen und unbefleckten und unverwelklichen Erbe,
das behalten wird im Himmel

5. euch, die ihr aus GOttes Macht durch den Glauben bewahret werdet
zur Seligkeit, welche zubereitet ist, daß sie offenbar werde zu der
letzten Zeit,

6. in welcher ihr euch freuen werdet, die ihr jetzt eine kleine Zeit
(wo es sein soll) traurig seid in mancherlei Anfechtungen,

7. auf daß euer Glaube rechtschaffen und viel köstlicher erfunden
werde denn das vergängliche Gold, das durchs Feuer bewähret wird, zu
Lobe, Preis und Ehren, wenn nun offenbaret wird JEsus Christus,

8. welchen ihr nicht gesehen und doch liebhabt und nun an ihn glaubet,
wiewohl ihr ihn nicht sehet; so werdet ihr euch freuen mit
unaussprechlicher und herrlicher Freude ,

9. und das Ende eures Glaubens davonbringen, nämlich der Seelen
Seligkeit.

10. Nach welcher Seligkeit haben gesucht und geforschet die Propheten,
die von der zukünftigen Gnade auf euch geweissaget haben,

11. und haben geforschet, auf welche und welcherlei Zeit deutete der
Geist Christi, der in ihnen war, und zuvor bezeuget hat die Leiden, die
in Christo sind, und die Herrlichkeit danach,

12. welchen es offenbaret ist. Denn sie haben‘s nicht sich selbst,
sondern uns dargetan, welches euch nun verkündiget ist durch die, so
euch das Evangelium verkündiget haben, durch den Heiligen Geist vom
Himmel gesandt, welches auch die Engel gelüstet zu schauen.

13. Darum so begürtet die Lenden eures Gemütes, seid nüchtern und
setzet eure Hoffnung ganz auf die Gnade, die euch angeboten wird durch
die Offenbarung JEsu Christi,

14. als gehorsame Kinder; und stellet euch nicht gleich wie vorhin, da
ihr in Unwissenheit nach den Lüsten lebetet,

15. sondern nach dem, der euch berufen hat und heilig ist, seid auch
ihr heilig in allem eurem Wandel.

16. Denn es stehet geschrieben: Ihr sollt heilig sein; denn ich bin
heilig.

17. Und sintemal ihr den zum Vater anrufet, der ohne Ansehen der
Person richtet nach eines jeglichen Werk, so führet euren Wandel,
solange ihr hier wallet, mit Furcht;

18. und wisset, daß ihr nicht mit vergänglichem Silber oder Gold
erlöset seid von eurem eitlen Wandel nach väterlicher Weise,

19. sondern mit dem teuren Blut Christi, als eines unschuldigen und
unbefleckten Lammes,

20. der zwar zuvor versehen ist, ehe der Welt Grund gelegt ward, aber
offenbaret zu den letzten Zeiten um euretwillen,

21. die ihr durch ihn glaubet an GOtt, der ihn auferwecket hat von den
Toten und ihm die Herrlichkeit gegeben, auf daß ihr Glauben und
Hoffnung zu GOtt haben möchtet.

22. Und machet keusch eure Seelen im Gehorsam der Wahrheit durch den
Geist zu ungefärbter Bruderliebe und habt euch untereinander brünstig
lieb aus reinem Herzen,

23. als die da wiederum geboren sind, nicht aus vergänglichem, sondern
aus unvergänglichem Samen, nämlich aus dem lebendigen Wort GOttes, das
da ewiglich bleibet.

24. Denn alles Fleisch ist wie Gras und alle Herrlichkeit der Menschen
wie des Grases Blume. Das Gras ist verdorret, und die Blume abgefallen;

25. aber des HErrn Wort bleibet in Ewigkeit. Das ist das Wort, welches
unter euch verkündiget ist.


Das 2. Kapitel

1. So leget nun ab alle Bosheit und allen Betrug und Heuchelei und
Neid und alles Afterreden;

2. und seid gierig nach der vernünftigen lautern Milch als die jetzt
gebornen Kindlein, auf daß ihr durch dieselbige zunehmet,

3. so ihr anders geschmecket habt, daß der HErr freundlich ist,

4. zu welchem ihr kommen seid als zu dem lebendigen Stein, der von den
Menschen verworfen, aber bei GOtt ist er auserwählet und köstlich.

5. Und auch ihr, als die lebendigen Steine, bauet euch zum geistlichen
Hause und zum heiligen Priestertum, zu opfern geistliche Opfer, die
GOtt angenehm sind durch JEsum Christum.

6. Darum stehet in der Schrift: Siehe da, ich lege einen auserwählten,
köstlichen Eckstein in Zion; und wer an ihn glaubet, der soll nicht
zuschanden werden.

7. Euch nun, die ihr glaubet, ist er köstlich; den Ungläubigen aber
ist der Stein, den die Bauleute verworfen haben, und zum Eckstein
worden ist,

8. ein Stein des Anstoßens und ein Fels des Ärgernisses, die sich
stoßen an dem Wort und glauben nicht daran, darauf sie gesetzt sind.

9. Ihr aber seid das auserwählte Geschlecht, das königliche
Priestertum, das heilige Volk, das Volk des Eigentums, daß ihr
verkündigen sollt die Tugenden des, der euch berufen hat von der
Finsternis zu seinem wunderbaren Licht,

10. die ihr weiland nicht ein Volk waret, nun aber GOttes Volk seid,
und weiland nicht in Gnaden waret, nun aber in Gnaden seid.

11. Liebe Brüder, ich ermahne euch, als die Fremdlinge und Pilgrime,
enthaltet euch von fleischlichen Lüsten, welche wider die Seele streiten,

12. und führet einen guten Wandel unter den Heiden, auf daß die, so
von euch afterreden als von Übeltätern, eure guten Werke sehen und GOtt
preisen, wenn es nun an den Tag kommen wird.

13. Seid untertan aller menschlichen Ordnung um des HErrn willen, es
sei dem Könige, als dem Obersten,

14. oder den Hauptleuten, als den Gesandten von ihm zur Rache über die
Übeltäter und zu Lobe den Frommen.

15. Denn das ist der Wille GOttes, daß ihr mit Wohltun verstopfet die
Unwissenheit der törichten Menschen,

16. als die Freien, und nicht als hättet ihr die Freiheit zum Deckel
der Bosheit, sondern als die Knechte GOttes.

17. Tut Ehre jedermann! Habt die Brüder lieb! Fürchtet GOtt! Ehret den
König!

18. Ihr Knechte, seid untertan mit aller Furcht den Herren, nicht
allein den gütigen und gelinden, sondern auch den wunderlichen.

19. Denn das ist Gnade, so jemand um des Gewissens willen zu GOtt das
Übel verträgt und leidet das Unrecht.

20. Denn was ist das für ein Ruhm, so ihr um Missetat willen Streiche
leidet? Aber wenn ihr um Wohltat willen leidet und erduldet, das ist
Gnade bei GOtt.

21. Denn dazu seid ihr berufen, sintemal auch Christus gelitten hat
für uns und uns ein Vorbild gelassen, daß ihr sollt nachfolgen seinen
Fußtapfen;

22. welcher keine Sünde getan hat, ist auch kein Betrug in seinem
Munde erfunden;

23. welcher nicht wiederschalt, da er gescholten ward, nicht dräuete,
da er litt; er stellete es aber dem heim, der da recht richtet;

24. welcher unsere Sünden selbst geopfert hat an seinem Leibe auf dem
Holz, auf daß wir, der Sünde abgestorben, der Gerechtigkeit leben;
durch welches Wunden ihr seid heil worden.

25. Denn ihr waret wie die irrenden Schafe; aber ihr seid nun bekehret
zu dem Hirten und Bischof eurer Seelen


Das 3. Kapitel

1. Desselbigengleichen sollen die Weiber ihren Männern untertan sein,
auf daß auch die, so nicht glauben an das Wort, durch der Weiber Wandel
ohne Wort gewonnen werden,

2. wenn sie ansehen euren keuschen Wandel in der Furcht;

3. welcher Schmuck soll nicht auswendig sein mit Haarflechten und
Goldumhängen oder Kleideranlegen,

4. sondern der verborgene Mensch des Herzens unverrückt mit sanftem
und stillem Geiste; das ist köstlich vor GOtt.

5. Denn also haben sich auch vorzeiten die heiligen Weiber geschmückt,
die ihre Hoffnung auf GOtt setzten und ihren Männern untertan waren,

6. wie die Sara Abraham gehorsam war und hieß ihn Herr, welcher
Töchter ihr worden seid, so ihr wohl tut und nicht so schüchtern seid.

7. Desselbigengleichen, ihr Männer, wohnet bei ihnen mit Vernunft und
gebet dem weiblichen als dem schwächsten Werkzeuge seine Ehre, als auch
Miterben der Gnade des Lebens, auf daß eure Gebete nicht verhindert
werden.

8. Endlich aber seid allesamt gleichgesinnet, mitleidig, brüderlich,
barmherzig, freundlich.

9. Vergeltet nicht Böses mit Bösem oder Scheltwort mit Scheltwort,
sondern dagegen segnet und wisset, daß ihr dazu berufen seid, daß ihr
den Segen erbet.

10. Denn wer leben will und gute Tage sehen, der schweige seine Zunge,
daß sie nichts Böses rede, und seine Lippen, daß sie nicht trügen;

11. er wende sich vom Bösen und tue Gutes; er suche Frieden und jage
ihm nach

12. Denn die Augen des HErrn sehen auf die Gerechten und seine Ohren
auf ihr Gebet; das Angesicht aber des HErrn siehet auf die, so Böses tun.

13. Und wer ist, der euch schaden könnte, so ihr dem Guten nachkommet?

14. Und ob ihr auch leidet um Gerechtigkeit willen, so seid ihr doch
selig. Fürchtet euch aber vor ihrem Trotzen nicht und erschrecket nicht!

15. Heiliget aber GOtt den HErrn in euren Herzen. Seid aber allezeit
bereit zur Verantwortung jedermann, der Grund fordert der Hoffnung, die
in euch ist,

16. und das mit Sanftmütigkeit und Furcht; und habt ein gut Gewissen,
auf daß die, so von euch afterreden als von Übeltätern, zuschanden
werden, daß sie geschmähet haben euren guten Wandel in Christo.

17. Denn es ist besser, so es GOttes Wille ist, daß ihr von Wohltat
wegen leidet denn von Übeltat wegen,

18. sintemal auch Christus einmal für unsere Sünden gelitten hat, der
Gerechte für die Ungerechten, auf daß er uns GOtt opferte; und ist
getötet nach dem Fleisch, aber lebendig gemacht nach dem Geist.

19. In demselbigen ist er auch hingegangen und hat geprediget den
Geistern im Gefängnis,

20. die etwa nicht glaubeten, da GOtt einstmals harrete und Geduld
hatte zu den Zeiten Noahs, da man die Arche zurüstete, in welcher
wenig, das ist, acht Seelen, behalten wurden durchs Wasser,

21. welches nun auch uns selig macht in der Taufe, die durch jenes
bedeutet ist, nicht das Abtun des Unflats am Fleisch, sondern der Bund
eines guten Gewissens mit GOtt durch die Auferstehung JEsu Christi,

22. welcher ist zur Rechten GOttes in den Himmel gefahren, und sind
ihm untertan die Engel und die Gewaltigen und die Kräfte.


Das 4. Kapitel

1. Weil nun Christus im Fleisch für uns gelitten hat, so wappnet euch
auch mit demselbigen Sinn: denn wer am Fleisch leidet, der höret auf
von Sünden,

2. daß er hinfort, was noch hinterstelliger Zeit im Fleisch ist, nicht
der Menschen Lüsten, sondern dem Willen GOttes lebe.

3. Denn es ist genug, daß wir die vergangene Zeit des Lebens
zugebracht haben nach heidnischem Willen, da wir wandelten in Unzucht,
Lüsten, Trunkenheit, Fresserei, Sauferei und greulichen Abgöttereien.

4. Das befremdet sie, daß ihr nicht mit ihnen laufet in dasselbige
wüste, unordentliche Wesen, und lästern;

5. welche werden Rechenschaft geben dem, der bereit ist, zu richten
die Lebendigen und die Toten.

6. Denn dazu ist auch den Toten das Evangelium verkündiget, auf daß
sie gerichtet werden nach dem Menschen am Fleisch, aber im Geist GOtt
leben.

7. Es ist aber nahe kommen das Ende aller Dinge.

8. So seid nun mäßig und nüchtern zum Gebet. Vor allen Dingen aber
habt untereinander eine brünstige Liebe; denn die Liebe decket auch der
Sünden Menge.

9. Seid gastfrei untereinander ohne Murmeln!

10. Und dienet einander, ein jeglicher mit der Gabe, die er empfangen
hat, als die guten Haushalter der mancherlei Gnade GOttes.

11. So jemand redet, daß er‘s rede als GOttes Wort; so jemand ein Amt
hat, daß er‘s tue als aus dem Vermögen, das GOtt darreichet, auf daß in
allen Dingen GOtt gepreiset werde durch JEsum Christum, welchem sei
Ehre und Gewalt von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

12. Ihr Lieben, lasset euch die Hitze, so euch begegnet, nicht
befremden (die euch widerfähret, daß ihr versucht werdet), als
widerführe euch etwas Seltsames,

13. sondern freuet euch, daß ihr mit Christo leidet, auf daß ihr auch
zu der Zeit der Offenbarung seiner Herrlichkeit Freude und Wonne haben
möget.

14. Selig seid ihr, wenn ihr geschmähet werdet über dem Namen Christi;
denn der Geist, der ein Geist der Herrlichkeit und GOttes ist, ruhet
auf euch. Bei ihnen ist er verlästert, aber bei euch ist er gepreiset.

15. Niemand aber unter euch leide als ein Mörder oder Dieb oder
Übeltäter oder der in ein fremd Amt greifet.

16. Leidet er aber als ein Christ, so schäme er sich nicht; er ehre
aber GOtt in solchem Fall.

17. Denn es ist Zeit, daß anfange das Gericht an dem Hause GOttes. So
aber zuerst an uns, was will‘s für ein Ende werden mit denen, die dem
Evangelium GOttes nicht glauben?

18. Und so der Gerechte kaum erhalten wird, wo will der Gottlose und
Sünder erscheinen?

19. Darum, welche da leiden nach GOttes Willen, die sollen ihm ihre
Seelen befehlen als dem treuen Schöpfer in guten Werken.


Das 5. Kapitel

1. Die Ältesten, so unter euch sind, ermahne ich, der Mitälteste und
Zeuge der Leiden, die in Christo sind, und teilhaftig der Herrlichkeit,
die offenbaret werden soll:

2. Weidet die Herde Christi, so euch befohlen ist, und sehet wohl zu,
nicht gezwungen, sondern williglich, nicht um schändlichen Gewinns
willen, sondern von Herzensgrund,

3. nicht als die über das Volk herrschen, sondern werdet Vorbilder der
Herde;

4. so werdet ihr, wenn erscheinen wird der Erzhirte, die
unverwelkliche Krone der Ehren empfangen.

5. Desselbigengleichen, ihr Jungen, seid untertan den Ältesten.
Allesamt seid untereinander untertan und haltet fest an der Demut; denn
GOtt widerstehet den Hoffärtigen, aber den Demütigen gibt er Gnade.

6. So demütiget euch nun unter die gewaltige Hand GOttes, daß er euch
erhöhe zu seiner Zeit.

7. Alle eure Sorge werfet auf ihn; denn er sorget für euch.

8. Seid nüchtern und wachet; denn euer Widersacher, der Teufel, gehet
umher wie ein brüllender Löwe und suchet, welchen er verschlinge.

9. Dem widerstehet fest im Glauben und wisset, daß eben dieselbigen
Leiden über eure Brüder in der Welt gehen.

10. Der GOtt aber aller Gnade, der uns berufen hat zu seiner ewigen
Herrlichkeit in Christo JEsu, derselbige wird euch, die ihr eine kleine
Zeit leidet, vollbereiten, stärken, kräftigen, gründen.

11. Demselbigen sei Ehre und Macht von Ewigkeit zu Ewigkeit! Amen.

12. Durch euren treuen Bruder Silvanus (als ich achte) habe ich euch
ein wenig geschrieben, zu ermahnen und zu bezeugen, daß das die rechte
Gnade GOttes ist, darinnen ihr stehet.

13. Es grüßen euch, die samt euch auserwählt sind zu Babylon, und mein
Sohn Markus.

14. Grüßet euch untereinander mit dem Kuß der Liebe. Friede sei mit
allen, die in Christo JEsu sind! Amen.